Eischnee-Alternative selber machen aus Leinsamen

So stellst du mit Leinsamen eine leckere und gesunde Alternative zu Eischnee her!

Du benötigst noch Eischnee, z.B. für Baiser, als Tortenhaube oder für Mousse au Chocolat, möchtest aber lieber auf Eier verzichten? In diesem Beitrag stellen wir dir eine Möglichkeit vor, wie du mit Leinsamen einen veganen Ersatz für Eischnee ganz einfach selbst herstellen kannst.

Vielleicht kennst du bereits das Rezept für Eischnee aus Aquafaba. Das Pendant aus Leinsamen ist eine Alternative für diejenigen, die der leicht bohnige Nachgeschmack von Aquafaba stört, denn Eischnee aus Leinsamen-Gel ist wirklich geschmacksneutral. Auch ist es eine gute Möglichkeit, wenn du nur selten Erbsen, Bohnen oder Linsen isst, aber öfter Eischnee benötigst. Das Faszinierende an dem Rezept ist, dass du außer Leitungswasser lediglich zwei weitere Zutaten benötigst – Leinsamen und Puderzucker.

Veganer Eischnee aus Leinsamen

Das Rezept gliedert sich in zwei Teile, die einen Tag oder zumindest einige Stunden zeitversetzt ausgeführt werden müssen, da zwischendurch ein Abkühlungsprozess erforderlich ist.

1. Herstellung des Leinsamen-Gels

Für den ersten Schritt benötigst du folgende Zutaten:

  • 60 g Leinsamen (im Bioladen oder online erhältlich, gold oder braun spielt keine Rolle)
  • 600 ml Wasser

Außerdem folgende Utensilien:

  • Haarsieb
  • Kochtopf
  • Kochlöffel

So stellst du mit Leinsamen eine leckere und gesunde Alternative zu Eischnee her!

So gehst du vor:

  1. Leinsamen mit 600 ml Wasser kurz aufkochen lassen.
  2. Auf niedriger Stufe zirka 25 Minuten köcheln lassen. Zwischendurch immer wieder gut umrühren, damit die Leinsamen nicht am Boden des Kochtopfes festbacken.
  3. Nach wenigen Minuten entsteht eine gelartige Masse, die zunehmend fester wird. Dass sie fertig ist, erkennst du daran, dass sich beim Eintauchen eines Kochlöffels sofort eine zähflüssige Schicht um den Löffel legt, die auch beim Anheben des Löffels stabil an diesem kleben bleibt.
  4. Flüssigkeit durch ein Haarsieb abgießen. Dabei ist es wichtig, dass du die Flüssigkeit sofort nach Ausschalten der Hitze abgießt, da sie schon nach sehr kurzer Zeit so steif wird, dass du die Leinsamen nicht mehr vom Gel trennen kannst.
  5. Leinsamen-Gel auffangen und in den Kühlschrank stellen.

So stellst du mit Leinsamen eine leckere und gesunde Alternative zu Eischnee her!

Tipp: Am besten gelingt der Eischnee, wenn du das Gel einige Stunden einfrierst, bevor du es weiter verwendest. Dadurch verkürzt sich auch die Zeit, die du für das Aufschlagen benötigst. Diese Methode hat außerdem den Vorteil, dass du das gebildete Kondenswasser vor der Verarbeitung des Leinsamen-Gels abgießen kannst. Dadurch wird der Eischnee nochmal um einiges fester. In jedem Fall muss das Gel aber gut gekühlt sein. Kleinere Eiskristalle in der Masse sind sogar von Vorteil.

2. Aufschlagen zu Eischnee

Für den zweiten Schritt benötigst du das Leinsamen-Gel, Puderzucker und einen Handmixer oder eine Küchenmaschine. Führe folgende Schritte aus:

  1. Leinsamen-Gel abwiegen.
  2. Dieselbe Masse Puderzucker abwiegen und zur Seite stellen.
  3. Das Gel fünf bis fünfzehn Minuten mit einem Handmixer oder einer Küchenmaschine auf höchster Stufe aufschlagen. Wenn das Gel tiefgefroren wurde, sind fünf Minuten ausreichend. Ansonsten kann es einige Minuten länger dauern. Verwendest du einen Handmixer, ist es normal, wenn die Masse an den Rührstäben hochwandert. Also einfach zwischendurch kurz ausschalten und abklopfen.
  4. Sobald der Eischnee steif ist, esslöffelweise Puderzucker hinzugeben und so lange weiter rühren, bis sich der Zucker in der Masse gelöst hat.

So stellst du mit Leinsamen eine leckere und gesunde Alternative zu Eischnee her!

Sollte dein Eischnee nicht steif genug werden, kannst du als Verdickungsmittel etwas Xanthan oder Sahnesteif zufügen. Das ist aber normalerweise nicht erforderlich.

Fertig ist dein veganer Eischnee! Diesen kannst du nun wie herkömmlichen Eischnee nutzen, z.B. zur Auflockerung einer Mousse au Chocolat oder für Baiser.

Weiterverarbeitung zu Baiser

Am häufigsten verwende ich den Eischnee zur Herstellung von Baiser nach folgendem Rezept:

  1. Eischnee portionsweise auf ein Backblech geben.
  2. Bei 120 °C Ober/Unterhitze oder 100 °C Umluft im Backofen trocken. Ganz wichtig ist, dass du einen Kochlöffel in die Backofentür klemmst, damit
  3. Feuchtigkeit entweichen kann. Andernfalls fallen deine Baiser im Backofen zusammen und werden wieder komplett flüssig.

Der Trocknungsprozess dauert ungefähr zwei Stunden. Die Backzeit ist abhängig vom Backofenmodell und von der Festigkeit des Eischnees. Hier spielt auch die Luftfeuchtigkeit eine große Rolle: Eischnee gelingt bei Regenwetter und entsprechend hoher Luftfeuchtigkeit generell nicht so gut wie bei trockener Luft.

So stellst du mit Leinsamen eine leckere und gesunde Alternative zu Eischnee her!

Die Baiser sind fertig, wenn sie sich problemlos vom Backpapier lösen lassen. Innen dürfen sie ruhig noch etwas feucht sein. Dann kannst du den Backofen ausschalten und die Baiser mit der Restwärme im Ofen weiter trocknen lassen.

Leinsamen sinnvoll weiterverwerten

Da für den Eischnee lediglich das Gel verwendet wird, fragst du dich vielleicht: Was mache ich mit den übrig gebliebenen Leinsamen-Schalen? Du kannst sie entweder zu Crackern oder zu einem gesunden Müsli verarbeiten.

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Das Müsli ist blitzschnell hergestellt. Hierzu gibst du ungefähr 100 ml Nussmilch und je nach Geschmack etwas Süßungsmittel zu den Leinsamen und pürierst sie für ungefähr zwei Minuten. Schon fertig! Einfach aber lecker – eine sehr gesunde, kohlenhydratarme Alternative für dein Frühstück. Das Müsli kannst du natürlich noch mit Obst oder Getreide deiner Wahl aufpeppen. Oder du verwendest noch mehr Milch und verarbeitest die Leinsamen zu einem gesunden, ballaststoffreichen Drink.

Noch ein abschließender Tipp: Das Leinsamen-Gel kann auch in flüssiger Form als ganz normaler Ei-Ersatz in vielen Rezepten verwendet werden, um für Bindung und Lockerung zu sorgen. Ungefähr 40 g ersetzen ein Ei.

Wie gefällt dir das Rezept für veganen Eischnee? Berichte uns von deinen Erfahrungen in den Kommentaren!

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12 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Hallo, ich würde gerne wissen, wie viel der Masse ein Eiweiß ist?
    Denn ich brauche lt. Rezept immer mal ein Eiweiß. Habt ihr einen Richtwert?

    Viele Grüße
    Silke

    Antworten
    • Hallo Silke, als Faustformel kann man sagen vierzig Gramm Leinsamen und ein halber Liter Wasser ergeben ungefähr die Menge Eischnee aus drei Eiern der Größe M. Liebe Grüße Sylvia

  2. Bärbel van Severen

    Gestern einen ersten Versuch gestartet, der gründlich daneben ging und letztendlich im Klo landete.

    Ich hab’s versucht mit Handmixer, 230W und mit Personalblender , 1000W. Beim Handmixer tat sich gar nichts, beim Personalblender wurde der Glibber immerhin schon etwas heller, man konnte die eingeschlagenen Luftbläschen erahnen. Der vorschriftsmäßig durchgekühlte Schleim, der am Beginn sogar noch ein paar gefrorenen Stückchen hatte, das wird in anderen Blogs als vorteilhaft dar gestellt, wurde bei mir immer wärmer, die Mixer so wie so.

    Haben meine Mixer zu wenig Leistung? Könnte ich einen Versuch im Hochleistungsmixer, La Bomba, 1500 Watt wagen ?

    Es sieht so einfach aus , aus einfachen Zutaten, einfach und preiswert zu beschaffen und dann so was.
    Wer weiß Rat? Herzlichen Dank, Bärbel.

    Antworten
    • Hallo Bärbel, woran es genau gelegen hat, können wir dir leider auch nicht sagen. Es hört sich so an, als hättest du alles richtig gemacht. Erfahrungsgemäß funktionieren nur nicht alle Rührbesen gleich. Jeder Aufsatz eines Handmixers kann da etwas anders sein und zu unterschiedlichen Erfolgen führen. Generell ist ein Handmixer mit Rührbesen aber besser geeignet als ein Blender oder ein Hochleistungsmixer. Hast du vielleicht noch ein zweites Paar Schneebesen als Aufsatz, um einen neuen Versuch zu wagen? Oder du probierst es einfach mal in einer anderen Schüssel? In jedem Fall viel Erfolg! Wir hoffen, du gibst die Versuche nicht auf. :-)

  3. Sabeth Herbst

    Hat vielleicht jemand diesen Eischnee schon einmal für die Schweizer Meringue Buttercreme ausprobiert. Sie wird janormalerweise mit rohem Eiweiss gemacht. Das ist mir aber zu gefährlich wegen der Salmonellen.
    Schönen Gruß
    Sabeth

    Antworten
  4. Bei mir hat es nicht geklappt, wird einfach nicht fest. habe es eine halbe Std. gekoechelt bis die Konsistenz so war wie beschrieben, einen Tag im Kühlschrank und halb eingefroren. Im Mixer extrem lange gemixt, wird zwar schaumig aber nicht annähernd fest, bleibt wie flüssiges Eiweiss. Habe dann noch etwas Maizena hinzugefügt, funktioniert immer noch nicht. Werde es nun für meine Haarpflege verwenden.
    einen Tipp was ich falsch mache?

    Antworten
    • smarticular.net

      Eigenartig, nach deiner Beschreibung hast du alles richtig gemacht. Was für einen Mixer hast du denn verwendet, nicht dass es daran lag? Es müssten wie im Foto Rührbesen sein, um reichlich Luft unter die Masse zu schlagen. Liebe Grüße

    • Danke für deine Antwort. Daran wird es gelegen haben, wird mir gerade klar. Ich habe kein Handrührbesen sondern einen Standmixer/klassicher Blender, super für smoothies und so aber scheinbar macht das den Unterschied aus. Werde mir somit einen Handrührbesen zulegen und nochmals probieren :). Danke für die Hilfe und liebe Grüsse

  5. Das werde ich auf jeden Fall ausprobieren; es müsste dadurch doch auch möglich sein, Kokosmakronen herzustellen?

    Antworten
    • Hallo Holger, Koskosmakronen haben wir damit noch nicht ausprobiert, probiere es einfach aus. Liebe Grüße!

  6. fraufrieda

    Die Idee finde ich erst mal interessant,

    aber wenn das Ganze 30min köcheln muss und dann noch mal

    15min auf höchster Stufe zum Steif schlagen braucht, dann bekommt mein Energiesparherz ernsthafte Aussetzer. Der Tiefkühler macht den Prozess auch nicht wirtschaftlicher …

    Antworten
    • Da hast du wirklich Recht mit deinem Einwand. Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, was einem wichtiger ist. Denn Eier haben auch ihre Vor- und Nachteile. Liebe Grüße!

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