Natürliche Styling-Alternativen für deine Locken

Für deine Lockenpflege musst du keine chemischen Produkte verwenden. Mit ein paar Tricks machst du natürliche und effektive Stylingprodukte einfach selbst!

Die Auswahl an Haarstyling-Produkten auf dem Markt ist schier unüberschaubar. Zahlreiche Gels, Sprays und Schaumfestiger versprechen wunderschöne Haare, doch gerade als Lockenkopf fällt die Auswahl schwer.

Hat man dann doch ein Produkt gefunden, das den Wünschen entspricht und die Locken perfekt definiert, befindet man sich in einem Teufelskreis. Die Haare gewöhnen sich schnell an die Chemie und sehen ohne Styling-Produkt schnell spröde, trocken und langweilig aus.

Mit ein paar Tricks und einfachen Hausmitteln kannst du diesem Dilemma entkommen. Aus Leinsamen lässt sich zum Beispiel ein praktisches Haargel selber machen. Aus Zitrone, Bier und Ei erhältst du eine pflegende Haarkur.

1. Leinsamen-Haargel für Locken

Ein natürliches Styling-Produkt für lockiges Haar lässt sich leicht aus Leinsamen kreieren. Dafür brauchst du:

  • 20 g Leinsamen (aus dem Bioladen oder online kaufen)
  • 500 ml Wasser
  • ½ TL Honig
  • 1 Kochtopf
  • 1 Sieb
  • 1 Trichter
  • 1 Glasflasche zur Aufbewahrung

Für deine Lockenpflege musst du keine chemischen Produkte verwenden. Mit ein paar Tricks machst du natürliche und effektive Stylingprodukte einfach selbst!

So stellst du das Styling-Gel her:

  1. Leinsamen und Wasser gemeinsam aufkochen, dann ca. 5 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die Masse ungefähr die Konsistenz von Eiweiß hat.
  2. Die Leinsamen vom Wasser absieben. Inzwischen sollte die Masse schon etwas dickflüssiger geworden sein.
  3. Honig zum Leinsamengel geben und vorsichtig einrühren.
  4. Masse durch einen Trichter in eine passende Glasflasche füllen.
  5. Nach dem Haarewaschen im feuchten Haar anwenden. Je nach Haarlänge einen Klecks in der Größe einer Haselnuss bis Walnuss auf die Hand geben und in beiden Handflächen verreiben. Am besten kopfüber über dem Waschbecken einmassieren und an der Luft trocknen lassen.

Durch Probieren findest du heraus, welche Menge für dein Haar am besten geeignet ist. Je nach Bedarf kann die Menge des Wassers auch erhöht oder verringert werden. Manchen Anwendern ist die Masse so zu flüssig. Ist sie dickflüssiger, lässt sie sich zwar leichter auftragen, es bilden sich aber auch schnell nach dem Styling klebrige Strähnen. Das ist einfach Geschmackssache und jeder muss das für sich entscheiden.

Für deine Lockenpflege musst du keine chemischen Produkte verwenden. Mit ein paar Tricks machst du natürliche und effektive Stylingprodukte einfach selbst!

2. Natürliche Haarkur für Locken

Um deinen Locken wieder natürliche Sprungkraft zu verleihen, kannst du sie alle zwei Wochen einer Kur unterziehen. Dafür benötigst du:

  • Saft einer halben Zitrone (am besten frisch)
  • 2 TL Olivenöl
  • 1 Eigelb
  • 10 TL Bier

So gehst du vor:

  1. Zitrone auspressen und mit dem Olivenöl vermischen.
  2. Ei trennen und Eigelb mit Zitronen-Oliven-Gemisch verrühren.
  3. Zum Schluss das Bier hinzufügen.

So funktioniert die Anwendung:

  1. Haar leicht anfeuchten, am besten mit einer Sprühflasche
  2. Masse ins Haar einmassieren, am besten kopfüber über dem Waschbecken, vom Haaransatz beginnend über den Kopf laufen lassen und dann überall verteilen
  3. Mit einem Handtuch abdecken und 1-2 Stunden einwirken lassen
  4. Mit kaltem Wasser ausspülen und die Haare mit einem sanften Shampoo ohne Silikone waschen
  5. Wenn dir das zu viel Aufwand ist, ist eine einfache Kur mit Olivenöl oder wahlweise auch Kokosnussöl auch möglich, dann ca. 1 Stunde einwirken lassen.

3. Styling-Tipps für natürlich lockiges Haar

Mit diesen beiden Mitteln kannst du getrost chemisches Styling und Kuren weglassen, aber es gibt noch ein paar mehr Tipps, mit denen deine Locken so richtig zur Geltung kommen.

Weniger ist mehr: Versuche, deine Haare nicht jeden Tag zu waschen, alle zwei bis vier Tage reicht völlig aus.

Föhnen ist tabu: Durch die Hitze zerstörst du die Struktur deiner Haare. Föhne sie entweder auf niedriger Temperatur, oder verzichte besser ganz darauf und lasse deine Haare an der Luft trocknen.

Hände aus den Haaren: Wenn du deine Haare an der Luft trocknen lässt, versuche nicht ständig darin rumzuspielen. Es ist zwar verlockend, immer wieder zu kneten, dadurch plustern sich deine Haare aber wieder auf. Benutzt du zum Beispiel das Leinsamengel, dann warte ab, bis deine Haare trocken sind, und knete sie dann einmal vorsichtig mit den Fingerspitzen durch, um die Locken in Form zu bringen.

Am Anfang werden sich deine Haare sträuben, sie mussten möglicherweise jahrelange Behandlung mit chemischen Mitteln ertragen und müssen sich erst einmal davon erholen. Nach ein bis zwei Wochen allerdings wirst du deine Naturlocken lieben. Dein Haar fühlt sich wieder weich an und lockt sich wunderbar auch ohne viel Chemie.

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18 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Das Leinsamengel kann man wunderbar portionsweise in einer Eiswürfelform einfrieren, über einen langen Zeitraum nach und nach auftauen und so täglich frisches Gel verwenden!
    Meine Haare fühlen sich super an und sehen klasse aus!!! 👍🏾

    Antworten
    • smarticular.net

      Tolle Idee, danke für den schönen Erfahrungsbericht!
      Liebe Grüße

  2. Killashandra

    Das Rezept habe ich einfach ganz ohne Honig oder anderen Zucker gemacht und das Ergebnis ist perfekt! Einfach nur Leinsamen und Wassser. Nach Wunsch noch ein paar Tropen ätherisches Öl. Das beste Haargel, das ich je hatte. Warum habe ich das eigentlich all die Jahre gekauft und mich über Duft, Verpackung, Konsistenz, Rezepturwechsel, Preis etc. geärgert. Funktioniert in feuchtem Haar perfekt. Bei trockenen Haaren mische ich in der Hand noch ein bisschen Wasser unter. 1000 Dank für diesen wundervollen Tipp. Eure Seite ist derzeit meine absolute Lieblingswebsite.

    Antworten
    • smarticular.net

      Vielen Dank für diese schöne Rückmeldung und den tollen Erfahrungsbericht! Ganz liebe Grüße

  3. Kerstin Wiltrud

    Hallo,
    habe das Leinsamenhaargel ausprobiert und bin total begeistert! Allerdings beim zweiten Mal hat das Gel ziemlich übel gerochen (5 Tage später). Als die Haare trocken waren, hat sich der Geruch veflüchtigt, aber ein nochmal möchte ich das nicht haben…Muss ich das jedes Mal frisch machen, oder im Kühlschrank aufbewahren? Was habe ich falsch gemacht?
    Danke für eine Antwort.

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Hallo Kerstin, das Gel besteht aus frischen Lebensmitteln und muss deshalb auch so behandelt werden. Ungekühlt verdirbt es schnell, es vermehren sich Keime darin und verursachen Fäulnis und Gärung. Aufbewahrung im Kühlschrank verlangsamt diesen Prozess und die Haltbarkeit beträgt ein paar Tage mehr, ansonsten hilft nur das frisch-Ansetzen. Das ist sicher einer der Gründe, warum die Industrie vermehrt auf Mineralölprodukte zurückgreift – sie sind haltbar, kommen allerdings mit ganz anderen Nachteilen daher. Liebe Grüße!

    • Wie lange hält das Haargel denn dann? Und kann man es zB mit mehr Zucker besser konservieren?
      Es alle paar Tage neu zu kochen wäre ja schon viel Arbeit…

    • Probiert haben wir es nicht, aber du kannst es gerne ausprobieren ob es funktioniert. Über ein Feedback freuen wir uns natürlich. Liebe Grüße!

  4. Hallo. Da ich vegan lebe würde ich gerne wissen ob es etwas für euer Haargel Rezept gibt, womit ich den Honig ersetzen kann. Lieben Dank im Voraus.

    Antworten
  5. Hallo, was ist denn ein sanftes Shampoo ohne Silikone? Hab es mit Baby-Shampoo versucht, aber das hat nicht so gut geklappt. Und warum soll man das Roggenmehl-Shampoo bei starken Locken lieber nicht verwenden?

    Antworten
    • Hallo – Der Hinweis mit den Locken kommt von den Erfahrungen vieler Leserinnen, die Probleme hatten, das Mehl aus den Haaren zu entfernen. Lies mal die anderen Kommentare dazu. Probieren geht immer, es ist nur eine kleine Vorwarnung :)

  6. Ich wasche meine Haare mit Roggenmehl, ohne sie vorher, währenddessen oder hinterher zu kämmen. Nach dem Waschen breite ich sie kopfüber auf einem ausrangierten Tshirt aus, knautsche sie zusammen und binde mir das Shirt zum Turban. Dann ab ins Bettchen oder eben aufm Kopp lassen, bis die Haare getrocknet sind. So wunderbar definierte Locken voller Volumen und Sprungkraft hatte ich vorher nur selten- jetzt klappt das jedes mal.
    Der Baumwollstoff des Shirts raut die Haare lange nicht so auf wie Frottee und leitet die Feuchtigkeit ganz einfach nach draußen. Die Haare trocknen ganz sanft in der Form, in der man sie haben möchte.
    Und euer Waschtipp mit Roggenmehl ist sowieso der Knüller!

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Das ist ja wirklich eine klasse Idee, danke für den Tipp mit dem T-Shirt-Trick! Die nächstbeste, langhaarige Freundin wird das gleich ausprobieren müssen ;-)

  7. Oh toll, das probiere ich sofort aus!! super Fotos!

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