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5 Tipps zur ganzheitlichen Verwertung von Rhabarber
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Rharbarber ist lecker! Was machst du aber mit den Blättern und den Wurzeln? Die sind viel zu schade für den Müll! Ich verrate dir, was du damit anstellst!

In Supermärkten sowie in vielen Gärten hat der Rhabarber im Mai und Juni Hochsaison. Der Rhabarber zählt aufgrund seiner Inhaltsstoffe wie Glycoside, Gerbstoffe, Gallotanninne, Pektine, Lindleyin und Flavonoide zu den Heilpflanzen. Als Nahrungsmittel werden nur die Stängel zu leckeren, süßsauren Speisen verarbeitet. Doch war da nicht noch was? Stimmt, die Pflanze hat auch riesige Blätter, für die es sogar sinnvolle Verwendungsmöglichkeiten gibt.

Die Rhabarber-Blätter geraten in Vergessenheit, denn sie werden leider wegen ihrer Ungenießbarkeit achtlos weggeworfen oder gar nicht erst in Supermärkten verkauft. Auf Wochenmärkten und in Bioläden wirst du eher fündig. Ansonsten bitte nachfragen, der ein oder andere Stand hat doch welche, oder sie sind beim nächsten Markttag kostenlos dabei.

In diesem Beitrag verrate ich dir, wie du den Rhabarber ganzheitlich mit Blättern und Wurzeln verwertest.

1. Rhabarber-Stängel für Speisen und Getränke

Durch seine angenehm fruchtige Säure ist der Rhabarber ein gern gesehener Begleiter und in einigen Rezepten gerade deswegen nicht mehr wegzudenken.

Wenn du dich an heißen Sommertagen nach Abkühlung sehnst, bietet dir eine kalte Schorle mit Rhabarbersaft oder -sirup  eine echte Erfrischung. An sehr warmen und schwülen Nachmittagen sorgt ein süßsaurer, lockerer Rhabarber-Kuchen für viel mehr Erfrischung als ein trockener, süßer Marmorkuchen oder schwerer Käsekuchen.

Aber auch Rhabarber-Kompott mit Naturjoghurt kann am Morgen erfrischend sein. Ebenso eine Rhabarber-Blutorangen-Konfitüre, bei der der Saft und die geriebene Orangenschale mit dem Gelierzucker und den klein geschnittenen Rhabarberstängeln 30 Minuten zieht, bevor er für vier Minuten aufgekocht und abgefüllt wird.

Rharbarber ist lecker! Was machst du aber mit den Blättern und den Wurzeln? Die sind viel zu schade für den Müll! Ich verrate dir, was du damit anstellst!

Manch einer findet auch Gefallen an Rhabarberlikör. Dazu werden 6 dicke Stangen Rhabarber in kleine zwei cm dicke Scheiben geschnitten und mit einem Kilo Kandiszucker, zwei aufgeschnittenen Vanillestangen und zwei Packungen Vanillezucker in große Einmachgläser mit 1-2 Liter Fassungsvermögen gegeben. Die Mischung mit Doppelkorn übergießen und verschlossen für 2-6 Wochen ziehen lassen. Dann durch ein Tuch absieben und in dunkle Flaschen abfüllen.

Und zuletzt noch das Rezept für eine spritzige kalte Rhabarber-Erdbeer-Bowle: 200 g Erdbeeren werden geviertelt und in ein großes Gefäß gegeben. Dazu kommen 200 ml Rhabarbersirup, zirka 300 ml Sekt und ein Zweig Minze. Das Ganze für mindestens eine Stunde kühl stellen und zum Servieren mit weiteren 300 ml kaltem Sekt aufgießen. Selbstverständlich sind alkoholfreier Sekt oder Mineralwasser auch eine leckere Alternative.

2. Rhabarberblätter als Pflanzendünger

Die Blätter sind zwar ungenießbar, dafür aber umso wertvoller in Rezepten für Dünger und Spritzmittel!

Bei sichtbaren Vergilben oder Schlappwerden von Blättern und Stängel kann Kaliummangel die Ursache sein. Dieser führt oft dazu, dass Pflanzen von Krankheiten heimgesucht werden. Im Frühjahr oder Herbst ist eine Kaliumdüngung sinnvoll, um Pflanzen widerstandsfähiger zu machen oder beim Blattaustrieb zu unterstützen.

Genau hierfür sind Rhabarberblätter sehr gut geeignet, denn sie enthalten sehr viel Kalium. Dazu setzt du einfach eine Brühe oder einen Suds an und verwendest ihn als Flüssigdünger. Wie diese herzustellen sind, erfährst du in den nächsten beiden Tipps.

3. Brühe aus Rhabarberblättern gegen Blattläuse

Rhabarberblätter eignen sich aufgrund der enthaltenen Oxalsäure bestens als natürliches Spritzmittel gegen schwarze Blattläuse. Besonders grünschalige Rhabarbersorten sind wegen des höheren Säurewerts sehr geeignet.

Für die Brühe als Anti-Läusemittel benötigst du:

  • 1 kg frische Rhabarberblätter
  • 1 Liter Wasser
  • Topf mit Deckel
  • Sieb
  • Geschirrtuch oder Mullwindel
  • Spritzflasche

Und so stellst du die Brühe her:

  1. Rupfe die Blätter in Stücke oder schneide sie grob in Streifen.
  2. Gib sie in einen Behälter mit Wasser, rühre gut um und lasse sie zugedeckt 24 Stunden ziehen.
  3. Anschließend muss der Inhalt für 30 Minuten bei geringer Temperatur köcheln, bevor du ihn durch Sieb und Tuch abgießt. Die durchgeweichten Pflanzenreste gut ausdrücken.
  4. Du kannst die Brühe unverdünnt in eine Spritzflasche füllen und einmal täglich direkt auf die Läuse verteilen.
  5. Wiederhole die Spritzung an den nächsten zwei Tagen.

Dein Blattlausproblem wird sich schnell verziehen.

Wenn du gerade keine Rhaberbarblätter zur Hand hast, aber trotzdem von Läuse heimgesucht wirst, findest du hier noch einige weitere natürliche Mittel gegen Blattläuse, Schildläuse, Schmierläuse, Wollläuse und Blutläuse.

4. Auszug aus Rhabarberblättern gegen Kraut- und Braunfäule

Eine der unangenehmsten Pilzerkrankungen bei Pflanzen ist die Kraut- und Braunfäule. Sie befällt erst die Blätter und nach deren Abfallen auch Stängel und Früchte. Die Pflanze wird im weiteren Verlauf so weit geschädigt, dass sie eingeht.

Rharbarber ist lecker! Was machst du aber mit den Blättern und den Wurzeln? Die sind viel zu schade für den Müll! Ich verrate dir, was du damit anstellst!

Zum Glück gibt es dagegen natürliche Methoden. Mit einem Spritzmittel aus Rhabarberblättern kannst du den Ausbruch oder den Verlust der Pflanze verhindern. Für das Spritzmittel gegen Fäule benötigst du:

  • 1 kg frische Rhabarberblätter (oder 50 g getrocknete Blätter)
  • 1 Liter Wasser
  • Gefäß mit Deckel
  • Sieb
  • Geschirrtuch oder Mullwindel
  • Sprühflasche

Und so stellst du den Auszug her:

  1. Schneide die Blätter in Streifen und übergieße sie mit kochendem Wasser.
  2. Rühre kräftig um, damit alle Blätter vom heißen Wasser etwas abbekommen.
  3. Lasse diesen Ansatz 24 Stunden ziehen und gieße ihn über Sieb und Tuch ab.
  4. Abgefüllt in einer Spritzflasche ist das Mittel unverdünnt bei starkem Befall einsatzfähig.

Vorbeugend kannst du den Auszug auch im Verhältnis 1:5 verdünnen und einmal wöchentlich spritzen.

Wichtig: Entferne und vernichte sofort alle Blätter und Früchte, die Symptome von der Kraut- und Braunfäulnis zeigen, da der Pilz auch im Boden überwintern kann und im nächsten Jahr wieder auftritt. Sie gehören weder auf den Kompost, noch in die Biotonne oder den Bokashi-Eimer, sondern in die Restmülltonne. Besser ist allerdings, wenn du sie sofort verbrennst.

Hier findest du weitere biologische Mittel gegen Mehltau, Braunfäule, Rost und Sternrußtau.

5. Rhabarberwurzeln als Heilmittel

Vermehrt wird der Rhabarber durch Wurzelteilung. Deswegen wird der Kleingärtner selten auf die Idee kommen, die Wurzel auch anderwertig zu nutzen. Dennoch gibt es ein paar Interessante Anwendungsfälle für die Wurzel und vielleicht zweigst du das nächste mal ein paar Wurzeln für eine Tinktur oder einen Tee ab.

Rhabarberwurzel-Tinktur

Aus den frischen Wurzeln kannst du eine haltbare Tinktur herstellen, die bei Zahnfleischentzündungen und entzündeter Mundschleimhaut hilft. Wie du eine Tinktur selbermachen kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Rhabarberwurzel-Tee

Gegen Verstopfung hilft ein Tee aus Rhabarberwurzel-Pulver, das du aus grob geriebenen Wurzeln herstellst und trocknest. Der Tee wird wie folgt zubereitet. Übergieße einen Teelöffel des Wurzelpulvers mit 1/4 Liter heißem Wasser. Lasse den Aufguss 10 Minuten ziehen und siebe die Pflanzenreste anschließend über ein Teesieb ab. Trinke diesen Tee einmal am Tag, bevorzugt abends.

Eine Liste von gesundheitlichen Beschwerden und der passenden Teesorte findest du hier.

Hinweise und Tipps

Lagere deine Spritzmittel im Kühlschrank, da sie sonst leicht zu gären beginnen. Setze aus diesem Grund nicht unnötig viel davon an.

Wichtig: Ein Verzehr von Rhabarber ist für Schwangere, stillende Frauen, für Rheuma-, Gichtkranke sowie für Gallen- oder Nierenstein-Betroffene nicht angeraten.

Viel Erfolg mit deinen Rhabarberplänen!

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Hast du vielleicht schon einmal Rhabarber vermehrt oder die Blätter anderweitig verwendet? Über deine Erfahrungen und Kommentare freuen wir uns und auch andere Leser.