Tomaten einlegen: Von klassisch in Öl bis überraschend süß
Wenn der Spätsommer reife Früchte bringt, ist Tomaten einlegen die beste Möglichkeit, das Aroma einzufangen. Ob getrocknet in Kräuteröl, erfrischend im Essigsud oder süß als Chutney – lerne Methoden für frische und getrocknete Tomaten kennen und erfahre, wie die Konservierung sicher gelingt.
Wenn du Tomaten einlegst, sparst du nicht nur Geld und vermeidest Konservierungsstoffe – das eingelegte Gemüse ist auch sehr gesund: Tomaten enthalten reichlich Lycopin, ein starkes Antioxidans. Untersuchungen zeigen, dass die Bioverfügbarkeit von Lycopin durch Erhitzen und Fette deutlich steigt, da Zellstrukturen aufgebrochen werden.1
Tipp: Viele kreative Ideen um Tomaten haltbar zu machen entdeckst du in diesem verlinkten Beitrag.
Frische oder getrocknete Tomaten? Die Basis bestimmt die Einlegemethode
Frische Tomaten bestehen zu über 90 Prozent aus Wasser, was maßgeblich bestimmt, welche Einlegemethode sicher ist und welches Ergebnis im Glas wartet.
Wer frische Säure schätzt, verarbeitet Tomaten direkt in säurehaltigen Suden oder fermentiert sie. Wer ein intensiv-mediterranes Aroma sucht, trocknet sie vorher an. Durch den Wasserentzug verdunstet Feuchtigkeit, während sich Zucker und Aromen verdichten. Das sorgt für feine Konsistenz und intensiven Geschmack.
Tipp: Du kannst Tomaten einfach im Backofen statt im Dörrautomaten trocknen. Dafür musst du dir kein eigenes Gerät kaufen. In diesem Beitrag erfährst du, wie du besonders energieschonend im Backofen trocknest.

Getrocknete Tomaten in Öl einlegen
Getrocknete Tomaten in Kräuteröl einzulegen ist ein Klassiker. Hier gilt eine wichtige Sicherheitsregel: Frische Tomaten dürfen niemals direkt in reines Öl eingelegt werden.
Unter Öl herrscht ein sauerstofffreies Milieu. Bei Restfeuchte aus frischen Früchten können sich Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum vermehren und das Nervengift Botulinumtoxin (Botulismus) bilden.
Um getrocknete Tomaten sicher und lecker in Öl einzulegen, folgst du einfach dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Vollständig trocknen:
Die Tomaten müssen Dörrobst-artig fest sein und dürfen im Inneren keine Restfeuchte mehr aufweisen. Da sich die Restfeuchte im Haushalt schwer messen lässt, bietet das kurze Einlegen in ein Essigbad die beste zusätzliche Sicherheit für eine monatelange Lagerung bei Raumtemperatur.
- Schichten & Würzen:
Die getrockneten Tomaten abwechselnd mit getrockneten Kräutern (z. B. Oregano, Thymian, Rosmarin) oder Gewürzen (Pfefferkörner, Chiliflocken) in ein sterilisiertes, sauberes Schraubglas schichten.
- Mit Öl aufgießen:
Das Glas mit hochwertigem Pflanzenspeiseöl (z. B. kaltgepresstem Olivenöl) auffüllen. Die Tomaten müssen vollständig mit Öl bedeckt sein. Sanft an das Glas klopfen, damit alle Luftblasen entweichen können.
- Lagern:
Das Glas fest verschließen. An einem kühlen, dunklen Ort gelagert halten sich die Tomaten so problemlos mehrere Monate. Nach dem Anbrechen immer darauf achten, dass verbleibende Tomaten stets mit Öl bedeckt bleiben.
Sicherheits-Tipp (Essigbad): Werden halbgetrocknete oder weichere Tomaten verwendet, sollten diese vorher für ca. 10-15 Minuten in kochendem Essigwasser (1 Teil Wasser, 1 Teil Essig) blanchiert und danach gründlich trocken getupft werden. Die Säure schützt zusätzlich vor Bakterien.
Frische Tomaten fermentieren oder überraschend süß zubereiten
Auch frische Tomaten lassen sich hervorragend haltbar machen – und entfalten dabei erst ihr volles gesundheitliches Potenzial.
Tomaten fermentieren
Fermentieren ist eine jahrhundertealte Methode, um Gemüsereste oder eine üppige Ernte haltbar zu machen – und das ganz ohne Hitze oder Einkochen. Bei dieser Milchsäuregärung entstehen probiotische Bakterien und wertvolle Vitamine, die das Immunsystem stärken, eine ausgewogene Darmflora unterstützen und zu einer gesunden Verdauung beitragen können.

Eingelegte Tomaten
Alternativ kannst du die Früchte in einen aufgekochten Essigsud einlegen. Die Säure hemmt Keime zuverlässig. Dafür werden kleine Früchte eingestochen und mit heißem Sud aus Essig, Wasser und Gewürzen abgefüllt.
Tipp: Der Essiganteil schützt vor Verderb – verdünne das Verhältnis daher nicht.

Tomaten-Chutney
Wer Abwechslung sucht, kann Tomaten überraschend süß verarbeiten. Durch das langsame Einkochen von reifen Tomaten mit Zwiebeln, Apfelessig und orientalischen Gewürzen entsteht eine herzhaft-süße Würzsauce. Sie passt fantastisch zu gegrilltem Gemüse, würzigem Käse oder als besonderer Dip zum Abendbrot. Chutneys bringen so eine pikante Süße auf den Tisch.

Tomatenmarmelade
Mit Gelierzucker, Zitronensaft und einer Prise Zimt oder Vanille eingekocht, entfalten die Früchte ein herrlich fruchtiges Aroma, das kaum noch an Gemüse erinnert. Die streichzarte Tomatenmarmelade harmoniert perfekt mit frischem Baguette, Frischkäse oder einer Käseplatte.

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Ein eigener Vorrat gibt ein gutes Gefühl im Alltag. Wie verarbeitest du deine Ernte am liebsten? Hast du schon eine süße Variante ausprobiert? Teile deine Tipps gerne in den Kommentaren!
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- Arballo, J., Amengual, J. & Erdman, J. W. (2021). Lycopene: A Critical Review of Digestion, Absorption, Metabolism, and Excretion. Antioxidants, 10(3), 342. ↩︎

