Das Ideenportal für ein einfaches und nachhaltiges Leben

Glutenfreies Pseudogetreide – so vielfältig ist es verwendbar
5 5 48
48
0

Wer unter Glutenunverträglichkeit leidet, muss sich im Alltag manchmal einschränken. Dennoch gibt es viele glutenfreie, schmackhafte Alternativen, die Abwechslung auf den Teller bringen!

Wer unter Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) leidet, muss sich im Alltag mitunter einschränken. Eine tolle Alternative zu glutenhaltigem Weizen, Dinkel und Roggen stellen sogenannte Pseudogetreide dar, die gänzlich ohne Gluten auskommen. Doch auch für Menschen ohne Glutenintoleranz bringen Quinoa & Co. zahlreiche Vorteile – sie sind reich an wichtigen Mineralstoffen, leicht bekömmlich und bieten ganz neue Geschmackserlebnisse.

Gerade in der vegetarischen und veganen Ernährung spielen Pseudogetreide eine wichtige Rolle, da sie einen hohen Eiweißanteil haben und nachhaltig sättigen. Weil ihnen das Klebereiweiß fehlt, muss jedoch bedacht werden, dass sie nicht die Bindewirkung bieten, die man von klassischem Getreide kennt. Dennoch lassen sich die kleinen Kraftpakete vielseitig in der Küche einsetzen.

Amaranth – die Azteken-Hirse

Amaranth ähnelt der heimischen Hirse, ist jedoch in Süd- und Mittelamerika beheimatet. Dort wurde er bereits von den Inkas, Mayas und Azteken geschätzt, was ihm den Beinamen Azteken-Hirse einbrachte. Der Name Amaranth bedeutet “der Unvergängliche”, was darauf hinweist, dass er über eine lange Zeit sehr nährstoffreich ist. Er enthält unter anderem Eisen, Magnesium, Kalzium, Kalium und Zink und leistet somit einen Beitrag zur gesunden Ernährung. Das Besondere am Amaranth: viele der enthaltenen Nährstoffe bleiben beim Kochen erhalten, denn sie befinden sich im Kern und nicht in der Schale. Amaranth wird in Form von Flocken, Schrot, Mehl, Samen sowie gepufft angeboten und ist in seiner Verwendung genauso vielseitig wie die bekannten Getreidesorten.

Amaranth hat in vieler Hinsicht mehr zu bieten als regionales Getreide und ist für Menschen mit Glutenunverträglichkeit eine willkommene Abwechslung.

Quinoa – pflanzliche Eiweißquelle

Das zu den Gänsefußgewächsen zählende Pseudogetreide kommt ursprünglich aus Südamerika und ist besonders anspruchslos. Quinoa gedeiht auch auf trockenen Böden und unter stark schwankenden Witterungsgbedingungen. In den Anden liefert sie sogar auf über 4.500 Meter gute Erträge – in einer Höhe, in der der sonst verbreitete Mais nicht mehr gedeiht.

Die robuste Pflanze gilt als eine der wertvollsten pflanzlichen Proteinquellen und ist für eine Low-Carb-Ernährung geeignet. Quinoa kann wie Reis zubereitet werden, ist eine schmackhafte Zutat in Suppen, bereichert gekeimt jeden Salat und schmeckt auch als Alternative zu Chicken-Nuggets. Im Handel gibt es roten, schwarzen und den klassisch gelben Quinoa, die alle geschmacklich an Sesam erinnern.

Vergiss Chicken-Nuggets - so machst du herzhafte Nuggets aus Quinoa, dem protein- und nährstoffreichen Pseudogetreide.

Buchweizen – glutenfreie Alternative zum “echten” Weizen

Trotz seines Namens ist Buchweizen nicht mit dem Weizen verwandt. Er gehört zu den Knöterichgewächsen und stammt ursprünglich aus Zentralasien. Während Buchweizen in den osteuropäischen Ländern ein Dauerbrenner ist (sehr bekannt sind beispielsweise die russischen Blinis), fristet er bei uns ein Randdasein. Dennoch wird das Pseudogetreide auch hierzulande immer beliebter – kein Wunder, ist der Buchweizen doch reich an Mineralstoffen und essentiellen Aminosäuren.

Buchweizen kann als ganzes Korn zum Risotto oder im Auflauf verwendet werden. Kurz angeröstet, schmecken die kleinen Körner nussig und sind ein außergewöhnliches Topping für Süßspeisen, Salate und Müslis. Oder probiere doch einmal dieses Rezept für Buchweizenpfannkuchen.

Wer unter Glutenunverträglichkeit leidet, muss sich im Alltag manchmal einschränken. Dennoch gibt es viele glutenfreie, schmackhafte Alternativen, die Abwechslung auf den Teller bringen!

Hirse – regionales Superfood

Die vielseitige Hirse zählt zu den ältesten Getreidesorten der Welt und ist dennoch glutenfrei! Beheimatet in Zentral- und Ostasien, soll sie in der Bronzezeit nach Mitteleuropa gekommen sein und galt bis zur Verbreitung der Kartoffel auch bei uns als Grundnahrungsmittel. In Teilen Asiens und Afrikas zählt sie heute noch zu den wichtigsten Lebensmitteln und wird traditionell als Brei gegessen.

Im Handel findet man Hirse in unterschiedlichen Verarbeitungsformen. Schrot und Flocken sind für die Herstellung eines morgendlichen Frühstücksbreis besonders beliebt, Hirsemehl eignet sich gut zum Backen. Die Spelzen sind zwar nicht essbar, als Kissenfüllung allerdings sehr gut nutzbar, da sie sich den Kopfbewegungen anpassen. Hirsekissen mit natürlicher Füllung sind zum Beispiel für Wärme- und Kältetherapien geeignet.

Hirse ist reich an gesunden Nährstoffen, preiswert und sehr schmackhaft. Wer mag, kann sich sogar eine köstliche Hirsemilch selber machen. In der Küche ist das regionale Superfood vielfältig einsetzbar und eignet sich als Hauptspeise, Beilage, zum Verfeinern von Salaten oder als Zutat in Suppen.

Die Hirse kommt wieder! Zu Recht, denn das kleine Korn ist reich an Mineralstoffen und Vitaminen, leicht verdaulich und besonders lecker in süßen wie herzhaften Gerichten.

Teff – das kleinste Getreide der Welt

Teff gehört zu den Süßgräsern und gilt als das kleinste Getreide der Welt. Seine Samenkörner haben einen Durchmesser von weniger als einem Millimeter, weshalb er auch als Zwerghirse bezeichnet wird. In seinem Ursprungsland Äthiopien ist er eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel. Bei uns war Teff bis vor einigen Jahren völlig unbekannt, mittlerweile findet man im Handel weißen, roten, hellbraunen und fast schwarzen Teff.

Da Teff besonders protein- und mineralstoffreich ist, bringt er eine wertvolle Abwechslung in die Küche. Besonders als Mehl überzeugt er, da er in Kombination mit Flüssigkeit für eine bessere Bindung sorgt als andere glutenfreie Getreidesorten. Aus Teffmehl können sehr stabile Teige hergestellt werden.

Wer die guten Backeigenschaften des Teffs selbst testen und mal etwas exotisches ausprobieren möchte, findet hier ein Rezept für das klassische äthiopische Fladenbrot Injera.

Wie verwendest du Pseudogetreide am liebsten? Über einen Kommentar von dir freuen wir uns!

Wer unter Glutenunverträglichkeit leidet, muss sich im Alltag manchmal einschränken. Dennoch gibt es viele glutenfreie, schmackhafte Alternativen, die Abwechslung auf den Teller bringen!

Diese Themen könnten dich ebenso interessieren: