7 Tees gegen den Winterblues
Macht dir das mangelnde Licht in den Wintermonaten zu schaffen? Bist du von November bis März unmotiviert und lustlos, ständig müde und desinteressiert? Vielleicht leidest du unter dem typischen Winterblues. Anders als bei einer echten klinischen Winterdepression (SAD) entsteht dieses Stimmungstief oft durch eine Kombination aus jahreszeitlich bedingtem Bewegungs- und Lichtmangel. Die gute Nachricht: Gegen ein solches saisonales Stimmungstief kannst du oft schon selbst etwas tun.
Schon allein, sich möglichst viel bei Tageslicht an der frischen Luft zu bewegen, kann die Symptome der Winterdepression deutlich lindern. Aber auch in der Naturapotheke findet sich das eine oder andere Kraut, das dir dabei helfen kann, mit mehr Freude über den Winter zu kommen.
Johanniskraut bringt Licht in die Seele
Das gelb blühende Johanniskraut sieht schon nach Sonnenstrahlen aus und ist sicher das bekannteste Pflanzenheilmittel gegen Depression und Angststörungen. Auch bei innerer Unruhe, Stress und Schlafstörungen kann es helfen. Seine Arzneiwirkung ist wissenschaftlich erwiesen und erschöpfend erforscht. Daher gibt es auf dem Markt auch zahlreiche Johanniskraut-Präparate wie Kapseln, Öle, Tabletten und so weiter. Bei einem leichten Winterblues kann ein sanft wirkender Johanniskrauttee eine wohltuende Unterstützung sein.
Wichtig: Johanniskraut kann die Wirkung anderer Medikamente (wie z. B. der Antibabypille) abschwächen und die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Kläre die Einnahme bei Unsicherheiten daher ärztlich ab.

Tipp: Ein Johanniskraut-Sitzbad kann bei gedrückter Stimmung wohltuend sein. Weiche dafür einige Handvoll der oberirdischen Pflanzenteile zwölf Stunden in kaltem Wasser ein, koche den Ansatz auf und gib ihn ins Badewasser. Bade 20 Minuten, achte darauf, dass das Wasser höchstens bis auf Rippenhöhe reicht und ruhe anschließend eine Stunde im Bademantel nach. Ein Bad pro Woche genügt. An den Tagen dazwischen kannst du die Anwendung mit Johanniskraut-Fußbädern ergänzen.
Lavendel lindert Schlafprobleme
Der violett blühende Lavendel steht wie kaum eine andere Pflanze für Ruhe und Entspannung. Er gilt als eines der bekanntesten pflanzlichen Mittel bei innerer Unruhe und wird traditionell auch bei Angst, nervöser Erschöpfung, Stress und leichten Schlafproblemen eingesetzt. Bei gelegentlicher Alltagsanspannung oder leichten Einschlafproblemen kann ein milder Lavendeltee wohltuend sein.

Tipp: Als Alternative oder Ergänzung zu einem Teeaufguss kannst du dir die wohltuenden Kräfte des Lavendels auch in Form duftender Badepralinen oder mit einer selbst gemachten Anti-Stress-Salbe zu Nutze machen.
Rezepte, Wirkungsweisen und Ziehzeiten von 70 heilsamen Teesorten findest du auch in unserem Buch:
Schafgarbe bringt innere Ruhe
Dass Schäfchenzählen gegen Einschlafstörungen hilft, konnte ich persönlich noch nicht feststellen. Ein Schafgarbentee kann helfen, etwas Ruhe ins System zu bringen, und dabei unterstützen, innere Anspannung sanft zu lindern.

Ginkgotee sorgt für Belebung
Wenn du dich an dunklen Tagen schlecht konzentrieren kannst oder dich die Wintermüdigkeit fest im Griff hat, probiere es mit einem Glas Ginkgotee. Der würzige Aufguss wird traditionell für seine positiven Effekte auf die Konzentration geschätzt.
Wichtig: Ginkgotee sollte nicht in rauen Mengen getrunken werden, da naturbelassene Ginkgoblätter Ginkgolsäuren enthalten, die bei übermäßigem Verzehr Magenbeschwerden oder Allergien auslösen können.

Ingwer vertreibt die Wintermüdigkeit
Ein hervorragendes, natürliches Mittel gegen winterliche Schlappheit und den gefürchteten Winterblues ist auch Ingwertee. Die in der Wurzel enthaltenen Scharfstoffe regen die Durchblutung an und wärmen den Körper wohlig von innen, was das typische Frösteln in der dunklen Jahreszeit vertreibt. Zudem kurbelt Ingwer den Stoffwechsel an und liefert so sanft neue Energie, während seine ätherischen Öle und Antioxidantien das Immunsystem stärken und das Gefühl der körperlichen Trägheit lindern.

Rosmarin hebt die Stimmung
Ein wärmender Rosmarintee ist der perfekte Begleiter für dunkle Wintertage! Er weckt die Lebensgeister, wärmt von innen und lindert sanft Magen-Darm-Beschwerden. Entdecke die verborgenen Talente des beliebten mediterranen Krauts.

Melisse wirkt entspannend
Ursachen für Schlaflosigkeit gibt es natürlich so viele wie Sterne am Himmel. Beim Winterblues ist es oft so, dass man eigentlich immer müde ist, aber trotzdem innerlich so unruhig ist, dass der Schlaf einfach nicht kommen will.
Ein sanftes, aber gleichzeitig wirksames Mittel gegen winterliche Schlaflosigkeit ist ein Melissentee. Um innere Unruhe zu lindern, können zwei Tassen Tee über den Tag verteilt eine gute Unterstützung sein. Am besten eine am Mittag und eine Tasse in den Abendstunden.

Tipp: Leiden auch deine Freunde oder Verwandten unter der trüben Winterstimmung? Dann schenke ihnen doch eine oder mehrere der Teemischungen, hübsch abgefüllt in selbst gemachten Stoffteebeuteln ohne Nähen!
Was machst du, um trübe Winterstimmung zu vertreiben? Wir freuen uns über deine Tipps in den Kommentaren!
Viele weitere Ideen und Rezepte kannst du in diesem Buch entdecken:
Du findest die Heilwirkung verschiedener Tees und Naturheilmittel insgesamt spannend? Dann könnten dich diese Beiträge interessieren:
Bei Johanniskraut sollte man unbedingt daran denken, dass es die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen kann, insbesondere die der Pille. Eure Liste ist ansonsten eine schöne Sammlung an wärmenden Seelentröstern. Ich persönlich schwöre ja noch auf eine Mischung mit Melisse und Lavendel, die hilft mir immer beim Runterkommen.
Bei der Mistel und der Wegwarte wird ja ein Kaltansatz empfohlen.
Geht denn von der Wirkung etwas verloren, wenn man sie trotzdem klassisch mit heißem Wasser aufgießt, weil es morgens mal schnell gehen muss?
Hallo, eine Frage bezüglich Misteltee!
Die enthaltenen Giftstoffe Thionine und Lektine in den Misteln, haben hoffentlich keine negative Wirkung auf den menschlichen Organismus. Lektine sind hitzelabil, entweicht beim Erhitzen des Tees. Frage: ist es ausreichend den Misteltee nur zu erwärmen?
Lg Gertraud
Die giftigen Stoffe der Mistel lösen sich erst in den Tee, wenn dieser gekocht wird, daher wird nur ein Kaltauszug gemacht. Die enthaltenen Bitterstoffe bringen die heilenden Wirkung.
Kann man die Teekräuter auch einfach alle miteinander kombiniert trinken? Oder gibt es Dinge zu beachten?
Hallo Lilalaune, man kann schon eigene Teemischungen zusammenstellen, sollte sich dafür aber insbesondere bei Heilkräutern mit den Pflanzen etwas auskennen. Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Liebe Grüße Sylvia
Hallo liebe Smarties,
Was mir bei der Beschreibung des Johanniskraut aufgefallen ist ist Johanniskraut und Sonne zusammen machen eine Art allergische Hautreaktion.
Sprich Hautausschlag.
Klar ist die Wirkung von Johanniskraut bekannt aber die “Nebenwirkung” sollte erklärt werden.
Und deshalb die Empfehlung wenn Johanniskraut dann Sonne meiden (langärmlig, Hautschutz etc)
Beste Grüße, Eva Weiß
Hallo Eva Weiß,
stimmt, Johanniskraut erhöht die Lichtempfindlichkeit. Im Absatz zum Johanniskrauttee ist unser ausführlicher Johanniskraut-Beitrag verlinkt, da wird das auch thematisiert.
Liebe Grüße, Annette
Hier wird das Kraut aber gegen WInterblues empfohlen. Dann ist die UV-Strahlung so gering, das nichtmal Vitamin D gebildet wird. Da bringen 2 Tassen Tee auch keinen Unterschied für die Haut.
Depression ist eine sehr schlimme, ernstzunehmende Krankheit. Sie lässt sich definitiv NICHT mit irgendeiner Pflanze einfach so wegzaubern. Leider führen Aussagen wie diese dazu, dass Menschen mit echter Depression nicht ernst genommen werden und ihnen ständig gesagt wird, sie sollen sich zusammenreißen. Bitte seien Sie in Zukunft bedachter mit solchen Formulierungen.
Hallo Nadine, damit hast du natürlich absolut recht, und genau aus diesem Grund sind die Tipps NICHT zur “Behandlung” von Depressionen gedacht, und eine Abgrenzung zum Krankheitsbild der Depression steht extra ganz weit vorn in der Einleitung. Liebe Grüße!