Johanniskrauttee: Wirkung, Wirkstoffe und die richtige Zubereitung
Wenn die Tage kürzer werden oder der Alltag besonders stressig ist, reagiert unser Körper oft mit Erschöpfung, innerer Unruhe oder einem Stimmungstief. In der Naturheilkunde gibt es ein altbewährtes Kraut, das etwas Licht ins Dunkel bringt: das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum). Als Tee angewendet, ist es ein sanftes Hausmittel für mehr innere Balance.
Rezept für Johanniskrauttee
Schwierigkeit: Einfach1
Portionen2
kcal12
MinutenDu kannst Johanniskrauttee sowohl aus frischem Kraut als auch aus getrockneten Blüten und Blättern zubereiten. Da frische Pflanzenteile viel Wasser enthalten, benötigst du etwa die doppelte Menge im Vergleich zum getrockneten Kraut. Die frischen Blüten und Blätter werden vor dem Überbrühen am besten zwischen den Fingern leicht angequetscht bzw. grob zerkleinert. Das bricht du die Zellstrukturen auf und die Inhaltsstoffe können sich besser im Teewasser lösen.
Die gängige Dosierungsempfehlung lautet: Morgens und abends jeweils eine Tasse frisch zubereiteten Tee. Da die Inhaltsstoffe einige Zeit benötigen, um sich im Körper aufzubauen, wird oft eine kurmäßige Anwendung über etwa vier bis sechs Wochen empfohlen.
Zutaten
1–2 TL getrocknetes oder 3–4 TL frisches Johanniskraut
150 ml kochendes Wasser
Zubereitung
- Wasser sprudelnd aufkochen.
- Frisches Kraut leicht anquetschen. Getrocknetes oder frisches Kraut in ein feines Teesieb geben und in eine Tasse hängen.
- Kraut mit dem kochenden Wasser übergießen.
- Tasse abdecken und den Tee 10 Minuten ziehen lassen, damit sich die Inhaltsstoffe lösen und wertvolle ätherische Öle nicht verdampfen.
- Teesieb entfernen und den Tee in kleinen Schlucken trinken.
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Wie wirkt Johanniskrauttee?
Die Wirkung von Johanniskraut lässt sich vor allem auf die beiden Inhaltsstoffe Hypericin und Hyperforin zurückführen. Johanniskrauttee wird traditionell für folgende Zwecke eingesetzt:
- Stimmungsaufhellend: Er wird gern bei leichten Stimmungstiefs und dem sogenannten “Winterblues” getrunken.
- Beruhigend und angstlösend: Der Tee dient als sanfte Hilfe bei nervöser Unruhe und Stress.
- Schlaffördernd: Am Abend getrunken, soll er eine gesunde Nachtruhe unterstützen.
Wichtig: Die genannten positiven Effekte des Tees beruhen vor allem auf überlieferten Erfahrungswerten. Die Wirksamkeit von selbst aufgebrühtem Johanniskrauttee ist wissenschaftlich nicht belegt. Vorhandene Studien zur Wirksamkeit beziehen sich in der Regel auf hochdosierte, standardisierte Trockenextrakte (z. B. Dragees aus der Apotheke).
Im Vergleich zu diesen standardisierten Produkten aus dem Handel fällt die Wirkung des Tees deutlich schwächer aus. Er eignet sich daher vor allem als mildes Hausmittel zur Entspannung.
Wie viele Wirkstoffe landen im Tee?
Johanniskrauttee wirkt sanfter als handelsübliche Produkte mit Johanniskrautextrakten. Das liegt daran, dass die Hauptwirkstoffe Hypericin und Hyperforin nur sehr schlecht wasserlöslich sind. Sie sind lipophil (fettlöslich), weshalb das Kraut in der Naturheilkunde oft als Öl (Rotöl) angesetzt wird.
Ein Aufguss mit Wasser enthält nur einen Bruchteil der Wirkstoffe. Um dennoch von der sanften Wirkung zu profitieren, ist die richtige Wassertemperatur entscheidend. Die Wirkstoffe im Johanniskraut sind nicht stark hitzeempfindlich. Im Gegenteil: Es ist zwingend erforderlich, sprudelnd kochendes Wasser zu verwenden, um zumindest einen Teil der schwer löslichen Substanzen aus den Pflanzenzellen herauszulösen.
Wichtige Hinweise
Obwohl Johanniskraut eine natürliche Pflanze ist, bringt es Eigenschaften mit, die du berücksichtigen solltest:
- Überdosierung vermeiden: Auch wenn der Tee schwächer wirkt als Extrakte, ist die Menge entscheidend. Nicht mehr als ein bis zwei Tassen am Tag trinken und den Konsum regelmäßig pausieren. Eine Überdosierung kann zu unangenehmen Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden, Unruhe und Kopfschmerzen führen.
- Lichtempfindlichkeit (Phototoxizität): Das enthaltene Hypericin macht die Haut lichtempfindlicher. Während einer Anwendung mit Johanniskraut solltest du deshalb auf ausgedehnte Sonnenbäder oder Solariumbesuche verzichten, um sonnenbrandähnliche Hautreaktionen zu vermeiden.
- Wechselwirkungen mit Medikamenten: Johanniskraut beschleunigt über bestimmte Enzyme den Abbau anderer Arzneistoffe im Körper. Infolgedessen kann die Wirkung der Anti-Baby-Pille, von Blutverdünnern, Herzmedikamenten, Immunsuppressiva und synthetischen Antidepressiva beeinträchtigt werden. Bei gleichzeitiger Medikamenteneinnahme deshalb immer vorab ärztlichen Rat einholen!
- Nicht für jeden geeignet: Schwangere, Stillende sowie Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten vorsichtshalber ganz auf Johanniskraut verzichten, da hierzu keine ausreichenden Studien vorliegen.
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Hast du schon Erfahrungen mit der Wirkung von Johanniskrauttee gesammelt? Berichte davon in einem Kommentar unter dem Beitrag!
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