Holzasche als wertvollen Kalium-Dünger nutzen

Asche aus dem Kamin kann unter den richtigen Bedingungen der perfekte Dünger für deinen Garten sein. Worauf du achten solltest und wie du ihn anwendest.

Vor allem in der kalten Jahreszeit fällt jedes Jahr einiges an Asche an. Kachelöfen und Kamine waren schon immer beliebt, in den letzten Jahren kamen vermehrt moderne Holzpellet-Heizungsanlagen dazu, die ebenfalls Holzasche produzieren. Doch wohin mit der Asche – sollte sie im Restmüll entsorgt werden, oder lässt sie sich nicht noch sinnvoll weiter nutzen?

Obwohl in dem erkalteten, grauschwarzen Pulver noch reichlich wertvolle Mineralien enthalten sind, gehört Asche nicht in den Biomüll, sondern in den Restmüll. Grund für diese generelle Regelung sind giftige Schwermetalle, die in Holz und Grillkohle sowie Briketts enthalten sein können. Wenn du jedoch einige Kriterien berücksichtigst, steht der weiteren Nutzung deiner Ascheabfälle nichts mehr im Weg. Denn du kannst einen hochwertigen Dünger daraus machen und deine Pflanzen werden es dir mit kräftigem Wachstum, Blüten und Ertrag danken.

In diesem Beitrag erfährst du, welche Brennmaterialien geeignet sind und welche du vermeiden solltest. Außerdem erkläre ich dir, welche Pflanzen sich über deinen selbstgemachten, umweltfreundlichen Dünger freuen, was er bewirkt und wie er verwendet wird.

1. Brennmaterial für Aschedünger

Für einen natürlichen und unbelasteten Dünger aus Holzasche ist die Beschaffenheit des ursprünglichen Brennmaterials ausschlaggebend. Grundsätzlich geeignet sind alle naturbelassenen Holzarten, sowohl von Laubbäumen als auch von Nadelbäumen. Um giftige Schwermetalle aus Produktzusätzen und Abgasen sowie Industrierückstände ausschließen zu können, solltest du nur Holz verwenden, dessen Standort du beurteilen kannst oder dessen Bezugsquelle du vertraust. Ungeeignet sind generell:

  • Grillkohle und Briketts, sie enthalten meist toxische Schwermetalle wie Chrom, Blei und schädigende Phosphate
  • lackiertes oder anderweitig oberflächenbehandeltes oder imprägniertes Holz und Holzmöbel
  • Holz von Bäumen, die an stark befahrenen Straßen wie Autobahnen standen
  • Wachsreste, alte Lumpen und Kunststofftextilien
  • Bunt bedruckte Zeitungen und Prospekte
  • Recyclingpapier und -pappe

Die gängigen Anzündhilfen solltest du ebenso meiden, denn sogar schwarz-weißes Zeitungspapier, Toilettenrollen, Eierschachteln und vieles mehr enthalten heutzutage aufgrund des Recyclingkreislaufs Mineralölbestandteile aus farbenfrohen Prospekten und Katalogen.

Zum Anzünden finden daher Verwendung wie zu Urzeiten:

  • kleine trockene Äste und getrocknetes Laub,
  • sehr schmales, gespaltenes Holz und Sägespähne
  • Nuss- und Kastanienschalen.

Tipp: Junges Holz ist grundsätzlich weniger belastet, da Bäume im Laufe ihres Lebens Schwermetalle nicht ausscheiden, sondern im Holz anreichern.

2. Anwendung des Holzasche-Düngers

Holzasche ist reich an Calcium und enthält zusätzlich Magnesium und Kalium sowie einen geringen Teil weiterer wichtiger Spurenelemente. Da leichte Sandböden den hohen Kalkgehalt schlecht puffern können, ist Holzasche für tonige, lehmige Böden geeignet. Sie löst sich schnell in der Erde auf und sollte deshalb sparsam angewendet werden. Auf einen Quadratmeter werden nicht mehr als 30 Gramm beziehungsweise 300 ml lockerer Holzasche verteilt. Für die Ausbringung bieten sich mehrere Möglichkeiten an:

Direktaustrag: Eine gezielte und intensive Düngung kannst du unter Einhaltung der Maximalmenge von 300 ml bzw. ungefähr einer Tasse loser Asche pro Quadratmeter direkt im Beet vornehmen. Diese Methode eignet sich besonders bei einer großflächigen Neuansaat.

Asche aus dem Kamin kann unter den richtigen Bedingungen der perfekte Dünger für deinen Garten sein. Worauf du achten solltest und wie du ihn anwendest.

Im Gießwasser: Anstatt die Asche auszustreuen, kannst du sie auch ins Gießwasser einrühren und so auf den zu düngenden Flächen verteilen. Besonders an trockenen oder windigen Tagen ist diese Möglichkeit praktikabel. Achte jedoch darauf, dass deine Gießkanne laugenbeständig ist.

Kompost: Um deine zukünftige Komposterde anzureichern, wird gelegentlich eine dünne Schicht Holzasche zwischen den einzelnen Lagen aufgetragen. Im Winter gestaltet sich dies etwas schwerer, da die Aschemenge reichlich und die zu verrottenden pflanzlichen Beigaben eher gering ausfallen. Es ist deshalb ratsam, die gute Kaminasche in einem Vorratsbehälter zu sammeln. Die Lagerung sollte trocken und nur in laugenbeständigen Behältern erfolgen, zum Beispiel im klassischen Ascheeimer aus verzinktem Stahlblech. Aluminiumgefäße sind dagegen ungeeignet.

Mischung: Sollen nur kleine Flächen oder Pflanzkübel gedüngt werden, kommt es schnell zur Überdosierung. Das Risiko für eine Überdüngung kannst du durch vorheriges Mischen mit Erde, Sand oder Steinmehl gering halten.

Tipp: Neben Holzasche eignen sich zahlreiche weitere organische Abfälle und Pflanzenjauchen als natürliches Düngemittel.

3. Der Nutzen von Kalium- und Kalciumkarbonat

Aschedünger ist basisch und deshalb vor allem für saure Böden zu empfehlen sowie für Pflanzen, die einen basischen Boden bevorzugen. Saubere Holzasche weist Nährstoffe auf, die den Normen der gekauften Düngemittel weitestgehend entsprechen. In ihr stecken unter anderem Zink, Kalk (Calciumcarbonat, CaCO3) und Kalium (Kaliumcarbonat, K2CO3), die stark basisch machen, den Boden entsäuern und ihn auflockern. Bei diesen verbesserten Bodenstrukturen können sich Wurzeln tiefer ausbreiten und erhalten Zugang zu weiteren Bodennährstoffen. Derart gestärkt sind die Pflanzen widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Pilze, wie zum Beispiel Läuse und Pflanzenrost.

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4. Welche Pflanzen benötigen Kalium und Kalk

Pflanzen, die häufig unter Kaliummangel leiden oder auf saurem Boden nicht gedeihen, sind für eine Extraportion Kalium immer dankbar. Dazu zählen beispielsweise:

  • Gemüse wie Tomaten, Kartoffeln, Sellerie, Zwiebeln, Karotten, Rosenkohl und Lauch
    Sträucher und Hecken
  • Blumen wie Rosen, Fuchsien, Geranien und viele blühende Stauden
  • Obstbäume und Beeren, z.B. Stachelbeeren, Himbeeren und Weintrauben

Ungünstig wirkt sich dieser Dünger dagegen bei Pflanzen aus, die sauren Boden bevorzugen, wie zum Beispiel Narzissen, Azaleen, Rhododendron, Fleißiges Lieschen, Orchideen, Pfingstrosen, Palmen und Rosskastanien.

Eine Aschedüngung ist bei Pflanzen, die häufig unter Rostbefall oder Schädlingen leiden, zur Vorbeugung einer Kaliummangelerscheinung sinnvoll. Folgende Pflanzen sind dafür bekannt:

  • Birnen- und Pflaumenbäume
  • Erbsen
  • Nelken, Fuchsien, Malven, Margariten und Rosen

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Weitere interessante Pflanzentipps für ein gesundes Wachstum im Garten und Balkon findest du in diesen Beiträgen:

Hast du bereits Erfahrungen mit dem Aschedünger und kannst weitere Tipps beisteuern, dann freuen wir uns auf deinen Kommentar!

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5 Kommentare Kommentar verfassen

  1. „Holzasche ein sehr effektives Kali- und Stickstoff-Düngemittel“
    Wie ist dies möglich? Denn soviel ich weiß enthält Holzasche keinen Stickstoff, da dieser bei der Verbrennung entweicht. Wie kann es dann ein Stickstoff-Düngemittel sein?
    Bitte um Erklärung.

    Antworten
    • Hallo, vielen lieben Dank für diesen Hinweis! Da ist der Autorin ein Fehler unterlaufen und keiner hat es bisher gemerkt ;) Wir werden es entsprechend korrigieren, vielen Dank und liebe Grüße!

  2. Susanne Tiarks

    Als genialer Anzünder hat sich bei uns Birkenrinde bewährt. Im Wald liegen bei uns viele verrottende Birkenstämme, von denen sich die Rinde leicht lösen lässt. Ich rolle sie zu kleinen Päckchen und kann so auf teure Anzünder verzichten.

    Wir bekommen unser Holz von regulären Abholzungen des Wasser- und Schifffahrtsamtes, aber ob jeder so sagen kann, wo sein Holz herkommt und ob die Bäume an einer Straße gestanden haben? Düngung von Zierpflanzen finde ich nicht so problematisch, aber ohne genau über die Konzentration von Schadstoffen in der Asche Bescheid zu wissen, schütte ich lieber keinen Aschedünger an Obstbäume und Gemüse. Und ob ich auch über Zierpflanzendüngung Schwermetalle in den Boden einbringen will? Eigentlich nicht.

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Hallo Susanne, stimmt, es hilft zu wissen, woher das Holz kommt. Leider ist das nicht immer gegeben und im Zweifel sollte man auf eine Düngung von Nahrungsmittel-Pflanzen verzichten. Den Tipp zur Birkenrinde finde ich wirklich klasse, beim nächsten Spaziergang müssen wir einmal selbst darauf achten und es gleich ausprobieren! Liebe Grüße

    • Susanne Tiarks

      Birkenrinde funktioniert sogar feucht. Tipp eines Survivalfans. ;-) Nachdem ich mir nun auch klar gemacht habe, dass die Aschebelastung vom Anzündepapier (Zeitung) kommen kann, versuche ich das mal wegzulassen.

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