Statt Mondamin & Co.: Soßenbinder selber machen
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Vergiss fertigen Soßenbinder - diese viel besseren Alternativen hast du garantiert schon zu Hause. Wieder ein Fertigprodukt weniger!

Für die meisten gehören Soßenbinder von Mondamin & Co. ganz selbstverständlich in die Küche. Dabei ist das Fertigprodukt in Pulverform nicht nur unnötig teuer, sondern auch erstaunlich einfach durch viel bessere Alternativen zu ersetzen. Anstatt zu den kleinen Kartons zum Binden heller oder dunkler Soßen, Suppen und Eintöpfen zu greifen, probiere es doch beim nächsten Mal mit einer der folgenden Alternativen! Du wirst überrascht sein, wie gut das Binden und Andicken damit gelingt. Nebenbei sparst du auch noch Geld und vermeidest künstliche Zusätze in deinen Speisen.

1. Semmelbrösel

Genau – einfache Semmelbrösel funktionieren ausgezeichnet zum Binden. Rühre dazu einfach ein bis zwei Esslöffel der Brösel in 250 ml Kochflüssigkeit ein und lasse sie für zwei bis drei Minuten unter Rühren aufkochen. Brösel aus dunklem Brot oder Vollkornbrot eignen sich ebenso gut wie helle Semmelbrösel. Für eine glattere Soße ist es empfehlenswert, die Brösel zuvor im Mixer oder in einer Gewürzmühle zu feinem Pulver zu zerkleinern.

Auf diese Weise kannst du auch gleich trockene oder alte Brotreste sinnvoll verwerten. Wirf den liegen gebliebenen Kanten nicht weg, sondern schneide ihn in Stücke und lass ihn richtig hart werden. Im Mixer wird daraus erstklassiger Soßenbinder, so vermeidest du auch noch Lebensmittelverschwendung und hast immer einen Soßenbinder-Vorrat im Haus. Für noch mehr Geschmack gib Gewürze und Kräuter hinzu, oder stelle gleich ein fertiges Instant-Soßenpulver daraus her!

Vergiss fertigen Soßenbinder - diese viel besseren Alternativen hast du garantiert schon zu Hause. Wieder ein Fertigprodukt weniger!

2. Reis oder Reismehl

Du hast keine Semmelbrösel im Haus, dafür aber Reis? Dann verwende doch einfach die weißen Körnchen zum Binden! Gib dazu die benötigte Menge Reis (am besten funktioniert Milchreis) in den Mixer und mahle ihn zu feinem Reismehl. Eine größere Menge Reis kannst du auch auf Vorrat zu Soßenbinder verarbeiten und in einem Schraubglas aufbewahren.

Zum Binden streue zwei bis drei Teelöffel des geschmacksneutralen Reismehls in 250 ml Soße und lass sie aufkochen. Das Andicken dauert etwas länger, nach mindestens fünf Minuten sprudelndem Kochen ist die Soße gebunden. Mit fertigem Reismehl klappt es natürlich genauso.

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3. Speisestärke

Die Hauptzutat in handelsüblichem Soßenbinder ist Speisestärke, wegen ihrer Fähigkeit, Flüssigkeiten anzudicken und zu binden. Deshalb kannst du Stärke auch direkt als Bindemittel verwenden. Sie ist vor allem dann empfehlenswert, wenn die Soßengrundlage selbst schon reichlich Geschmack mit sich bringt. Verwende zwei bis drei Teelöffel der geschmacklosen Kartoffel- oder Maisstärke zum Binden von 250 ml Flüssigkeit.

Um Klümpchen zu vermeiden, wird das Pulver zunächst mit wenig Flüssigkeit zu einem glatten Brei vermengt und dann unter Rühren in die Soße gegeben. Nach zwei bis drei Minuten sprudelndem Kochen hat sie ihre Bindewirkung vollständig entfaltet.

Fertigprodukte wie Instant-Soßenbinder, Mehlschwitze oder Tortenguss kannst du leicht mit einfacher Speisestärke ersetzen. Finde heraus warum und wie!

4. Rohe Kartoffeln

Eine weitere Soßenbinder-Alternative zum Selbermachen sind rohe Kartoffeln, die ebenfalls reichlich Stärke enthalten. Reibe dafür eine mittelgroße Kartoffel möglichst fein und lass den Brei für einige Minuten im eigenen Saft stehen. Rühre ihn anschließend in die Soßengrundlage ein und lass alles mindestens eine Minute lang kochen.

Vergiss fertigen Soßenbinder - diese viel besseren Alternativen hast du garantiert schon zu Hause. Wieder ein Fertigprodukt weniger!

5. Mehlschwitze

Ganz traditionell kannst du auch eine Mehlschwitze (Roux) aus Butter und Mehl zum Andicken von Soßen verwenden. Für 500 ml Soße benötigst du ca. 30 g Butter und 30 g Mehl.

Die Butter wird in einem möglichst flachen Topf geschmolzen und das Mehl mit dem Schneebesen eingerührt. Nun muss es für 10-15 Minuten bei geringer Temperatur unter gelegentlichem Rühren“schwitzen” und quillt dabei zu einem dicken Brei auf. Für helle Soßen sollte das Mehl nicht bräunen, bei dunklen Soßen kann man die Mehlschwitze bei etwas höherer Temperatur anbräunen lassen.

Anschließend kommt die zu bindende (zur Vermeidung von Klümpchen möglichst kalte) Kochflüssigkeit zur Mehlschwitze. Die Mischung muss für einige Minuten leise köcheln, dabei gelegentlich umrühren.

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Mehlschwitze auf Vorrat

Von der fertigen Mehlschwitze kannst du auch gleich eine größere Menge herstellen und hast so immer einen preiswerten Vorrat des selbst gemachten Bindemittels.

Gib dafür die “angeschwitzte” Mehl-Butter-Mischung in eine Silikonbackform oder auch auf Backpapier und lass sie erkalten. Reibe sie anschließend mit einer Küchenreibe, so erhältst du portionierbare Fertig-Mehlschwitze, die im Kühlschrank einige Wochen lang haltbar ist. Die kalte Mehlbutter kann anders als frische Mehlschwitze auch direkt in heiße Kochflüssigkeit eingerührt werden.

Weitere Tipps

Manchmal braucht es aber auch gar kein weiteres Bindemittel. Wenn sowieso reichlich gehaltvolle Kochflüssigkeit vorhanden ist, zum Beispiel bei Schmorgerichten, dann kannst du sie auch unter sanftem Köcheln um ein Drittel oder mehr reduzieren, um eine sämige und besonders kräftige Soße zu erhalten.

Falls die vorhandene Kochflüssigkeit kaum Eigengeschmack hat (z.B. beim Kochen von Gemüse) oder du eine Alternative zu Fertigsoßen-Produkten suchst, dann probiere es doch mal mit dem selbst gemachten Instant-Soßenpulver für dunkle Soßen.

Hast du Semmelbrösel, Reismehl & Co. ausprobiert? Welche Variante hat dich am meisten überzeugt? Wir freuen uns auf deine Ergänzungen und Anregungen in den Kommentaren!

Dieses Rezept und viele andere mehr findest du auch in unserem Buch:

Selber machen statt kaufen - Küche: 137 gesündere Alternativen zu Fertigprodukten, die Geld sparen und die Umwelt schonen
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  • Monika

    Soßenbinder kann man auch aus ganz normalem Mehl machen. Einfach das Mehl ohne Fett in der Pfanne bräunen. Kann, ohne anrühren, in heiße Flüssigkeiten eingerührt werden und ist in einem fest verschlossenen Glas lange haltbar. Das Mehl nicht zu dunkel bräunen, sonst wird es bitter.

  • Ralf

    Speisestärke ist bei mir immer der Quasistandard zum Binden. Auch die roh geriebene Kartoffel funktioniert wunderbar. Wenn man eine Schmorbraten o.Ä. zubereitet ist in der REgel auch immer Röstgemüse (Karotten, Sellerie, Lauch, …) dabei. Dieses, in der Schmorflüssigkeit püriert, gibt der Sauce eine schöne Konistenz und gleichzeitig Geschmack. Vielleicht nicht das komplette Gemüse pürieren, sondern erstmal nur einen Teil, damit die Konsitenz nicht zu breiig wird.

  • Yvonne Reinecker

    Ich mußte euren Artikel ein paar Mal lesen, bis ich drauf gekommen bin warum ohne Mondamin.

    Ich bin mit Mondamin (der Speisestärke) zum Soßen binden und zum Kuchen backen aufgewachsen.
    Das Mondamin auch fertigen Soßenbinder herstelkt, ist mir erst nach eurem Artikel hier aufgefallen… ??

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