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Ohne Einwegmüll: Naturschwamm als nachhaltige Tampon-Alternative
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Naturschwämme als Tamponalternative sind angenehm zu tragen, wiederverwendbar und ein nachwachsender Rohstoff. Was alles zu beachten ist, erfährst du hier.

Wer sich als Frau um ein nachhaltiges Leben bemüht, kommt meist nicht um die Frage herum, wie die Menstruation möglichst müllfrei durchlebt wird. Denn auch dabei fallen eine Menge Einwegprodukte an – immerhin 10.000 bis 17.000 Tampons (die zumeist aus Holzfasern produziert werden) und Binden im Laufe eines Frauenlebens! Noch dazu ist die Tamponherstellung in den seltensten Fällen umweltfreundlich, und die empfindlichen Schleimhäute können bei der Verwendung von Tampons mit Bleichrückständen, Duftstoffen und dem darüber gestülpten Kunststoffvlies in Kontakt kommen.

Zum Glück gibt es wiederverwendbare Monatshygiene, die umweltfreundlicher und gesünder ist. Neben Menstruationstassen und Stoffbinden bieten sich Naturschwämme an. Was Menstruationsschwämme genau sind und wie du sie verwendest, erfährst du in diesem Beitrag.

Was ist ein Menstruationsschwamm?

Schwämme sind Vielzeller und wachsen am Meeresgrund. Für die Levantiner Menstruationsschwämme beispielsweise werden besonders kleine (fünf bis zwölf Zentimeter), handgepflückte Schwämmchen von Küstengebieten im östlichen Mittelmeer ausgewählt. Weil sie besonders feinporig sind, eignen sie sich besonders gut, um das Blut aufzufangen. Sie werden angefeuchtet, zusammengedrückt und wie ein Tampon verwendet.

Hinweis: Nur handgepflückte Schwämme aus kontrollierten Zuchtgebieten sind empfehlenswert. Dort gelangen bei der Ernte Millionen von Samen in das umgebende Wasser, während die Wurzel erhalten bleibt. So können immer wieder neue Schwämme wachsen, die wichtig für ein ökologisches Gleichgewicht sind.

Vorteile von Naturschwämmen

Anders als bei konventionellen Tampons oder Tampons aus Bio-Baumwolle sind Naturschwämme fusselfrei, wiederverwendbar, nachwachsend und deshalb besonders ressourcenschonend. Das spart nicht nur jede Menge Einwegmüll, sondern schont auch den Geldbeutel. Während Tampons oft als unangenehm empfunden werden, trocknen Naturschwämme die Vaginalschleimhäute nicht aus und verletzten sie weder beim Einführen noch beim Entfernen. Sie lassen sich individuell zuschneiden, sind sehr weich und angenehm zu tragen. Im Gegensatz zur Menstruationstasse kann der Naturschwamm sogar während des Geschlechtsverkehrs drin bleiben. So sinkt für viele die Hemmschwelle, auch während der Periode miteinander intim zu werden.

Anwendung des Naturschwamms

Die Anwendung des Naturschwamms ist relativ einfach. Je nach Stärke der Blutung wählst du die Größe deines Schwämmchens. Die individuelle Größe kannst du sogar selbst zurechtschneiden. Achte jedoch darauf, den Schwamm vorher in Wasser einzuweichen, damit die tatsächliche Größe sichtbar wird. Bevor du es das erste Mal benutzt, ist es ratsam, es über Nacht in Essigwasser (Verhältnis 1:2) einzulegen und danach zu trocknen, damit alle Keime abgetötet werden.

Nach dem Anfeuchten wird der Schwamm mit den Fingern zusammengedrückt und wie ein Tampon in die Scheide eingeführt. Da in den ersten Tagen der Regel das meiste Blut ausgeschieden wird, wirst du den Schwamm wahrscheinlich alle zwei bis drei Stunden entfernen und säubern wollen. Das geht ganz leicht, auch ohne Rückholbändchen:

  1. Am besten in leichter Hocke über der Toilette mit Daumen und Zeigefinger greifen. Falls das zu schwer ist, Beckenbodenmuskulatur anspannen und den Schwamm weiter Richtung Scheidenausgang drücken.
  2. Unter kaltem Wasser auswaschen, damit das Blut nicht gerinnt.
  3. Nochmal unter warmes Wasser halten und wieder einsetzen.

Bei sehr starker Blutung kannst du auch zwei Schwämmchen hintereinander tragen. Viele Frauen benutzen Menstruationsschwämmchen gern in Kombination mit Stoffbinden, um bei besonders starken Tagen eine zusätzliche Sicherheit zu haben. Diese kannst du dir aus nicht genutzten Handtüchern sogar selbst herstellen.

Tipp: Um auch unterwegs und auf öffentlichen Toiletten optimal mit dem Schwämmchen umgehen zu können, kannst du eine Flasche Wasser mitnehmen und das Schwämmchen über der Kloschüssel auswaschen.

Ein Gefühl dafür, wann der Schwamm voll ist, stellt sich automatisch nach einiger Zeit ein, da er von allein in Richtung Scheidenausgang rutscht, sobald er sich komplett vollgesogen hat. Generell sollte der Schwamm nicht länger als acht Stunden am Stück im Körper getragen werden, um ein Toxisches Schocksyndrom zu verhindern (was auch bei Tampons auftreten kann).

Kauf und Pflege

Wenn du am Kauf eines Naturschwämmchens interessiert bist, bieten sich verschiedene Onlineshops an, wie blumekinder.eu, kulmine oder me-luna. Dabei lohnt es sich, unterschiedliche Größen parat zu haben. Der höhere Preis für die Anschaffung zahlt sich bereits nach einigen Malen aus.

Bei einer vaginalen Infektion sollte immer ein neuer Schwamm nach Behandlung benutzt und der alte entsorgt werden.

Niemals sollte der Schwamm gekocht werden, da er sonst hart und unbrauchbar wird! Nach der Reinigung mit Essigwasser, wie oben beschrieben, lass ihn an der Luft trocknen. Dann kannst du ihn in einem verwaisten Strumpf oder einem schönen Baumwollbeutel verwahren.

Falls der Schwamm vom Gebrauch dunkel geworden ist und du das als störend empfindest, kannst du ihn in einer Lösung aus einem Viertel Wasserstoffperoxid und drei Vierteln Wasser wieder bleichen. Neben der Verwendung von Essigwasser verhindern ein paar Tropfen Teebaumöl die Ausbreitung von Bakterien.

Naturschwämme als Tamponalternative sind angenehm zu tragen, wiederverwendbar und ein nachwachsender Rohstoff. Was alles zu beachten ist, erfährst du hier.

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Welche Monatshygiene verwendet du am liebsten und warum? Über einen Kommentar von dir freuen wir uns!

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