Warum du morgens lieber nicht dein Bett machen solltest – Tipps für richtige Betthygiene

Richtig! Für eine gesunde Betthygiene ist es oft besser, das Bett unordentlich zu hinterlassen. Erfahre hier, warum dem so ist und was noch zu beachten ist!von Jeremy Entwistle [CC-BY-2.0]

Wer kennt nicht das herrlich wohlige Gefühl, sich in ein frisch bezogenes, duftendes Bett zu kuscheln? Und du weißt auch, dass du in so einem Bett gleich viel besser einschlafen kannst. Viele von uns denken aber kaum daran, dass eine richtig angewandte Betthygiene nicht nur zum erholsamen Schlaf beiträgt, sondern auch zu unserer Gesundheit im Allgemeinen.

Lasst uns also zuerst anschauen, was genau unsere Bettwäsche in sich birgt, und ich bin sicher, dass du nach dieser Liste sofort den Wunsch verspüren wirst, die Wäsche zu wechseln!

Haut

Ob du es glaubst oder nicht, beim Menschen fallen jede Stunde etwa 600.000 Hautpartikel ab. Wenn du das mit den empfohlenen Schlafstunden multiplizierst, produzierst du pro Nacht ungefähr 5 Millionen winzige Hautpartikel, und wenn du dein Bett noch mit deinem Partner teilst, verdoppelt sich diese Zahl. In nur einer Woche kommen so in deinem Bett mehrere Gramm Hautpartikel zusammen!

Milben

Zu Hautzellen und Haaren gesellen sich ungebetene Gäste, die sich an der toten Haut in deinem Bett satt essen: die Milben. Diese mikroskopisch kleinen, unappetitlichen Tierchen verspeisen bevorzugt deine Hautpartikel. Es ist schwer zu sagen, was ekliger ist: ein Haufen toter Hautteilchen im Bett, oder Millionen von fast unsichtbaren kleinen Biestern, die diese Haut verfüttern – ja, genau dort, wo du dich auch heute Abend schlafen legst!

Salz und Schweiß

Vielleicht hast du schon mal bemerkt, dass dein Hund gern an der Bettwäsche leckt, und du hast dich gefragt, warum. Hunde lieben einen salzigen Geschmack, und deine Bettlaken haben genau das, warum er auch dich gerne ableckt: Salz aus deinem Schweiß. Während der Nacht schwitzt man im Bett mehr oder weniger stark, und dieses Salz sammelt sich in Bettwäsche und Matratze.

Neben Mineralien enthält unser Schweiß noch andere Stoffwechselprodukte. Die Haut ist unser größtes Entgiftungsorgan und entledigt sich auf diesem Wege einer Menge übler Substanzen. Sie alle sammeln sich im Bettzeug und tragen zum muffigen Geruch bei, der besonders nach Krankheiten unser Bett heimsucht.

Optimale Betthygiene – worauf es ankommt

Je länger du mit dem Wäschewechsel wartest, desto mehr Verunreinigungen sammeln sich an. Das Bett, das eigentlich ein Ort der Ruhe und Erholung sein sollte, wird dadurch zum Herd für Krankheitserreger und Allergien. Durch ihre massenhafte Vermehrung können Milben allergische Reaktionen sowie Asthma hervorrufen. Bestimmte Milbenarten saugen sogar unser Blut, während wir schlafen, wieder andere sind mitverantwortlich für die berüchtigte Krätze.

Mit ein paar einfachen Tricks kannst du dich gegen diese unangenehmen Auswirkungen wappnen. Dazu sind nicht einmal besondere Chemikalien erforderlich.

1. Logisch aber nicht selbstverständlich: Regelmäßiger Wäschewechsel

Um diese Risiken sowie unangenehme Gerüche zu vermeiden und um Milben, Salz und Hautpartikel aus der Bettwäsche zu verbannen, ist es empfehlenswert, mindestens einmal alle zwei Wochen die Bettwäsche zu wechseln. Im Sommer ist ein häufigerer Wechsel sinnvoll, weil wir dann stärker schwitzen.

2. Bettwäsche und Matratzen richtig auslüften

Während die Bettwäsche in der Maschine steckt, lege die Kissen und Bettdecken auf den Balkon oder auf das Fensterbrett zum Lüften. Wer sich nach dem Mondkalender richten möchte, kann dies am besten in einem Luft- oder Feuerzeichen (Widder, Löwe und Schütze – Feuer, und Zwillinge, Waage und Wassermann – Luft) bei abnehmendem Mond tun. Die Bettwäsche wird herrlich frisch und duftet gut. Um mehr zu erfahren, ziehe einen Mondkalender zu Rate, wenn dich dieses Thema interessiert.

Jedes Mal, wenn du dein Bett frisch beziehst, drehe die Matratze um und lüfte sie gut, bevor du das Bett neu beziehst. Regelmäßiges Saugen der Matratze ist ebenfalls empfehlenswert, weil dadurch die Milben größtenteils beseitigt werden. Waschbare Matratzenbezüge sind von Vorteil, weil sie die Matratze schützen, sie sollten aber nach spätestens 10 Jahren zusammen mit der Matratze ausgetauscht werden.

3. Nicht zu kalt waschen

Die normale Waschtemperatur für Bettwäsche liegt bei 60 Grad, denn 40 Grad sind nicht ausreichend, um die Keimzahl in ausreichendem Maß zu verringern. Nach einer ansteckenden Krankheit empfiehlt es sich, die Wäsche bei 95 Grad zu waschen und nach dem Trocknen heiß zu bügeln, um alle Keime zu vernichten. Ansonsten reicht es aus, die Bettwäsche wie gewohnt zu trocknen, am besten in der Sonne an frischer Luft, weil Sauerstoff und UV-Licht zusätzlich die Keimzahl reduzieren.

Vom handelsüblichen Hygienespüler zur Keimreduzierung würde ich abraten, weil dadurch unnötig viele Chemikalien und Desinfektionsmittel ins Abwasser gelangen. Stattdessen kannst du natürliche Alternativen zur Wäsche-Desinfektion verwenden, wie z.B. das Einweichen mit Essig, Zitronensäure oder Waschsoda.

Auf Weichspüler solltest du der Umwelt zu Liebe generell verzichten. Bei empfindlichen Personen kann Weichspüler durch seinen intensiven Geruch auch zu allergischen Reaktionen, Kopfschmerzen oder Übelkeit führen. Das Wasser kannst du auch mit Essig oder mit Natron enthärten. Hier findest du weitere Alternativen und Rezepte für hausgemachten Weichspüler.

Wenn du Daunen bevorzugst, musst du sie ganz besonders gut pflegen, dafür ist das Gefühl, auf Daunen zu schlafen, unübertrefflich. Die Pflegehinweise für Feder-und Daunendecken findest du auf dem Etikett des Herstellers. Wichtig ist, dass du sie täglich beim offenen Fenster gut durchschüttelst und lüftest. Aber auch bei bester Pflege solltest du die Federbetten alle 6 bis 8 Jahre austauschen.

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4. Bettenmachen macht krank

Der vielleicht wichtigste Tipp zum Schluss: Bettenmachen macht krank! Forscher der Londoner Kingston-Universität haben herausgefunden, dass unter immer perfekt gefalteten Bettdecken die meisten Milben zu finden sind. In dem dort herrschenden Klima fühlen sich die mikroskopischen Krabbler besonders wohl und vermehren sich reichlich. Wenn du hingegen Matratze, Decke und Kissen zunächst getrennt voneinander gründlich trocknen und auslüften lässt, wird es den Tierchen schnell unbehaglich. Aus diesem Grund ist es immer noch besser, das Bett unordentlich zu lassen, als es vollflächig säuberlich abzudecken, schlimmstenfalls sogar noch mit einer Tagesdecke.

Noch mehr Haushaltstipps für mehr Gesundheit und zur Vermeidung unnötiger Chemie findest du in diesen Beiträgen:

Vielleicht kennst du noch weitere Tipps für ein erholsames Schlaferlebnis? Teile sie mit uns!

7 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Philipp Lerchenberger

    Forscher der Londoner Kingston-Universität haben herausgefunden, dass man die Betten nicht falten sollte. Finde ich kurios, denn sogar meine Oma hat mir den Tipp schon gegeben, dass man morgens nach dem Aufstehen die Betten immer Lüften sollte, das schreckt einige Milben ab. https://milbenmeister.de

    Antworten
    • Hallo Philipp, das steht auch im Beitrag ein paar Sätze weiter ;) Liebe Grüße!

  2. Verena Berger

    Und wie geht ihr ins Bett? Frisch geduscht oder gebadet? Ich habe als Kind gelernt, dass ich nie mit normaler Tageskleider ins Bett gehen soll, sondern nur mit (mind. 2x pro Woche, frisch gewaschenem) Nachthemd oder Pyjama. Das Pyjama hält/fängt ja auch eine Menge Schweiss und Hautpartikel auf!

    Antworten
  3. Oh Danke! Ich hatte noch nie Bock mein Bett zu machen.
    Ausser uns sieht das doch keiner.
    Aber Menschen, die ihre Betten machen wirken so aufgeräumt.
    Oder tun sie es nur, wenn ich zu Besuch komme?
    Aber nachdenklich stimmt mich das mit dem Wäschewaschen.
    Früher Tat ich das stets bei sechzig Grad, bis ich mal fand, dass wir ja nicht krank sind und die Wäsche auch nicht schmutzig ist.
    Und 30 oder 40 Grad kommen etwas nachhaltiger daher.
    Wie handhabt ihr das?

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Hallo Laura! Man kann ja trotzdem beides vereinen – erst das Bett gut auslüften lassen, und z.B. nach dem Frühstück ordentlich machen ;-) wichtig ist nur, dass die Feuchtigkeit der Nacht entweichen kann. 40-Grad-Wäsche ist gut für viele Kleidungsstücke, die nur kurz getragen wurden oder kaum schmutzig sind. Bei Handtüchern und Bettwäsche ist das etwas Anderes, da machen wir keine Kompromisse. Bettwäsche haben wir täglich 8 Stunden oder mehr auf der Haut. Man sieht es nicht – aber tatsächlich geht da eine Menge Schmutz, Hautzellen, Bakterien und Schweiß in den Stoff über! Deshalb ist hier die 60-Grad-Wäsche für uns das Mindeste. Genauso verhält es sich mit Handtüchern. Ich habe immer das Gefühl, dass beim Händewaschen die Hälfte des Schmutzes ins Abwasser geht und die andere Hälfte ins Handtuch. Das will man dann nicht im Gesicht haben, z.B. gleich nach der Rasur, wenn das Handtuch nur mit 40 Grad gewaschen wurde ;-) Ich hoffe, das ist verständlich! LG Maximilian

    • Gaby Jantke

      Bei Handtüchern ja, da stimmt es wohl… die meisten duschen jedoch jeden Tag, da ist es nicht notwendig, vor allem, wenn man mit Nachthemd oder Schlafanzug schlafen geht, die Bettwäsche auf 60 grad oder höher zu waschen. das einzige was dabei raus kommt, es erhöht die Kosten. Bei Handtüchern hat der Test im Labor gezeigt, es ist das schmutzigste, was es im Haushalt gibt… da ist das echt von nöten mit 60 grad zu waschen…

    • Robert Niedermeier

      Ich selbst wasche die Bettwäsche öfters auch unter 60 Grad Celsius. Staubmilben in Betbezügen tötet man aber erst ab 60 Grad. Oder im Gefrierfach. Ab und zu bei 60 Grad zu waschen, dient auch der Hygiene in der Waschmaschiene und reduziert die Milbenpopulation erheblich.

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