Filzkugeln selber machen aus Wollresten – einfache Upcycling-Anleitung

Filzkugeln lassen sich mit dieser Anleitung ganz einfach selber filzen. Dabei lassen sich gleichzeitig Wollreste upcyceln. Spezielle Filzwolle wird nicht unbedingt benötigt.
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Garnreste von Handarbeiten lassen sich vielfältig verarbeiten. Während sich Baumwolle zum Beispiel für Topflappen und Seifensäckchen  eignet, lässt sich Wolle hervorragend filzen – zum Beispiel zu dekorativen Filzkugeln!

Spezielle Filzwolle ist dafür nicht unbedingt notwendig. Die Filzkugeln werden aus Wollresten ganz einfach nassgefilzt und können als Dekoration zu Ostern oder Weihnachten dienen oder kreativ weiterverarbeitet werden – zum Beispiel zu einem Untersetzer.

Filzkugeln selber machen

Um eine Filzkugel aus Wollresten herzustellen, häkele zunächst eine rundliche Form und filze sie anschließend zu einer festen Kugel. Wenn du Filzkugeln ohne vorheriges Häkeln herstellen möchtest, benötigst du stattdessen leichter verfilzende Kammzugwolle, auch Märchenwolle genannt.

Keine Sorge, wenn du Häkelanfänger bist! Die Kugel kann krumm und schief ausfallen, denn erst durch das Filzen erhält sie ihre endgültige Form. Und auch das Nassfilzen selbst ist kinderleicht – selbst Kleinkinder können schon mithelfen.

Für eine Filzkugel benötigst du Folgendes:

  • Wollreste – wichtig ist, dass das Garn vollständig oder größtenteils aus echter Wolle besteht. Synthetische oder pflanzliche Fasern wie etwa Baumwolle, Polyacryl oder Polyamid sind zum Filzen nicht geeignet. Auch Superwash-Wolle ist ungeeignet, da sie so vorbehandelt ist, dass sie beim Waschen nicht verfilzt.
  • Häkelnadel – in passender Größe oder ein bis zwei Nummern kleiner als empfohlen, um ein dichtes Gewebe zu erhalten.
  • Kernseife
  • heißes Wasser

Filzkugeln lassen sich mit dieser Anleitung ganz einfach selber filzen. Dabei lassen sich gleichzeitig Wollreste upcyceln. Spezielle Filzwolle wird nicht unbedingt benötigt.

Wollkugel häkeln

Häkle am besten gleich mehrere Kugeln, denn sonst ist der Spaß so schnell vorbei :-)

So einfach wird eine Kugel hergestellt:

  1. Bei Bedarf einige Wollreste locker zusammenknoten, um einen längeren Wollfaden zu erhalten. Die Knoten sieht man nach dem Filzen der Kugel nicht mehr.
  2. Eine Anfangsschlaufe schlagen und drei Luftmaschen häkeln.
  3. Ohne Wenden und Wendeluftmasche in die erste Masche einstechen und eine feste Masche häkeln. Um Maschen zuzunehmen, erneut in die selbe Masche stechen und eine weitere feste Masche häkeln.
  4. Zwei Runden lang jeweils zweimal in jede Masche einstechen und feste Maschen häkeln. Nun kannst du bereits den Anfang einer Kugelform erkennen.
  5. Für eine kleine Kugel jetzt die mittlere Runde – also den “Äquator” – arbeiten, indem in jede Masche nur eine Masche gehäkelt wird.
  6. Die Hälfte der Kugel ist fertig. Nun musst du wieder Maschen abnehmen. Dafür jetzt nur noch in jede zweite Masche einstechen und feste Maschen häkeln, bis die Kugel am oberen Ende fast geschlossen ist.
    Filzkugeln lassen sich mit dieser Anleitung ganz einfach selber filzen. Dabei lassen sich gleichzeitig Wollreste upcyceln. Spezielle Filzwolle wird nicht unbedingt benötigt.Tipp: Für eine größere Kugel kannst du nach Schritt 4 eine oder zwei weitere Runden arbeiten, in denen abwechselnd einmal in eine Masche und danach zweimal in eine Masche eingestochen wird, bevor du die mittlere Runde häkelst. Gehe dann beim Abnehmen entsprechend rückwärts vor, indem du in einer oder zwei Runden jeweils zwei Maschen häkelst und die dritte auslässt. Dann mit Schritt 6 fortfahren.
  7. Den Faden beim Abschneiden so lang lassen, dass das Ende zum Ausstopfen der Kugel verwendet werden kann. Dabei kann die Kugel gleichmäßig ausgeformt werden. Alternativ andere Wollreste zum Füllen verwenden. Falls der Anfangsfaden nach außen hängt, ebenfalls nach innen stopfen.
    Filzkugeln lassen sich mit dieser Anleitung ganz einfach selber filzen. Dabei lassen sich gleichzeitig Wollreste upcyceln. Spezielle Filzwolle wird nicht unbedingt benötigt.

Auf diese Weise kannst du beliebig viele unterschiedlich große Häkelkugeln herstellen. Wenn bei dir immer wieder Wollreste anfallen, kannst du auch nach und nach Kugeln häkeln und sie erst dann weiterverarbeiten, sobald einige zusammengekommen sind.

Tipp: Eine Kugel von mehr als etwa fünf Zentimetern Durchmesser lässt sich nur schwer durch und durch verfilzen. Daher empfiehlt es sich, einen harten Kern wie etwa eine große Murmel mit einzuhäkeln und mit dem Endfaden oder Wollresten rundum zu polstern.

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Kugel nassfilzen

Nassgefilzt wird am besten auf einer wasserunempfindlichen Oberfäche wie zum Beispiel der Küchenarbeitsplatte.

So wird die Häkelkugel zu einer Filzkugel:

  1. Eine kleine Schüssel mit heißem Wasser füllen, das für die Hände gerade erträglich ist. Insbesondere, wenn Kinder mitfilzen, lieber nicht zu heißes Wasser verwenden, um Verbrühungen zu vermeiden!
  2. Die Häkelkugel ins Wasser tauchen, gut durchfeuchten und leicht ausdrücken.
  3. Mit der feuchten Kugel ein paar Mal über die Seife streichen.
    Filzkugeln lassen sich mit dieser Anleitung ganz einfach selber filzen. Dabei lassen sich gleichzeitig Wollreste upcyceln. Spezielle Filzwolle wird nicht unbedingt benötigt.
    Tipp: Wenn du Kernseifeflocken verwenden möchtest, kannst du sie auch im heißen Wasser auflösen.
  4. Die Kugel zunächst vorsichtig und ohne Druck in den Händen hin- und herrollen. Je mehr sich die Kugel nach und nach verfestigt, desto mehr Druck kann ausgeübt werden. Nach einigen Minuten kann die Kugel auch gedrückt und geknetet werden, damit das Innere ebenfalls verfilzt.
    Filzkugeln lassen sich mit dieser Anleitung ganz einfach selber filzen. Dabei lassen sich gleichzeitig Wollreste upcyceln. Spezielle Filzwolle wird nicht unbedingt benötigt.
  5. Die Kugel zwischendurch immer wieder mit heißem Wasser befeuchten und bei Bedarf nochmals über die Seife streichen. Wenn das Wasser zu stark abkühlt, heißes Wasser nachgießen.
  6. Die Kugel ist fertig gefilzt, wenn sie sich durch und durch fest anfühlt und eine gleichmäßig verfilzte Oberfläche ohne erkennbare Häkelmaschen hat.
  7. Die fertige Filzkugel in kaltem Wasser gründlich ausspülen. Für den letzten Spülgang in einen Liter Wasser einen bis zwei Esslöffel Essig geben. Das ist nicht nur für die Wolle gut, sondern auch für die Hände!

Filzkugeln lassen sich mit dieser Anleitung ganz einfach selber filzen. Dabei lassen sich gleichzeitig Wollreste upcyceln. Spezielle Filzwolle wird nicht unbedingt benötigt.

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Tipp: Filzwolle lässt sich auch in der Waschmaschine bei 60 °C filzen. Mit normalem Wollgarn ist das Ergebnis nach einem Waschgang dagegen meist nicht fest genug. Schaden kann es allerdings nicht, es auszuprobieren. Gib am besten einige Frotteehandtücher mit in die Maschine, die für die notwendige Reibung sorgen. Falls die Kugeln nicht ausreichend verfilzt sind, kannst du sie einfach bei der nächsten Handtuchwäsche wieder zugeben, um sie nach und nach immer mehr zu verfilzen. Oder greife auf die oben genannte Technik zurück.

Filzkugeln verwenden

Die fertigen Filzkugeln lassen sich vielseitig verwenden. Sie dienen beispielsweise als Schmuck für den nachhaltigen Weihnachtsbaum oder als Osterdekoration. Um die Kugeln aufzuhängen, fädle mit einer robusten Nähnadel einen Faden durch die Kugel, sodass eine Schlaufe entsteht.

Filzkugeln lassen sich mit dieser Anleitung ganz einfach selber filzen. Dabei lassen sich gleichzeitig Wollreste upcyceln. Spezielle Filzwolle wird nicht unbedingt benötigt.

Wie wäre es außerdem mit hübschen Filzkugeln anstelle einer Geschenkschleife aus Plastikband? Die Kugeln können auch als Spielsteine oder Katzenspielzeug verwendet oder zu Perlenketten oder Untersetzern weiterverarbeitet werden. Größere Kugeln mit einem schweren Kern eignen sich hervorragend als Jonglierbälle. Wer viel Geduld und Wollreste besitzt, kann sich sogar an einen Filzkugel-Teppich wagen!

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Wie verarbeitest du Wollreste, damit sie nicht im Müll landen? Wir freuen uns auf deine Ideen in einem Kommentar!

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