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Baum ohne Reue – Tipps für den nachhaltigen Weihnachtsbaum
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Nein Danke zu Pestiziden im weihnachtlichen Wohnzimmer! Mit diesen Tipps findest du den umweltfreundlichen Weihnachtsbaum, der am besten zu dir passt.

Mehr als 29 Millionen Weihnachtsbäume werden hierzulande pro Jahr verkauft. Eine beeindruckende Zahl, nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass es sich dabei um eine Anschaffung für nur wenige Tage handelt. Ökologisch kein Problem, möchte man meinen, schließlich werden die gefällten Bäume für das nächste Weihnachtsfest direkt wieder aufgeforstet. Doch dieser massenhafte Anbau zieht eine Reihe von negativen Folgen nach sich, die unter Umständen bis in unsere Wohnzimmer reichen.

Der überwiegende Teil der bei uns verkauften Bäume stammt aus sogenannten Weihnachtsbaumfarmen. Hierfür werden große Flächen ausschließlich mit Nadelbäumen bepflanzt. Infolge dieser riesigen Monokulturen verlieren zahlreiche Tiere und Pflanzen ihre natürlichen Lebensräume und die Bodenqualität schwindet, wodurch wiederum der Bedarf an Dünge- und Unkrautvernichtungsmitteln steigt – ein Teufelskreis. Im Jahr 2014 untersuchte BUND die Nadeln stichprobenartig gekaufter Weihnachtsbäume auf Rückstände von Pestiziden und wurde bei mehr als der Hälfte der Proben fündig.

Konventionell produzierte Weihnachtsbäume schaden also nicht nur der Umwelt, sie bringen möglicherweise auch den einen oder anderen Giftcocktail in unser Zuhause. Doch glücklicherweise gibt es eine Reihe von Alternativen, mit denen du die Weihnachtszeit garantiert unbeschwert genießen kannst.

Weihnachtsbaum aus ökologischer Waldwirtschaft

Wer einen nachhaltigen Weihnachtsbaum kaufen möchte, sollte vorab prüfen, ob er pestizidfrei und möglichst regional produziert wurde. Denn auch lange Transportwege belasten die Umwelt unnötig.

Nein Danke zu Pestiziden im weihnachtlichen Wohnzimmer! Mit diesen Tipps findest du den umweltfreundlichen Weihnachtsbaum, der am besten zu dir passt.

Wenn du deinen Baum bisher regelmäßig bei einem bestimmten Händler gekauft hast, frage doch einfach mal nach, wo und wie die Bäume in seinem Sortiment wachsen. Auf Nummer sicher gehen kannst du mit dem Kauf eines Baumes aus ökologischer Waldwirtschaft (erkennbar an den Siegeln Naturland und FSC) oder aus einer anerkannten ökologischen Weihnachtsbaumkultur (erkennbar an den bekannten Siegeln für ökologische Landwirtschaft wie beispielsweise demeter, Bioland, Bio nach EG-Öko-Verordnung oder Naturland).

Ausführliche Informationen zum Anbau und zum Kauf von umweltfreundlichen Weihnachtsbäumen und eine aktuelle Liste mit zertifizierten Betrieben sowie den entsprechenden Verkaufsstellen findest du auf den Seiten von Robin Wood.

Nein Danke zu Pestiziden im weihnachtlichen Wohnzimmer! Mit diesen Tipps findest du den umweltfreundlichen Weihnachtsbaum, der am besten zu dir passt.

 

Weihnachtsbaum mit Wurzel im Topf

Selbst bei einem Exemplar aus ökologischem Anbau mag es dem einen oder anderen nicht besonders nachhaltig erscheinen, einen Baum zu fällen, um ihn sich für einen kurzen Zeitraum ins Wohnzimmer zu stellen. Die naheliegendste Alternative ist der Kauf eines Weihnachtsbaums im Topf, den man im besten Fall nach den Festtagen in den eigenen Garten oder an einen geeigneten Platz in der Natur pflanzen kann. Hierfür eignen sich besonders gut Nordmann-Tannen, Serbische Fichten, Blautannen oder auch Zuckerhutfichten. Sie sollten natürlich ebenfalls aus ökologischem Anbau stammen.

Wichtiger Hinweis: Viele der im Topf verkauften Bäumchen wachsen wie ihre später gefällten Brüder auf einer Tannenbaumfarm. Dort werden sie erst kurz vor dem Verkauf ausgegraben und in die Töpfe verpflanzt. Beschädigungen am Wurzelwerk lassen sich dabei kaum vermeiden, was ein späteres Wieder-Anwachsen der Bäume erschwert.

Ein Beispiel dafür, wie heikel der Umzug lebender Bäume von der Natur ins Wohnzimmer und wieder zurück ist, zeigt der Weihnachtsbaum-Verleih von Happy Tree. Das Team gab nach zwei Jahren bedauernd bekannt, dass das Angebot für eine Saison ausgesetzt werden muss, um den Bäumen eine ausreichende Erholungszeit einräumen zu können.

Wenn du dich für einen Baum im Topf entscheidest, solltest du darauf achten, ein nicht zu großes Exemplar (maximal einen Meter) zu kaufen, das bereits im Topf gewachsen ist (erkennbar am stark verwachsenen, mit Moos u.ä. bedeckten Erdballen). Der Baum sollte zudem nicht zu lange in der Wärme stehen, immer ausreichend Wasser erhalten und bis zum Aussetzen im Frühjahr an einem kühlen, hellen, aber frostfreien Ort zwischengelagert werden.

Alternativen zum echten Weihnachtsbaum

Du magst keinen gefällten Weihnachtsbaum, hast aber auch keine Möglichkeit, einen Baum mit Wurzel nach dem Weihnachtsfest auszupflanzen oder der Aufwand dafür ist dir einfach zu hoch? Dann könnte ein “unechter” Weihnachtsbaum aus umweltfreundlichen Materialien eine passende Alternative für dich sein.

In lokalen Geschäften oder auch online gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Weihnachtsbäumen aus Holz in verschiedenen Größen, die sich sehr schön schmücken und nach dem Fest platzsparend verstauen lassen.

Handwerklich Begabte können sich ihren Weihnachtsbaum für die Ewigkeit auch ganz einfach selbst herstellen, zum Beispiel aus Ästen.

Was tust du, um dein Weihnachtsfest umweltfreundlich zu gestalten? Wir und unsere Leser freuen uns auf weitere Tipps und Anregungen!

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  • Stefanie

    Wir haben uns vor drei Jahren einen Baum im Topf gekauft. Laut Gärtner darf er zur Weihnachtszeit zwei Wochen ins Haus und soll dann wieder in der Hof. Bisher hat er das immer gut verkraftet.:-) Im Frühjahr wird er umgetopft. Irgendwann können wir ihn dann halt nicht mehr tragen, aber dafür gibt’s dann auch eine Lösung. Wahrscheinlich verschenken wir ihn einfach. Geschmückt wird der Baum mit geerbtem Schmuck aus Holz und Glas, Kellerfunde bei den Omas. Und die Kinder freuen sich, dass der Baum jedes Jahr ein bisschen größer ist.

  • Sai Plagiarius

    Unsere Lösung ist recht einfach, wir haben eine Zimmertanne die das ganze Jahr in ihrem Topf steht und vor sich hin wächst. Sie wird eigentlich immer zu den passendsten und unpassendsten Momenten mit leichtem, zur Jahreszeit gehörenden Schmuck behangen. Klar sieht es nicht so aus wie eine klassische Tanne aber irgendwie erhält sie einen speziellen Stellenwert als Jahrestanne.
    Es ist immer extrem schön zu sehen wie sie ein wenig wächst.
    Abgesehen davon war meine Familie nie ein Fan von Tannen, sie waren uns einfach zu schade, auch wenn sie extra angebaut werden.

    • Auch eine interessante Idee, danke für die schöne Ergänzung!

    • Gundel1962

      Palmen eignen sich auch sehr gut.

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