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Weihnachtsbaum upcyceln und weiter nutzen
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Abeschmückt und kahl gehört der Tannenbaum noch lange nicht auf den Müll. So verwertest du ihn sinnvoll weiter!

In der Fernsehwerbung eines großen schwedischen Möbelherstellers sieht es nach einem Spaß für die ganze Familie aus, im wahren Leben empfinde ich die alljährliche Entsorgung unseres Weihnachtsbaumes jedoch als eine ziemlich traurige Angelegenheit, die der kurzen gemeinsamen Zeit nicht würdig ist. Denn schon das Aussuchen des passenden Baumes wird jedes Jahr zu einem kleinen Abenteuer für die ganze Familie. Fertig geschmückt und beleuchtet, lässt der Auserwählte über die Festtage unser Zuhause festlich erstrahlen. Nach den Feierlichkeiten landet er dann zunächst in einem schmuddeligen Straßengraben und schließlich in der Verbrennungsanlage. Dabei lässt sich der abgeschmückte Weihnachtsbaum erstaunlich vielseitig verwerten!

In diesem Beitrag stelle ich dir eine Fülle von Ideen vor, mit denen du den kompletten Baum sinnvoll verarbeiten und nutzen kannst. Hinweis: Die folgenden Tipps setzen voraus, dass ein Baum ohne Pestizidbelastung verwendet wurde, wie zum Beispiel ein selbst geschlagener Bio-Baum aus verantwortungsvoller Bewirtschaftung, ohne die Verwendung giftiger Spritzmittel. Wusstest du, dass ein solcher nachhaltiger Tannenbaum sogar essbar ist? Ein zweiter Beitrag beschäftigt sich mit der kulinarischen Verwertung deines Weihnachtsbaumes.

Heilsamer Badezusatz

Tannennadeln enthalten eine Vielzahl heilkräftiger Inhaltsstoffe, darunter ätherische Öle, die schleimlösend und entspannend wirken. Zudem weisen sie einen hohen Gehalt an entzündungshemmenden Gerbstoffen auf.

Mit einem warmen Vollbad mit Tannennadelsud kannst du dir dieses positive Potenzial für dein Immunsystem und deine Haut zunutze machen.

Für ein Tannenbaum-Vollbad brauchst du ungefähr 100 Gramm Tannennadeln. Diese werden mindestens 10 Minuten in ausreichend Wasser aufgekocht. Den fertigen Sud gießt du am besten durch ein Sieb direkt ins Badewasser.

Übrigens: Im Frühjahr frisch geerntete Nadeln von Fichten und Kiefern beinhalten eine besonders hohe Konzentration wirksamer Heilstoffe. Du kannst sie auf vielfältige Weise nutzen, zum Beispiel als Tannennadel-Tee, Heilbad, zur Inhalation oder als Tinktur.

Nicht nur die Nadeln deines Weihnachtsbaumes lassen sich weiterverwenden, auch die Zweige und der Stamm bergen wahre Schätze, die viel zu schade sind, um sie achtlos wegzuwerfen.

Hinweis: Bevor du das Holz bearbeitest, sollte es einigermaßen durchgetrocknet sein. Am besten befreist du den Baum nach den Festtagen von losen Nadeln und allen nicht mehr benötigten Ästen und bewahrst ihn anschließend für einige Wochen an einem trockenen Ort auf.

Kleiderhaken herstellen

Bei klassischen Weihnachts-Tannen wachsen die Äste meist gleichmäßig in Ringform um den Stamm herum, weshalb sie sich hervorragend zur Herstellung von dekorativen Kleiderhaken eignen.

Du benötigst dafür folgende Werkzeuge:

  • Schleifpapier
  • Feile
  • Bohrer

Und so gehst du vor:

  1. Einen passenden Abschnitt des Stammes mit der gewünschten Anzahl auf gleicher Höhe stehender Äste aussuchen und an beiden Enden absägen.
  2. Äste auf die gewünschte Länge kürzen.
  3. Rinde komplett entfernen.
  4. Stamm vertikal durchsägen, sodass du zwei Hälften mit je einem oder mehreren Haken erhältst.
  5. Löcher zum Aufhängen der Haken bohren.
  6. Oberfläche glatt schleifen.

In diesem Video wird die Haken-Herstellung noch einmal anschaulich Schritt für Schritt gezeigt.

Holzquirl herstellen

Ebenfalls eine charmante Idee, die mit etwas weniger Arbeitsaufwand auskommt, ist die Herstellung eines Holzquirls aus dem Stamm. Früher wurde diese Art von Quirl in vielen Haushalten genutzt, zum Beispiel bei der Handwäsche.

Holzknöpfe und Schmuckanhänger herstellen

Diese Verwertung ist zwar besonders arbeitsintensiv, dafür erhältst du ein wunderschönes Ergebnis. Nicht zuletzt aufgrund ihrer Langlebigkeit lohnt sich die Herstellung von Holzknöpfen oder Schmuckanhängern aus Weihnachtsbaum-Scheiben auf jeden Fall.

Du benötigst dafür:

  • Stamm des Weihnachtsbaums
  • Säge
  • Schleifpapier in unterschiedlichen Stärken
  • Handbohrer oder Bohrmaschine
  • Geeignetes Pflanzenöl, z.B. Leinöl

Und so geht es:

  1. Gewünschte Anzahl Baumscheiben absägen – weiter oben oder unten für größere oder kleinere Knöpfe.
  2. Mit Schleifpapier von der Rinde befreien (falls gewünscht) und in Form schleifen.
  3. Mit Löchern versehen.
  4. Oberfläche des fertigen Knopfs oder des Anhängers mit feinem Schleifpapier glatt schleifen.
  5. Fertigen Knopf mit etwas Pflanzenöl einreiben.

Beet abdecken

Wenn du einen Garten hast, ist dir diese Verwendungsmöglichkeit wahrscheinlich nicht neu. Denn Tannenzweige sind ein altbewährtes Mittel, um empfindliche Gartenpflanzen über die Wintermonate vor zu viel Kälte und Wind zu schützen. Man kann sie flach über die Beete legen oder fächerartig in den Boden stecken und festbinden, dann bilden sie auch für größere Pflanzen einen stabilen und wirksamen Schutz.

Schnecken abwehren

Schnecken können mit den vielen positiven Eigenschaften von Tannennadeln nichts anfangen. Im Gegenteil, sie mögen es überhaupt nicht, über die pieksenden Nadeln zu kriechen. Wer in der Gartensaison regelmäßig von einer Schneckenplage heimgesucht wird, sollte es deshalb einmal mit dem Ausstreuen von Tannennadeln als natürliche Schneckenabwehr versuchen.

Wenn dein Baum während der Festtage nadelt, sammle doch einfach die zusammengefegten Nadeln in einem kleinen Eimer, bis sie im Garten gebraucht werden.

Weitere Ideen und Rezepte zur Weihnachtsbaum-Verwertung findest du in diesem großartigen Büchlein:

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