Naturwunder oder Plastikfalle? Die ganze Wahrheit über Meersalz
Meersalz – das klingt nach unberührter Natur, Sonne und einer frischen Brise. Mit diesen Gedanken im Kopf greifen viele zu den groben Körnern im Supermarktregal, weil sie ursprünglicher und damit vermeintlich gesünder erscheinen als herkömmliches Speisesalz. Doch der schöne Schein kann trügen. Denn unsere Ozeane sind längst nicht mehr so sauber und nicht jedes Meersalz ist naturbelassen. Wir zeigen dir, wie du das beste Salz findest und mit welcher verblüffenden Maßnahme, du die Gefahr von Mikroplastik reduzieren kannst.
Was ist Meersalz eigentlich?
Im Gegensatz zu Steinsalz, das tief unter der Erde in Bergwerken abgebaut wird, stammt Meersalz aus den Ozeanen. Um es zu gewinnnen, wird Meerwasser in flache Becken geleitet. Sonne und Wind lassen das Wasser verdunsten, zurück bleibt das Salz.
Chemisch gesehen besteht auch Meersalz fast ausschließlich aus Natriumchlorid. Doch wenn es naturbelassen bleibt, enthält es noch eine kleine, feine Mischung aus Mineralien wie Magnesium, Kalium und Calcium sowie wichtige Spurenelemente.
Darum ist Meersalz nicht gleich Meersalz
Da „Meersalz“ kein geschützter Qualitätsbegrif ist, kann sich die Zusammensetzung der unter dieser Bezeichnung verkauften Produkte allerdings durchaus unterscheiden.
Raffiniertes Meersalz
Viele günstige Meersalze werden nach der Ernte gewaschen, gebleicht, erhitzt und raffiniert. Dabei werden fast alle wertvollen Begleitmineralien entfernt. Damit es schön rieselt und nicht klumpt, werden oft Rieselhilfen (Trennmittel wie E 535 oder E 536) zugesetzt. Der gesundheitliche Mehrwert gegenüber gewöhnlichem Kochsalz? Gleich Null.
Naturbelassenes Meersalz
Gutes Meersalz erkennst du meist daran, dass es keine Rieselhilfen enthält. Es darf sogar leicht klumpen, da es noch eine natürliche Restfeuchte besitzt. Oft ist es nicht strahlend weiß, sondern leicht gräulich (durch Tonpartikel oder Mineralien). Achte auf Begriffe wie „unraffiniert“, „naturbelassen“ oder „ohne Zusätze“.

Das Problem mit dem Mikroplastik
Theoretisch könnte Meersalz ein besonders nachhaltiges und damit ganz im Sinne von smarticular empfehlenswertes Produkt sein. Wäre da nicht die zunehmende Verschmutzung der Ozeane. Bei Untersuchungen werden mittlerweile in fast jedem Meersalz Spuren von Mikroplastik gefunden. Das trifft zwar auch auf andere Salzarten zu1, die Menge an Mikroplastik fällt aber bei aus Meerwasser gewonnenem Salz deutlich höher aus.2 Daneben gibt es allerdings noch ein weiteres, weit weniger bekanntes Problem.
Einwegmühlen als Mikroplastikquelle
Ausgerechnet die praktischen Gewürzmühlen entpuppen sich oft als die weitaus größere Mikroplastik-Quelle. Denn wie eine Untersuchung aus dem Jahr 2020 zeigt, kann dieser „hausgemachte“ Abrieb von Mühlen mit Mahlscheiben aus Kunststoff die ursprüngliche Belastung aus dem Meerwasser sogar um ein Vielfaches übersteigen.3

Fazit
Wenn du große Mengen Salz brauchst (z.B. für Nudelwasser), ist heimisches Steinsalz oft die nachhaltigere und gesündere Alternative. Denn es lagerte Millionen Jahre geschützt unter der Erde, enthält im Schnitt weniger Plastikteilchen als Meersalz und ist auch aus regionalen Abbaugebieten erhältlich. Noch bedeutsamer für die Vermeidung von Mikroplastik ist allerdings der Verzicht auf Gewürzmühlen mit Mahlwerken aus Kunststoff (insbesondere billige Einwegmühlen).
Mehr als nur ein Würzmittel
Schon gewusst? Auch abseits der Küche hat Meersalz jede Menge Potenzial. Aufgrund seiner kristallinen Struktur eignet es sich hervorragend als mechanisches Peeling. Es entfernt sanft alte Hautschüppchen, regt die Durchblutung an und desinfiziert zugleich unreine Stellen. Erfahre in einem eigenen Beitrag, wie du mit nur zwei Zutaten ein pflegendes Meersalz-Peeling mit Olivenöl selber machen kannst.

Besonders wertvoll ist hochwertiges Meersalz (oder alternativ reines Steinsalz) jedoch für die Hausapotheke. Anders als das typische „Tafelsalz“ ist es meist frei von künstlichen Rieselhilfen, Fluorid oder Jod, die einige Menschen vermeiden möchten. Das macht es zu einer idealen Basis für Inhalationen oder Nasenspülungen. Statt teure Apotheken-Produkte in Plastikfläschchen zu kaufen, kannst du eine sanfte, isotonische Lösung ganz leicht selbst anmischen. Sie befeuchtet trockene Schleimhäute und befreit die Nase bei Erkältungen – das genaue Mischverhältnis findest du in unserem Rezept für selbstgemachtes Nasenspray aus Kochsalzlösung.
Viele weitere Tipps, die Plastik vermeiden helfen, findest du in unserem Buch:
In welchen Situationen gibst du Meersalz den Vorzug vor anderen Salzsorten? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!
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- Untersuchung von Mikroplastik im Speisesalz. (o. D.). ↩︎
- Yang, D., Shi, H., Li, L., Li, J., Jabeen, K. & Kolandhasamy, P. (2015). Microplastic Pollution in Table Salts from China. Environmental Science & Technology, 49(22), 13622–13627. ↩︎
- Schymanski, D., Humpf, H. & Fürst, P. (2020). Determination of particle abrasion through milling with five different salt grinders – a preliminary study by micro-Raman spectroscopy with efforts towards improved quality control of the analytical methods. Food Additives & Contaminants Part A, 37(8), 1238–1252. ↩︎
