Regionale Alternative zu Schoko-Aufstrich – Nuss-Creme ohne Reue

Viele beliebten Schokoladenaufstriche sind voller Palmöl, Zucker und Kakao mit zweifelhaftem Ursprung. Für diese Alternative genügen einfache lokale Zutaten

Ich liebe Schokoladen-Brotaufstrich, und obwohl ich weiß, dass es sich dabei nicht gerade um das gesündeste Lebensmittel handelt, belohne ich mich hin und wieder gern damit. Leider gehört der Schoko-Aufstrich auch zu den am wenigsten nachhaltigen Lebensmitteln. Im Laden habe ich noch kein einziges Produkt ohne Palmöl gefunden, für dessen Gewinnung jedes Jahr große Regenwaldflächen in Plantagen umgewandelt werden. Auch der Kakao gehört zu den umstritten Zutaten mit regelmäßigen Horror-Berichten von den Zuständen auf Farmen.

Mit den meisten Rezepten, die man für selbstgemachte Alternativen findet, wird das Problem leider nicht kleiner. Fast immer sind Kakao und Palmöl oder Kokosöl Hauptzutaten, um eine halbwegs vernünftige Konsistenz und ansprechenden Geschmack zu erreichen. Gibt es denn keine regionale Alternative?

Rezept für “Regionalen Schoko-Aufstrich”

Nach langer Suche und vielen Experimenten habe ich die für mich perfekte Alternative gefunden, ohne Palmöl und rein aus regional verfügbaren Zutaten. Das Beste daran ist: Der Aufstrich schmeckt einfach fantastisch! Kakao wird in diesem Rezept im Grunde nicht benötigt, für den echten “Schoko-Aufstrich-Geschmack” sind nämlich die Nüsse entscheidend, und nicht etwa Kakao. Optional kannst du dennoch etwas Kakao hinzufügen, um den Geschmack deinen Wünschen anzupassen.

Anders als die meisten Produkte und Rezepte kommt dieser Aufstrich außerdem ganz ohne Zucker aus. Die Herstellung dauert nur ein paar Minuten – für mich eine gelungene Kombination aus gesund, einfach und unglaublich lecker.

Benötigt werden die folgenden Zutaten, die du womöglich alle schon zu Hause hast:

  • 200 g Haselnüsse
  • 250 g weiche Butter
  • 3 EL Honig oder alternativ Agavendicksaft
  • 1 Prise Salz

Viele beliebten Schokoladenaufstriche sind voller Palmöl, Zucker und Kakao mit zweifelhaftem Ursprung. Für diese Alternative genügen einfache lokale Zutaten

Mit einigen weiteren Zutaten kannst du den Geschmack deinen Bedürfnissen entsprechend weiter verfeinern, für mich ist das Grundrezept aber schon ausreichend:

  • 1-2 EL Kakaopulver
  • 1-2 EL Carobpulver
  • Mark einer Vanilleschote oder 1 Päckchen Vanillezucker
  • etwas Zitronensaft

So wird der Aufstrich zubereitet:

  1. Haselnüsse in einer Pfanne ohne Fett anrösten, je länger, desto kräftiger wird der Nuss-Geschmack.
  2. Haselnüsse fein häckseln. Für ein besonders intensives Aroma die Nüsse erst nach dem Häckseln unter ständigem Rühren rösten.
  3. Nüsse abkühlen lassen.
  4. Weiche Butter in einen Mixbecher geben und mit dem Rührbesen cremig schlagen.
    Nuss-Pulver, Honig und ggf. weitere Zutaten hinzufügen und ausgiebig mixen. Je nachdem, wie fein die Nüsse gehackt wurden, wird die Creme mehr oder weniger stückig.
  5. Wenn du eine besonders cremige Konsistenz bevorzugst, kannst du den Aufstrich zum Schluss noch mit einem Pürierstab fein pürieren.
  6. In saubere Gläser füllen und beschriften.

Fertig ist der selbstgemachte Aufstrich! Während des ersten Tages entwickelt sich das Aroma noch, wenn sich alle Zutaten miteinander verbinden. Die meisten meiner Freunde und Verwandten waren auf Anhieb begeistert, selbst eingefleischte Nutella-Liebhaber. Der wohl größte Nachteil dieses Aufstrichs: Im Kühlschrank hält er sich nur ca. fünf Tage. Du solltest ihn auch immer mit einem separaten Löffel entnehmen und nicht etwa mit dem benutzten Messer, um Verunreinigungen zu vermeiden.

Viele beliebten Schokoladenaufstriche sind voller Palmöl, Zucker und Kakao mit zweifelhaftem Ursprung. Für diese Alternative genügen einfache lokale Zutaten

Wenn ihr nur wenige Personen seid oder du einfach nicht so viel Aufstrich isst, solltest du besser nur kleinere Mengen herstellen, oder die Produktion auf mehrere kleine Behälter verteilen und einen Teil davon einfrieren, das geht auch im Glas.

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Viel Spaß beim Naschen und Ausprobieren!

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17 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Ivy Weigart

    Unkompliziert und super lecker. Danke

    Antworten
  2. s.klaninger

    Sehr lecker!! Ich habe noch ein bisschen Tonkabohne hineingerieben und eine Spur Vanille dazugegeben! Göttlich!!!!
    nächsts Mal probiere ich es mit Fair trade entduftetes Kokosfett…

    Antworten
  3. Karin Mann

    Hallo, habe heute das Rezept nachgekocht. Ich habe die Hasselnüsse nach dem Rösten sehr lange in meiner Küchenmaschine gemahlen, bis ein Mus entstanden ist. Ich habe nur die Hälfte der Butter dazugegeben, das war ausreichend, Konsistenz war super! Allerdings war meinem Mann das „Nutella“ nach Zugabe des Honigs nicht süß genug und ich habe noch zu Staubzucker vermahlenen Birkenzucker dazu gegeben. Interessanterweise hat sich ein Teil als flüssiges Fett am Boden abgesetzt und die restliche Masse is daduch jetzt sehr fest. Weiß jemand, warum das so ist. Liegt es am
    Birkenzucker oder würde diese Trennung bei jedem Zucker stattfinden?

    Antworten
  4. Bettina

    Sehr tolles Rezept! Hab es auch gleich ausprobiert. Anstatt Butter habe ich allerdings Rapsöl verwendet – das hat keinen Eigengeschmack. Wegen meiner Nussalergie röste ich die Nüsse nach dem Mahlen (Allergene vertragen keine Hitze)
    Ich könnte mich reinlegen ;)
    Jetzt geh ich definitiv im Herbst Haselnüsse sammeln!

    Antworten
  5. Anmaha

    An Marla

    Danke für den Tipp. Die Idee von Mundraub ist genial. Ich habe in meinem Freundenskreis schon öfter von so etwas geredet. Leider wohne ich im Waldviertel, wo das Internet noch nicht flächendeckend durchgedrungen ist, oder den Menschen das teilen einfach nicht wichtig ist.
    Mir tut jedes Mal das Herz weh, wenn ich Obstbäume sehen, wo die Früchte am Boden verfaulen, weil es ja viel einfacher ist, wenn man das Obst im Supermarkt kauft, als evtl. etwas angeschlagenes im eigenen Garten zusammenzuklauben. Wenn wir Apfelsaft pressen, fahren wir zu allen möglichen Leuten, die froh sind, wenn irgendjemand die Äpfel nutzt. Leider wüsste ich jetzt keinen Platz, den ich auf Mundraub teilen könnte.

    Antworten
    • Marla

      Das macht nichts, von Mundraub gibt es jetzt sogar die Idee, die essbare Landschaft selbst zu pflanzen. Stecklinge kann man von Beerensträuchern gut schneiden und dann verpflanzen. Nicht jeder Steckling wird etwas, aber mit etwas Glück wachsen dann dort bald kostenlose Beeren :) Ganz liebe Grüße!

  6. Anmaha

    Ich bin voll für regional und probiere auch alles mögliche aus, damit ich keine weitgereisten Produkte verwende. Ich frage mich nur, wo eure Haselnüsse herkommen. In Österreich gibt es so viel ich weiß nur einen Haselnussbauern und der hat noch keine recht große Ernte. Ich werde daher das Rezept mit Walnüssen produzieren, die sind aus Omas Garten.

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  7. Anne Rabisselbaum

    Es gibt eine palmölfreie Haselnusscreme bei Aldi. (für Faule) ;-)

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  8. Dr.Kreativ

    Also ich mache schon länger meine Bionella/ Nutella selber!

    200g Haselnüsse
    (rösten, dann Malen)
    200g Datteln
    (mit Wasser bedeckt einweichen und mit dem Wasser mit
    den Haselnüssen Pürieren)
    4 Esslöffel Kokosöl
    (im Wasserbad Schmelzen und ein rühren/ Pürieren)
    4 Esslöffel RohKakao / Kakao
    (Ich mische für das Aroma 2 EL Roh und 2 EL
    Backkakao. Oder mehr nach geschmack!)
    Vanille Mark/ halbe Vanille Schote

    Vegan, Zuckerfrei, wenig Fett und lecker Fluffig locker. Da das zuvor geschmolzene Kokosöl beim Pürieren wieder abkühlt erhält diese Variante eine Mousige Luftige Konsistenz. Achtung macht Süchtig!! Den Zähnen schadet es auch nicht so sehr. ;-P

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Das klingt auch nach einem schönen Rezept, das wir unbedingt probieren müssen. Allerdings wollten wir in diesem Fall ja auch importierte Zutaten verzichten und nur regional verfügbare verwenden :-) Liebe Grüße!

  9. Stefan Brandauer

    Basisrezept + Kakao nachgekocht, hat gut funktioniert, ABER:
    – wenig streichfähig, wenn dem Kühlschrank entnommen; falsche Butter?
    – sehr nussig bzw. vermisse ich den schokoladigen Geschmack von Nutella, davon ist der Aufstrich doch relativ weit entfernt
    – kein Problem mit Butter, ich weiss ja nicht, wie das jenseits des Weisswurstäquators ist, aber gequälte Kühe? Jedenfalls nicht im Salzburger Land, Niederösterreich oder Bayern (kenne viele Milchbauern, allesamt äusserst engagiert und fürsorglich, gequält kommt mir da keine Kuh vor); ausserdem wird ja in Europa der MilchÜBERschuss mit Millionen und Milliarden gefördert, folglich ist die aufgewandte Milchmasse eher weniger das Problem ^^

    Antworten
  10. Almut Elster

    Es ist ja wieder eine tolle Idee, dieser süße Aufstrich aus regionalen Zutaten. Nur die Butter gefällt mir gar nicht. Butter ist ein super unökologisches Lebensmittel, weil rieisig viel Milch (von meist doch gequälten Kühen benötigt wird). Gibt es dazu vielleicht noch eine ökologische und gesunde Alternative? Das wäre super!

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Hallo Almut, wir experimentieren auch mit weiteren Zusammensetzungen, regionales Sonnenblumenöl wäre zum Beispiel eine Idee. Konsistenz und Geschmack sind damit natürlich anders, vielleicht stoßen wir noch auf eine richtig schöne, empfehlenswerte Mischung. Liebe Grüße!

  11. Daniela Kratzer

    Warum Butter? Kokosöl ist doch viel gesünder!

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Die Idee ist ja, einen Aufstrich aus regionalen Zutaten herzustellen – Kokosnüsse sind bei uns (leider noch) die Ausnahme… wir haben aber auch schon andere Rezepte mit Kokosöl ausprobiert, schmecken tut es. Liebe Grüße!

    • Daniela Kratzer

      Ja stimmt, zwar regional, aber auch nicht unbedingt gesünder. Dieser Aspekt sollte auch hier nicht vergessen werden. LG

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