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6 Tipps für Carobpulver – der faire und fettarme Kakao
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Diese Alternative zum Kakao aus dem Mittelmeerraum süßt nicht nur den Kuchen oder die heiße Schokolade, Carobschoten können sogar die Potenz steigern!

In vielen Ländern Südeuropas findet man sie: Die alternativen “Kakaobäume”. Ihr richtiger Name lautet Johannisbrotbaum oder auch Karobbaum. Sie sind unscheinbare Bäume, aber durch ihre dunkelbraunen bis schwarzen, gnubbeligen und bis zu 25 Zentimeter langen Früchte fallen sie spätestens im Sommer auf.

Genauso geht es den beiden Nahrunsgmittelprodukten, die aus den süßen Früchten dieses Baumes hergestellt werden, Johannisbrotkernmehl und Carobpulver. Sie schlummern in kleinen Gläser, Dosen und Tüten fast unbemerkt in der Backabteilung oder neben den Kakao- und Kaffeeprodukten in Bioläden und Reformhäusern. Dabei haben beide so viel zu bieten.

Das süße Fruchtfleisch des Johannisbrotbaums wird getrocknet und zu Carobpulver vermahlen, das ähnlich wie Kakaopulver, aber nicht so bitter schmeckt. Es ist im Bioladen oder alternativ online erhältlich und enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe für deine Gesundheit:

  • 3,5 % Mineralstoffe wie Eisen, Calcium, Kalium, Magnesium
  • Vitamine A und B2
  • bis zu 45 % Stärke und Ballaststoffe
  • nur 1 % Fett und 5 % Eiweiß
  • jedoch kein Theobromin (Kakao kann bis zu 25 Milligramm der mit dem Koffein verwandten Substanz enthalten)

Wie du die frische Frucht und das daraus gewonnene Carobpulver vielseitig verwenden kannst, zeigen die folgenden Tipps.

1. Die frische Schote

Frisch vom Baum gepflückt schmeckt die Schote fruchtig süß wie Datteln, ein toller Snack zum Knabbern. Solltest du im Urlaub über einen solchen Baum am Wegesrand stolpern, dann lass ihn dir nicht entgehen. Die Frucht ist reif, wenn sie sich dunkelbraun bis schwarz färbt. Löcher und weiche Stellen deuten auf kleine Bewohner hin, weshalb du diese Früchte meiden solltest. Ein Entfernen der Schale ist nicht notwendig. Mit etwas Glück findest du die frische Frucht manchmal auch in Bioläden und Reformhäusern.

Diese Alternative zum Kakao aus dem Mittelmeerraum süßt nicht nur den Kuchen oder die heiße Schokolade, Carobschoten können sogar die Potenz steigern!

2. Die getrocknete Schote

Eine getrocknete Schote des Johannisbrotbaums ist lange haltbar und kann online bezogen werden. Ihr Geruch ist allerdings nichts für feine Nasen. Doch wer den Geschmack liebt, wird das wie beim stinkenden Käse tolerieren. Die getrockneten Schoten kannst du in Tee und Getränke eintunkten und wie einen Keks essen.

Diese Alternative zum Kakao aus dem Mittelmeerraum süßt nicht nur den Kuchen oder die heiße Schokolade, Carobschoten können sogar die Potenz steigern!

3. Das getrocknete, gemahlene Fruchtmehl – das Carobpulver

Viel nützlicher als die frischen Früchte ist das durch Trocknen und Mahlen gewonnene Carobpulver. Es dient als vielseitiger Ersatz für Kakaopulver in allen Funktionen, wirkt aber zusätzlich basisch.

Verwendung als Kakao

Zwei bis drei gehäufte Teelöffel in etwas kalte oder warme Milch geben. So lange umrühren, bis sich das Pulver aufgelöst hat. Erst dann das Gefäß mit weiterer Milch auffüllen, bis der persönliche Geschmackspunkt erreicht ist.

Sollte sich das Pulver nicht richtig aufgelöst haben, schmeckt der Carobkakao nicht schokoladig und nussig, sondern eher etwas bitter wie Zartbitterschokolade.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten

In allen Rezepten mit Kakao kann das Kakaopulver durch Carobpulver ersetzt werden. Besonders gut eignet es sich für Kuchen, Kekse, Mousse, Pudding, Schokoladen-Aufstrich sowie kalte und warme Milchmixgetränke. Das Carobaroma harmoniert auch mit intensiven Aromen wie Orange, Zitrone, Zimt, Vanille und Nüssen. Bedenke aber, dass die angegebenen Süßungsmittel sparsamer eingesetzt werden, denn das Carobpulver enthält anders als Kakao schon natürliche Süße.

Diese Alternative zum Kakao aus dem Mittelmeerraum süßt nicht nur den Kuchen oder die heiße Schokolade, Carobschoten können sogar die Potenz steigern!

4. Saft, Sirup, Honig, Likör und Schnaps

Aus besonders zuckerreichen Sorten wird ein süßer, leicht karamellisierter Saft namens Kaftan gepresst. Weiterverarbeitet ergeben sich neue Produkte wie Sirup, Honig, Likör und Schnaps.

5. Medizinische Verwendung

Die enthaltenen Ballaststoffe sowie Einfach- und Mehrfachzucker sind verantwortlich dafür, dass das Carobpulver bei Durchfall und bei Verstopfung hilft. Dabei ist die Menge des Pulvers ausschlaggebend für die Wirkung.

Mehrmals täglich wird bei Durchfall ein Esslöffel des Pulvers mit zwei Esslöffeln Wasser vermischt und eingenommen. Bei Verstopfung verrührst du zwei bis drei Esslöffel mit sechs bis neun Esslöffeln Wasser.

Ein entzuckertes Carobpulver kann zusätzlich die Blutfettwerte kurzfristig senken und die Fettverbrennung anregen.

6. Steigerung der Libido und Spermienanzahl

Wer seiner Libido oder den langsamen und chillenden Spermien etwas mehr Turbo verpassen möchte, könnte mit den Schoten des Johannisbrotbaums eine natürliche Kur durchführen. Auch bei Potenzschwäche in Folge einer Entzündung der Prostata oder einer gutartigen Prostatavergrößerung kann diese unterstützende Behandlung nützlich sein.

Die Johannisbrot-Kur dauert drei Monate. Dabei werden die Schoten zu einem Sud verarbeitet. In der ersten Woche wird jeweils die Hälfte morgens und abends auf nüchternen Magen getrunken. In der nachfolgenden Woche entfällt der morgendliche Trunk und der abendliche wird vor dem Schlafengehen zu sich genommen. Nach drei Monaten kann der Trunk nach Bedarf weiter eingenommen werden. Für die Kur benötigst du:

  • 7-8 Schoten der Früchte des Johannisbrotbaums (z.B. diese hier)
  • ½ Liter Wasser
  • Topf
  • Sieb

Und so bereitest du sie zu:

  1. Die Schoten in vier Stücke schneiden
  2. In einen Topf mit einem halben Liter kochendem Wasser geben und zugedeckt vier Minuten kochen
  3. Die Temperaturzufuhr ausschalten und 20 Minuten ziehen lassen
  4. Den Sud absieben und abkühlen lassen

Wissenswertes zum Johannisbrotbaum

  • Die Bäume wachsen unter anderem in Spanien, Italien, Portugal, Marokko, Zypern, Griechenland, Türkei, Algerien, Tunesien, Israel und Kroatien.
  • Die Farbe der Früchte ist anfangs hellgrün und wechselt dann zu rotbraun bis zu schwarz.
  • Erntezeit ist im September und Oktober, dabei werden die Früchte abgeschlagen, heruntergefallene Früchte sind überreif und verderben schnell.
  • Im Durchschnitt wachsen 75 kg Früchte an einem Baum. Bis zu 250 kg sind aber auch keine Seltenheit.

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Verwendest du Produkte des Johannisbrotbaums, oder hast du schon mal frische Schoten geknabbert? Wir freuen uns auf deine Erfahrungen, Ergänzungen und Ideen in den Kommentaren!