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Maulbeere – Superfood mit einer langen Geschichte
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Auch wenn die Maulbeere heutzutage kaum noch bei uns angebaut wird, kannst du sie wildwachsend finden, ernten und für deine Gesundheit nutzen.
Dalit Levi Pikiwiki Israel [CC BY 2.5], via Wikimedia Commons

Kennst du die Maulbeere? Vielleicht ist sie dir schon einmal als getrocknete Frucht im Bio-Laden begegnet. Diese gesunden Beeren schwimmen sanft auf der Welle der Superfoods mit und werden immer populärer. Genauso wie Goji Beeren, Moringa und Chia-Samen gedeihen Maulbeeren auch hierzulande und haben sogar eine lange Anbautradition in Europa. Mit etwas Glück findest du ein paar wilde Beeren und kannst sie frisch genießen. Was es mit diesen besonderen Früchten auf sich hat, möchte ich dir in diesem Beitrag näher bringen.

Geschichte der Maulbeeren

Es gibt weiße, rote und schwarze Maulbeeren, die jeweils aus verschiedenen Gebieten der Erde kommen: die weiße aus China, die rote aus Nordamerika und die schwarze Maulbeere aus Persien. Je nach Lage variiert die Größe der Bäume bzw. Sträucher zwischen 5 und 15 Metern, insgesamt existieren 12 verschiedene Sorten. In Europa fanden die Maulbeeren mit dem Aufkommen der Seidenraupenzucht Verbreitung. Sowohl in Südeuropa als auch im preußischen Raum wurde die weiße Maulbeere angebaut, um mit den Blättern Seidenspinner-Raupen zu züchten. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts verlor der Maulbeer-Anbau an Bedeutung, denn Import-Seide aus Fernost war wesentlich preiswerter. Heutzutage findet man nur noch vereinzelt wilde Sträucher oder Bäume.

Am weitesten verbreitet ist die schwarze Maulbeere, sie gedeiht speziell im Weinbauklima gut. Bei den alten Griechen galt sie als Symbol der Klugheit, weil sie die Knospen erst entfaltet, wenn keine Frostgefahr mehr besteht.

Erkennung und Ernte

Im Aussehen erinnern Maulbeeren an Brombeeren. Sie sind jedoch länglicher und haben einen kleinen Stiel, der mitverarbeitet und gegessen werden kann. Die weiße Maulbeere schmeckt sehr süß. Dagegen ist das Aroma der schwarzen Beeren eher fad, weshalb sie zum Frischverzehr, aber nicht zum Trocknen geeignet sind.

Auch wenn die Maulbeere heutzutage kaum noch bei uns angebaut wird, kannst du sie wildwachsend finden, ernten und für deine Gesundheit nutzen.

Üblicherweise erfolgt die Ernte der Maulbeeren mittels großer Planen unter den Bäumen. Sie müssen innerhalb eines Tages verarbeitet werden, weil sie sonst schnell verderben. Dieser Umstand erklärt, warum sie nur in getrockneter Form im Handel zu finden sind. Wenn du allerdings in Parks oder bei Gartenfreunden frische Maulbeeren findest, solltest du die Gelegenheit nutzen – es lohnt sich! Aber Achtung, es gibt einen guten Grund, weshalb schwarze Maulbeeren auch als natürliches Mittel zur Textilfärbung genutzt werden!

Wenn du keinen Strauch in deiner Nähe kennst, solltest du einmal auf dieser Karte nachsehen.

Inhaltsstoffe und ihre Wirkung

Die Maulbeere liefert dem Körper viel pflanzliches Eiweiß. Sie schützt vor freien Radikalen und enthält außerdem eine Menge Mineralstoffe in nennenswertem Umfang, dazu gehören Eisen, Zink, Calcium, Kalium, Natrium und Magnesium. In getrockneten Beeren finden sich zudem hohe Anteile an Vitamin C, E, B6 und Aminosäuren.
Wegen des hohen Pektingehalts ist die schwarze Maulbeere nicht so süß wie die weiße und die rote Maulbeere. Sie kurbelt jedoch besonders gut die Verdauung an und stärkt das Immunsystem.

Maulbeeren werden außerdem bei Eisenmangel-Anämie empfohlen. Ein Aufguss aus Maulbeerblättern wirkt cholesterinsenkend und positiv bei Diabetes mellitus.

Anwendungen für die Maulbeere

Frische Früchte kannst du sofort verspeisen oder zu Saft, Smoothies und Sirup verarbeiten. Der Sirup und auch reiner Maulbeersaft helfen bei Husten und Halsschmerzen, da sie schleimlösend wirken.

Gemischt mit anderen Früchten, wie z.B. Kirschen, kannst du Maulbeeren auch als Kuchenbelag oder zur Herstellung von Marmelade und Gelee verwenden.

Auch wenn die Maulbeere heutzutage kaum noch bei uns angebaut wird, kannst du sie wildwachsend finden, ernten und für deine Gesundheit nutzen.
malenki [GFDL or CC BY 3.0], via Wikimedia Commons
Die weißen und roten Maulbeeren eignen sich außerdem zur Herstellung von Fruchtleder mit Hilfe eines Dörrautomaten

Getrocknete Maulbeeren kannst du im Müsli oder in Teemischungen nutzen. Ein Teeaufguss der Früchte sowie der Blätter hilft bei Schleimhautentzündungen der Mundhöhle und bei Blasenentzündung bzw. Harnwegsinfekten.

Weitere interessante Rezepte mit Maulbeeren findest du in dieser PDF-Datei des Landratsamt Roth.

Hast du Erfahrungen mit dem Sammeln und Verarbeiten von Maulbeeren? Dann hinterlasse uns unten gern einen Kommentar!

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