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Kokosöl-Deocreme aus drei Zutaten: schnell, wirksam und gesund
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Ein Deo ohne chemische Zusätze? Das kannst du einfach selbst herstellen! In wenigen Schritten, mit nur drei Zutaten und frei von Aluminium, EDTA & Co!

Ja ich schwitze, und das ist auch ganz natürlich. Mein Deo muss eigentlich nur drei Dinge tun: Es soll Gerüche verhindern (oder unterbinden), Schweiß reduzieren und dabei gut zur Haut sein. Konventionelle Deos enthalten erstaunlich viele Zutaten mit unaussprechlichen Namen, oftmals auch Aluminiumverbindungen. Gerade dieses Aluminium möchte ich nicht auf meiner Haut, denn immer häufiger hört man von einem direkten Zusammenhang zwischen Aluminium und dem Auftreten von Alzheimer und Brustkrebs.

Zum Glück werden immer mehr Verbraucher darauf aufmerksam und suchen nach Alternativen. Etlichen Herstellern der großen Marken ist das nicht entgangen. Daher liest man immer häufiger auf dem Etikett den Zusatz „ohne Aluminium“. Das ist ja schön, dachte ich mir, dass jetzt langsam angefangen wird, wenigstens einen der chemischen Inhaltsstoffe wegzulassen, aber was ist mit den anderen, ungesunden Zusätzen? Der allergrößte Teil dieser Stoffe lässt sich vermeiden, indem man auf Naturkosmetik zurück greift.

Es geht aber noch viel einfacher, viele Kosmetikartikel lassen sich nämlich ohne große Mühe selbst herstellen. Ich bin ein Freund der einfachen Dinge. Am liebsten rühre ich mir Cremes mit ganz wenigen Zutaten an, so wie meine Deo-Creme, die ich dir hier vorstelle. Sie besteht aus nur drei Zutaten – oder vier, denn du kannst nach Wunsch noch ein ätherisches Öl zum Beduften hinzufügen.

Kokosöl-Deodorant herstellen

Die Herstellung dieser Deo-Creme ist ganz einfach. Du benötigst dafür folgende Zutaten

  • 3 TL Kokosöl (ich habe gute Erfahrungen mit dieser Sorte gemacht)
  • 2 TL Natron (in der Backabteilung, der Drogerie oder online)
  • 2 TL Kartoffelstärke (oder Mais- oder Pfeilwurzstärke)
  • Eventuell ein ätherisches Öl deiner Wahl für den Duft, ca. 10 Tropfen
  • Schüssel zum Anrühren
  • Löffel
  • Behälter, um das fertige Deo abzufüllen, ich verwende dafür Salbentiegel (gibt es preiswert online in verschiedenen Größen)

Im Sommer wird Kokosöl von allein flüssig. Dann kannst du es gleich so verwenden. Sollte es noch fest sein, erwärme es einfach ein bisschen im Wasserbad.

Vorgehensweise:

  1. Natron und Stärke gleichmäßig vermischen
  2. Einen Teil des flüssigen Kokosöls hinzufügen (nicht alles auf einmal, damit man die Konsistenz besser steuern kann)
  3. Alles gut miteinander verrühren, bis eine cremige Paste entsteht
  4. Bei Bedarf mehr Kokosöl ergänzen, bis eine weiche Creme entstanden ist
  5. Zum Schluss optional 10 Tropfen ätherisches Öl einarbeiten für den Duft
  6. Die Deo-Creme in einen Tiegel umfüllen – fertig

Zur Anwendung einfach mit dem Finger eine erbsengroße Menge entnehmen. Die Achseln damit eincremen und kurz einziehen lassen.

Tipp: Wenn du mehr Stärke verwendest und dir so eine festere Deo-Creme anrührst, kannst du diese anstatt in einen Tiegel auch in einen leeren Deo-Stick-Behälter einfüllen. Diesen stellst du für zwei Stunden in den Kühlschrank, um die Creme aushärten zu lassen. Dann hast du einen richtigen Deo-Stick. Natürlich wird der Stick im Hochsommer wieder etwas weich werden, bewahre ihn dann immer im Kühlschrank auf.

Achtung: Die Deo-Creme könnte eventuell auf frisch rasierter Haut ein bisschen brennen, je nachdem, wie empfindlich deine Haut ist. Solltest du zu hyperempfindlicher Haut neigen, solltest du dieses Deo vielleicht nicht jeden Tag anwenden, da dann das Natron eventuell zu aggressiv wirken und die Haut unter den Achseln etwas reizen könnte. In dem Fall kannst du besser Deo-Rezepte ohne Natron verwenden.

Ich benutze Kaiser Natron, aber wenn du ein feineres Deo herstellen möchtest, kannst du auch Natron kaufen, welches etwas feiner ist.

Warum diese Zutaten?

Warum habe ich in diesem Deo Kokosöl verwendet und nicht irgendein anderes Öl?
Kokosöl enthält viel Laurinsäure, die antibakteriell und entzündungshemmend wirkt. Sie schützt die Haut vor Bakterien, Keimen und Pilzen. Ganz frischer Schweiß riecht überhaupt nicht. Aber warum fängt er an, so unangenehm zu riechen? Schuld sind Bakterien, die ihn zersetzen, und genau dagegen wirkt das Kokosöl.

Natron wirkt ebenso antibakteriell und ist ein wichtiger Bestandteil in vielen Rezepten für selbstgemachte Deodorants. Wenn du noch kein Natron im Haushalt hast, solltest du dir unbedingt die Liste vielseitiger Anwendungen für dieses kleine Wundermittel ansehen.

Die Stärke dient hauptsächlich zum Andicken. Wenn du experimentierfreudig bist, kannst du das Rezept auch mit Bienenwachs, Carnaubawachs oder Jojobawachs probieren.

Ätherische Öle sind fantastisch für den Geruch und du kannst frei experimentieren. Es gibt aber einige ätherische Öle, die sich besonders gut für Deos eignen, dazu gehören Lavendelöl, Salbeiöl und Muskatellersalbei.

Hier erfährst du, was beim Kauf und bei der Anwendung von ätherischen Ölen zu beachten ist.

Diese Deo-Creme ist kein Antitranspirant und hemmt allenfalls leicht die Schweißproduktion. Natürlich schwitzt man trotzdem, was auch gut ist, denn darüber reguliert unser Körper natürlich seine Temperatur. Es entsteht aber kein Geruch! Bei mir hat dieses Deo den Härtetest bestanden: Hochsommerliche 36 Grad plus abendliche Gartenarbeit. Mit dem Ergebnis: Keinerlei Geruch!

Ein Deo ohne chemische Zusätze? Das kannst du einfach selbst herstellen! In wenigen Schritten, mit nur drei Zutaten und frei von Aluminium, EDTA & Co!

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Hast du auch schon mal ein Deo selbst gemacht? War es eine Creme oder ein Spray, und welche Zutaten hast du dafür verwendet? Teile deine Ideen in den Kommentaren!