Johannisbeergelee selber machen – Grundrezept und Variationen
Sobald die Johannisbeersträucher im Sommer reichlich Früchte tragen, ist der ideale Zeitpunkt gekommen, einen Teil der üppigen Ernte für die kältere Jahreszeit zu konservieren. Das geht besonders einfach und lecker mit der Zubereitung eines süß-sauren Johannisbeergelees!
Der fruchtige Aufstrich zählt nicht nur zu den Klassikern auf dem Frühstückstisch, sondern verleiht auch Desserts das gewisse Etwas. Selbst dunkle Soßen lassen sich mit einem Löffelchen Johannisbeergelee verfeinern. Wenn du bisher keine Erfahrung mit der Zubereitung von Gelees hast, wirst du staunen, wie einfach du aus wenigen Zutaten einen köstlichen Vorrat zaubern kannst.
Rezept für Johannisbeergelee
Schwierigkeit: Einfach40
Portionen45
kcal30
MinutenDie Zubereitung des Johannisbeergelees erfolgt in zwei einfachen Schritten. Zunächst entsaftest du die Früchte, anschließend wird daraus das Gelee hergestellt. Da anders als für eine Marmelade ausschließlich der durchgefilterte Saft verwendet wird, kannst du die Beeren zeitsparend direkt samt Rispen auskochen. Wenn du verhindern möchtest, dass ein paar Bitterstoffe aus den Stielen in den Aufstrich gelangen, befreie die Früchte vorab lieber von ihrem Grün.
Zutaten
1 kg Johannisbeeren (rot, schwarz, weiß oder gemischt)
Gelierzucker (wahlweise 2:1 oder 3:1)
1 Schuss Wasser
optional etwas Zitronensaft
Zubereitung
- Johannisbeersaft herstellen
- Johannisbeeren gründlich waschen. Falls du dich für das Entstielen entscheidest, streifst du die einzelnen Früchte am besten mithilfe einer Gabel von den Rispen ab.
- Die vorbereiteten Beeren zusammen mit einem kleinen Schuss Wasser in einen großen Topf geben.
- Die Beeren bei mittlerer Hitze weichkochen (ca. 10 bis 15 Minuten). Dabei die Masse mit einem Kartoffelstampfer leicht zerdrücken, damit die Flüssigkeit besser austritt.
- Passiertuch in einem Sieb ausbreiten und das Sieb über eine große Schüssel legen.
- Die heiße Beerenmasse in das Passiertuch gießen und den Saft in der Schüssel auffangen. Die Masse am besten in Ruhe abtropfen lassen, damit das Gelee später schön klar wird. Falls es schneller gehen muss: Auf eine angenehme Temperatur abkühlen lassen, bevor du das Tuch vorsichtig auswringst.
- Aus einem Kilogramm Beeren erhältst du erfahrungsgemäß etwa 600 bis 700 ml Saft. Wiege die gewonnene Menge ab und passe die Menge des Gelierzuckers entsprechend der Packungsanweisung an.
- Johannisbeergelee herstellen
- Den gewonnenen Johannisbeersaft zusammen mit Gelierzucker zurück in den gesäuberten Topf. Die Flüssigkeit unter Rühren zum Kochen bringen und für 3 bis 4 Minuten sprudelnd kochen (vgl. die Zeitangabe auf der Gelierzucker-Packung). Mach eine Gelierprobe: Gib einen halben Teelöffel der heißen Flüssigkeit auf einen kleinen, kühlen Teller. Wird der Tropfen nach wenigen Sekunden fest, hat dein Aufstrich die richtige Konsistenz erreicht. Fließt er hingegen noch zu stark, koche alles eine Minute länger.
- Nach erfolgreicher Gelierprobe die heiße Masse zügig in vorbereitete, sterile Schraubgläser abfüllen. Stelle die Gläser dafür am besten auf ein feuchtes Küchentuch, um zu verhindern, dass das Glas durch den Temperaturunterschied platzt.
- Die Gläser sofort fest verschließen und vollständig abkühlen lassen.
Tipp
- Mit herkömmlichem Zucker kannst du aus dem Johannisbeersaft, den du im ersten Schritt hergestellt hast, alternativ auch einen leckeren Fruchtsirup selber machen.
Haltbarkeit und richtige Lagerung
Hygienische Arbeitsweise und saubere Gläser bilden die wichtigste Grundlage für eine lange Haltbarkeit. Richtig gelagert hält sich ein selbst gemachtes Johannisbeergelee problemlos ein ganzes Jahr, oft sogar deutlich länger.
Bewahre die verschlossenen Gläser am besten an einem dunklen, kühlen Ort (Keller oder Speisekammer) auf, damit die leuchtende Farbe und das intensive Aroma optimal erhalten bleiben. Sobald du ein Glas anbrichst, gehört es in den Kühlschrank und sollte zügig verbraucht werden.
Tipps für Variationen
Das Grundrezept lässt sich wunderbar an den eigenen Geschmack anpassen und bietet viel Raum für kreative Experimente in der Küche. Rote Johannisbeeren ergeben ein helles, leuchtendes Gelee mit angenehm erfrischender, leicht säuerlicher Note, das zum Beispiel hervorragend zu süßem Hefegebäck passt.

Die schwarze Variante, Cassis, bringt eine tiefdunkle Farbe und ein deutlich intensiveres, herb-würziges Aroma mit sich, das besonders gut zu kräftigem Käse oder Wildgerichten harmoniert. Weiße Johannisbeeren stellen eine weitere, oft unterschätzte Alternative dar. Sie zaubern ein beinahe durchsichtiges, zartgoldenes Gelee, welches deutlich milder und süßer schmeckt als die rote Verwandtschaft.
Beide Sorten lassen sich auch miteinander kombinieren, um ein ausgewogenes Aroma zu erzielen, oder mit süßen Himbeeren ergänzen, deren milde Süße die natürliche Säure der Johannisbeeren wunderbar ausgleicht.
Feine Extras wie etwas Vanillemark (bzw. etwas selbst gemachter Vanillezucker) oder frische Minze setzen zusätzliche Akzente: Vanille rundet das herbe Aroma sanft ab, während Minze dem Gelee eine frische, sommerliche Note verleiht.
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Wie genießt du dein Johannisbeergelee am liebsten? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!
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