Grünkohl als perfekte Zutat – preiswert, regional und äußerst gesund

Mit Grünkohl kommst du gesund durch den Winter! Erfahre alles über seine Wirkung und entdecke köstliche Rezepte von klassisch bis modern.

Vergiss teure Pülverchen und Exoten aus Übersee: Das wahre Superfood wächst im Winter direkt vor unserer Haustür! Grünkohl hat sein verstaubtes Image als stundenlang zerkochte Beilage längst abgelegt und feiert als gesunde und vielseitige Zutat weltweit sein grünes Wunder. Zurecht, denn die krausen Blätter sind nicht nur absolute Vitalstoff-Bomben, sondern überraschen auch kulinarisch – ob knusprig als Chips, frisch im Salat oder als Power-Zutat im Smoothie.

Grünkohl für die Gesundheit

Gesundheitlich gesehen spielt das heimische Wintergemüse in der allerersten Liga. Hier sind die wichtigsten Vorzüge und Nährwerte im Detail.

Stärkt das Immunsystem

Mit ca. 93–120 mg Vitamin C pro 100 g (roh) deckt eine Portion bereits den kompletten Tagesbedarf. Zum Vergleich: Zitronen enthalten nur ca. 53 mg/100 g. Damit ist Grünkohl einer der stärksten regionalen Vitamin-C-Spender.1

Natürlicher Zellschutz

Grünkohl ist reich an Glucosinolaten. Beim Kauen entstehen daraus Indole (z. B. Indol-3-Carbinol) und Isothiocyanate. Das National Cancer Institute bestätigt, dass diese Stoffe in Studien das Wachstum von Krebszellen (u. a. Lunge, Darm) hemmen konnten.2

Stärkt die Knochen

Er ist eine der weltweit besten pflanzlichen Quellen für Vitamin K1. 100 g Grünkohl enthalten über 700 µg Vitamin K – das ist etwa das Zehnfache des Tagesbedarfs. Die Harvard School of Public Health betont die Wichtigkeit von Vitamin K für die Knochenmineralisierung.3

Wichtig: Gib etwas hochwertiges Pflanzenöl in die Gerichte mit Grünkohl, damit der Körper das fettlösliche Vitamin aufnehmen kann.

Gut für die Augen

Grünkohl liefert enorme Mengen der Carotinoide Lutein und Zeaxanthin (ca. 6.200 µg pro 100 g). Laut der American Optometric Association schützen diese Stoffe die Makula vor UV-Licht und senken das Risiko für Grauen Star und Makuladegeneration.4

Stärkt die Herzgesundheit

Eine Studie zeigte, dass Grünkohl-Saft helfen kann, das “schlechte” LDL-Cholesterin zu senken und das “gute” HDL zu erhöhen, was das Risiko für koronare Herzkrankheiten senkt.

Positiv für den Zuckerstoffwechsel

Meta-Analysen zeigen, dass der regelmäßige Verzehr von grünem Blattgemüse signifikant mit einem reduzierten Risiko für Typ-2-Diabetes korreliert.5

Wer verträgt keinen Grünkohl?

Zwar ist Grünkohl für die meisten Menschen gut verträglich und eine gesundere Bereicherung des Speiseplans. Falls du Vorerkrankungen hast, schau dir die folgenden Einschränkungen und Tipps an:

Schilddrüse: Menschen mit einer Unterfunktion sollten Grünkohl bevorzugt gedünstet essen. In roher Form (z. B. Smoothies) enthält er Goitrogene, die in großen Mengen die Jodaufnahme hemmen können; Hitze inaktiviert diese Stoffe.

Blutverdünner: Da Grünkohl sehr viel Vitamin K enthält, kann er die Wirkung von Gerinnungshemmern (Vitamin-K-Antagonisten) beeinflussen. Sprich hier am besten mit deinem Arzt.

Nieren: Bei einer Nierenschwäche ist Vorsicht geboten – allerdings nicht wegen der Oxalsäure (davon hat Grünkohl wenig), sondern wegen des hohen Kaliumgehalts.

Verdauung: Roher Kohl kann blähend wirken. Ihn kräftig zu „massieren“ (siehe Rezept) oder Gewürze wie Kümmel und Ingwer hinzuzufügen, macht ihn deutlich bekömmlicher.

Grünkohl-Rezept klassisch

Ein klassischer Grünkohl-Eintopf ist der perfekte Begleiter für die Winterzeit: Grünkohl, Kartoffeln und Karotten bilden eine aromatische Basis voller Vitalstoffe. Das beliebte Gericht lässt sich deftig-traditionell mit Kassler oder Pinkel zubereiten oder vegetarisch mit veganen Würstchen, Räuchertofu und Kichererbsen. So trifft er jeden Geschmack.

Aromatisch, gesund und sättigend: Mit unserem Grünkohl-Eintopf-Rezept bereitest du den Winterklassiker klassisch oder vegetarisch zu.

Moderne Grünkohl-Rezepte

Verwendungsmöglichkeiten für Grünkohl in der Küche sind mannigfaltig. Du kannst ihn kochen, dünsten, dämpfen, füllen oder braten. Hier stellen wir dir einige moderne Kohlrezepte vor!

Grüner Smoothie

Ein Grünkohl-Smoothie eignet sich hervorragend als schnell zubereitete und vitalstoffreiche Frühstücksalternative. In unserem Rezept kommen neben Blattkohl weitere saisonale Zutaten ins Glas. Die Zubereitung ist denkbar simpel. Einfach alle Zutaten in einen Mixer geben und fein pürieren. Am besten frisch trinken.

Ein Grünkohl-Smoothie ist der perfekte Powerdrink für kalte Tage. Entdecke ein einfaches Rezept mit weiteren saisonalen Zutaten.

Grünkohlchips

Knusprig, würzig und gesund: Grünkohlchips! Die Blätter werden nicht frittiert, sondern nur fein mariniert. Nach gut 20 Minuten im Ofen verwandeln sie sich in einen federleichten Snack, der förmlich auf der Zunge zergeht. Klingt komisch? Schmeckt genial!

Im Winter gibt es nur wenig frisches Obst und Gemüse. Grünkohl gehört zu den wenigen Ausnahmen. Mit diesem Rezept genießt du ihn einmal etwas anders!

Grünkohlsalat

Dieser Grünkohlsalat mit ofengerösteter Süßkartoffel ist der Beweis, dass Kohl auch roh ein echter Genuss sein kann. Der Trick? Eine kleine Massage! Wir zeigen dir, wie du in 45 Minuten einen gesunden Wintersalat zauberst, der warm und kalt schmeckt.

Lust auf Vitamine statt Winterblues? Unser lauwarmer Grünkohlsalat mit gerösteten Süßkartoffeln ist das perfekte Soulfood für kalte Tage!

Grünkohlpesto

Pesto mal anders genießt du mit einem selbst gemachten Grünkohlpesto. Es schmeckt als Topping zu Pasta, du kannst es aber auch als Dipp oder gesundes Topping für deine Brotzeit genießen.

Der aromatische Geschmack des vitalstoffreichen Kohlgemüses macht Grünkohlpesto zu einem schnellen Gaumenschmaus - auf Brot oder Pasta.

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Kennst noch andere spannende Rezepte mit Grünkohl? Dann teile sie mit uns und unseren Lesern in einem Kommentar!

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Mit Grünkohl kommst du gesund durch den Winter! Erfahre alles über seine Wirkung und entdecke köstliche Rezepte von klassisch bis modern.
  1. Kale, raw. (2019). U.S. Department Of Agriculture. ↩︎
  2. Cruciferous Vegetables and Cancer Prevention. (2012, 7. Juni). Cancer.gov. ↩︎
  3. Admin. (2024, 7. November). Vitamin K • The Nutrition Source. The Nutrition Source – Harvard Chan School. ↩︎
  4. Diet and Nutrition. (o. D.). AOA. ↩︎
  5. Carter, P., Troughton, J. & Davies, M. J. (2010). Fruit and vegetable intake and incidence of Type 2 diabetes mellitus: systematic review and meta-analysis. ↩︎

20 Kommentare
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  1. Danke für die Anregungen. Gibt es ein (vielleicht sogar schmackhaftes) Rezept für die Stängel? Ich möchte sie nicht wegwerfen, habe sie aber samt arbeitsaufwändiger Schälaktion nicht in eine (für uns) akzeptable essbare Form bringen können (nicht nur die Kinder, auch die “Großen” suchen die Stiele aus dem Essen raus).

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    • Hallo Sabine, hast du sie getrennt und etwas länger gegart? Alternativ könnte man sie im Mixer zu einem grünen Smoothie oder in einem Pesto verarbeiten. Liebe Grüße Sylvia

    • Ich verwende dicke Stängel und Strünke gerne (sehr) klein geschnitten auf einer Gemüse-Quiche. Alternativ kann man sie auch in dünne Scheiben geschnitten mit dem Reis zusammen garen, bis alles weich ist, und erst dann mit dem Rest vermengen. Das funktioniert auch mit anderen harten Gemüsesorten, wie z. B. Karotten.

  2. Mein Grünkohlbaum (ca.1m hoch) im Garten hat auf diesen Post gewartet, vielen Dank für die leckeren Inspirationen, auch SiBas idee zu Dörren und den Kohl als Gewürz zu verwenden ist klasse, habe ich bis mit Bärlauch gemacht. Ein frischer Salat von Christina ist eine schöne Abwechslung. Ansonsten an dieser Stelle einen Glückwunsch an die Autoren der Antworten so eloquent und diplomatisch mit… »herausfordernden » Kommentaren umzugehen, damit schafft ihr das Miteinander, was jetzt das wichtigste ist, was wir erschaffen müssen sen. Grünkohl mit Philosophie gewürzt, was ein Wintergericht! 🌿😉

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  3. Bin da ehrlich. Meine Kinder essen sowas nicht. Aber ich gebe Grünkohl in den Dörrautomaten. Nach der Trocknung kommt er und andere Kohl-und Gemüsearten in den Mixer. Damit habe ich ein aromatisches Pulver für Salatmarinaden, vegane Bratlinge oder Brühe.

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  4. Christine

    Auch bei uns gibt es Grünkohl als Salat.
    – Grünkohl waschen, von den Strünken befreien und in kleine Streifen schneiden
    – 1 kleingeschnittenen Apfel
    – 1 rote Zwiebel
    – ein Eßl. Korinthen oder Rosinen
    – reichlich gehackte Walnüsse
    – Salz, Pfeffer, Senf, Öl und Essig
    – zum Schluss auf den fertigen Salat kleine Stückchen Roquefort-Käse (kann man, muss aber nicht) wichtig finde ich lediglich, dass es ein sehr kräftiger Käse sein soll.

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  5. Staune, dass Ihr Paprika verwendet im Winter – ist nicht grad so saisonal…

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    • smarticular.net
      smarticular.net

      Hallo Corinna,
      du kannst sie ganz nach persönlicher Vorliebe weglassen oder durch etwas anderes ersetzen.
      Liebe Grüße

    • Danke – ich gehe auch davon aus, dass man die Paprika weglassen kann. Finde es nur enttäuschend von einer Seite, die nachhaltiges Leben propagiert, dass sie so inkonsequent ist und Rezepte vorschlägt mit solchen Zutaten, die nicht nachhaltig sind…

    • smarticular.net
      smarticular.net

      Damit hast du natürlich einerseits Recht – andererseits betreiben wir keinen Perfektionismus mit maximalen Einschränkungen, sondern versuchen immer mit Augenmaß vorzugehen. Paprika gibt es derzeit auch frisch von unseren europäischen Nachbarn, da müssen die Transportwege gar nicht lang sein. Letztlich wollen wir Ideen geben, aber niemandem das selbständige Denken abnehmen. Ob im konkreten Fall eine bestimmte Zutat infrage kommt oder nicht, muss jede/r selbst entscheiden.
      Liebe Grüße

  6. Grünkohl WÄRE (!) ein sehr wertvolles Gemüse, wenn da nicht diese Art von Rezepten wäre… erstmal in Wasser kochen, dann nochmal in Wasser abschrecken, dann nochmal das Restwasser rausdrücken…, und wenn ich den letzten Inhaltsstoff dann sogfältig entfernt habe, dann würzen und essen! Guten Appetit!

    Antworten
    • smarticular.net
      smarticular.net

      Bei den beschriebenen schonenden Garmethoden, und insbesondere roh im Smoothie, bleiben die allermeisten Vitalstoffe erhalten – schöne Arten, den regionalen Grünkohl öfter zu genießen 💚
      Liebe Grüße

    • Naja, für mich klingt das dennoch einfach nur nach der Standardaussage (Ausrede) der Lebensmittellobby incl. der ehemaligen Landwirtschaftsministerin: („jeder Kunde soll selbst entscheiden können, daher keine festlichen Bestimmungen bezüglich Angebot, Kennzeichnung etc.“ Ich kanns nicht mehr hören bzw. lesen!
      Warum nicht einfach nur zugegeben, ja das war ein Fehler. Fertig. Das stünde Euch besser zu Gesicht…

    • smarticular.net
      smarticular.net

      Hallo Clemens, worauf genau bezieht sich dein Kommentar, was ist in deinen Augen ein Fehler? Beschrieben sind nur schonende Zubereitungsmethoden, die allesamt einen großen Anteil der enthaltenen Vitalstoffe erhalten und den Kohl leicht verdaulich machen.
      Liebe Grüße

  7. Eleonora Leonhardt

    Grünkohl am liebsten als Salat. Dazu befreie ich die Wedel von den Blattrippen und blanchiere die Blätter ca. 2-3 min. In Eiswasser abschrecken, kleinschneiden, mit einer kräftigen vinaigrette aus Knoblauch,Salz Pfeffer Senf Essig 1Tl Honig Olivenöl und steirisches Kürbiskernöl gut mischen. Vor dem Servieren noch eine Handvoll geröstete Walnusskerne unterheben. Kööööstlich

    Guten Hunger

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    • Das hört sich sehr lecker an. Ich werde es demnächst ausprobieren. Danke für das Rezept ! 💋

  8. Da ich immer wieder die Erfahrung mache, dass viele Leute erstaunt gucken, wenn ich sage, dass es bei mir in der Grünkohlsaison mehrmals Eintopf gibt, werfe ich das hier einfach mal als Anregung in den Raum – einfach mal Grünkohl anstelle der Karotten, Bohnen oder des sonstigen Gemüses in die Brühe werfen – wer Grünkohl mag, wird diesen Eintopf lieben :D

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    • Genau, ich hau den Grünkohl in meine Graupensuppe: sehr lecker 😋

  9. Eva Bongartz

    Laut neuester Erkenntnisse beugt regelmässiger Verzehr von Grünkohl auch erhöhten Augeninnendruck (Glaukom) vor, das bei der heutig allgemein üblichen Ernährung mit vielen Nahrungsmittelzusätzen, Weissmehl, Zucker, Kaffeekosum etc. für jeden ein erhöhtes Risiko darstellt, daran zu erkranken – ähnlich wie bei Diabetes, wobei auch immer jüngere Menschen daran erkranken. Eine Rolle spielt in beiden Fällen u.a. die Insulinresistenz, die durch ständiges “Hochputschen” des Blutzuckers die natürlichen Abläufe des Stoffwechsels überreizt, ebenso wie ständiges “Zwischendurch-Kleinigkeiten-Essen” – nur so als Ideen zum Selber-weiter-forschen…

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