Altes Saatgut kostenlos tauschen mit einer Saatgut-Tauschbox

Statt Samen neu zu kaufen, kannst du Saatgut kostenlos tauschen mit einer Saatgut-Tauschbox und gleichzeitig alte Sorten vor dem Aussterben bewahren.

Wer selber gärtnert, hat vielleicht Samen von besonders wohlschmeckendem Gemüse übrig. Dafür hat der Nachbar Kräuter, die es im Gartencenter nicht gibt. Es lohnt sich, solche Sämereien zu tauschen, zum Beispiel über eine Saatgut-Tauschbox. So lässt sich nicht nur altes Saatgut kostenlos weitergeben, sondern auch die Biodiversität der Natur bewahren.

Saatgut tauschen – so funktioniert’s

Um oft bereits vom Aussterben bedrohte alte Gemüsesorten, Obst und Kräuter zu bewahren, kannst du ihr Saatgut mit Nachbarn und Freunden, aber auch mit anderen Hobbygärtnern tauschen. Der Austausch über den Gartenzaun oder im Freundeskreis ist einfach. 

Es lohnt sich, alte, robuste und schmackhafte Obst- und Gemüsesorten zu erhalten. Vermehre und teile dafür Saatgut alter Sorten aus deinem Garten!

Um “Samenspenden” von seltenen alten Gemüsesorten auch im größeren Umkreis zu verbreiten, gibt es virtuelle Tauschbörsen wie etwa tauschgarten.de. Alternativ kannst du selbst eine Saatgut-Tauschbox an einem öffentlich zugänglichen, wettergeschützten Ort aufstellen – zum Beispiel in der Stadtbücherei, einem Repairshop, Gemeinschaftsgärten oder interessierten Geschäften.

Auf der Seite freiessaatgut.de kannst du herausfinden, ob es in deiner Nähe bereits eine solche Tauschbox gibt.

Eine Saatgut-Tauschbox bauen und aufstellen

Alles, was du für eine Saatgut-Tauschbox brauchst, ist eine Kiste (zum Beispiel einen großen Schuh- oder Versandkarton oder auch einen alten Holzkasten), ein Stück stabile Pappe als Unterteilung sowie einige Saatguttütchen für den Start.

Statt Samen neu zu kaufen, kannst du Saatgut kostenlos tauschen mit einer Saatgut-Tauschbox und gleichzeitig alte Sorten vor dem Aussterben bewahren.

Tipp: Ein alter Karteikasten in DIN-A-6-Größe lässt sich ohne weitere Unterteilungen perfekt als Tauschbox verwenden.

Benötigte Zeit: 30 Minuten.

So verwandelst du einen Karton oder eine Kiste in eine Saatgut-Tauschbox:

  1. Kiste unterteilen

    Mit Unterteilungen in der Kiste lassen sich verschiedene Bereiche, zum Beispiel für Obst, Gemüse und Kräuter, einrichten. Die Pappe dafür in Streifen schneiden, die so breit sind, wie der Karton hoch und so lang wie der Karton tief ist. Die Streifen mit Papierklebeband oder biologisch abbaubarem Klebeband in der Kiste befestigen. Die Fächer sind am besten zwölf Zentimeter breit, damit auch handelsübliche große Samentütchen Platz finden. Statt Samen neu zu kaufen, kannst du Saatgut kostenlos tauschen mit einer Saatgut-Tauschbox und gleichzeitig alte Sorten vor dem Aussterben bewahren.

  2. Kiste ausstatten

    Es empfiehlt sich, die Box bereits mit einigen Saatgut-Tütchen auszustatten, um den Tauschkreislauf in Gang zu bringen. Dafür selbst geerntetes oder Reste von gekauftem, samenfestem Bio-Saatgut einer Sorte in selbst gefaltete Samentütchen oder Briefumschläge füllen und verschließen. Die Tütchen am besten wie folgt beschriften:

    – deutscher Name (botanischer Name) “Sortenname” (Beispiel: Wildtomate (Lycopersicon pimpinellifolium) “Rote Murmel”)
    – Jahr, in dem das Saatgut geerntet wurde
    – Aussaatzeitpunkt
    – evtl. Pflegehinweise

    Tipp: Wenn du keine Sämereien für den Start besitzt, kannst du auf Bio-Saatgut aus unserem Shop zurückgreifen.

    Um es den Tauschenden einfacher zu machen, kannst du auch leere Tütchen zum Befüllen in der Box deponieren.

  3. Beschriftung anbringen

    Die einzelnen Fächer je nach gewünschter Befüllung am vorderen Rand beschriften. Im Deckel der geöffneten Kiste (oder in der Nähe) am besten eine kurze Bedienungsanleitung anbringen. Darin steht zum Beispiel, dass Geben, Nehmen und Tauschen von sortenreinem Bio-Saatgut gewünscht ist. Alternativ kannst du auch diese Vorlage der Initiative essbares Darmstadt ausdrucken und deine Box damit bekleben.

Tipp: Wenn du möchtest, kannst du die Box noch dekorieren oder bemalen, zum Beispiel mit buntem Gemüse :-)

Die besten Tipps kostenlos per Mail

Viel Spaß beim Samentausch und mit neuen, überraschenden Sorten! Damit die Freude am Tauschen möglichst ungetrübt bleibt, kontrollierst du die Box am besten regelmäßig und räumst falsch einsortiertes oder nicht geeignetes Saatgut auf.

Warum Saatgut tauschen?

Handelsübliche Obst- und Gemüsesorten stammen meist von besonders ertragreichen, aber empfindlichen Hybrid-Pflanzen, die sich durch Samen nicht mehr vermehren lassen. Und auch im Gartencenter wird immer häufiger hybrides Saatgut verkauft. 

Durch natürliche Auslese entstandene Sorten sind dagegen meist besonders robust, bieten fast vergessene Geschmackserlebnisse, Farben und Formen oder sind sogar für Heuschnupfengeplagte besser verträglich. Es lohnt sich daher, im Garten und auf dem Balkon samenfeste alte Sorten zu vermehren, um die Biodiversität und den Kreislauf der Natur zu erhalten. 

Viele weitere Tipps und Anleitungen für einen naturnahen und gesunden Garten findest du auch in unserem Buch:

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Tipps und Tricks zum erfolgreichen Gärtnern mit Samen findest du in diesem Buch:

Welche Erfahrungen hast du mit dem Saatguttausch? Hinterlasse einen Kommentar und teile deine Erfahrungen und Ideen mit unseren Lesern!

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  1. Das ist eine super Idee.

    Nur mit den interessierten Läden ist das so eine Sache, selbst der örtliche Drogeriemarkt verkauft ja teure Saatguttüten und hat da wohl wenig Interesse dran. Aber die örtliche Bücherhalle wäre eine Möglichkeit.

    Ich habe dieses Jahr ein paar Tomatenpflanzen der Sorte Sweet Million ausgesät (selbst gespuckt). 6 Pflanzen sind aufgegangen und eine konnte ich verschenken. Da es leider hier inzwischen sehr kühl geworden ist und ich diese Pflanzen letzte Woche in Kübel nach draußen gesetzt habe, kümmern sie etwas. Habe sie auch erstmal in den Halbschatten gestellt, dass sie nicht gleich einen Sonnenbrand bekommen.

    Übrigens eine sehr, sehr leckere und ertragreiche Cherrytomate, die ihren Namen wirklich zu Recht trägt. Ich versuche, mal ein Foto vom letzten Jahr anzuhängen.

    2

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