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6 Wege, um deinen Palmölkonsum zu reduzieren – der Umwelt zuliebe
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Palmöl ist in vielen Lebensmitteln und Kosmetik enthalten, ohne dass wir es wahrnehmen. Diese Tipps helfen, deinen Palmölkonsum deutlich zu reduzieren.

Palmöl, das aus den Früchten der tropischen Ölpalme gewonnen wird, besitzt scheinbar unersetzliche Eigenschaften. Jedes zweite Produkt im Supermarkt enthält Palmöl, und im Tank unserer Fahrzeuge landet es mittlerweile auch. Leider hat die Palmölgewinnung aber auch Schattenseiten: Regenwaldabholzung und Torfbrände, Landraub und schlechte Arbeitsbedingungen sind die Folge, so dass die massenhafte Verwendung von Palmöl für Leid und Zerstörung mit globalen Auswirkungen sorgt.

Viele Menschen haben das Problem erkannt und möchten den Palmölkonsum nach Möglichkeit reduzieren. Trotz dessen Allgegenwärtigkeit ist das gar nicht so schwer, wie es zunächst scheint. Im Folgenden stelle ich dir die sechs wichtigsten Bereiche vor, bei denen du ansetzen kannst, um deinen sichtbaren und unsichtbaren Verbrauch an Palmöl langfristig deutlich zu senken.

1. Energie sparen bedeutet Palmöl sparen

Laut einer Studie zum Palmölverbrauch 2015 sind 45 % des Verbrauchs in Deutschland (rund 500 Millionen Tonnen) auf den Energiesektor zurückzuführen. Das beinhaltet Strom aus durch Pflanzenöl betriebenen Blockheizkraftwerken, Wärme aus Bioheizöl und Transport in Form von Biodiesel. Um den Verbrauch fossiler Brennstoffe einzudämmen, wird vermehrt auf alternative “grüne” Energie gesetzt. Dazu zählt jedoch auch Energie aus nachwachsenden Rohstoffen wie Palm- und Rapsöl – vom Regen in die Traufe.

Die Lösung: Energie und Sprit sparen. Das ist natürlich ein komplexes Thema, und vielleicht hast du diesbezüglich ja schon deine ganz persönliche Methode. Auch bei der Wahl des Öko-Stromanbieters lohnt es sich, ganz genau hinzuschauen. Achte darauf, aus welchen Quellen er den Strom bezieht … und mach das Licht aus, wenn du gehst.

2. Auf Fertigprodukte verzichten

Auf Platz zwei des Palmölverbrauchs liegt mit rund 23 % der Lebensmittel-Sektor – der Bereich, in dem wir im Alltag am effektivsten ansetzen können. Die Rede ist dabei insbesondere von Fertigprodukten und Fast Food. Darunter befinden sich Tütensuppen, Instant-Nudeln, Tiefkühlpizza, Fertig-Soßen und Knabberzeug, aber auch sehr viele vegane Produkte! Insbesondere vegane Aufstriche, fertig gewürzte Fleischersatzprodukte oder vegane Süßigkeiten neigen zur Palmöl-Last, da es hier als Ersatz für tierische Fette dient.

Palmöl ist in vielen Lebensmitteln und Kosmetik enthalten, ohne dass wir es wahrnehmen. Diese Tipps helfen, deinen Palmölkonsum deutlich zu reduzieren.

Die beste Methode, den eigenen Palmölkonsum zu reduzieren, ist es, einen großen Bogen um Fertigprodukte jeglicher Art zu machen – sei das nun bio, vegan oder konventionell. Indem du selbst den Kochlöffel schwingst, würzt und marinierst und dabei weitestgehend frische Zutaten wie regionales Obst und Gemüse verwendest anstelle industriell vorgefertigter Hilfsprodukte, gehst du den größten Palmölsünden automatisch aus dem Weg.

3. Haustierfutter selbst zubereiten statt Fertigfutter

Ein wichtiger Faktor, der häufig außer Acht gelassen wird, ist der enorme Palmölgehalt in Tierfutter. So schafft es der Futtermittelsektor mit 145.000 Tonnen im Jahr auf Platz drei des deutschen Palmölverbrauchs. Darunter zählt sowohl Nutztier- als auch Haustierfutter. Wenn du als Haustierbesitzer deinen Liebling mit frischen Zutaten, beispielsweise Fleischresten direkt vom Bauern, und selbst gemachten Leckereien fütterst, kannst du sehr viel Palmöl im Alltag einsparen.

4. Inventur im Badezimmer

Mit rund 20.000 Tonnen Palmöl jährlich teilt sich die Kosmetik- und Pflegemittelindustrie gemeinsam mit den Wasch- und Reinigungsmitteln Platz fünf des Palmölverbrauchs in Deutschlands (auf Platz vier liegt der hier nicht besprochene Chemie-Sektor). Im Vergleich zu den vorherigen Punkten ist das zwar ein eher geringer Anteil, aber gerade in diesen Bereichen steckt viel Einsparungspotenzial.

Palmöl ist in vielen Lebensmitteln und Kosmetik enthalten, ohne dass wir es wahrnehmen. Diese Tipps helfen, deinen Palmölkonsum deutlich zu reduzieren.

Dass all die Cremes, Lotionen, Shampoos, Duschgels und Schminkartikel Palmöl aufweisen, ist vielen gar nicht bewusst. Das ist kein Wunder, denn hier versteckt sich der Teufel im Detail – oder besser gesagt hinter einem dichten Dschungel chemischer Bezeichnungen. Auf der Suche nach palmölfreien Alternativen lässt die Ernüchterung nicht lange auf sich warten. Es gibt nämlich kaum welche. Die Lösung liegt weniger im Kauf von Alternativen als vielmehr in einer kritischen Inventur des eigenen Badezimmers. Worauf kannst du in Zukunft verzichten? Das ist weit mehr als du zunächst glauben magst!

Einige scheinbar unersetzbare Dinge kannst du sehr einfach ohne Palmöl selber machen, wie etwa Deo, Duschgel oder Handcreme. Auch reine, regionale Öle, wie Raps- oder Sonnenblumenöl, eignen sich hervorragend zur Hautpflege und ersetzen Bodylotion, Cremes und Co.

Das richtige Öl gegen Pickel, Falten, Trockenheit oder Rötungen - hier findest du alles, was du wissen musst, um mit selbst gemachter Kosmetik aus Pflanzenölen deinen Hauttyp zu pflegen.

5. Ein Haushaltsreiniger für (fast) alles: Essigreiniger

Palmölderivate befinden sich auch in Reinigungsmitteln – und davon gibt es reichlich. Für jedes Fleckchen gibt es in der Drogerie auch ein spezielles Mittelchen. Bodenreiniger, Badreiniger, Kühlschrankreiniger, Duschkabinenreiniger, Fensterreiniger, Backofenreiniger … in fast allen steckt mittlerweile Palmöl in der einen oder anderen Form.

Die Lösung ist ganz einfach: Auf Spezialprodukte im Haushaltsputz verzichten und auf bewährte Hausmittel wie zum Beispiel Essigreiniger umsteigen. Er ist kalk- und fettlösend und durch den sauren pH-Wert desinfizierend, außerdem für fast alle Oberflächen geeignet. Ausnahmen sind Flächen aus Naturstein, unbehandeltem Aluminium sowie Fugen und Dichtungen aus Silikon. Essig-Reiniger kannst du zudem schnell und einfach selbst herstellen.

Ökologische Alternativen zu chemischen Haushaltsreinigern aus dem Supermarkt? Selbstgemachter Essig-Allzweckreiniger hilft bei den meisten Verschmutzungen!

6. Waschmittel selber machen

Laut Umweltbundesamt (Stand 2015) verbrauchen wir pro Person durchschnittlich rund acht Kilogramm Waschmittel im Jahr – Weichspüler und andere Zusätze nicht mitgerechnet. Waschmittel enthalten Tenside, denen sie ihre Waschwirkung verdanken. Dabei handelt es sich meistens ebenfalls um Palmölderivate. Auch hier kann also eingespart werden.

Die Lösung: Waschmittel-Alternativen entdecken und selber machen! Im Herbst kannst du zum Beispiel Kastanien verwenden, die eine ähnliche Wirkung besitzen wie indische Waschnussschalen, und für .

Für alles andere kannst du Waschmittel auch ganz einfach aus Kernseife herstellen. Letzteres ist natürlich auch nicht ganz unkritisch, da Kernseife oft auch Palmöl enthält. Jedoch ist das selbst gemachte Waschmittel sehr ergiebig (ein halbes Stück Seife auf drei Liter Waschmittel). Es gibt zudem auch palmölfreie Kernseifen aus Bio-Olivenöl, oder du kannst sogar selbst hergestellte Kernseife aus einem Öl deiner Region verwenden.

Waschmittel aus Kastanien herstellen

Es ist gar nicht so schwer, Palmöl aus dem Weg zu gehen. Einige der genannten Möglichkeiten nutzt du vielleicht sogar bereits aus anderen Gründen. Denn tatsächlich brauchen wir Palmöl überhaupt nicht. Wenn du den Verbrauch von industriellen Konsumgütern und Fertigprodukten einschränkst und generell etwas umweltbewusster lebst, dann reduzierst du letztendlich nicht nur deinen Palmölkonsum, sondern lebst außerdem gesünder und sparst Geld.

Palmöl ist in vielen Lebensmitteln und Kosmetik enthalten, ohne dass wir es wahrnehmen. Diese Tipps helfen, deinen Palmölkonsum deutlich zu reduzieren.

Hast du noch weitere Ideen, um Palmöl zu vermeiden? Wir freuen uns über deine Erfahrungen in den Kommentaren!

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