Vogelfutter preiswert und originell – 7 kreative Ideen

Vogelfutter preiswert und originell - 5 kreative Ideenvon Mdf [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Wenn es draußen kalt wird und der Boden von Schnee bedeckt ist, freuen sich die Vögel in unserer Nachbarschaft sehr über etwas leicht auffindbares Futter.

Es ist so einfach, aus preiswerten Zutaten und normalen Haushaltsgegenständen tolle Futterspender für Vögel zu bauen. In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie es geht und geben dazu die besten Tipps.

Vögel lieben alle Arten kleiner Körner, Samen, Nüsse und auch Trockenfrüchte wie Rosinen. Du kannst nach Belieben verschiedenste Zutaten verwenden, z.B. Dinkel, Flachs, Hafer, Hirse, Weizen, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Rosinen und Erdnüsse.

Wir bieten den zwitschernden Gästen das Futter auf zwei verschiedene Weisen an:

Als lose Körner in einem selbst gebauten Futterspender. Dafür haben wir je eine Bauanleitung für eine Futterstelle aus einer PET-Flasche sowie aus einem Tetrapak oder Milchkarton.

Gebunden in Pflanzenfett als so genanntes Fettfutter, diese Methode erklären wir im Folgenden genauer. Der besondere Vorteil am Fettfutter ist der Energiegehalt, denn neben den Nährstoffen aus Körnern und Nüssen nehmen die Vögel so zusätzlich wichtiges Fett auf. Dieser extra Energieschub kann bei tiefen Minusgraden lebenswichtig für kleine Zaungäste sein.

Vogelfutter preiswert und originell - 5 kreative Ideen
fotos von [Ine Schweer]

Was benötigst du für das eigene Vogelfutter bzw. Fettfutter:

  • Pflanzenfett – Kokosfett (kein Kokosöl) eignet sich besonders gut
  • Verschiedene Körner wie z.B. Dinkel, Flachs, Hafer, Hirse, Rosinen
  • Einen Kochtopf und einen Kochlöffel

Erhitze das Kokosfett langsam, bis es flüssig ist. Gib die verschiedenen Körner hinzu, bis du eine zähe Masse erhältst und rühre ausgiebig um. Solange die Masse warm ist, lässt sie sich gut verteilen und formen. Je kühler sie wird, umso fester wird das Kokosfett und somit schwerer zu verarbeiten.

Das war’s auch schon, fertig ist das energiereiche und nahrhafte Vogelfutter für kalte Wintertage. Es gibt viele tolle Möglichkeiten, das Fettfutter den Vögeln zugänglich zu machen:

1. Auf einem Tannenzapfen

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Nimm einen Tannenzapfen und binde um das obere Ende eine Schnur, an der du den Zapfen später aufhängst. Nun trägst du den Futterbrei auf. Drücke den Brei zwischen die einzelnen Lamellen und runde das ganze mit einer äußeren Futterschicht ab.

Die entstehenden Futterkugeln bzw. Zapfen kannst du in Bäume, Sträucher oder in die Nähe deiner Fenster hängen. Sie eignen sich ideal für kleine Vögel wie Spatzen und Singvögel, wohingegen Tauben, Krähen und Elstern daran keinen Halt finden.

2. In einem Topf oder Joghurtbecher

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Du kannst kleine Tontöpfe, Blumentöpfchen oder alte Joghurtbecher mit dem Futter füllen. Stecke einen kleinen Stock in die Masse bevor sie fest wird, so gibst du kleinen Vögeln einen guten Landeplatz.

Mit etwas Geschick und passenden Stöckchen kannst du den Topf oder Becher auch kopfüber aufhängen.

3. Auf einem Stück Baumrinde

Du kannst die Samenmischung auch auf einem Stück Baumrinde anbringen, welche du auf der Fensterbank auslegst oder an einer Schnur aufhängst.

4. In einer Apfelsinenhälfte

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Die Schale einer halben Apfelsine eignet sich auch als Gefäß für das Vogelfutter. Mit zwei Stäbchen, ein paar Fäden und etwas Geschick bastelst du eine schöne Lande- und Futterstelle für die Vögel.

Alternativ kannst du dafür auch Kokosnusshälften verwenden.

5. Als Futterkolben

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Wenn es ganz einfach gehen soll, dann warte ab, bis die Masse etwas abgekühlt ist. Walze sie auf einer ebenen Fläche aus. Du kannst sie nun um einen Faden herum aufrollen und so einen Kolben bilden, der sich prima aufhängen lässt.

6. Mit einer Toilettenpapierrolle

Für eine Vogelfutterstelle mit einer alten Toilettenpapierrolle benötigst du außerdem:

  • Vogelfutter
  • Erdnussbutter ohne Salz
  • 2 kleine aber robuste Holzstöckchen, auf denen sich die Vögel niederlassen können
  • einen Locher
  • ein Stück Band oder eine Kordel zum Aufhängen der Futterstelle

So stellst du die Vogelfutterstelle her:

  1. Pappröhre vom Toilettenpapier oben zweimal und unten viermal lochen.
  2. Rolle außen mit Erdnussbutter bestreichen und großzügig im Vogelfutter wälzen.
  3. Kordel durch die oberen zwei Löcher einfädeln und verknoten, so dass du sie aufhängen kannst.
  4. Die zwei Holzstäbe so durch die vier unteren Löcher schieben, dass sie sich im Innern der Rolle überkreuzen und im äußeren Bereich vier “Sitzplätze” für die Vögel bieten.

Nimm Holzstöckchen, die ein bisschen dicker sind als die Löcher, und schiebe sie vorsichtig hindurch. So haben sie einen guten Halt. Hänge die Futterstelle an einen trockenen und windgeschützten Ort, dann haben die Vögel länger etwas davon.

Mehr Verwendungsmöglichkeiten für die Papprollen von Toilettenpapier und Küchenrollen findest du hier.

7. Als klassischer Meisenknödel

Die Samenmischung in einem Verhältnis von eins zu eins mit Fett gemischt, ergibt eine gut formbare Teigmasse, aus denen du Meisenknödel selbst herstellen kannst.

Meisenknödel und Futterglocke: So stellst du ein nahrhaftes Winterfutter für heimische Singvögel her. 

Dies sind nur ein paar einfache aber kreative Ideen, wie du Vögeln im Winter überlebenswichtiges Futter bereitstellst und etwas Leben in deinen Garten holst. Hast du noch andere Ideen? Teile sie in den Kommentaren.

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22 Kommentare Kommentar verfassen

  1. mr t

    nicht nur singvögel füttern, sondern bitte auch die tauben, auch sie sind hungrig und brauchen unsere hilfe.

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  2. Christiane Papenberg

    Leider nehmen die Vögel meinen Tannenzapfen mit Fett und Körnern überhaupt nicht an. Die Amsel interessiert sich für die Haferflocken in Öl, aber die Meisen wollen nicht mal auf den herkömmlichen Meisenknödeln landen. Sehr schade. Ich frage mich was ich falsch mache.

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    • Marla

      Hallo Christiane, „du“ machst da gar nichts falsch ;) Die Vögel haben ihren eigenen Rhythmus und wissen wann die umgebende Nahrung für sie knapp wird. Vielleicht ist für sie noch nicht der richtige Zeitpunkt. Warte einfach ab und schau was geschieht. Liebe Grüße!

    • Christiane Papenberg

      Danke für deine Antwort. Gut, dann übe ich mich in Geduld.

  3. Rose

    Ich nehme Rindertalg und Schaftalg. Das koche ich selber aus. Beziehe Innereien samt Fett das da dran ist. Lieferanten sind die beiden Betrieben von denen ich mein Fleisch beziehe. Gibt Nahrung für den Hund, für die Vögel für mich und im Sommer möchte ich versuchen Seife und Kernseife aus dem Talg herzustellen. Finde ich Sinnvoller als Kokosfett, das einen langen Transportweg hinter sich hat. Klar hat vielleicht nicht jeder die Möglichkeit oder die Zeit dazu. Finde es einfach sinnvoll, wenn das ganze Tier, wenn es schon tot ist verwendet wird.

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  4. laura

    warum kein Kokosöl?

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    • smarticular.net

      Du kannst natürlich auch Kokosöl verwenden. Die Autorin des Beitrags hat diesen Hinweis ergänzt, damit niemand meint, es müsse unbedingt das verhältnismäßig teure Kokosöl sein. Gemeint und auch ausreichend ist das preiswertere Kokosfett, das man in vielen Supermärkten in Würfelform bekommt.

    • Wanda Rosendorn

      Kokosöl ist Kokosfett. Kokosöl ist über 22°C flüssig und unter 22°C fest. Das günstige Kokosöl, was man im Supermarkt zum kochen und braten bekommt ist raffiniert und somit der tüpische kokosduft und die guten Stoffe des Kokosöls raus raffiniert. Das Kokosöl was teurer ist, ist kalt gepresst also nativ und somit noch alle guten Stoffe und auch der typische Kokosduft ist noch enthalten.

  5. Lia

    Meine Oma legt immer den Strunk der Paprika mit den Kernen auf den Balkon, könnte man auch aufhängen, so wie er ist.

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    • Marla

      Vielen Dank für die Ergänzung! Das probieren wir demnächst auch mal aus!

  6. Karin Kays

    Die Erdnussbutter muss unbedingt für Vögel geeignet sein. Die für Menschen gemachte enthält Salz und andere für Vögel gefährliche Stoffe.

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    • Mark

      Danke für den Hinweis. Das haben wir im Beitrag ergänzt.

  7. Bettina Cappell

    Hallo!
    Ich lese seit ca 4 Monaten mit und bin schwer begeistert! Vor 4 Monaten gab es bei mir einen Denkanstoß, was mich veranlasst hat, von der ganzen Chemie wegzukommen. Da wir sehr ländlich wohnen, mit vielen Tieren, macht es doppelt soviel Spaß! Plane für 2017 meine Pferdewiese in eine Pferde Kräuter Blumenwiese umzuwandeln :)
    Wie hoch muss ich die Vogelsachen hängen, damit unsere Mietzen nicht drankommen?

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    • Maximilian Knap

      Hallo Bettina, vielen Dank für das Lob und Glückwunsch zu deinen wunderbaren Projekten :-) Das mit den Futter-Stellen hängt wohl ganz von den Katzen ab – bei uns gibt es welche, die klettern sogar an glatten Bäumen hoch! Deshalb hängen wir solche Dinge immer mindestens in Augenhöhe und nur dort, wo Katzen nicht hochklettern können. Die meisten Körner dürften für Vögel verwendbar sein. Streue doch mal eine kleine Mischung auf einen Teller, dann siehst du ja, was sie nicht mochten und übrig gelassen haben. Manche Vögel bevorzugen harte Körner (Spatzen), andere eher weiche Flocken und trockene Beeren, z.B. Meisen und Amseln. Mit einer möglichst vielfältigen Mischung ist deshalb für alle etwas dabei!

    • Bettina Cappell

      Das mit dem Teller lass ich lieber :D ich liebe meine Katzen wirklich, aber das Fressen direkt auf einem Teller zu servieren…Na ich weiß nicht.. lach…dann werde ich einfach mehrere Sachen bauen und hoch hängen. Bin gespannt! Danke!

    • Rose

      Hier gibts auch Katzen, aber die Vögel sind recht vorsichtig. Man muss den Teller einfach so platzieren, dass Katzen nirgends Deckung haben hinter der sie sich verstecken können.

      Wenn du aber eine entsprechende Plattform hast, die hoch genug ist, und den Teller da drauf stellst, können die Amseln auch da anfliegen. Wichtig ist einfach, dass die genügend Fläche haben um landen zu können.

      Buchfinken tun sich auch schwer kleinen Landeplätzen oder Landestangen. Aber die fressen liebend gerne Hanfsamen und Sonneblumenkerne :)

    • Rose

      Man sollte auch an die Vögel denken, die die Nahrung am Boden suchen. z. B. Amseln, Rotkehlchen etc.
      Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die harten Körner sehr ungern genommen werden. Tauben sind die einzigen die sich daran bedienen. Sogar die Spazen fliegen da nicht grad drauf. Ich nehm nur noch Nüsse, Beeren, Sonneblumenerne, geschält und ungeschält sowie Hanfsamen und je nachdem noch kleinere Samen.

      Für die Bodenfresser, tränke ich Haferflocken in Sonnenblumeöl, vermische es mit Rosinen und sonstigen Beeren, wenn ich welche habe, und Apfelstücke. Amseln lieben das ;) und andere auch. Kann man in einem Teller legen. Wenn möglich einen Regenschutz drüber basteln.

      Spechte mögen Fettfutter und Nüsse. (Haselnüsse und Erdnüsse, natürlich ungesalzen) Man muss einfach gucken, dass sie sich an der Futterstelle festhalten können. Sie können nicht so landen wie die Finken und Meisen. Sie hängen eher an der Futtestelle.

      Gibt auch zahlreich Links in denen das ausführlich erklärt ist :)

  8. Ruth Herz Licht

    wir füttern die Vögel auch schon seit Jahren ganzjährig und es ist genau zu beobachten, dass, wenn in der Natur genug Futter vorhanden ist, kaum Futter an der Futterstelle geht… Dadurch, dass unsere Lebensmittel von immer weiter her angeliefert werden, finden unsere Vögel immer weniger Nahrung. Sie brauchen unsere Hilfe……. Und sie sind so dankbar…….

    Hier kann man mehr darüber lesen:

    http://www.amazon.de/V%C3%B6gel-f%C3%BCttern-aber-richtig-bestimmen/dp/3440131785/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1445517756&sr=8-1&keywords=v%C3%B6gel+f%C3%BCttern+das+ganze+jahr

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  9. Cat

    Wenn nicht mehr genug an Nahrung in unseren Städten vorhanden ist,sollten wir die Vögel eben etwas unterstützen.Keine Angst,damit verwöhnt man sie auch nicht,da das was wir ihnen anbieten nur im Notfall genommen wird,da das Futter,das sie selbst finden viel attraktiver ist. Informiert euch doch bei Vogelexperte Prof.Berthold darüber.

    Antworten
  10. Herz Licht

    Vielen Dank für den tollen Tipp. Vögel brauchen allerdings das ganze Jahr unsere Unterstützung, denn viele ernähren sich von Sämereien, die durch Wildpflanzen entstehen und die gibt es immer weniger……….

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    • Mark Leder

      Da helfen sicherlich ein paar Wildwiesen im Garten. Wenn man sie aber das ganze Jahr über füttert, schafft man dann nicht ein Abhängigkeitsverhältnis? Das ist sicher auch nicht ideal, oder?

    • Gabi Bendorf

      Darüber habe ich mir auch einige Gedanken gemacht, unterschiedliche „Expertenmeinungen“ gelesen und nun einen für mich akzeptablen Mittelweg gefunden. Letztes Jahr habe ich eine komerzielle gefüllte Kokosdreiviertel erstanden und als sie leer gefuttert war, habe ich sie regelmäßig mit Haferflocken in Kokosfett aufgefüllt. Bis anfang Mai mußte ich täglich neu auffüllen und inzwischen reicht die Füllung bis zu drei Tagen. Die großen Spechtarten haben längst besseres Futter gefunden. Inzwischen besuchen uns nur noch verschiedene Maisenarten, Buchfinken, Rotkehlchen und zwischendurch ein Schwarm Spatzen, die mehr Freude daran haben alles auf den Boden zu werfen, was wiederum Rotkehlchen und Buchfinken dankbar annehmen. Andere Vogelarten kommen gelegentlich vorbei um meinen Rasen von Schädlingen frei zu halten. Eine Wildwiese kann ich leider nicht entstehen lassen, weil mein Hund auf sämtliche, heimischen Gräserpollen allergisch reagiert.

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