Scheidentrockenheit lindern – was wirklich hilft und was nicht

Scheidentrockenheit ist unangenehm, lässt sich aber oft schon durch einfache Maßnahmen im Alltag oder milde Therapien in den Griff bekommen.

Trockene, gereizte Haut im Vaginalbereich gehört zu den besonders unangenehmen Symptomen, die häufig in den Wechseljahren auftreten. Aber auch jüngere Frauen können unter Scheidentrockenheit leiden. Was du dagegen tun kannst und von welchen Tipps du besser die Finger lässt, erfährst du in diesem Beitrag. 

Ursachen für Scheidentrockenheit

Eine Hauptursache für Scheidentrockenheit ist der in den Wechseljahren auftretende Östrogenmangel. Durch das Fehlen der Hormone wird der Intimbereich schlechter durchblutet, die Haut wird dünner und empfindlicher, und die Schleimhäute bilden sich nach und nach zurück (sogenannte Scheidenatrophie oder vaginale Atrophie). Auch produziert der Körper weniger schützendes Vaginalsekret, wodurch vermehrt unangenehmer Juckreiz und Entzündungen entstehen. 

Auch der pH-Wert verändert sich, wodurch die Vagina weniger gut gegen krankmachende Keime gewappnet ist. Deshalb können die Veränderungen des Genitaltraktes auch zu einer Blasenschwäche und gehäuften Blasenentzündungen führen beziehungsweise diese verstärken.

Wichtig: Unsere Recherchen können keinen ärztlichen Rat ersetzen. Wenn du unsicher bist oder deine Symptome gravierend sind, dann ziehe einen Arzt oder eine Ärztin hinzu, um die Ursachen abzuklären.

Bewährte Alltagstipps

Bei leichten Beschwerden können schon ein paar einfache Veränderungen im Alltag helfen, der Scheidentrockenheit entgegenzuwirken – die meisten wirken sich auch positiv auf andere Wechseljahresbeschwerden aus:

  • Eine natürliche Intimpflege mit klarem Wasser ist meist besser für die zarte Haut der Vagina und die empfindlichen Schleimhäute als Spezialprodukte mit langen Zutatenlisten.
  • Ausreichend Trinken und gesunde Ernährung unterstützen einen gesunden Flüssigkeitshaushalt und beugen auch einer Austrocknung der Schleimhäute vor.
  • Bewegung fördert die Durchblutung im ganzen Körper, auch die der Schleimhäute.
  • Statt Tampons, die zusätzlich austrocknend wirken, empfiehlt sich während der Blutung die Verwendung von Menstruationstassen, Periodenunterwäsche oder anderer alternativer Produkte.
  • Stress kann den Feuchtigkeitshaushalt der Scheide stören. Stressvermeidung und regelmäßige Entspannung sind deshalb ein probates Gegenmittel. 
  • Auch Sex ist hilfreich, um die Durchblutung der Vagina anzuregen.

Tipp: Wenn es dir schwer fällt, ausreichend zu trinken, dann findest du hier Ideen, die helfen, über den Tag mehr Wasser zu trinken.

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Scheidentrockenheit behandeln

Wenn die oben genannten Maßnahmen keine ausreichende Linderung verschaffen, gibt es eine ganze Reihe von milden Therapiemöglichkeiten.

Hyaluronsäure-Gel

Hyaluronsäure findet sich als angesagtes Anti-Aging-Mittel in zahlreichen Beautyprodukten. Um unliebsame Falten zu glätten, wird es auch unter die Haut injiziert. Als körpereigener Stoff ist Hyaluronsäure ein wichtiger Bestandteil von Bindegewebe und Gelenken und hält diese unter anderem feucht und geschmeidig. Diese Eigenschaft macht die gelartige Substanz auch zu einem gut verträglichen Mittel gegen Scheidentrockenheit.

In Form eines leicht anzuwendenden Vaginalgels, das auf den äußeren und inneren Schambereich aufgetragen wird, verbessert es den Feuchtigkeitshaushalt der Vagina und beschleunigt die Heilung bei Irritationen und kleinen Verletzungen.

Die Produkte können in der Regel auch als Gleitmittel in Kombination mit Kondomen eingesetzt werden.

Scheidentrockenheit ist unangenehm, lässt sich aber oft schon durch einfache Maßnahmen im Alltag oder milde Therapien in den Griff bekommen.

CBD-Öl-Zäpfchen

Noch vergleichsweise neu in der Behandlung von Scheidentrockenheit sind Vaginalzäpfchen, in denen Hyaluronsäure mit natürlichem Cannabidiol (CBD) kombiniert wird. Beide Stoffe ergänzen sich optimal, denn CBD-Öl wirkt schmerzlindernd und fördert die Wundheilung bei entzündlichen Prozessen im Intimbereich. In Kombination stärken beide Inhaltsstoffe die Vaginalschleimhaut und sorgen für mehr Feuchtigkeit. Im Gegensatz zu THC hat CBD keine berauschende Wirkung und wird bereits seit Längerem unter anderem bei Menstruationsbeschwerden und Schlafstörungen eingesetzt.

Tipp: In Österreich kannst du die Zäpfchen rezeptfrei erwerben bzw. online bestellen (z.B. bei CANNEF). In Deutschland sind sie verschreibungspflichtig.

Vaginale Laserbehandlung

Eine seit einigen Jahren erprobte Methode gegen vaginale Trockenheit ist auch ein nicht-invasives Laserverfahren, bei dem mit einer Vaginalsonde die Schleimhäute stimuliert werden. Die Behandlung strafft das Gewebe und regt die körpereigene Elastan- und Kollagenbildung an, wodurch es auch wieder zu einer vermehrten Sekretbildung kommt. Das Verfahren kann ambulant durchgeführt werden, dauert nur wenige Minuten und soll nahezu schmerzfrei sein.

Lokale Hormonbehandlung

Wenn die weniger invasiven Methoden nicht ausreichen, um eine dauerhafte Verbesserung zu erreichen, dann lass dich von deinem Arzt oder deiner Ärztin beraten, ob eine klassische Hormonersatztherapie das Mittel der Wahl sein könnte. Diese ist in Form von Zäpfchen und Cremes auch lokal möglich und kann so sehr viel niedriger dosiert werden als eine orale Therapie.

Hausmittel gegen Scheidentrockenheit

Im Internet kursieren diverse Hausmittel gegen Scheidentrockenheit, darunter verschiedene Pflanzenöle und Vaseline. Erstere eignen sich zwar wunderbar für die Hautpflege (auch für reifere Haut), im Intimbereich können sie der empfindlichen Vaginalflora hingegen mehr schaden als nutzen. Und auch Vaseline lindert höchstens kurzzeitig die Symptome, ändert aber nichts an den Ursachen und führt deshalb nicht dauerhaft zu einer Verbesserung. 

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Hast du eine Frage zum Thema oder möchtest du deine Erfahrungen teilen? Wir freuen uns auf einen regen Austausch unter diesem Beitrag.

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2 Kommentare
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  1. Laser is nicht ohne Nebenwirkungen!
    Schreibe aus Erfahrung
    2.behandlung war schmerzhaft und hatte fiese Nebenwirkungen.
    Finger weg ist mein Rat!

    Antworten
    • Liebe Tina, vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen. Das ist für jede Frau wertvoll, die vor der Entscheidung steht. Hat dir denn etwas anderes geholfen? Schöne Grüße Sylvia

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