Olivenseife selber machen – der pflegende und milde Klassiker

Naturseife aus Olivenöl und Kokosöl herstellenNaturseife aus Olivenöl und Kokosöl herstellen

Seit Jahrtausenden wird Seife aus Olivenöl hergestellt. Sie gilt als besonders milde und pflegend. Besonders berühmt ist die aus Syrien stammende Aleppo Seife.

Wenn du unsere Serie zum Sieden von Seife verfolgt hast, weißt du inzwischen, dass die Herstellung der eigenen Seife nicht zu schwer ist. Hier noch einmal unsere Beiträge im Überblick:

  1. Naturseifen selbst herstellen – eine Einführung
  2. Naturseifen herstellen – der Ablauf
  3. Selbstgemachte Naturseife – dein erstes Rezept
  4. Naturseife selber machen – weiterführende Informationen
  5. Rezept: Weihnachtsseife mit Zimt und Anis
  6. Rezept: Kaffeeseife – gegen Cellulite
  7. Rezept: Shampoo-Seife – immer parat und perfekt für Reisen
  8. Kernseife selber machen – Alleskönner im Haushalt

Auch eine milde, pflegende Olivenseife kannst du leicht selber herstellen. Der größte Unterschied zu den anderen Rezepten ist die längere Reifezeit. Die Seife solltest du mindestens ein halbes Jahr reifen lassen, acht Monate wären noch besser. Somit wird die Seife sehr mild.

Mit einem hohen Anteil an Olivenöl erhältst du eine sehr milde und feuchtigkeitsspendende Seife. Eine reine, hundertprozentige Olivenölseife ist jedoch sehr weich und bildet kaum Schaum. Daher verwenden wir zusätzlich Kokosöl. Dieses macht die Seife fester und sorgt für mehr Schaum. Außerdem ist Kokosöl stark reinigend und gut für die Haut. Kokosöl ist sehr vielseitig einsetzbar. Mehr Anwendungsbereiche findest du hier.

Es lohnt sich, hochwertige Öle zu verwenden, da sich dies auf die Qualität deiner Seife auswirkt.

Zutaten für dieses Naturseifenrezept

Für dieses Rezept benötigt du folgende Zutaten:

  • 800 Gramm Olivenöl
  • 200 Gramm Kokosöl
  • 137 Gramm Natriumhydroxid (z.B hier bestellen)
  • 330 Gramm destilliertes Wasser

Das Verhältnis zwischen den Fetten und dem Natriumhydroxid bestimmt maßgeblich die Eigenschaften der Seife.

Mit der angegebenen Menge von exakt 137 Gramm NaOH erhältst du eine Seife, die 5 % überfettet ist. Sie ist recht fest und lange haltbar. Du solltest die benötigte Menge NaOH mit einer elektronischen Wage ganz genau abmessen. Verwende genau 137 Gramm und nicht mehr für dieses Rezept, da die Seife sonst zu scharf wird.

Hilfsmittel für das Seifensieden

Bevor du mit der Seifenherstellung beginnst, prüfe noch einmal ob alle Hilfsmittel bereit liegen:

  • ein hoher Topf aus Edelstahl für zirka 3-4 Liter
  • ein zweiter Topf zum Schmelzen der Fette
  • ein Holzkochlöffel zum Umrühren
  • ein Mixstab mit Stahlmesser
  • Behälter zum Abfüllen der Seife – Silikon-Backformen, Tupper-Dosen, gebrauchte Eisbehälter oder spezielle Holzkisten sind dafür geeignet
  • elektronische Küchenwaage
  • Schutzbrille (keinesfalls ohne arbeiten!!)
  • Gummihandschuhe
  • Wasser zum Abwaschen der Lauge für den Fall, dass sie mit Haut in Berührung kommt

Vorgehensweise

Zur Herstellung der Seife folgst du der Beschreibung in diesem Beitrag. Bevor du beginnst, lies bitte noch einmal gründlich die Sicherheitshinweise!

Wichtig bei diesem Rezept ist, dass das Kokosöl zuerst erwärmt und dadurch flüssig wird. Danach gibst du das Olivenöl hinzu und lässt die Mischung auf Zimmertemperatur abkühlen. Die Öle sollten nicht wesentlich wärmer sein, wenn du sie mit der Lauge vermischt.

Bei diesem Rezept verzichten wir auf das Hinzugeben von Duftstoffen. Falls du schon etwas experimentieren willst, kannst du ein paar Tropfen eines Duftes deiner Wahl hinzugeben. Beachte jedoch, dass der Seifenleim dadurch je nach gewählten Zusätzen möglicherweise schneller fest wird und du dadurch flinker gießen musst.

Die fertige Seife sollte wenigstens sechs bis acht Wochen reifen, noch besser ist eine Reifezeit von mehreren Monaten. Während dieser Zeit fällt der pH-Wert langsam weiter ab, so dass die Seife schließlich besonders mild wird, ähnlich wie bei der traditionellen Aleppo-Seife.

Zusammenfassung

Nach ca. fünf bis acht Monaten Reifezeit erhältst du mit diesem Rezept zirka 1,4 Kilogramm pflegender Oliven-Kokos-Öl-Seife. Ob für den eigenen Haushalt oder als Geschenk, dies ist ein Produkt, auf welches du stolz sein wirst.

Wie bei allen Seifen solltest du sie jedoch erst testen, bevor du sie verschenkst!

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17 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Lee Vahrenhorst

    Könnte man statt Kokosöl auch Sheabutter nehmen?
    Möchte Kokos und Palmfett gern vermeiden..

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    • smarticular.net

      Haben wir in der Kombination noch nicht probiert, in jedem Fall muss aber die Seifenmischung neu berechnet werden (mit einem Seifenrechner), zudem werden sich die Eigenschaften der Seife ändern, weil die Fette anders zusammengesetzt sind. Liebe Grüße

  2. Hat schon jemand Seife aus aromatiziertem Olivenöl hergestellt, z.B. Rosmarin- oder Zitronenöl?

    Antworten
  3. Hallo und danke für das Rezept. Beträgt die Reifezeit tatsächlich 5-8 MONATE? Danke im Voraus gür eine Antwort. LG Walli

    Antworten
    • Hallo Walli, mindestens 4- 6 Wochen maximal 5- 8 Monate. Je länger du wartest, desto länger kann die Seife vollständig verseifen. Wenn du möchtest, kannst du auch den Mittelweg nehmen und zwei Monate warten. Liebe Grüße!

    • Dankeschön. :-)
      Ich habe noch eine weitere Frage, hoffe, es ist okay, dass ich sie hier stelle:
      Was ist der Unterschied zwischen dieser Seife und der aus Glyzerin hergestellten? Soweit ich gelesen habe, entsteht bei der Verseifung im Zuge der Herstellung der Olivenölseife doch auch Glycerin? Ich bin etwas verwirrt, offen gestanden.
      Danke vorab für eine Antwort zur Schlichtung der Verwirrung. ;-)

    • smarticular.net

      Hallo Walli, wir wissen jetzt nicht genau, was du mit „Seife aus Glycerin“ meinst. Es gibt Glycerinseifen, die einen sehr hohen Glycerin-Anteil haben und deshalb teilweise transparent sind. Das Gegenteil ist Kernseife, bei der das Glycerin nahezu vollständig entfernt wurde. Bei der Verseifung zu Naturseifen entsteht im Allgemeinen auch Glycerin als Teil der fertigen Seife, das zu den pflegenden Eigenschaften beiträgt. Ganz liebe Grüße!

    • Sorry, ich war nicht konkret genug. Ich hole mal etwas aus. ;-)
      Ich wollte mehr über die Seifenherstellung wissen und habe mit aus der Bücherei ein entsprechendes Buch ausgeliehen. Darin beschreibt die Autorin die Seifenherstellubg anhand fertiger zu kaufender „Grundseife“ aus Glycerin – matt oder klar – die einfach nur geschmolzen und verfeinert wird mit Farbe, Düften, Stempeln, …
      Ich war offen gestanden etwas vor den Kopf gestoßen, das klang so … einfach – und irgendwie so „falsch“. À la „das kann ja jeder – und noch dazu ohne jede Anstrengung“. Ich fürchte, das ist schwierig zu erklären. :D

      Jedenfalls resultiert daraus meine Frage.

    • smarticular.net

      Hallo Walli, okay, dann hast du wohl das falsche Buch erwischt :D Beim „richtigen“ Seifensieden werden Fette mit Hilfe einer Lauge verseift, je nach Zusammensetzung erhalten die Seifen dann ihre individuellen Eigenschaften und enthalten mehr oder weniger Glycerin. Mit den einfachen Grundrezepten im Beitrag könntest du es für den Anfang probieren, aber die Variationsmöglichkeiten sind endlos.

    • Danke für die Rückmeldung. Die Zutaten habe ich bereits zu Hause, am Wochenende lege ich los. :-)

    • https://uploads.disquscdn.com/images/85768a9eaa51428376e5f8dd181ce1674a547d6f421e06a8dbbd1731a8094883.jpg

      So, dann möchte ich auch noch eine Rückmeldung geben. Ich habe im Mai die Oliven-Kokosöl-Seife gesiedet. Ein erster Test der fertigen Seife nach zwei Monaten verlief nicht gut: meine Haut hat unschön darauf reagiert. Ein nächster Test vor zwei Wochen, also nach 7 Monaten, war ganz anders: tolles Hautgefühl, schöne Seife. Leider hat die Seife ziemlich starke Ausblühungen. Daher habe ich die einzelnen Stücke mit dem Messer bearbeitet – sind ja eh nur für den Hausgebrauch bzw. als Geschenke für gute Freunde. Für letztere mit einem Band versehen ist das sehr schön.
      Ich habe die Seife auch schon zum Haarewaschen verwendet und das klappt super! Tolle Sache, mache ich wieder, nächstes Mal mit richtigen Förmchen.

    • Hallo Walli, sieht gut aus! Das bedeutet also, dass die Seife wirklich lange reifen muss, damit sie gut funktioniert. Vielen Dank für deine Rückmeldung! Liebe Grüße!

  4. Virginia Bernett

    Was evtl. noch in die Beschreibeung könnte: Essig dazustellen um im Zweifelsfall die Lauge nicht nur mit Wasser abwaschen, sondern auch neutralisieren zu können. (Falls die Säure ausläuft weil der Messbecher schmilzt etc.)

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  5. Heike Schuler

    Danke Danielle !

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  6. Danielle Fröhlich

    Haben ich leider noch nicht probiert. Ich glaube aber es ist sehr wichtig, die Milch möglichst kalt zu verwenden, also am besten über Nacht einfrieren.

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  7. Heike Schuler

    Weiß jemand wie man Ziegenmilchseife herstellt?

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    • habe ich schon ein paar mal gemacht, einfach die erforderliche Menge an Ziegenmilch über Nacht einfrieren. Bis jetzt hat es immer geklappt

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