Gesunde Verdauung beginnt im Kopf – 5 Regeln die du befolgen solltest

Viele Verdauungsprobleme haben ihren Ursprung in unseren Verhaltensmustern. Diese 5 Verhaltensregeln für den Alltag fördern und regen deine Verdauung an!von Daniela Vladimirova [CC-BY-2.0]

Der Mensch ist nur so lange vollkommen gesund, wie seine Verdauung gut funktioniert. Der umfassende Stoffwechsel ist lebensnotwendig für die ausgewogene Versorgung aller Körperfunktionen mit den notwendigen Stoffen, sowie für den Abtransport giftiger Stoffwechselprodukte. Störungen der Verdauung wirken sich deshalb zwangsläufig negativ auf die Gesundheit aus.

Leider führen viele Faktoren unseres modernen Lebens zu Problemen im Magen, die das allgemeine Wohlbefinden stark negativ beeinflussen. Wenn auch du Verdauungsprobleme hast, dann solltest du zunächst prüfen, ob nicht ein paar Veränderungen der Gewohnheiten notwendig sind. Die fünf wichtigsten Regeln für eine gesunde Verdauung haben wir hier für dich beschrieben.

1. Der Körper spricht mit uns – wir müssen nur zuhören

Lausche deinem Körper und iss nur, wenn du Hunger hast. Lerne zu unterscheiden, wann du Hunger hast und wann du nur aus Gewohnheit etwas isst.

Lass zwischen den Mahlzeiten mindestens drei bis vier Stunden vergehen. So lange braucht ein gesunder Organismus, um das Essen zu verdauen. Wenn wir essen, obwohl wir keinen Hunger haben, belasten wir nur unnötig unseren Organismus, häufen Kilos an und fühlen uns aufgedunsen und schwerfällig.

Überlege, ob für dich ein regelmäßiger Fastentag, z.B. einmal pro Woche, möglich ist. Dann werden nur frisches Obst oder Gemüse gegessen und frisch gepresste Obst- oder Gemüsesäfte sowie Wasser und Tee getrunken. Deine Verdauung wird es dir danken!

2. Lass dir Zeit beim Essen

Schnell ist ein Snack zwischen zwei Terminen herunter geschlungen. Doch wann wird eigentlich verdaut? Wenn die Hektik im Alltag sofort weiter geht und die Energie anderswo gebraucht wird, bleibt für Magen und Darm keine Zeit, die Nahrung umfassend zu verwerten.

Setz dich an den Tisch, wenn du isst, und iss langsam und bedächtig. Das Essen ist mehr als nur Sättigung, es ist eine Art Meditation. Wenn du anfängst zu essen, beobachte, was dir gut tut, und wie viel du essen solltest.

Genieße jeden Bissen, kaue das Essen gründlich und sei während der Mahlzeit ruhig und entspannt. Nur so ist auch dein Magen bereit, das Essen problemlos aufzunehmen.

Streng verboten ist jede Art von Streit, Stress, Fernsehen oder nebenbei Mails oder SMS zu tippen! Besonders aggressive Filme oder verheerende TV-Nachrichten belasten unseren Magen. Solche negativen Emotionen gehen durch das Essen direkt in unseren Körper über und erzeugen bald nervöse Verdauungsstörungen.

3. Iss nach Möglichkeit nur frisch zubereitete Speisen

Wenn wir frisch zubereitete Speisen aus organischen, vollwertigen und regionalen Lebensmitteln essen, sind wir mit den Jahreszeiten in Harmonie.

Eine gesunde Ernährung unterstützt unsere Energie bei der alltäglichen Arbeit. Je frischer die Zutaten, desto mehr Energie fließt in deinen Körper. Tiefgekühlte oder industriell verarbeitete Lebensmittel mit schädlichen Additiven und Zutaten machen müde und schlapp.

Obst solltest du immer separat essen, am besten zwischen den Mahlzeiten. Verzichte auch nicht auf die guten Fette in deinem Speiseplan (Olivenöl, Kokosöl, Rapsöl usw.), denn sie helfen, die Vitamine aus den Speisen zu lösen. Eine Karottenrohkost beispielsweise sollte immer mit ein paar Tropfen Olivenöl genossen werden, denn nur dadurch wird das Vitamin D im Körper aufgenommen.

4. Trinke schluckweise warmes Wasser über den Tag verteilt

Das Essen wird besser verdaut, wenn wir genügend Wasser trinken. Ein Glas Wasser zehn Minuten vor dem Essen macht uns auch schneller satt – ein guter Rat, wenn wir einige Kilos loswerden wollen.

Warmes Wasser mit einigen Spritzern Zitronensaft hilft, die Giftstoffe aus dem Körper zu spülen. Der Zitronensaft reinigt unsere Leber, erhält den Magen gesund und hilft gegen Übelkeit und Sodbrennen. Vermeide wenn möglich kalte oder eiskalte Getränke, sie schaden der Verdauung und können sogar Magenkrämpfe, Blähungen und Magenschmerzen verursachen. Trinke nur vor oder eine Stunde nach der Mahlzeit und nicht während des Essens.

5. Wenig – mehr – am wenigsten

Am Morgen ist unsere Verdauung noch faul und langsam, daher sollte das Frühstück möglichst leicht sein. Das Mittagessen ist die Hauptmahlzeit, und wenn es möglich ist, sollte es täglich zur gleichen Zeit eingenommen werden. Diese Information speichert der Körper und bereitet sich automatisch auf die Verdauung vor. Abends solltest du eine sehr leichte Mahlzeit einnehmen, weil der arbeitende Magen sonst unsere Nachtruhe beeinflusst.

Was du noch unternehmen kannst

  • Es gibt viele Kräuter, Gewürze und Tees, welche regulierend die Verdauung unterstützen.
  • Vermeide wenn möglich alle Allergene: Getreide mit Gluten, industriell verarbeitete Lebensmittel, Milchprodukte aus industriell bearbeiteter Milch.
  • Vermeide auch Lebensmittel, die voll Zucker und Stärke stecken, sowie Pflanzenöle mit übermäßig vielen Omega-6 Säuren, die nach und nach chronische Erkrankungen verursachen können.
  • Deine Ernährung sollte aus vollwertigen, regionalen, ökologisch angebauten Lebensmitteln bestehen.
  • Viele Menschen schwören auch auf eine Brühe aus Fleisch, Fleischknochen oder Fisch. Diese Brühen sollen helfen, eventuelle Entzündungsprozesse im Darm zu heilen. Hast du dazu schon eigene Erfahrungen gemacht und kannst berichten?
  • Führe in deinen Speiseplan hausgemachten Kefir ein, den du leicht selbst herstellen kannst. Das ist das beste fermentierte Getränk für die Bildung einer gesunden Darmflora. Hier erfährst du, wie du Wasser-Kefir und Milch-Kefir selbst herstellen kannst.

Ein gesunder Verdauungstrunk

Und zuletzt noch ein ganz einfaches Rezept, um den Darm sanft aber effizient anzukurbeln. Mische einen frischen Smoothie aus

  • einer viertel Ananas
  • einer viertel Papaya
  • etwa 3 cm geriebener, frischer Ingwerwurzel

Ananas und Papaya enthalten Enzyme, die die Verdauung erleichtern. Ingwer ist sehr gesund und wirkt vielseitig, unter anderem gegen Magenschmerzen und einen gereizten Magen.

Wenn der Darm gesund ist, wirkt sich das positiv auf unser gesamtes Wohlbefinden aus. Außerdem hilft es bei der Vorbeugung gegen andere Krankheiten. Giulia Enders, die Autorin unseres Buchtipps, meint:

“… Übergewicht, Depressionen und Allergien hängen mit einer gestörten Balance der Darmflora zusammen.”

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Wenn du diese Tipps befolgst, sollte dein Magen mit der Verdauung kaum noch Probleme haben. Vielleicht hast du aber auch noch andere Tipps, die du mit unseren Lesern teilen kannst!

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3 Kommentare Kommentar verfassen

  1. warum sollte man glutenhaltiges getreide vermeiden, wenn man keine unverträglichkeit hat?

    Antworten
  2. Der Buchtipp Darm mit Charme :-) hat nicht nur Wissen sondern auch eine gehörige Portion Humor. Wirklich empfehlenswert. Kleiner Vorgeschmack darauf bietet dieses Video: https://www.youtube.com/watch?v=MFsTSS7aZ5o

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Wunderbar und sehr sehens- sowie lesenswert, vielen Dank für den Videotipp :-)

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