Apfelkerne und Kerngehäuse: mitessen oder nicht?

Apfelkerne und das Kerngehäuse werden oft nicht mitgegessen. Dabei ist nicht nur ein Apfel gesund, sondern vor allem das Apfelkerngehäuse!

Apfelgriebs, Apfelgriepsch oder Äpfelbutze – gemeint ist das abgegessene Kerngehäuse des Apfels, das zwar mit einigen mundartlichen Namen gesegnet ist, aber trotzdem oft verschmäht und nicht mitgegessen wird. Dabei sind Apfelkerne und Kerngehäuse viel zu schade für die Mülltonne, weil in den Apfelresten gesunde sekundäre Pflanzenstoffe stecken. Deshalb ist es sinnvoll, sie einfach mitzuessen!

Apfelkerne sind nicht giftig, sondern sogar sehr gesund und können für leckere und nützliche Rezepte verwertet werden – getreu dem Motto: Die vollständige Frucht ist eine wertvolle Quelle für Vitalstoffe.

Wie gesund sind Apfelkerne?

Äpfel sind reich an wichtigen Nährstoffen, aber arm an Kalorien. Außerdem enthalten sie viel Pektin, ein Ballaststoff, der besonders gut bei Durchfallerkrankungen hilft. Doch wie verhält es sich mit den Apfelkernen?

Gesunde sekundäre Pflanzenstoffe in Apfelkernen

Die meisten Vitamine des Apfels stecken im Fruchtfleisch und in der Schale. Jedoch enthalten Apfelkerne ebenfalls gesunde sekundäre Pflanzenstoffe, besonders in Form von Polyphenolen. Sie sind für Geschmack, Farbe und Geruch der Apfelsorte verantwortlich. Die gesundheitsfördernden Apfel-Polyphenole wirken antioxidativ und entzündungshemmend und haben einen positiven Einfluss auf Erkrankungen wie Arteriosklerose, Diabetes mellitus Typ 2 und Asthma. Außerdem wirken die Polyphenole vorbeugend bei Brust-, Lungen-, Haut und Prostatakrebs.

Amygdalin ist kein Vitamin

Im Zusammenhang mit gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen von Apfelkernen wird im Internet häufig auch auf das enthaltene Amygdalin verwiesen, das die Bildung von Blausäure im Körper verursachen kann. Irrtümlicherweise wird es zusätzlich als Vitamin B17 bezeichnet, das in der Alternativmedizin als krebsvorbeugend eingestuft wird.

Die geregelte Einnahme soll einem Mangel vorbeugen, der für die Bildung von Tumoren verantwortlich sein soll. Jedoch gibt es dafür keine wissenschaftlichen Belege und da Amygdalin kein Vitamin ist, kann auch kein Mangel an einem Vitamin B17 bestehen.

Apfelkerne und das Kerngehäuse werden oft nicht mitgegessen. Dabei ist nicht nur ein Apfel gesund, sondern vor allem das Apfelkerngehäuse!

Und was ist mit dem Kerngehäuse?

Jedes Apfelkerngehäuse besteht aus fünf kleinen Kernkammern, die je nach Apfelsorte eine bestimmte Form aufweisen. Die Kammern sind durch sehr dünne Wände getrennt, in denen sich die Apfelkerne befinden.

Was in der Schale des Apfels nur wenig enthalten ist, ist dafür in großen Mengen im Kerngehäuse vorhanden: Bakterien in Form von Darmmikroben. Vor allem Bio-Äpfel weisen eine reiche Bakteriengemeinschaft auf, deren Zusammensetzung um einiges ausgewogener ist als bei Äpfeln aus nicht ökologischer Landwirtschaft.

So können die Bakterien im Kerngehäuse von Bio-Äpfeln der Ausbreitung gesundheitsschädlicher Bakterien im Magen-Darm-Trakt vorbeugen. Wer das Kerngehäuse mitisst, nimmt zehnmal mehr solcher gesunder Bakterien auf.

Apfelkerne und das Kerngehäuse werden oft nicht mitgegessen. Dabei ist nicht nur ein Apfel gesund, sondern vor allem das Apfelkerngehäuse!

Sind Apfelkerne giftig?

Beißt man auf einen Apfelkern, wird ein leicht bitterer und nussiger Geschmack freigesetzt. Die bittere Note, die auch etwas an Mandeln erinnert, rührt vom Inhaltsstoff Amygdalin her.

Amygdalin ist eine natürliche, pflanzliche Verbindung in Obstkernen, die sich in höherer Konzentration vor allem in Aprikosen- und Pfirsichkernen befindet und im Körper Blausäure freisetzen kann.

Blausäure kann Vergiftungserscheinungen auslösen, die sich beispielsweise in Form von Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden oder Atemnot äußern. Wird eine zu hohe Menge Blausäure im Körper produziert, kann dies tödlich sein. Aus diesem Grund wird den Apfelkernen eine giftige Eigenschaft nachgesagt.

Allerdings ist die Menge des Amygdalin in den Apfelkernen zu gering, um dem Organismus zu schaden. Erst ab einem Verzehr von einem Kilogramm Apfelkernen treten schädliche Folgen auf. Werden sie unverdaut ausgeschieden, setzt auch keine Wirkung des Amygdalin ein.

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Rezeptideen für ganze Äpfel

Da alle Bestandteile des Apfels (bis auf den Stiel) die Ernährung mit gesunden Vitalstoffen bereichern, kannst du ihn auch komplett verwerten.

Einen ganzen Apfel kannst du zum Beispiel in einen Energie spendenden grünen Smoothie oder in einen scharfen Wintersmoothie geben. Smoothies sind die idealen Getränke, um Obst und Gemüse mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralien zu genießen, da sich mit ihnen besonders viele Vitalstoffe direkt zu  einer einzigen Mahlzeit mixen lassen.

Wenn du auf den Geschmack gekommen bist und Smoothies öfters zubereiten möchtest, lohnt sich die Investition in ein leistungsfähiges Gerät.

Apfelkerne und das Kerngehäuse werden oft nicht mitgegessen. Dabei ist nicht nur ein Apfel gesund, sondern vor allem das Apfelkerngehäuse!

Apfelessig selber zu machen, ist eine gute Gelegenheit, Apfelreste zu verwerten. Wenn du das Kerngehäuse lieber nicht mitessen möchtest, kannst du es auf diese Weise mit großem Effekt weiter verarbeiten.

Für unser Rezept für selbst gemachtes Apfelpektin benötigst du sogar auschließlich Apfelreste, um aus ihnen ein natürliches Geliermittel für Marmeladen, Gelees und Ähnliches herzustellen.

Tipp: Es lohnt sich nicht nur, Apfelkerne mitzuessen. Einen hohen Gehalt gesunder Vitalstoffe weisen auch andere Obstkerne auf.

Weitere Rezeptideen für eine gesunde, ausgewogene Ernährung findest du in unserem Buch:

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