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Umweltfreundlich wickeln: Alternativen zu Pampers und Co.
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Herkömmliche Windeln verursachen riesen Müllberge und enthalten fragwürdige Inhaltsstoffe! Diese Alternativen sind gut für dein Baby und für die Umwelt.

Um die 5.000 Windeln benötigt ein Kind durchschnittlich, bis es in der Lage ist, alleine auf die Toilette zu gehen. Das geht nicht nur ganz schön ins Geld, sondern belastet auch die Umwelt. Klar: Herkömmliche Windeln sind praktisch. In Sekundenschnelle hat man die Windel gewechselt und sie verschwindet im Müll – und damit auch aus unserem Blickfeld.

Beim Gedanken an die wachsenden Windelmüllberge kommt man jedoch schnell ins Grübeln, ob es nicht umweltfreundlichere Alternativen gibt. Tatsächlich gibt es nicht nur eine, sondern gleich eine ganze Reihe sinnvoller Möglichkeiten, um auf Plastikwindeln zu verzichten. Die vier beliebtesten Varianten für nachhaltiges Wickeln stellen wir dir hier vor.

Die gute alte Stoffwindel

Die wahrscheinlich bekannteste nachhaltige Wickelvariante ist die gute alte Stoffwindel. Das Prinzip ist einfach: Anstelle von Einwegwindeln wickelst du geeignete Baumwolltücher – im Idealfall aus Biobaumwolle – um Babys Po. Sie fangen sowohl das kleine als auch das große Geschäft auf.

Weil die gesamte Windel in der Waschmaschine landet und sehr oft wiederverwendet werden kann, entsteht beim Wickeln kein Müll.

Tipp: Wenn du alte Frottee-Handtücher in Stücke schneidest, erhältst du saugstarke Einlagen, mit denen du die Verwendung von Stoffwindeln noch bequemer machen kannst.

Zugegeben, das Wickeln mit Stoffwindeln hat aber auch seine Tücken. Denn irgendwie müssen die Ausscheidungen ja vor dem Waschen auch wieder aus der Windel heraus. Milchstuhl von Säuglingen ist in der Regel wasserlöslich und kann problemlos mitgewaschen werden. Festen Stuhl von Kindern, die bereits mit erstem Brei oder fester Beikost zugefüttert werden, solltest du zuvor mit Klopapier entfernen und in der Toilette entsorgen. Das Entsorgen des großen Geschäfts ist wahrscheinlich der größte Nachteil dieser Methode.

Herkömmliche Windeln sind wenig nachhaltig und enthalten viele fragwürdige Inhaltsstoffe! Diese Alternativen sind gut für dein Baby und für die Umwelt.

Die Windelwäsche in der Maschine ist übrigens völlig unproblematisch und stellt auch kein Risiko für erhöhte Keimbelastung dar, wenn man es richtig macht. Stoffwindeln sollten im Programm für Koch-/Buntwäsche bei 60 Grad gewaschen werden. Eine Vorwäsche ist ebenso unnötig wie die Kochwäsche. Für zuverlässige Beseitigung von Bakterien und Flecken kannst du zusätzlich zum Waschmittel Aktivsauerstoff verwenden.

Natürlich sollten benutzte Stoffwindeln auch nicht länger ungewaschen herumliegen, da sie naturgemäß nicht besonders gut riechen. Da kann das Waschen schnell zum Stressfaktor werden. Lagere sie bis zur Wäsche möglichst kühl und besser trocken als nass, zum Beispiel in einem Wäschenetz. Für unterwegs empfehlen sich wasserdichte Wetbags, die selbst auch maschinenwaschbar sind.

Moderne Wickelsysteme mit Stoffwindeln

Einen sehr guten Kompromiss zwischen Wegwerfwindeln und herkömmlichen Stoffwindeln bieten moderne Stoffwindelsysteme. Sie bestehen meist aus drei Komponenten:

  • einer Überhose
  • einem waschbaren Saugkern
  • einer Windelvlieseinlage

Die Vlieseinlage wird nach der Benutzung mit den Ausscheidungen weggeworfen und erspart einem somit das lästige „Auskratzen“ der Stoffwindeln vor dem Waschen. Trotzdem ist das Müllaufkommen im Vergleich zu Pampers und Co. übersichtlich.

Was genau wird dafür benötigt? Wer sechs- bis siebenmal täglich wickelt, sollte ungefähr 20 verschiedene Saugkerne nutzen, um nicht zu oft waschen zu müssen. Die Überhosen bekommen in der Regel nichts ab, so dass zwei Überhosen ausreichen und nur einmal in der Woche gewaschen werden müssen. Die Vlieseinlagen gibt es in Großpackungen, die man immer vorrätig haben sollte. Eine umfangreiche Grundausstattung kostet zwischen 300 und 400 Euro. Das hört sich vielleicht teuer an, wenn man es aber mit 1.500 bis 2.000 Euro für Wegwerfwindeln pro Kind vergleicht, ist es doch sehr preiswert. Überhöschen und Saugkerne lassen sich sogar für mehrere Kinder verwenden und können an Freunde und Verwandte weitergeben werden.

Der neue Trend: Windelfrei

Ein für uns scheinbar neuer Trend – und sicherlich die umweltfreundlichste Methode – ist das sogenannte „Windelfrei“. Bereits sehr kleine Kinder machen sich auf irgendeine Art bemerkbar, wenn sie auf die Toilette müssen. Das können zum Beispiel Unruhe oder bestimmte Geräusche sein. Aufmerksame Eltern nehmen diese Zeichen wahr und reagieren darauf, indem sie dem Kind ermöglichen, frei zu pinkeln.

Ein verfrühtes Toilettentraining braucht jedoch niemand zu befürchten. Bei der Windelfrei-Methode geht es in erster Linie um die Kommunikation mit dem Baby, nicht so sehr um das Sauberwerden. Gleichzeitig wird natürlich auch viel Müll vermieden, da die Kinder schon sehr früh immer wieder über längere Zeiträume ohne Windeln unterwegs sind. Dem gegenüber steht jedoch bei der Ökobilanz ein erhöhtes Wäscheaufkommen. Denn in den wenigsten Fällen funktioniert die Kommunikation zwischen Eltern und Kind von Anfang an ganz reibungslos.

Wenn du die Windelfrei-Methode ausprobieren möchtest, dann denke daran, dass sie deine volle Aufmerksamkeit erfordert. Nur wenn du dich voll und ganz auf deinen neugeborenen Nachwuchs einlassen und ihn immer dicht am Körper haben kannst, wirst du lernen, die Signale rechtzeitig zu erkennen. Es spricht auch nichts dagegen, die Methode mit anderen Möglichkeiten zu kombinieren, zum Beispiel unterwegs, bei Freunden oder in der Nacht.

Denke sowohl beim Wickeln mit Stoffwindeln als auch bei der Windelfrei-Methode immer auch daran, dass beim Waschen viel Wasser, Strom und Waschmittel benötigt werden. Deshalb sollte die Maschine immer voll beladen und im richtigen Programm laufen, am besten mit dem selbstgemachten Biowaschmittel.

Der Kompromiss: Öko-Einwegwindeln

Wem das Wickeln mit Stoffwindeln oder die Windelfreimethode im bewegten Eltern-Alltag viel zu aufwändig erscheinen, der kann trotzdem etwas für den ökologischen Fußabtritt seiner Familie tun, indem er zu kompostierbaren Windeln oder Öko-Einwegwindeln greift. In ihrer Funktionalität und im Komfort stehen sie herkömmlichen Wegwerfwindeln in nichts nach. Sie bestehen jedoch zu einem großen Anteil aus biologisch abbaubaren Materialien und belasten die Umwelt somit weitaus weniger als Pampers und Co.

Ein Tipp zum Schluss: Ganz egal, für welche Methode du dich im Alltag entscheidest – lass deine Kinder, wann immer es geht, nackt herumlaufen! Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die Haut und das Körpergefühl der Kinder.

Wie sind deine Erfahrungen mit Windeln und alternativen Wickelmethoden, was funktioniert in deiner Familie? Wendest du vielleicht eine ganz andere Alternative an?

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