Waschbare Stilleinlagen selber nähen – Zero Waste für Mamis

Stillende Mütter, die auf Einweg-Stilleinlagen verzichten möchten, können aus Stoffresten komfortable, individuelle und viel umweltfreundlichere Einlagen selber nähen.

Stillende Mütter wissen, dass Stilleinlagen in den ersten Monaten mit Baby unverzichtbar sind, weil auslaufende Milch zu feuchter Kleidung und unangenehmen Flecken führen kann. Im Handel erhältliche Einweg-Stilleinlagen produzieren jedoch unnötig viel Müll und sind meist nicht so formschön. Zudem sind sie häufig nicht besonders hautfreundlich.

Dagegen sind selbst genähte, wiederverwendbare Stilleinlagen umweltfreundlich und können hinsichtlich Saugstärke, Form und Durchlässigkeit ganz auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten werden.

Stilleinlagen aus Stoffresten selber nähen

Für ein Set der wiederverwendbaren Einlagen brauchst du weniger als eine halbe Stunde Zeit und nur einige Stoffreste, die du auf diese Weise upcyceln kannst.

Das wird gebraucht:

  • ein Stück Moltonstoff (je nach Größe bis zu 20 x 35 cm) für die zur Brust zeigende Seite
  • ein altes Frotteehandtuch oder eine Moltonwindel als Saugkern
  • Baumwoll-, Woll- oder PUL-Stoff (20 x 35 cm) für die Außenseite (Wollstoff und PUL machen die Stilleinlagen resistenter gegen die Feuchtigkeit)

Stillende Mütter, die auf Einweg-Stilleinlagen verzichten möchten, können aus Stoffresten komfortable, individuelle und viel umweltfreundlichere Einlagen selber nähen.

Tipps, bevor du anfängst: Für besonders saugfähige Stilleinlagen empfiehlt sich bereits mehrfach gewaschener Stoff. Wenn du die Einlagen aus neuem Stoff nähst, wasche ihn am besten vor der Verarbeitung. Auf diese Weise verziehen sich die fertig genähten Einlagen nicht so sehr.

Ein wasserabweisender Stoff als äußere Schicht sorgt dafür, dass austretende Muttermilch nicht als Fleck auf der Kleidung sichtbar wird. Um wunde Stellen und Entzündungen an den stark beanspruchten Brustwarzen zu verhindern, ist jedoch eine ausreichende Luftzirkulation notwendig.

Probiere am besten selbst aus, welche Variante für dich am besten geeignet ist. Es ist auch möglich, wasserabweisende “Ausgeh”-Einlagen und luftigere für zu Hause zu nähen.

So werden die Stilleinlagen genäht:

1. Aus dem Stoff für die äußere Lage Kreise ausschneiden. Zum Vorzeichnen der Kreise eine Tasse oder einen Unterteller verwenden. Je nach Brustgröße und persönlichen Wünschen empfiehlt sich ein Durchmesser zwischen 11 und 16 Zentimetern. Nach dem Nähen und Versäubern sind die Einlagen etwa zwischen 10 und 15 Zentimetern groß.

Stillende Mütter, die auf Einweg-Stilleinlagen verzichten möchten, können aus Stoffresten komfortable, individuelle und viel umweltfreundlichere Einlagen selber nähen.

2. Frottee- oder Moltonstoff für die innere Lage einen Zentimeter kleiner ausschneiden als die Außenstoffe. So werden die Stilleinlagen zum Rand hin möglichst flach. Je nach Dicke des Stoffs und Bedarf sind pro Einlage eine bis drei Lagen empfehlenswert.

Stillende Mütter, die auf Einweg-Stilleinlagen verzichten möchten, können aus Stoffresten komfortable, individuelle und viel umweltfreundlichere Einlagen selber nähen.

3. Stoff in der richtigen Reihenfolge mittig übereinanderlegen: zuerst den Innenstoff mit der nach außen zeigenden Schicht nach unten, darauf die Saugschichten und zuletzt die nach außen zeigende Schicht mit der Außenseite nach oben. Mit drei bis vier Nadeln feststecken. Wenn du flache Stilleinlagen bevorzugst, kannst du die Schritte 4 und 5 weglassen.

4. Für leicht gewölbte Stilleinlagen ein schmales “Tortenstück” aus allen Stofflagen schneiden. Dafür jeden Stapel in der Mitte falten und entlang der Falz einen Keil abschneiden.

Stillende Mütter, die auf Einweg-Stilleinlagen verzichten möchten, können aus Stoffresten komfortable, individuelle und viel umweltfreundlichere Einlagen selber nähen.

5. Die Ränder der Einschnitte übereinanderlegen und feststecken, so dass sich die Einlagen leicht wölben. Von innen nach außen zusammennähen.

Stillende Mütter, die auf Einweg-Stilleinlagen verzichten möchten, können aus Stoffresten komfortable, individuelle und viel umweltfreundlichere Einlagen selber nähen.

6. Nun die Einlagen so zusammennähen, dass die Innenschichten ebenfalls befestigt werden. Dafür mit einem möglichst breiten und dichten Zickzackstich etwa einen halben Zentimeter vom Rand entfernt entlangnähen. Noch komfortabler ist es, die Nähte mit einer Overlock-Nähmaschine herzustellen. Den Stoff mit einem Saum zu vernähen, ist in diesem Fall weniger empfehlenswert, da sich ein mehrlagiger Rand durch die Kleidung abzeichnen könnte.

7. Wenn du einen Zickzackstich verwendest, schneide den Stoffrand möglichst nah an der Naht ab, ohne sie zu beschädigen. Zum Schluss noch die Fäden versäubern.

Es empfiehlt sich, gleich mehrere Sets zu nähen, damit die Einlagen bei Bedarf gewechselt werden können.

Auch Stoffbinden lassen sich ganz einfach selber nähen und kommen somit nicht nur deinen individuellen Bedürfnissen, sondern auch der Umwelt entgegen. Viele weitere interessante Nähprojekte, mit denen du Stoffreste upcyceln kannst, findest du in unserem Buchtipp:

Möchtest du auch wiederverwendbare Stilleinlagen selber nähen? Welche Variante gefällt dir am besten? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

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3 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Mag sein, dass es am Anfang nach Zero waste aussieht wenn man es aus Resten selber macht aber wenn man überlegt wie lange man die braucht kann man es auch einfach sein lassen oder etwas sinnvolleres aus dem Stoff herstellen. Für die ersten paar Wochen reicht auch ein mehrfach gefaltetes Stofftaschentuch/zerschnitten Mullwindeln oder irgendwie sowas, das man sich in den BH klemmt. Wenn sich das Stillen eingependelt hat, hat sich das eh erledigt, da dann keine Milch mehr ungewollt Austritt. Bei beiden Kindern habe ich nach ca. 4 Wochen keine Stilleinlagen mehr gebraucht obwohl ich sie 15 und 17 Monate gestillt habe.
    Wer jedoch trotzdem Stilleinlagen mit Nässeschutz nähen möchte muss unbedingt auf Hygiene beim Waschen achten. Sonst kann es besonders in der Anfangszeit zu schlimmsten Entzündungen kommen, da die Bakterien von nicht ganz ausgewaschenen Milchresten in die Milchgänge der Brust wandern können. Wer sich nicht sicher ist lieber Mullwindeln nehmen und auskochen oder Einmaleinlagen verwenden. Mag nach mehr Müll aussehen, aber wenn man wegen einer Entzündungen nicht mehr stillen kann und auf Tütenmilch angewiesen ist entsteht viel mehr Müll.

    Antworten
    • smarticular.net

      Danke für die Ergänzung! Das ist natürlich von Frau zu Frau sehr unterschliedlich, und es gibt viele funktionierende Möglichkeiten, wie du schreibst. Uns ist es wichtig, verschiedene Möglichkeiten vorzustellen, sodass man sich am Ende die persönlich passendste heraussuchen kann. Liebe Grüße!

    • Das kann ich so nicht bestätigen. Ich hatte sehr viel Milch und das hat sich auch nicht in dem Maße eingependelt, dass ich hätte auf Stilleinlagen verzichten können. Meine Kinder sind jetzt schon erwachsen. Es ist also schon eine Weile her. Aber ich hab den Versuch mit nässeschützenden gekauften Einlagen schnell wieder sein lassen. Die Haut weicht darunter auf und danach ist die Gefahr von Entzündungen enorm. Ich hab mir damals ein Paar aus Wolle und Wildseide geleistet und den Rest aus Mullwindeln selber genäht. Davon hatte ich allerdings reichlich, weil ich oft wechseln musste

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