Lebensmittel, Kosmetik und Co. im Mehrwegglas – sinnvoll oder nicht?

Immer öfter werden Lebensmittel und Drogerieprodukte im Mehrwegglas angeboten. Wann es sinnvoll ist und welche Anbieter es gibt, erfährst du hier.

Im Unverpackt-Laden einzukaufen, hilft, Verpackungsmüll zu reduzieren, ist aber auch etwas aufwändiger als der bequeme Gang zum Discounter. Schließlich müssen Stoffbeutel und andere Behälter mitgebracht werden, um Lebensmittel und Co. abzufüllen und nach Hause zu transportieren. Einen alternativen Ansatz verfolgen Hersteller eines wachsenden Angebots von Produkten im Pfandglas.

Von Tee, Nüssen und Reis über Fruchtmus und Tomatenpassata bis hin zu Handseife und Desinfektionsmittel: immer mehr Lebensmittel und Drogerieprodukte sind im Mehrwegglas erhältlich. Hier erfährst du, welche Anbieter es gibt, aber warum das neue Mehrweg-Angebot nicht immer sinnvoll ist.

Lebensmittel im Pfandglas

Ein Pionier unter den Anbietern von Lebensmitteln im Mehrwegglas ist das Berliner Start-up Unverpackt Umgedacht, das zahlreiche Produkte unter der Marke Unverpackt für alle anbietet.

Eingekauft werden können Trockenfrüchte, Getreide und Co. im eigenen Online-Shop sowie in Bioläden, Reformhäusern und Supermärkten in ganz Deutschland. Die Produkte werden in gängige Joghurt-Pfandgläser abgefüllt, die leer bei jedem Supermarkt zurückgegeben werden können.

Das Start-up Unverpackt Umgedacht möchte Produkte des täglichen Bedarfs im Pfandglas in die Supermarktregale bringen. Indem das bestehende Mehrwegsystem genutzt wird, können Verbraucher genauso flexibel einkaufen wie bisher.

Kosmetikprodukte im Mehrwegglas

Noch vergleichsweise jung ist das Unternehmen Sea Me, das mit umweltfreundlichen Pflege- und Reinigungsprodukten im Mehrwegsystem den Markt erobern möchte. Seit 2021 sind Handseife, Desinfektionsmittel und Handspülmittel im Pfandglas in verschiedenen Supermärkten und Drogerien erhältlich. Dabei setzt Sea Me auf ein eigenes Kreislaufsystem und eine eigene Logistik inklusive Waschstraße zur Aufbereitung der Mehrweggläser.

Immer öfter werden Lebensmittel und Drogerieprodukte im Mehrwegglas angeboten. Wann es sinnvoll ist und welche Anbieter es gibt, erfährst du hier.

Lieferservice mit Pfandsystem

Momentan nur für Berliner interessant ist das Start-up fandli. Das Konzept verbindet Mehrwegsystem und Lieferservice miteinander. Die Lebensmittel werden online bestellt und per Lastenrad ausgeliefert. Die statt einer herkömmlichen Einwegverpackung verwendeten Gläser und Flaschen können einfach bei der nächsten Bestellung zurückgegeben werden.

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Mehrwegsystem – immer sinnvoll?

Ist Mehrweg im Pfandglas per se nachhaltiger als Einwegverpackungen? Es kommt – wie so oft – drauf an. Zu diesem Schluss kommt das Forschungsprojekt Innoredux, an dem auch der Unverpackt Verband beteiligt ist.

Vor allem dann, wenn die Deckel der Pfandgläser nicht wiederverwendbar sind, sondern energieaufwändig recycelt werden müssen, fällt die Umweltbilanz der Mehrwegprodukte gar nicht mehr so gut aus. Die Länge der Transportwege sowie der Aufwand für Reinigung und Wiederbefüllung spielen ebenfalls eine Rolle.

Deshalb kann eine leichte Einwegverpackung bei Trockenprodukten – unter Berücksichtigung aller Faktoren – sogar nachhaltiger sein als ein Produkt im Pfandglas. Für flüssige Lebensmittel wie Fruchtmus, passierte Tomaten usw. ist das Mehrwegglas aber durchaus eine sinnvolle Alternative zum schlecht recycelbaren Tetrapack oder dem Einwegglas.

Wenn du die neuen Mehrwegangebote nutzen möchtest, empfiehlt es sich in jedem Fall, genau hinzuschauen und nach der Gesamtbilanz der Produkte zu fragen.

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3 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Den Aussagen meine Vorrednerinnen stimme ich voll zu. Ich möchte nur noch hinzufügen, dass wir von der Industrie kontinuierlich zur Bequemlichkeit erzogen wurden. Vor vielen Jahren habe ich im Tante Emma Laden gelernt, damals wurden noch viele Produkte lose verkauft. Man kannte es nicht anders, jetzt sollte schnellstens ein Umdenken stattfinden auch wenn man mal ein paar Minuten mehr braucht.

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  2. manchmal geht mir das trara auf den wecker. als ich anfang der 70er kind war wurde vieles in papier verpackt.beim fleischer die wurst im gemüseladen mit papiertüten,beim bäcker der kuchen.flüssges war in glasflaschen und milch und opas bier mit krug geholt.dann die erste magarine im plastikbecher die eier in papp/plat und das ging dann schnell. plastik im spielzeugladen–holz und metall verschwand……ich denk wenn jeder sich besinnt (die hersteller) wär es einfach den krempel wieder los zu werden und die erde einwenig vom unsinn zu befreien.nur sag ich heut nach 6 jahrzehnten: es ist eine scheinheilige weilt.große sprüche aber es bringt kein profit und daher nicht gewollt….geld regiert die welt sagte oma damals schon ende der 60er und da fing es an…………

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    • Hallo Ulla,
      ja, das sehe ich ähnlich. Ich kann mich noch genau an das Motto” Jute statt Plastik” erinnern…. das haben wir dann selber vergessen…. und uns einlullen lassen, von glänzenden modischen Tüten…
      Die Jute-Dinger waren aber auch echt kratzig und hässlich… und da sehe ich eine Chance heute. Wir können in vielen Dingen schön und umeltfreundlich…
      Also back to the roots…

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