Myrrhe – uraltes Heilmittel zum Räuchern, für Salben und als Tinktur

Myrrhe ist ein heilkräftiges Baumharz, das du auch heute noch vielfältig zur Heilung und zum Räuchern nutzen kannst.

Wer kennt nicht die Geschichte von den Heiligen drei Königen, die das neugeborene Jesuskind in Bethlehem besuchen und ihm drei verschiedene Geschenke als Huldigung darbringen. So ist es zum Beispiel im Lukas-Evangelium übertragen: “… sie freuten sich sehr, und brachten ihre Gaben dar: Weihrauch, Gold und Myrrhe.” (Lk 2,7).

Zu Weihrauch und Gold muss nicht viel gesagt werden, ihr Wert ist uns auch heute noch bekannt. Im Vergleich zu anderen Räucherwaren hat echter Weihrauch noch immer seinen Preis, und Gold gilt ohnehin als sichere Wertanlage und ist gefragter als je zuvor.

Doch was ist mit der Myrrhe? Was ist das eigentlich? Und wieso haben die Weisen aus dem Morgenland dem Neugeborenen denn ausgerechnet das als Geschenk mitgebracht?

Was ist das eigentlich, Myrrhe?

Viele denken heute fälschlicherweise, Myrrhe sei ein Heilkraut. Das stimmt aber nicht ganz. Es handelt sich vielmehr um ein Baumharz, das allerdings schon eine starke Heilwirkung hat. Die Myrrhe-Bäume wachsen vornehmlich im Orient, von dort ist das Harz wahrscheinlich mit den Kreuzzügen nach Europa gelangt.

Heute wird die Myrrhe nur noch in wenigen Heilmittel-Rezepturen, wie etwa im Schwedenbitter verwendet. Doch in früheren Zeiten hatte sie eine große medizinische und gleichzeitig kultische Bedeutung.

Myrrhe ist ein heilkräftiges Baumharz, das du auch heute noch vielfältig zur Heilung und zum Räuchern nutzen kannst.
von Mark Bonica (CC-BY-2.0)

Heilwirkung der Myrrhe

Aufgrund ihrer zusammenziehenden und desinfizierenden Wirkung ist Myrrhe hilfreich bei der Wundheilung und mildert Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Ein Myrrhe-Aufguss hilft bei leichtem Husten und Darmerkrankungen. Diese unterschiedlichen Heilwirkungen dürften auch schon den Weisen aus dem Morgenland bekannt gewesen sein.

Auch heute können wir auf vielfältige Weise von den gesundheitsförderlichen Eigenschaften der Myrrhe profitieren.

Rezept: Myrrhentinktur

Wer häufig Halsschmerzen hat oder unter Zahnfleischentzündungen oder Prothesendruckstellen leidet, sollte es einmal mit einer selbst gemachten Myrrhentinktur zum Gurgeln oder als Mundspülung versuchen.

Du brauchst:

So geht’s:

  1. Das Harzgranulat zum Alkohol geben.
  2. Die Tinktur 30 Tage ziehen lassen.
  3. Fertige Tinktur durch einen Kaffeefilter abgießen.

Pro Anwendung 15-20 Tropfen der Tinktur in einem Glas Wasser oder Tee auflösen.

Myrrhe-Creme bei Hämorrhoiden

Eine Creme mit Myrrhe soll bei Hämmorrhoiden eine lindernde Wirkung haben. Mit nur wenigen Zutaten kannst du sie leicht selbermachen.

Du brauchst:

So geht’s:

  1. Beide Zutaten mischen.
  2. Auf kleiner Flamme unter Rühren langsam so lange erhitzen, bis sich der Alkohol aus der Tinktur verflüchtigt hat.
  3. In kleine Cremedosen füllen.
  4. Im Kühlschrank aufbewahren.

Anwendung: Bei Bedarf Hämorrhoiden morgens und abends eincremen.

Historische Bedeutung der Myrrhe

Der Grund, warum Myrrhe zu den Geschenken für das Jesuskind gehörte, war wohl der, dass sie in jener Zeit ein umfassendes Heilmittel darstellte, und somit als genauso wertvoll galt wie Weihrauch und Gold.

Die alten Ägypter verwendeten Myrrhe in ihren Rezepturen zur Herstellung von Balsam zur Konservierung von Leichnamen, darum wurde sie zum Symbol für Unsterblichkeit.

Auch in anderen Kulturen war das Harz ein wichtiger Bestandteil von Salben, die meist kultische Zwecke hatten. So findet Myrrhe in zahlreichen alten Schriften Erwähnung. Sie kommt in den ägyptischen Papyri vor, in den indischen Veden, der Bibel und natürlich auch im Koran. Meist wird sie dort wegen ihrer rituellen Bedeutung erwähnt. Myrrhe verwendete man oft auch in Kombination mit Weihrauch zum Räuchern von heiligen Räumen, bei der Liturgie oder als Wundauflage.

Aus dem Harz der Myrrhe stellte man im alten Griechenland eine Art Wundsalbe her, die jeder griechische Soldat bei sich trug, wenn er in den Krieg zog.

Französische Parfumeure verwendeten Myrrhe schon in früheren Jahrhunderten für die Herstellung von edlen Duftwässerchen. Der berühmte Giorgio Armani erinnerte sich offenbar an die traditionelle Verwendung des Harzes als Basis für feine Duftkompositionen, als er sein Parfum Myrrhe Imperiale schuf.

Hast du dich schon einmal mit dem Myrrhe-Harz beschäftigt und es zum Räuchern oder auf andere Weise verwendet? Schreibe uns doch ein paar Tipps in die Kommentare!

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4 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Susanne Schmist

    Ich vertrete die Meinung, dass die Lösung für alle Probleme immer an dem Ort liegt, an dem das Problem auftritt. Warum muss es Myrrhe aus dem orient sein? In unseren heimischen Wäldern gibt es auch Baumharze. Ich putze mir schon seit Jahren die Zähne mit einer selbstgemachten Paste aus verschiedenen Baumharzen – kein Zahnstein mehr und keine Entzündungen geschweige denn Löcher. Das gilt übrigend für alles, für die heimischen Kräuter, die ihr hier gerne immer wieder anpreist. Großartig! Aber auch zum Beispiel für den Honig. Honig aus dem eigenen Umland ist viel besser für das Immunsystem als ausländischer, weil er genau die immunwirkenden Substanzen enthält, die wir in unserem Umfeld brauchen…..

    Wir brauchen auch keine Gojibeeren, wenn wir Heidelbeeren und Brombeeren haben. Es ist immer nur die Industrie, die uns das Gegenteil verkaufen will. Die Natur hat alles was wir brauchen in unserem direkten Umfeld bereitgestellt. Man muss nur die Augen öffnen……

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    • smarticular.net

      Hallo Susanne, damit hast du natürlich Recht, weshalb wir auch in sehr vielen Rezepten regionale Zutaten verwenden, die auch einen kürzeren Transportweg hinter sich haben. Dennoch macht es immer wieder Spaß, über den Tellerrand zu schauen und zu sehen, welchen Reichtum andere Kulturen und Regionen bieten. Beispielsweise ist der Ingwer eines unserer liebsten Erkältungsmittel, obwohl wir natürlich auch sehr gern Blüten von Holunder, Linde und Mädesüß für eine heilsame Erkältungsteemischung verwenden. Liebe Grüße

  2. Jutta Maria Faust

    Vielen Dank für diesen Bericht. Ich habe mir zufälligerweise Mürrhe Harz aus dem Urlaub mitgebracht… jetzt weiß ich endlich, was ich damit machen kann. Morgen zu Drei König werde ich erst mal die Wohnung damit ausräuchern und dann werde ich mir die Tinktur ansetzen.

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  3. Genau diese Frage stellte unsere 7-jähriger kurz vor Weihnachten und wir mussten passen. Gold, Weihrauch ja, aber Myrrhe? Die genaue Bedeutung mussten wir erst nachschlagen, um den Wissensdurst zu stillen!

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