Löcher stopfen in schön: Kaputte Kleidung reparieren mit der Sashiko-Technik

Löcher stopfen in schön? Mit diesen Techniken werden Löcher, Risse oder Flecken per Hand repariert beziehungsweise überdeckt - auffällig, bunt und schön!

Um Kleidung zu reparieren, die kleine Löcher, Risse oder nicht mehr auswaschbare Flecken hat, gibt es vom Stopfen bis zum Flicken einige Möglichkeiten. Doch wirklich schön ist das nur selten. Mit den folgenden drei Reparaturtechniken werden Schadstellen mit interessanten Formen, auffälligen Flicken und bunten Farben repariert beziehungsweise überdeckt. So wird kaputte Kleidung schöner als vorher!

Was ist Visible Mending?

Löcher in Kleidung lassen sich durch Stopfen oder Flicken reparieren – meist mit dem Ziel, diese Arbeit möglichst unsichtbar sein zu lassen. Aber nicht beim Visible Mending! Denn wie der Name schon sagt (“sichtbares Ausbessern”), werden bei dieser Technik Löcher, Risse oder Flecken möglichst auffällig überdeckt. Dazu eignen sich bunte Stoffreste als Flicken und dickeres Garn in bunten Farben, also zum Beispiel doppelt gelegtes Nähgarn oder einfaches Stick- oder Stopfgarn.

Die verwendete Nadel ist abhängig vom beschädigten Stoff: Lockere Gewebe lassen sich gut mit einer etwas dickeren Nadel reparieren, bei dicht gewebten Stoffen ist eine dünnere Nadel die bessere Wahl. Jersey näht man am besten mit einer stumpfen Nadel, um keine Laufmaschen zu ziehen. 

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Damit die Reparaturarbeit trotzdem nicht willkürlich aussieht, wird häufig in Mustern oder Formen gestickt. Für eine exakte Nadelführung ist es hilfreich, sich Formen oder Linien mit Bleistift oder Stoffkreide vorzuzeichnen. Ein nützlicher Trick für besonders ebenmäßige Stiche ist, sich die Stichabstände einfach auf den Finger zu malen.

Technik 1: Ein Herz auf kleine Risse sticken 

Kleine Löcher oder Risse lassen sich gut mit einem gewebten Herz reparieren. Die Technik funktioniert genauso wie beim Stopfen von Socken, indem Längsfäden über das Loch oder den Riss gezogen und mit Querfäden verwebt werden – nur eben in Herzform (Kreise oder Vierecke funktionieren aber genauso).

Tipp: Einen Stopfpilz oder einen Stickrahmen benötigt man nicht unbedingt. Es genügt, den Stoff beispielsweise einfach auf ein Schraubglas zu spannen und mit einem Gummiband zu fixieren, sodass die schadhafte Stelle mittig über dem Schraubdeckel liegt.

So geht’s:

  1. Mit Stoffkreide oder einem auswaschbaren Stift ein Herz um die schadhafte Stelle zeichnen. Dabei mindestens fünf Millimeter Abstand zur Schadstelle lassen.
  2. Das zu reparierende Material auf einen Sockenpilz, in einen Stickrahmen oder auf ein Schraubglas (siehe Tipp oben) spannen.
  3. Mit Nadel und einem kontrastfarbigen Faden das Fadenende von innen fixieren – am besten am rechten oberen Ende des Herzens.
  4. Gerade nach unten einen Längsfaden ziehen und am Herzrand einstechen, links daneben (immer am Herzrand entlang) die Nadel wieder nach oben führen und einen weiteren Längsfaden parallel zum ersten führen und erneut einstechen. So fortfahren, bis das Herz komplett mit Längsfäden ausgefüllt ist.
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  5. Nun die Querfäden einziehen, indem der Faden immer abwechselnd über und unter den Längsfäden hindurchgeführt wird. Auf dem Rückweg genau andersherum “weben”. Beim Einziehen der Querfäden zuerst die linke Rundung des Herzens ausfüllen, dann die rechte und schließlich die komplette untere Hälfte bis zur Herzspitze hinunter.
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  6. Fadenende verknoten, verstechen und auf der Rückseite abschneiden. Fertig!

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Technik 2: Löcher stopfen mit einer Sonne

Eine gestickte Sonne verdeckt hervorragend kleine, kreisrunde Löcher. Für diese Technik brauchst du gelbes Garn, eine passende Nadel und etwas zum Aufspannen des Stoffes – zum Beispiel ein Schraubglas und ein Gummiband.

Und das geht so:

  1. Mit einer geeigneten Schablone (zum Beispiel eine Münze) einen Kreis auf den Stoff zeichnen, der mindestens drei Millimeter über den Rand des Loches hinausgeht.
  2. Im Kreis herum eine einfache Naht per Hand auf die vorgezeichnete Linie setzen. Am besten eignet sich der Steppstich.
  3. Nun mit einer Runde Schlingstiche (auch: Knopflochstich) die Strahlen der Sonne im Uhrzeigersinn sticken. Dafür den Faden links am Rand entlang legen, von hinten am Strahlenende (etwa zwei Zentimeter vom Rand entfernt, je nach Lochgröße) durch den Stoff stechen, den Faden zurückführen und dabei eine Schlinge am Rand der Sonne setzen.
  4. Die zweite Runde weiter mit Schlingstichen fortführen, nur ohne Strahlen. Das heißt, es werden im Uhrzeigersinn an jede vorhandene Masche “Schlingen” gesetzt. Ab der dritten Runde nur noch um jede zweite Masche eine Schlinge ziehen, bis der Kreis geschlossen ist.
  5. Zum Schluss das entstandene Schlingengewebe mit parallelen Längsfäden abdecken.
  6. Fadenende verknoten, verstechen und fertig! 

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Tipp: Natürlich können auch noch ganz andere Formen auf diese Weise gestickt werden. Probiere dich doch mal an einem Stern oder einem Blatt! Wenn du nicht nur parallele Längsfäden, sondern zwischendrin auch immer einen Querfaden über das Muster stickst, entstehen besonders schöne Überlappungen.

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Technik 3: Mit bunten Flicken reparieren (Sashiko)

Größere Schadstellen werden am besten mit anderen Stoffresten geflickt und anschließend mit auffälligen Nähten fixiert, die ausschließlich aus Heftstichen bestehen. Diese Technik ist inspiriert von einer traditionell japanischen Reparaturtechnik, dem Sashiko, das in Abwandlungen vielerorts zum Verzieren von Stoffen genutzt wird.

So geht’s:

  1. Einen bunten Stoffrest auswählen und einen großzügig passenden Flicken daraus zurechtschneiden.
  2. Den Flicken auf den beschädigten Stoff legen, bügeln und von hinten feststecken.
  3. Ein Stück Pappe hinter den Stoff legen um zu verhindern, das die Rückseite des Kleidungsstücks aus Versehen mit angenäht wird.
  4. Das Muster der Wahl – zum Beispiel unterschiedlich lange parallele Linien – mit Stoffkreide oder einem auswaschbaren Stift vorzeichnen. An einer Seite beginnen und Heftstiche entlang der Linien nähen. Heftstiche (oder auch: Vorstiche) funktionieren so, dass die Nadel mit dem Faden in gleichmäßigen Abständen über und unter dem Stoff hindurch bewegt wird. Dabei am besten gleich mehrere Stiche mit der Nadel machen, bevor der Faden durchgezogen wird.
  5. Zum Wechsel in eine andere Linie des Musters, den Faden auf der Rückseite des Stoffes entlangführen.
  6. Am Ende den Faden verknoten, auf der Rückseite verstechen und abschneiden. Fertig!

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Tipp: Um aufwendigere Sashiko-Muster wie Kreuze, Wellen oder ineinander verschlungene Dreiecke zu nähen, ist es sehr hilfreich, alle Linien vorher mit einer Schablone (oder bei geometrisch inspirierten Mustern mit dem Lineal) vorzuzeichnen.

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Mit welcher Technik konntest du schon das ein oder andere schadhafte Kleidungsstück retten und verschönern? Hinterlasse gern einen Tipp in den Kommentaren!

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5 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Perfekt!
    Danke für eure tollen Tipps. :))

    Antworten
  2. Socken stopfen habe ich auch noch gelernt. Die Vorschläge sind ja schön für kleine Löcher in Pullis usw.

    Antworten
  3. Hallo, diese Art von flicken habe ich schon bei den Kleider meiner Kids gemacht. Je nach Wunsch kam eine Sonne, Blume oder Stern darauf😊

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  4. von meiner Familie belächelt ,stopfe ich meine kaputten Socken .Ich habe das als Kind von einer alten Frau gelernt .
    diese Ideen von smarticular gefallen mir beonders gut . Vielen Dank dafür

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  5. Genial!!! Ihr seid echt super! Vielen Dank für diese tollen Ideen. So können meine Mädels ihre Lieblingssachen länger tragen. :-)

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