Roggenbrot backen mit Sauerteig in 24 h (Detmolder Einstufenführung)
Gutes Brot braucht Zeit, aber wenig Arbeit! Ein saftiges Roggenbrot mit einer rustikalen Kruste gehört zu den absoluten Klassikern und hält sich tagelang frisch. Wer sein Brot selber backt, spart nicht nur Geld, sondern weiß auch ganz genau, was drinsteckt. Nämlich keine unnötigen Zusatzstoffe, sondern pure Natur.
Dieses Rezept für Roggenvollkornbrot nutzt die sogenannte Detmolder Einstufenführung. Das klingt vielleicht nach hoher Bäcker-Kunst, ist aber eigentlich nur eine genial einfache Methode: Der Sauerteig reift in nur einem einzigen Schritt über Nacht bei Zimmertemperatur. So entwickelt er ein herrliches Aroma und genug Kraft, um unser Brot am nächsten Tag wunderbar aufgehen zu lassen.
Falls du noch keinen Sauerteig hast, lies hier weiter, um zu erfahren, wie du ihn ganz einfach selbst herstellen und immer weiter vermehren kannst!
Hier ist das Rezept für dein neues Lieblingsbrot:
Roggenbrot backen mit Sauerteig in 24 h (Detmolder Einstufenführung)
Schwierigkeit: Mittel15
Portionen30
Minuten214
kcal24
StundenRoggenvollkornbrot mit Sauerteig zu backen, ist nicht schwer – dank Einstufenführung kannst du den Teig abends ansetzen und am nächsten Tag backen!
Zutaten
- Für den Sauerteig (am Vorabend):
300 g Roggenvollkornmehl
300 ml Wasser (lauwarm)
- Für den Hauptteig (am Backtag):
Sauerteig vom Vorabend
600 g Roggenvollkornmehl
100 g Weizenvollkornmehl (oder Dinkel)
450 ml bis 500 ml Wasser (warm, ca. 35–40 °C)
20 g Salz (etwas mehr für den Geschmack)
Optional: 1 EL Brotgewürz (Kümmel, Fenchel, Koriander)
Zubereitung
- Sauerteig ansetzen (Abends):
- Alle Zutaten für den Sauerteig in einer Schüssel verrühren. Abgedeckt bei Zimmertemperatur 12–16 Stunden reifen lassen. Er sollte danach blubbern und säuerlich-aromatisch riechen.
- Wichtig: Jetzt nimmst du von diesem fertigen Sauerteig wieder 50 g ab und stellst sie in einem Schraubglas in den Kühlschrank für das nächste Backen. Somit hast du immer frischen Sauerteig-Starter (Anstellgut) zur Hand und kannst ihn mit jedem Backvorgang weiter vermehren und verfeinern.
- Hauptteig mischen (Morgens/Mittags):
- Den restlichen Sauerteig, die Mehle (600g + 100g), das Salz, Gewürze und das Wasser (erstmal 450 ml) in die Rührschüssel geben.
- Kneten: Mit einem Rührlöffel oder mit der Küchenmaschine auf kleinster Stufe (Stufe 1) für ca. 5–8 Minuten mischen.
- Check: Der Teig muss sehr klebrig und weich sein (wie Zement oder nasser Lehm). Wenn er fest und bröselig ist -> Schluckweise mehr Wasser dazu (die restlichen 50ml). Roggenvollkornteig klebt immer, das ist normal!
- Teigruhe (Stockgare):
- Den Teig in der Schüssel abgedeckt 30 Minuten ruhen lassen, damit das Mehl quillt.
- Aufarbeiten & Gehen lassen (Stückgare):
- Ein Gärkörbchen gut mit Mehl (am besten Roggenmehl oder Stärke) ausstäuben.
- Den Teig auf eine nasse oder bemehlte Arbeitsfläche geben und rundwirken (zu einer Kugel schieben). Nicht wild kneten!
- Mit dem “Schluss” (der unschönen Seite) nach unten in das Gärkörbchen legen (damit die schöne Seite oben ist, wenn man es stürzt – oder andersrum, wenn du willst, dass es rustikal aufreißt: Schluss nach oben im Korb).
- Abgedeckt an einem warmen Ort ca. 2 bis 3 Stunden gehen lassen.
- Fingertest: Wenn sich feine Risse an der bemehlten Oberfläche zeigen und das Volumen deutlich zugenommen hat, ist es soweit!
- Backen:
- Ofen auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen (inklusive Backblech oder Backstein). Eine feuerfeste Schale mit Wasser auf den Ofenboden stellen.
- Den Teigling vorsichtig auf das heiße Blech (Backpapier!) stürzen.
- Anbacken: 10 Minuten bei 250 °C voll Power backen (anbacken).
- Ausbacken: Tür kurz öffnen, Dampf ablassen, Temperatur auf 200 °C senken und weitere 50–60 Minuten backen.
- Klopftest: Wenn du auf den Boden klopfst und es hohl klingt, ist es fertig. Erst am nächsten Tag anschneiden.
Schnellüberblick
Wenn du immer wieder backst, reicht dir sicherlich als Orientierung unser Schnellüberblick in einem Bild!

Warum sich das Warten lohnt
Ein gutes Sauerteigbrot braucht Zeit, aber diese Zeit arbeitet für dich! Durch die lange Teigführung und den natürlichen Sauerteig wird das volle Korn schonend aufgeschlossen. Das macht das Roggenvollkornbrot nicht nur unglaublich aromatisch, sondern auch viel bekömmlicher als Brote, die in Rekordzeit mit viel Hefe hochgezogen wurden. Außerdem sorgen die Milchsäurebakterien des Sauerteigs dafür, dass dein Brot auf natürliche Weise vor Schimmel geschützt ist und problemlos eine Woche lang saftig bleibt – ganz ohne Konservierungsstoffe.
Trau dich an diesen Klassiker heran! Auch wenn der Teig anfangs vielleicht etwas ungewohnt klebt, wirst du spätestens beim ersten Anschneiden am nächsten Tag mit einem unwiderstehlichen Duft und echtem Bäckerstolz belohnt.
Viel Spaß beim Nachbacken und Genießen! Verrate uns gerne in den Kommentaren, wie dein Brot geworden ist und ob du dich für eine spezielle Gewürzmischung entschieden hast.
Mehr Ideen gibt’s in unseren Büchern:
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Also mein Teig geht im Gärkörbchen leider nicht auf, es sind mittlerweile schon mehr als drei Stunden bei Zimmertemperatur um und er rührt sich nicht!
Ist er noch zu retten?
Liebe Tina,
ist der Vorteig vorher während seiner 12- bis 16-stündigen Gehzeit denn richtig aufgegangen? Der weiche bis dickflüssige Vorteig sollte während dieser Zeit mächtig geblubbert und Blasen geworfen haben.
Wenn das nicht der Fall war, deutet das darauf hin, dass etwas mit dem Sauerteig-Starter (Anstellgut) nicht stimmt. Man sollte dann zunächst den Starter weiter mit kleinen Mengen Mehl und Wasser füttern und immer 1-2 Tage arbeiten lassen, bis er selbst wieder so weit aktiv ist, dass er kräftig hochgeht und blubbert.
Wie genau sieht denn der Hauptteig im Gärkörbchen nun aus? Während des Gehenlassens der Stückgare (Schritt 4 in der Grafik) sollte der Teig schon nochmal sichtbar aufgehen, ein Zeichen für einen lebendigen und triebfreudigen Sauerteig, und sein Volumen etwa verdoppeln.
Liebe Grüße
Nein, geblubbert hat es nicht!
Dann mache ich es nochmal neu. Es war mein erster Versuch mit Sauerteig!
Danke
wieso ein Sauertag mit Anstellgut? Der Schritt davor fehlt. Den Sauerteig kann man komplett selber machen in 3 Tagen.
Korrekt, die Anleitung dazu ist oben verlinkt! Das Ergebnis ist der eigene Sauerteig-Starter (auch Anstellgut genannt), den man anschließend zum Beispiel für dieses Rezept verwenden kann.
Liebe Grüße