Das Ideenportal für ein einfaches und nachhaltiges Leben

13 Tipps, um die Belastung durch Handystrahlung zu reduzieren
4.8 5 87
83
4

Um mögliche Gesundheitsschäden durch Handystrahlung zu verhindern, ist es sinnvoll, die Strahlungsbelastung zu reduzieren - diese Tipps helfen.

Fragst du dich auch, ob du beim Telefonieren mit dem Handy deiner Gesundheit schadest? Obwohl Studien bisher zu keinen eindeutigen Ergebnissen geführt haben, rät das Bundesamt für Strahlenschutz zur Vorsicht, denn es könnte ein Zusammenhang bestehen zwischen der Nutzung des Mobiltelefons und einem erhöhtem Krebsrisiko. Klar ist, dass beim Telefonieren nicht nur das Ohr den Funkwellen ausgesetzt ist, sondern dass das elektromagnetische Feld bis tief in den Kopf eindringt. Also auf Smartphone & Co. verzichten? Kaum vorstellbar, schließlich erleichtert das Gerät die Kommunikation im Alltag ungemein!

Um dein Handy weiterhin zu nutzen und trotzdem deine Gesundheit zu schützen, kannst du aber einiges tun. Mit diesen Tipps reduzierst du die Einwirkung auf Kopf und Körper, ohne auf das mobile Gerät zu verzichten.

Handy-Strahlung? Was ist das überhaupt?

Beim Mobilfunk werden hochfrequente elektromagnetische Felder genutzt, um Sprache oder Daten zu übertragen. Diese in Form von elektromagnetischen Wellen übertragene Energie, umgangssprachlich auch “Strahlung” genannt, wird beim Gebrauch des Gerätes zum Teil vom Körper aufgenommen. Beim Telefonieren mit dem Handy ist der Kopf betroffen, aber auch in der Hosentasche funkt das Gerät mehr oder weniger intensiv.

Dieser Elektrosmog steht im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Der Strahlungswert wird mit der spezifischen Absorptionsrate, kurz SAR, gemessen und gibt die Intensität an, mit der ein Handy während eines Telefonats am Ohr bei maximaler Sendeleistung in den menschlichen Kopf einstrahlt. Der Grenzwert für in Deutschland verkaufte Handys liegt bei zwei Watt pro Kilogramm.

Um mögliche Gesundheitsschäden durch Handystrahlung zu verhindern, ist es sinnvoll, die Strahlungsbelastung zu reduzieren - diese Tipps helfen.

Ob der Grenzwert ausreicht, ist umstritten. Wer sich und seine Familie, insbesondere Kleinkinder vor dem Risiko schützen möchte, kann mit den folgenden Tipps einiges tun.

1. Strahlungsarme Telefone

Jedes Telefon-Modell hat eine unterschiedliche Strahlungsintensität. Welche Modelle bei der SAR-Strahlung besonders gut abschneiden, kannst du auf der Seite des Bundesamtes für Strahlenschutz nachlesen. Hier findest du aktuelle und ältere Modelle.

2. Mehr Strahlung durch schlechten Empfang

Mobiltelefone senden immer nur mit der Leistung, die notwendig ist, um eine störungsfreie Kommunikation zu ermöglichen. Wenn du dich in einem Gebiet mit schlechtem Empfang befindest, ist für ein Gespräch eine höhere Leistung notwendig, verbunden mit höherer Strahlenbelastung. Telefoniere deshalb nach Möglichkeit bei gutem Empfang. In Räumen hilft es dafür oft schon, sich ans Fenster zu stellen.

3. Hohe Belastung während des Verbindungsaufbaus

Während des Verbindungsaufbaus ist die Strahlung am höchsten, während des Gesprächs dagegen deutlich geringer. Du kannst die Belastung reduzieren, indem du das Telefon erst ans Ohr hältst, wenn dein Gesprächspartner “in der Leitung” ist.

4. Headset beim Telefonieren nutzen

Eine einfache Lösung, besonders für mobile Musikhörer, ist es zudem, das Gerät gar nicht ans Ohr zu halten, sondern über einen Kopfhörer mit Mikrofon oder ein Headset zu telefonieren. Bei der Verwendung von Bluetooth-Geräten entsteht zwar wiederum Strahlung, deren Intensität ist jedoch deutlich geringer als die des Mobilfunks. Ganz ohne Funkwellen kommen kabelgebundene Kopfhörer aus.

Um mögliche Gesundheitsschäden durch Handystrahlung zu verhindern, ist es sinnvoll, die Strahlungsbelastung zu reduzieren - diese Tipps helfen.

5. Keine Strahlenschutzfolien und -gehäuse verwenden

Strahlenschutzfolien und -gehäuse sowie spezielle Aufkleber sollen eine strahlenabschirmende Wirkung bieten. Da das Handy aber den “schlechteren Empfang” durch mehr Leistung auszugleichen versucht, haben die schützenden Hilfsmittel keinen oder sogar einen negativen Effekt. Auch Schutzhüllen aus Metall stören den Empfang und sorgen für eine höhere Belastung.

6. Antenne beim Telefonieren nicht abdecken

Auch wenn sich deine Hand beim Telefonieren zwischen Antenne und Sender befindet, muss das Mobiltelefon die Leistung erhöhen, um die Empfangsqualität sicherzustellen. Das Gerät beim Telefonieren empfangsfreundlich zu halten, ist allerdings schwer, wenn man nicht weiß, wo genau sich die Antenne befindet. Ein Blick in die Bedienungsanleitung hilft da oft weiter.

7. WLAN-Telefonie statt Mobilfunkverbindung

Viele Mobilfunkanbieter ermöglichen es, über WLAN zu telefonieren. Falls du dich zu Hause, bei Freunden oder in einem Café mit WLAN-Empfang befindest, kannst du diese Form der Verbindung nutzen. Die Strahlung durch lokale Netzwerke wie WLAN oder Bluetooth ist wesentlich geringer als durch Mobilfunksender. Wenn du die mobilen Daten abschaltest, sparst du ganz nebenbei auch noch Geld.

8. Schreiben statt telefonieren

Die meisten Jugendlichen tun es fast ausschließlich und auch für Erwachsene ist es empfehlenswert: Wer Nachrichten per SMS oder einen Mitteilungsdienst schreibt statt zu telefonieren, muss das Gerät nicht an den Kopf halten und wird außerdem einer kürzeren Strahlungsdauer ausgesetzt.

Um mögliche Gesundheitsschäden durch Handystrahlung zu verhindern, ist es sinnvoll, die Strahlungsbelastung zu reduzieren - diese Tipps helfen.

9. Im Auto die Freisprecheinrichtung nutzen

Für den Fahrer ist es sowieso vorgeschrieben, aber auch als Beifahrer ist es empfehlenswert, die Freisprechanlage des Autos zu nutzen. So kannst du das Gerät während des Gesprächs nicht nur vom Kopf fernhalten, sondern hast zudem beide Hände frei.

10. Repeater-Wagen im Zug nutzen

Wenn du vorhast, während einer Zugfahrt zu telefonieren, ist es ratsam, dafür einen entsprechend markierten “Repeater-Wagen” aufzusuchen. Hier wird die Sendeleistung verstärkt und eine besonders gute Empfangsqualität ermöglicht, so dass dein Handy nur mit geringer Leistung senden muss.

11. Handy nicht am Körper tragen

Nicht nur der Kopf ist schützenswert, auch andere empfindliche Körperregionen sollten nicht unnötig der mobilen Strahlung ausgesetzt werden. Das betrifft beispielsweise die Herzregion, bei Männern auch die Hoden. Am besten ist dein Handy deshalb nicht in der Hosentasche oder der Innentasche deiner Jacke aufgehoben, sondern im Rucksack oder der Handtasche.

12. Handy vom Nachttisch verbannen

Auf dem Nachttisch hat ein eingeschaltetes Handy die ganze Nacht Zeit, um Funkwellen in unmittelbarer Nähe des Kopfes auszusenden. Dagegen hilft der Flugmodus, oder gleich die komplette Verbannung des Smartphones aus dem Schlafzimmer. Die nächtliche Handy-Auszeit ist nicht nur empfehlenswert, um die Strahlenbelastung zu verringern, sondern auch, um abzuschalten und eine ungestörte Nachtruhe zu genießen. Denn wer nachts nicht erreichbar ist, schläft einfach entspannter.

Um mögliche Gesundheitsschäden durch Handystrahlung zu verhindern, ist es sinnvoll, die Strahlungsbelastung zu reduzieren - diese Tipps helfen.

13. Nutzung reduzieren

Der wirksamste Strahlenschutz ist es immer noch, das Handy so wenig wie möglich zu benutzen. Auch wenn das schwer umsetzbar erscheint, ist es doch ein positive Erfahrung, die Nutzung zu reduzieren und sich gleichzeitig vom Smartphone-Stress zu befreien. Die Welt dreht sich auch dann weiter, wenn du das Handy stundenweise in den Flugmodus versetzt oder ganz ausschaltest!

Um mögliche Gesundheitsschäden durch Handystrahlung zu verhindern, ist es sinnvoll, die Strahlungsbelastung zu reduzieren - diese Tipps helfen.

Hast du noch weitere Ideen, wie sich die Strahlungsbelastung verringern lässt, ohne ganz auf das Handy zu verzichten? Wir freuen uns über deine Anregungen in einem Kommentar.

  • Henry Petzold

    Vielen Dank für dieses Thema!

    Zum Punkt 7 muß ich wie folgt um Korrektur bitten:

    Es gibt für WLAN (aktuelle Technologie) keine Reichweitenabhängige Regelung durch das Endgerät (Smartphone). Lediglich Router bieten bspw. die Option, die Sendeleistung aktiv durch das Menü (Fritzbox bis auf 6%) zu dämpfen bzw. automatisch reduzieren zu lassen, wenn keine aktive Kommunikation stattfindet.

    Endgeräte senden immer mit 100%! Das bedeutet im konkreten Fall, daß die Strahlungsbelastung am Smartphone bei Verwendung von WLAN immer mindestens höher ist, als eine vergleichbare mobile Datenverbindung!
    Ich habe dies durch Messung an verschiedenen Endgeräten und mit verschiedenen Meßgeräten verifiziert – biete für eine Überarbeitung des Artikels gern meine Mitarbeit an.

    Es wäre daher immer eine mobile Datenverbindung bei möglichst guter Antennenverbindung (Sicht zum Sendemast) zu bevorzugen.

    Auch ist zu beachten, daß selbst bei nicht vorhandenem WLAN-Router eine eingeschaltete WLAN-Funktion beim Smartphone alle ca. 20 Sekunden eine Suchanfrage absendet, deren Leistung deutlich über dem liegt, was bei einem Verbindungsaufbau der Telefonie abgestrahlt wird.

    WLAN sollte daher beim Smartphone grundsätzlich ausgeschaltet sein und nur “im Notfall” kurz aktiviert werden.

    Zu Punkt 9: Bei Ortsveränderung des Smartphones finden Ab- und Anmeldevorgänge zu den Mobilfunkmasten statt. Daher sind Gespräche unter Bewegung (Laufen, U- und S-Bahn, PKW ohne Außenantenne) als kritisch zu bewerten und sollten möglichst vermieden werden.

    Grundregelergänzung: Abstand ist Dein Freund, Flugmodus oder (wenn die Erreichbarkeit nötig ist): alle Antennen abschalten (WLAN, Bluetooth, Mobile Daten)

    Bei Interesse: Ich habe eine einfache Programmierung für die Reduktion der Hintergrundstrahlung durch Android-Smartphones entwickelt, diese kann in die Anwendung “Automate” (Google Playstore) integriert werden. Kostenfrei, keine Werbung. Eine Video-Anleitung zur Einrichtung ist hier zu finden: https://youtu.be/Hem3raJ8Eu0

    • Danke für deine Ergänzung! Du hast natürlich recht, eine absolute Aussage zur jeweiligen Sendeleistung ist kaum möglich, sie ist immer von der jeweiligen Situation abhängig. Die maximale Sendeleitung des Smartphones ist bei WLAN mit 100/200 Milliwatt aber deutlich niedriger als bei den verschiedenen Mobilfunkstandards mit bis zu 2.000 Milliwatt. Deshalb ist eine WLAN-Verbindung im Zweifel besser als eine schwache Mobilfunkverbindung. Genau richtig, gerade unterwegs bei wechselnder Signalstärke und sogar Wechsel der Funkzelle ist die Belastung nochmal höher, deshalb lieber mit gutem Empfang und in Ruhe telefonieren und surfen, oder das Telefon einfach mal beiseite legen :-) Liebe Grüße!

Die besten Tipps kostenlos per E-Mail Mach es wie 25.000 andere Leser und erhalte die besten Tipps und Tricks per Mail!
Wir senden niemals Spam und geben deine Daten niemals weiter. Du kannst dich jederzeit abmelden.