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Warum du dir die Restmüll-Tonne sparen kannst
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Warum du dir die Restmüll-Tonne sparen kannst
von Dave Goodman [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons

Wie viele andere Menschen auch bin auch ich ein Müll-Trenner. Alles hat seine eigene Tonne: Papier, Verpackungen, die Bio-Tonne, Glascontainer der Gemeinde, der Komposthaufen im Garten und schließlich die Tonne für Restmüll.

Diese Trennung ist auch sinnvoll, jeder der verschiedenen Abfall- bzw. Rohstoffe ist wertvoll und kann recycelt und zu neuen Dingen aufgearbeitet werden. Nur der Restmüll nicht, der landet in Deutschland in den meisten Fällen in einer Müllverbrennungsanlage.

Das klingt zunächst sinnvoll, denn aus Müll entsteht so nutzbare Energie. Andererseits werden auf diese Weise jedes Jahr Millionen Tonnen wertvoller Rohstoffe verbrannt, die dem Kreislauf eigentlich auch wieder hätten zugeführt werden können.

Doch was ist eigentlich drin, in diesem Restmüll? Was genau werfe ich täglich weg, das nicht recycelt werden kann? Bei genauem Hinsehen stelle ich fest, dass eigentlich gar nichts dabei ist, was nicht auch in einer der anderen Tonnen sinnvoll entsorgt und recycelt werden könnte:

  • Zerknüllte Taschentücher
  • Gemüsereste aus der Küche
  • Kaffeesatz
  • Ausgebrannte Teelichter
  • Speisereste
  • … Sonstiges – gefühlt ist das eine ganze Menge!

Deshalb habe ich es gewagt: Bei mir gibt es keinen Eimer mehr für Restmüll, die Tonne bleibt leer! Von nun an bin ich gezwungen, bei jedem Abfall genau zu überlegen, worum es sich dabei eigentlich handelt und wie ich den Stoff richtig entsorgen sollte. Bei Glas und Papier ist das einfach, ich habe ja für beide die richtige Tonne.

Aber was genau mache ich nun mit dem ganzen Restmüll? Den werde ich irgendwie sinnvoll auf die restlichen Tonnen verteilen müssen.

Klingt kompliziert oder unmöglich? Ist es aber nicht! Seit acht Wochen bin ich nun Restmüll-frei, und bisher ist mir nichts untergekommen, was ich nicht auch fachgerecht ohne Restmülltonne entsorgen könnte. Ein paar Beispiele:

  • Kaffeesatz – diesen entsorge ich jetzt nur noch auf dem Kompost oder noch besser direkt im Garten als Dünger, denn dafür und für einige andere Zwecke ist Kaffeesatz bestens geeignet. Das Filterpapier ist leicht kompostierbar und kommt einfach mit in den Kompost.
  • Eierschalen – genau wie Kaffeesatz ergeben diese einen guten Dünge-Zusatz, wenn man sie vorher nur klein genug zerkrümelt. Andernfalls dauert der Abbau sehr lange.
  • Gemüsereste und andere Grünabfälle – entsorge ich natürlich nur noch im Kompost wo sie hin gehören. Wer keinen Kompost hat, entsorgt diese Abfälle, ebenso wie Kaffeesatz und Eierschalen, in der Bio-Tonne.
  • Papiertaschentücher – wie der Name schon sagt, können diese bedenkenlos in den Papiermüll gegeben werden. Auch Kompostieren wäre denkbar, wenn die Menge nicht zu groß ist.
  • Teelichter, und eigentlich auch alle übrigen Abfälle aus Plastik oder Metall – entsorge ich in der Wertstoff-Tonne! Was für Blechdosen und Plastikflaschen gut ist, kann doch für Teelichter, alte Plastik-Rasierer, kaputte Kabel und so weiter nicht schlecht sein!
  • Drahtkleiderbügel aus der Reinigung – früher habe ich diese unentschlossen mal im Restmüll und mal in der Wertstofftonne entsorgt. Heute bringe ich sie einfach beim nächsten Besuch zurück in die Reinigung! Zu meinem Erstaunen habe ich festgestellt, dass ich dort sogar einen kleinen Nachlass erhalte, wenn ich die Bügel wieder mitbringe.
  • nicht kompostierbare Speisereste – diese kommen entweder in die Bio-Tonne, oder aber noch besser in den Bokashi-Eimer! Das ist eine Art Komposthaufen für die Küche.

Seit einigen Jahren können bei uns neben reinen Verpackungen diverse weitere Dinge in der Wertstofftonne entsorgt werden. So landen defekte Elektro-Kleingeräte, Holz, Stoffe und einiges mehr als wertvolle Materialien in der Wertstoff-Tonne. Prüfe doch mal, ob das in deiner Gemeinde genauso vorgesehen ist.

Deshalb werde ich jetzt prüfen, wie ich die Restmülltonne einfach abmelden kann. Das spart nicht nur jede Menge Müll und sorgt für sinnvolle Wiederverwendung von Wertstoffen. Außerdem spare ich jeden Monat das Geld für die Restmüll-Entsorgung.

Welche Tipps hast du zur Müllvermeidung oder zum Umgang mit Abfällen?