Myrte verwenden: Die besten Tipps für Küche, Gesundheit und Raumklima

Myrte ist mehr als eine Zierpflanze! Entdecke die besten Anwendungen als mediterranes Gewürz, natürliches Hausmittel und zum Räuchern.

Schon in der Antike war die Myrte (Myrtus communis) ein Symbol für Liebe, Schönheit und Frieden. Bis heute kennen viele den immergrünen Strauch mit den zarten weißen Blüten als klassische “Brautmyrte” in Hochzeitskränzen. Doch die Myrte kann viel mehr, als nur schön auszusehen: Ihre Blätter und Beeren stecken voller wertvoller ätherischer Öle, die sie zu einem fantastischen Küchenkraut und einem bewährten Hausmittel bei Erkältungen machen.

Da die Myrte ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt, wächst sie in unseren Breitengraden leider nicht wild. Wie du sie dennoch nutzen, anbauen und ihre heilsamen Eigenschaften in deinen Alltag integrieren kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Woher bekommt man Myrte in Nordeuropa?

Da die Myrte nicht winterhart ist, wirst du sie bei uns in der freien Natur vergeblich suchen. Wenn du von den frischen Blättern und Beeren profitieren möchtest, kannst du dir jedoch problemlos ein Myrtenbäumchen als Kübelpflanze zulegen. Im Sommer steht es gerne sonnig auf dem Balkon oder der Terrasse, den Winter muss es allerdings hell und frostfrei (bei ca. 5 bis 10 °C) im Haus verbringen.

Tipp: Wer keinen grünen Daumen oder keinen Platz für eine Kübelpflanze hat, kann getrocknete Myrtenblätter und -beeren in Bio-Qualität auch online im Kräuterhandel oder in gut sortierten Apotheken kaufen.

Myrte ist mehr als eine Zierpflanze! Entdecke die besten Anwendungen als mediterranes Gewürz, natürliches Hausmittel und zum Räuchern.

Myrte in der mediterranen Küche

Die würzigen, leicht harzig duftenden Blätter der Myrte erinnern ein wenig an eine Mischung aus Eukalyptus, Lorbeer und Rosmarin. Sie sind ein wunderbares Gewürz für die südländische Küche.

  • Als Lorbeer-Alternative: Du kannst frische oder getrocknete Myrtenblätter genau wie Lorbeerblätter verwenden. Gib einfach ein bis zwei Blätter in Schmorgerichte, Suppen, kräftige Tomatensoßen oder Marinaden und koche sie mit. Vor dem Servieren werden sie wieder herausgenommen.
  • Grillgewürz: Im Mittelmeerraum ist es traditionell üblich, Zweige der Myrte zum Grillgut (besonders zu Gemüse oder Fleisch) aufs Feuer oder in die Glut zu legen, um dem Essen ein fein-würziges Aroma zu verleihen.
  • Myrtenbeeren als Pfefferersatz: Wenn dein Myrtenstrauch im späten Winter (Dezember/Januar) dunkelblaue Beeren trägt, kannst du diese ernten und trocknen. Im Mörser zerstoßen, sind sie ein hervorragender, leicht harziger Pfeffer- oder Wacholderersatz für deftige Gerichte.
  • Tipp für Genießer – Myrtenlikör: Auf Sardinien wird aus den reifen Beeren der berühmte rote Mirto-Likör hergestellt, der traditionell als aromatischer Digestif nach dem Essen gereicht wird.
Myrte ist mehr als eine Zierpflanze! Entdecke die besten Anwendungen als mediterranes Gewürz, natürliches Hausmittel und zum Räuchern.

Myrte als sanftes Naturheilmittel

Die Blätter der Myrte enthalten reichlich ätherische Öle, insbesondere das sogenannte Cineol. Dieser Stoff ist in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) dafür bekannt, festsitzenden Schleim zu lösen und leicht antibakteriell zu wirken. Aus gutem Grund ist Myrte auch Bestandteil bekannter pflanzlicher Apothekenpräparate gegen Atemwegsinfekte.

Bei leichten Erkältungsbeschwerden kannst du die Heilkraft der Pflanze ganz einfach selbst nutzen

Schleimlösender Myrtentee

Ein Tee aus Myrtenblättern befreit die Atemwege und lindert Hustenreiz. Wichtig ist hier eine sanfte Dosierung, da zu viele ätherische Öle den Magen reizen können.

Zutaten & Zubereitung:

  • 1 TL (ca. 1–2 g) getrocknete Myrtenblätter (oder 2 TL frische, leicht zerdrückte Blätter)
  • 250 ml kochendes Wasser

Übergieße die Blätter mit dem Wasser und decke die Tasse sofort ab, damit die flüchtigen ätherischen Öle nicht entweichen. Lass den Tee 5 bis 8 Minuten ziehen und seihe ihn dann ab. Trinke bei Erkältungsbeschwerden 1 bis 2 Tassen täglich, am besten in kleinen Schlucken.

Befreiendes Inhalationsbad

Wenn die Nase zu ist oder der Husten festsitzt, ist eine Inhalation mit Myrte eine Wohltat. Die aufsteigenden Dämpfe transportieren die ätherischen Öle direkt dorthin, wo sie gebraucht werden.

Gib dafür eine kleine Handvoll zerkleinerte Myrtenblätter (frisch oder getrocknet) in eine weite Schüssel und übergieße sie mit einem Liter heißem Wasser. Beuge den Kopf über die Schüssel, lege dir ein Handtuch über den Kopf, damit der Dampf nicht entweicht, und atme tief und ruhig für etwa 10 Minuten ein und aus. Alternativ genügen auch 2 Tropfen reines, hochwertiges ätherisches Myrtenöl.

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Klärende Atmosphäre: Myrte zum Räuchern

Nicht nur innerlich, auch äußerlich angewendet hat die Myrte eine lange Tradition. Schon im alten Griechenland wurde Myrte verräuchert, um die Raumluft zu klären – besonders in Krankenzimmern.

Der Rauch der getrockneten Blätter duftet frisch, waldig und leicht süßlich. Er wirkt reinigend, klärt den Geist und hilft, nach einem stressigen Tag zur Ruhe zu kommen und besser durchzuatmen.

So geht’s: Zerbrösele ein paar getrocknete Myrtenblätter und lege sie entweder auf eine durchgeglühte Räucherkohle (für eine schnelle, intensive Rauchentwicklung) oder auf das Sieb eines Räucherstövchens (für einen sanfteren, langanhaltenden Duft). Myrte lässt sich auch wunderbar mit Lavendel oder Weihrauch mischen.

Wichtiger Hinweis: Die Anwendung von Heilpflanzen ersetzt keinen Arztbesuch. Bei anhaltenden Beschwerden, Fieber oder unklaren Symptomen sollte immer medizinischer Rat eingeholt werden. Schwangere, Babys und Kleinkinder sollten auf die innerliche Anwendung und intensive Inhalationen mit ätherischen Ölen vorsichtshalber verzichten.

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Hast du schon einmal Myrte in der Küche verwendet oder als Kübelpflanze auf dem Balkon stehen? Teile deine Erfahrungen und Tipps gerne mit uns in den Kommentaren!

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Über mich

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit Nachhaltigkeit, Minimalismus und Selbstversorgung. Als diplomierte Pädagogin hole ich Menschen gern dort ab, wo sie stehen, und liebe es, andere Menschen mit Rezepten und DIY-Alternativen zu Fertigprodukten zu inspirieren. In meinem Kleingarten erfreue ich mich nicht nur an selbst angebautem Obst und Gemüse, sondern trage auch mit Insektenhotels, Wildpflanzen und Laubhaufen (hoffentlich) zu mehr Biodiversität und Artenschutz im Kleinen bei.

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