Knöpfe annähen: Eine einfache Anleitung ohne Nähmaschine

Abgefallene Knöpfe annähen? Das ist ganz leicht und gelingt mit dieser Anleitung auch, wenn keine Vorkenntnisse vorhanden sind.

Da bleibt das Hemd oder die Bluse kurz irgendwo hängen und schon ist der Knopf abgerissen. Das ist allerdings kein Grund, das Kleidungsstück direkt zu entsorgen, denn die Reparatur ist ganz einfach. Hier erfährst du, wie du Knöpfe annähen und deine Kleidung retten kannst.

Knöpfe annähen mit 2 Löchern 

Einen abgerissenen Knopf wieder zu befestigen, dauert nur wenige Minuten, und die benötigten Materialien hast du bestimmt alle zu Hause. Wenn du einige Hinweise beachtest, dann hält der Knopf danach auch sehr lange.

Folgendes wird benötigt:

  • Knopf mit 2 Löchern
  • Nähgarn
  • Nähnadel
  • Schere

Benötigte Zeit: 5 Minuten.

So wird der Knopf angenäht:

  1. Nähgarn vorbereiten

    Ein etwa 50 cm langes Stück Garn bis zur Hälfte durch das Nadelöhr ziehen, sodass der Faden doppelt liegt, und beide Fadenenden miteinander verknoten.

  2. Knopf annähen

    Die Nadel von unten durch den Stoff und zugleich durch das erste Knopfloch stechen. Anschließend den Faden durchziehen, bis der Knoten auf der Unterseite des Stoffes anliegt. Nun von oben durch das zweite Knopfloch und den Stoff durchstechen, den Faden durchziehen und diesen Schritt fünfmal wiederholen.

    Tipp: Bei großen Knöpfen ist es empfehlenswert, einen Zahnstocher oder Ähnliches zwischen Stoff und Knopf zu platzieren. Auf diese Weise entsteht ein längerer Steg, der weniger unter Spannung steht und nicht so schnell reißt. (Der Steg ist das Stück Garn, das Stoff und Knopf miteinander verbindet.)Abgefallene Knöpfe annähen? Das ist ganz leicht und gelingt mit dieser Anleitung auch, wenn keine Vorkenntnisse vorhanden sind.

  3. Garn verknoten

    Die Nadel ein letztes Mal von unten durch das erste Knopfloch und anschließend von oben durch das zweite Knopfloch führen, ohne noch einmal den Stoff zu durchstechen. Wurde ein Zahnstocher verwendet, diesen jetzt entfernen und den Faden mehrmals um den Steg wickeln. Anschließend dicht am Steg nach unten durch den Stoff stechen, die Nadel entfernen und beide Fadenenden mit einem Doppelknoten am Stoff fixieren.

Tipp: Wirkt ein Knopf schon etwas locker, dann nähe ihn möglichst schnell fest, damit er nicht verloren geht. Denn Knöpfe lassen sich zwar einfach wieder annähen, aber nicht immer findet man ein Modell, das zu den anderen Knöpfen passt.

Knöpfe annähen mit 4 Löchern

Das Annähen von vierlöchrigen Knöpfen folgt dem gleichen Prinzip wie das zweilöchriger. Es empfiehlt sich, den Faden nicht kreuz und quer durch die Löcher zu ziehen, weil sonst unterhalb des Stoffes eine unschöne Fadenwulst entsteht.

So gehst du beim Annähen eines Knopfes mit vier Löchern vor:

1. Nähgarn vorbereiten
Wieder ein etwa 60 cm langes Stück Garn durch das Nadelöhr fädeln, beide Fadenenden gleich lang ziehen und am Ende miteinander verknoten.

2. Knopf annähen – die ersten zwei Löcher
Die Nadel von unten durch den Stoff und das erste Knopfloch stechen und den Faden durchziehen, bis der Knoten am Stoff anliegt. Die Nadel durch ein danebenliegendes Knopfloch und durch den Stoff zurück nach unten stechen. Diesen Schritt viermal wiederholen.
Abgefallene Knöpfe annähen? Das ist ganz leicht und gelingt mit dieser Anleitung auch, wenn keine Vorkenntnisse vorhanden sind.
Tipp: Auch bei vierlöchrigen Knöpfen ist es sinnvoll, einen Zahnstocher oder ein Streichholz zwischen Stoff und Knopf zu legen, damit der Steg etwas länger wird und nicht so schnell reißt.

3. Knopf annähen – die letzten beiden Löcher
Die Nadel von unten durch den Stoff und das dritte Knopfloch stechen und durch das vierte Loch zurück nach unten führen. Diesen Schritt ebenfalls viermal wiederholen und auf der Oberseite des Knopfes enden.
Abgefallene Knöpfe annähen? Das ist ganz leicht und gelingt mit dieser Anleitung auch, wenn keine Vorkenntnisse vorhanden sind.

4. Garn befestigen
Die Nadel durch das vierte Knopfloch nach unten führen, aber nicht durch den Stoff stechen. Nun das Garn mehrmals um den Steg wickeln (vorher ggf. den Zahnstocher entfernen) und dicht am Steg mit der Nadel durch den Stoff stechen. Die Nadel entfernen und die beiden Fadenenden mit einem Doppelknoten sichern.

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6 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Also, in meinem Gymnasium wurde in den 80-er Jahren gar nichts mit Handarbeit gelehrt, und meiner Mutter habe ich es nie gut genug gemacht, also kann ich weder Stricken noch Haekeln oder Naehen. Ich gehoere auch zu den Leuten, die froh um diese Anleitung sind.

    Antworten
  2. Ist es nicht traurig, dass man im Internet nachlesen muss, wie man Knöpfe annäht?!
    Es gehört zur Allgemeinbildung in die Schulen
    Aber nein, dort lernt man Töpfern und ähnliches, was der Mensch im Alltag nicht braucht.

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  3. Danke den guten Kommentaren zuvor!
    Ich bin auch der Meinung, dass der heutige Konsum in allen seinen unschönen Facetten kaum noch Lieblingsstücke hervorbringt (z.B. das hab ich mir von meinem ersten selbst ersparen Geld gekauft, das habe ich von meiner Lieblingstante zum XX Geburtstag geschenkt bekommen). Es gibt da einfach keine Wertschätzung mehr. Es ist auch nicht das nicht gelernt haben von bestimmten Techniken (in Youtube gibt es alles), es ist einfach das Interesse, das fehlt. Es ist ja viel einfacher neu zu kaufen und weg zu werfen. Aber es gibt zum Glück bei immer mehr Menschen ein Umdenken diesbezüglich. Unser RepairCafé wird immer beliebter und wenn man etwas selbst nicht kann, kann man es sich dort von Experten zeigen lassen.

    Antworten
  4. Holzblockhaus

    Hallo, ich bin schon sehr überrascht, dass sie eine anleitung zum knöpfe-annähen geben/ geben müssen? Ist es in unserer zeit wirklich so, dass ” man” das nicht mehr kann/macht? Ich bin ein nachkriegskind und lernte früh von mama, kleidung zu reparieren, nicht nur knöpfe-annähen, socken stopfen, RV austauschen, usw. Und dieses ” handwerk” gab ich meinen kindern weiter, AUCH der sohn lernte das.
    Ich kann nun hoffen, dass sie viele ” junge, umweltbewusste leser:innen” haben, die ihren guten artikel gewinnbringend anwenden. Leider gibt es heutzutage kaum mehr die sog. ” kurzwaren”, um evtl ” flickmaterial” usw. zu kaufen. Der werterhalt- sinn für unsere kleidung/haus- tischwäsche ist allgemein sehr zurückgegangen, vor allem auch deshalb, weil der ” markt” uns mit billigstware überschwemmt und dann noch oft eine ” mode” diktiert wird.

    Antworten
    • Wilfried H

      Können Sie sich nicht vorstellen, dass es Leute gibt (wie mich z.B.) die über solche Anleitungen froh sind!? Ich bin Rentner und seit einem halben Jahr Witwer und muss die Hausarbeiten alle allein erledigen. Zuvor im Berufsleben als Selbstständiger hatte ich in meiner 60 bis 80 Stunden-Woche nie Zeit, um mich darum zu kümmern. Sicher gibt es viele Hausmänner, die Anfänger sind.

  5. nun, ich bin vielleicht eine von denen, die in der schule noch Handarbeit hatte und das kann, aber ich weiß, dass solcherlei Fertigkeiten immer weniger oft weitergegeben werden, die Kinder lernen in der Schule Nicht stricken, nähen oder häkeln, dafür aber wegwerfen. ich danke für diesen sinnvollen beitrag, der hilft, dinge weiter zu verwenden, die sonst vielleicht, weil mama es eventuelll auch nicht macht, in den kleidersack kämen

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