Gesund und erholsam schlafen – Die richtige Matratze für jeden Schlaftyp

Guter Schlaf ist eine der wichtigsten Grundlagen für ein gesundes Leben. Das richtige Bett und gar wichtiger die richtige Matratze ist dabei ausschlaggebendvon DieterRobbins [CC0]

Wie man sich bettet, so liegt man. In dieser alten Volksweisheit steckt viel Wahres, denn ein bequemes Bett mit einer rückenschonenden Matratze ist eine wichtige Voraussetzung für erholsamen Schlaf.

Nicht nur Menschen, die unter chronischen Rückenbeschwerden oder Schlafstörungen leiden, sollten ihre Matratze sorgfältig auswählen. Wenn du bei deiner Schlafunterlage vor allem auf günstig setzt, sparst du langfristig am falschen Ende. Dabei ist die Wahl der richtigen Matratze beinahe eine Wissenschaft für sich. Es gibt zahlreiche Modelle und Materialien, die mit verschiedenen Eigenschaften und Vorteilen aufwarten können. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, lässt sich am besten vom Profi beraten und probiert verschiedene Modelle und Härtegrade direkt im Fachgeschäft aus. Letztendlich weiß dein Körper schließlich am besten, wie er sich bequem und erholsam bettet. In diesem Beitrag stellen wir die wichtigsten Aspekte zur richtigen Wahl deiner Matratze vor.

Die ideale Matratze für traumhafte Nächte

Schritt 1: Erkenne deinen Schlaftyp

Es klingt eigentlich logisch: Wenn du die richtige Matratze finden möchtest, musst du zunächst einmal wissen, wie du am bequemsten liegst. Idealerweise sollte eine gute Matratze nämlich die natürliche Schlafposition unterstützten und den Rücken in der jeweils gewählten Lage optimal entlasten.

Schlaftyp 1: Der Seitenschläfer

Knapp 60 Prozent aller Menschen sind Seitenschläfer. Das bedeutet, dass sie einen Großteil des Schlafes auf der Seite liegend verbringen. Die Seitenschläferposition ist eine besonders natürliche Schlafposition, da sie den Rücken und die Wirbelsäule im Schlaf bestmöglich entlastet. Seitenschläfer haben deshalb häufig weniger Rückenprobleme. Dazu benötigen Seitenschläfer aber eine Matratze, die nicht zu hart ist, sodass der Kopf und die Schultern bequem in die Matratze einsinken können. So wird verhindert, dass die Wirbelsäule im Liegen unnatürlich abgeknickt wird.
Auch der Lattenrost sollte für Seitenschläfer möglichst flexibel sein, damit er sich der durch die Liegeposition verformten Matratze optimal anpasst. Zu weiche Matratzen wiederum lassen den Rumpf beim Schlafen zu weit einsinken, sodass die Wirbelsäule unnatürlich verformt wird. Für Seitenschläfer ist eine Matratze mit mittlerem Härtegrad besonders gut geeignet.

Schlaftyp 2: Der Rückenschläfer

Auf dem Rücken schlafen nur knapp 20 Prozent aller Menschen. Für Rückenschläfer ist die Wahl der richtigen Matratze besonders wichtig, da sie meist im Verlauf der Nacht nur sehr selten ihre Schlafposition verändern und ihren Rücken damit einer gleichbleibenden Belastung aussetzen. Die richtige Matratze für einen Rückenschläfer verfügt über einen variablen Härtegrad und ermöglicht es den Druckpunkten des Körpers, an verschiedenen Stellen optimal einzusinken. So kann die Wirbelsäule im Liegen möglichst gerade bleiben und wird nicht unnatürlich abgeknickt. Der Lattenrost für Rückenschläfer sollte eine zusätzliche Verstärkung im Gesäßbereich haben, um zu verhindern, dass das Becken zu stark abgeknickt wird. Auch die Mittelzone des Lattenrostes sollte zusätzlich verstärkt sein, damit die Wirbelsäule des Rückenschläfers optimal unterstützt wird.

Schlaftyp 3: Der Bauchschläfer

Nicht einmal 15 Prozent aller Menschen schlafen am liebsten auf dem Bauch. In dieser Lage ist eine bequeme Positionierung der Arme nicht ganz einfach zu erreichen. Die meisten Bauchschläfer strecken ihre Arme im Schlaf zur Seite weg oder lagern sie unter dem Kopf oder unter dem Körper. Insgesamt schlafen Bauchschläfer eher unruhig und wechseln während der Nacht sehr häufig ihre Position.

Sie benötigen deshalb eine Matratze, die diese Bewegungen jederzeit optimal mitmacht. Eine zu weiche Matratze ist für Bauchschläfer weniger geeignet, da sich die Körpermitte auf einer weichen Unterlage stark durchbiegt und die Wirbelsäule dadurch stark belastet wird. Dies kann schnell zu Rückenbeschwerden vor allem im Bereich der Lendenwirbel führen. Eine punktelastische Matratze entlastet die Wirbelsäule dagegen bei jeder Bewegung.

Der Lattenrost eines Bauchschläfers sollte zusätzlich eine Verstärkung in der Mitte aufweisen, die eine sogenannte Bauchschläfer-Brücke bildet und verhindert, dass sich das Becken im Schlaf zu sehr absenkt und ein Hohlkreuz entstehen lässt.

Schritt 2: Wähle deinen Härtegrad

Bei der Beschreibung der verschiedenen Schlaftypen klang die Bedeutung des Härtegrades einer Matratze für gesunden Schlaf schon an. Wer sich im Fachhandel auf die Suche nach der richtigen Matratze macht, begegnet schnell der Frage nach dem gewünschten Härtegrad. Grundsätzlich wird zwischen drei Härtegraden entschieden, wobei Härtegrad H1 die weichste und Härtegrad H3 die härteste Ausführung ist. Hier sind die Eigenschaften der einzelnen Härtegrade im Überblick:

Guter Schlaf ist eine der wichtigsten Grundlagen für ein gesundes Leben. Das richtige Bett und gar wichtiger die richtige Matratze ist dabei ausschlaggebend

Schritt 3: Wähle deinen Matratzentyp

Die Wahl des Matratzentyps ist ebenso wichtig für gesunden Schlaf wie die Wahl des passenden Härtegrades. Der Matratzentyp bezieht sich auf das verwendete Material und die Verarbeitung. Es werden vier grundsätzliche Matratzentypen unterschieden:

  • Die Federkernmatratze
  • Die Latexmatratze
  • Die Schaumstoffmatratze
  • Die Naturmatratze

Darüber hinaus gibt es verschiedene Sondermodelle und Spezialanfertigungen, die vor allem bei gesundheitlichen Problemen empfohlen werden.

Die Federkernmatratze

Bei der Federkernmatratze werden im Inneren mehrere Stahlfedern verarbeitet, die das Körpergewicht des Schlafenden abfedern und ausgleichen. Federkernmatratzen sind hoch elastisch und fangen die Belastung an mehreren Stellen flexibel ab. Damit passt sich dieser Typ der Matratze sehr gut der individuellen Körperform an. Außerdem sind Federkernmatratzen in der Regel so verarbeitet, dass sie Feuchtigkeit und Luft besonders gut ableiten und damit zusätzlich zu einem ungestörten Schlafkomfort beitragen. Federkernmatratzen sind meist schon zu einem sehr günstigen Preis zu bekommen.

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Die Latexmatratze

Latexmatratzen verfügen über einen sehr hohen Gummianteil, weshalb sie meist mit einem zusätzlichen Topper ausgestattet sind, der für einen guten Flüssigkeitsaustausch sorgt. Durch den hohen Gummianteil sind Latexmatratzen aber gleichzeitig besonders gut für Allergiker geeignet, da sie kein angenehmes Klima für Staubmilben oder Bakterien bieten. Latexmatratzen zeichnen sich durch eine hohe Punktelastizität aus und sind deshalb vor allem für Rückenschläfer und Menschen, die im Schlaf häufig ihre Liegeposition wechseln, gut geeignet.

Die Schaumstoffmatratze

Zu diesem Matratzentyp zählt vor allem die häufig gekaufte Kaltschaummatratze. Bei der Schaumstoffmatratze wird Kunststoffgewebe verarbeitet, das problemlos in mehrere Zonen eingeteilt werden kann. Der Vorteil dabei liegt in der Möglichkeit, dass die Dichte jeder Zone separat bestimmt werden kann. Schaumstoffmatratzen zeichnen sich deshalb durch eine besonders hohe Flexibilität aus und können sich dem Rücken ideal anpassen. Matratzen aus Schaumstoff-Kunstgewebe sind äußerst atmungsaktiv und lagern wenig Feuchtigkeit ein. Die Gefahr der Schimmelbildung ist deshalb besonders gering.

Die Naturmatratze

Naturmatratzen zeichnen sich durch ihre besondere Befüllung aus. Meist werden biologische Materialien wie Kokos oder Stroh verwendet. Diese werden mit einer Ummantelung versehen, die als Encasing bezeichnet wird. Aufgrund des Klimas, das durch das Encasing in der Matratze herrscht, ist sie für Allergiker meist weniger gut geeignet. Heute werden aber zunehmend Ummantelungen aus einem speziellen Material hergestellt, das Milben und Bakterien möglichst wenig durchlässt, sodass Naturmatratzen zunehmend auch für Allergiker geeignet sind.

Die Wahl der richtigen Matratze ist eine sehr individuelle Entscheidung und sollte keinesfalls nur vom Preis abhängig gemacht werden. Erholsamer und gesunder Nachtschlaf ist ein essentieller Faktor für die langfristige körperliche Gesundheit. Schließlich verbringt der Mensch einen beträchtlichen Teil seines Lebens mit Schlafen.

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Was für ein Schlaftyp bist du und worauf achtest du bei deiner Matratze?

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6 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Der Artikel ist zwar schon etwas älter, aber ich möchte dennoch was dazu schreiben ;)
    Ich persönlich finde ja, dass der Matratzenkauf immer ein sehr leidiges Thema ist. Gerade wenn man zu zweit ist und unterschiedliche Bedürfnisse hat, was die Matratze angeht. So bin ich eher eine Seitenschläferin und bräuchte deshalb eine weichere Matratze und mein Mann ist ein Rückenschläfer und benötigt eine eher harte Matratze. Da es bestimmt vielen so geht habe ich einen Tipp für euch: Es gibt seit neuestem sogenannte „Eine-für-alle“ Matratzen. Das war für uns eine gute Lösung, das es uns die wochenlange Suche erspart hat. Und mittlerweile gibt es da ja auch unfassbar viele Anbieter von. Wir haben uns jetzt eine von Emma gekauft, aber da gibt es ja auch noch muun, bruno, casper und wie sie nicht alle heißen.

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  2. Franziska.M

    Ein guter Artikel, alles schön erklärt. Ich selbst finde die Vorteile der Schaumstoffmatratzen auch in meiner Kaltschaummatratze wieder. Ich habe seit Jahren eine Kaltschaummatratze von Dunlopillo und sie stützt meinen Rücken immer noch so wie im ersten Jahr. Ich schlafe sehr bequem und weiß, Kaltschaummatratzen sind für mich am besten geeignet.

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    • Hey Franziska!
      Ich habe bisher auch super Erfahrungen mit Dunlopillo gemacht. Wir haben seit einigen Jahren auch eine Kaltschaummatratze (das genaue Modell ist mir enfallen) und sind damit sehr zufrieden.

      Vor kurzem ist auch meine Tochter ausgezogen und wir haben ihr eine Emma Matratze gekauft, da sie eines von diesen Palettenbetten haben wollte. Ich finde diese Betten nicht so toll, aber gut. Mit der Emma ist es wirklich bequem und von dem was sie erzählt hat schläft man wohl auch sehr gut darauf, auch wenn kein Lattenrost darunter ist. :)

      LG,
      Marina

  3. Was muss eine gute Matratze kosten?

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    • Maximilian Knap

      Hallo Olli, wie so oft lässt sich auch hier die Qualität nur bedingt am Preis ablesen. Am besten ist zunächst eine gute Beratung, um herauszufinden, welche Art Matratze am besten zu den eigenen Schlafgewohnheiten, Gewicht, Körperform, Liegeposition, Allergieneigung usw. passt. Ein Preisvergleich ist dann leichter möglich, wobei ich weder auf super-billig noch auf extra-teuer vertrauen würde.

    • Herbert Müller

      Ich stimme zu. Qualität und Preis hängen nicht immer klar zusammen.

      Bezüglich „herausfinden welche Matratze am besten passt“ kann ich Matratzen Selecta empfehlen. Da gibt es einen Matratzenfinder, wo man Matratzen z.B. nach Größe und Gewicht auswählen kann.

      Zum Artikel möchte ich noch sagen, dass ich das Material nur im Bezug auf Allergien für wesentlich halte. Und Schlaftyp, Härtegrad und Gewicht sind für mich ein und derselbe Punkt. In allen fällen geht es darum, dass man optimal einsinkt und die Wirbelsäule in einer gesunden Position bleibt.

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