Auto privat vermieten – gemeinsam nutzen ohne Risiko

Wer sein privates Auto über eine Carsharing-Plattform zeitweise vermietet, verdient nicht nur Geld, sondern schont auch die Umwelt.

Vielleicht geht es dir wie vielen anderen privaten Autobesitzern auch: Das Fahrzeug wird nur für kurze Zeitabschnitte genutzt, wie etwa den Weg zur Arbeit, und steht den überwiegenden Teil des Tages herum und blockiert auch noch einen Parkplatz. Ist es unter diesen Umständen wirklich zweckmäßig, einen eigenen Wagen zu besitzen?

Um der Existenz deines Autos mehr Sinn zu geben und die Umwelt zu entlasten, kannst du es mit anderen teilen! Über Plattformen für privates Carsharing ist das ganz einfach und ohne Risiko möglich. Gleichzeitig verdienst du dabei auch noch Geld!

Auto teilen statt es allein zu nutzen

Sinnlosen Konsum zu vermeiden, handelsübliche Produkte einfach selber zu machen oder gebrauchte Gegenstände weiterzuverwenden, sind effektive Möglichkeiten, wie jeder einfach Geld sparen und dabei die Umwelt schonen kann.

Auch das Teilen hat sich als preisgünstig und ressourcenschonend bewährt, zum Beispiel bei der Zwischenmiete von Zimmern oder Wohnungen auf airbnb oder 9flats, ebenso wie beim Ausleihen von Büchern als Alternative zum Bücherkauf bei Amazon. Warum also nicht auch das Auto verleihen?

Auto teilen: So funktioniert es

Die bekanntesten Plattformen SnappCar, drivy, Turo und seit 2017 auch GETAWAY in Deutschland sowie carsharing247.com in Österreich funktionieren im Wesentlichen sehr ähnlich: Wer ein Fahrzeug hat, das zeitweise nicht genutzt wird, kann es bei einem oder mehreren Anbietern anmelden und einstellen. Dafür genügen meist einige Angaben wie Fahrzeugtyp, Alter und Zustand, ein Foto des Fahrzeugscheins und eine oder mehrere Aufnahmen des Autos. Den Mietpreis bestimmt der Halter in der Regel selbst. Besonders sparsame Autos, Kleinwagen aber auch Vans sind besonders häufig gefragt.

Wer sein privates Auto über eine Carsharing-Plattform zeitweise vermietet, verdient nicht nur Geld, sondern schont auch die Umwelt.

Interessenten nehmen den Kontakt auf, wenn sie das Auto mieten möchten. Auf den meisten Plattformen gibt es Mindestanforderungen an Mieter, wie Fahrerfahrung und Bewertungen von anderen Vermietern. Wenn dir das Profil zusagt, kannst du die Anfrage bestätigen. Wie der Vertrag zustande kommt und das Auto übergeben wird, ist je nach Plattform unterschiedlich. Bei GETAWAY ist das Öffnen des Autos durch speziell verbaute Technik und eine App möglich, ohne dass vorher eine Schlüsselübergabe stattfinden muss.

Am Ende der Mietdauer wird das Fahrzeug wieder übergeben oder abgestellt und der Mietpreis über die Plattform abgerechnet, die einen Anteil von etwa 15 bis 30 Prozent des Mietpreises als Entgelt behält. Unter anderem wird durch die Provision in der Regel eine Vollkaskoversicherung während der Vermietung bezahlt. Weitere Details und Konditionen kannst du auf den Seiten der einzelnen Anbieter nachlesen.

Die Vorteile des privaten Carsharings

Neben dem finanziellen Anreiz, die Betriebskosten deines Autos unter mehreren Nutzer aufzuteilen, gibt es noch andere Gründe, das private Auto zu vermieten.

Durch ein dichtes Angebot an Mietautos, auch durch gewerbliches Carsharing, können mehr Menschen auf ein eigenes Auto verzichten. Das spart Platz und verbessert die Parksituation in Ballungsgebieten. Zudem werden bei der Herstellung eines Autos sehr viele Ressourcen gebunden und durchschnittlich sechs Tonnen CO2 freigesetzt, das du einsparen kannst. Das Teilen schont deshalb auch die Umwelt.

Wer sein privates Auto über eine Carsharing-Plattform zeitweise vermietet, verdient nicht nur Geld, sondern schont auch die Umwelt.

Nicht zuletzt bietet privates Carsharing die Gelegenheit, eine starke Nachbarschaft aufzubauen. Vielleicht ergeben sich weitere nützliche Tausch- und Hilfsmöglichkeiten, die deinen Alltag vereinfachen. Eventuell entstehen auch einfach nette Freundschaften!

Konditionen und Versicherung überprüfen

Auch wenn privates Carsharing eine gute Möglichkeit ist, etwas dazuzuverdienen, Ressourcen zu sparen und Menschen aus der Nachbarschaft kennenzulernen, gibt es einige Dinge, die es zu beachten gilt.

Wer sein privates Auto über eine Carsharing-Plattform zeitweise vermietet, verdient nicht nur Geld, sondern schont auch die Umwelt.

Wohl die allerwichtigste Frage ist, wie das Auto versichert ist, während es vermietet wird. Alle Anbieter haben spezielle Versicherungsoptionen, dennoch steckt der Teufel oft im Detail. Lies die Bedingungen genau durch und überprüfe auch, ob deine eigene Versicherung diese Nutzung erlaubt oder ausschließt. Wenn du einen Schadenfreiheitsrabatt genießt, ist es ratsam zu überprüfen, wie sich ein möglicher Unfall durch einen Mieter auswirkt.

Abgesehen davon hat jede Plattform leicht unterschiedliche Konditionen. Um den für dich günstigsten Anbieter zu finden, ist ein Vergleich sinnvoll.

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Das Auto dauerhaft teilen

Wenn du einen Mieter kennengelernt hast, der dein Auto regelmäßig nutzen möchte, kannst du auch einen privaten Leihvertrag abschließen. So sparst du die Provisionen der Plattformen und gehst eine längerfristige Vereinbarung mit jemandem ein, dem du vertraust. Hierzu stellt der Verkehrsclub Deutschland einen Mustervertrag zur Verfügung.

Hast du schon einmal dein Auto vermietet oder verliehen? Wir freuen uns, wenn du von deinen Erfahrungen in einem Kommentar berichtest!

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9 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Moritz Vo

    Und noch eine Korrektur:
    “Lies die Bedingungen genau durch und überprüfe auch, ob deine eigene Versicherung diese Nutzung erlaubt oder ausschließt” ist unnötig, da das Fahrzeug über die Anmietung extern Vollkasko versichert ist. Diese ist unabhängig von der Versicherung des Halters.

    Antworten
    • smarticular.net
      smarticular.net

      Danke für die Ergänzung! WENN Es bei dem jeweiligen Anbieter so geregelt ist, dann ist alles bestens :-) sich dessen vorher zu versichern, ist in jedem Fall eine gute Idee.

    • Moritz Vo

      Es IST DEFINITIV bei beiden Plattformen so geregelt.

    • S. Zimmermann

      Ich (36) habe noch nie ein eigenes Auto besessen und kann in der Stadt glücklicherweise alles zu Fuß, mit Rad, ÖPNV, Carsharing etc. erledigen. Die Anbieter, die ihr beschreibt, haben erstmal interessant geklungen. Im Presivergleich sind sie (bei Kleinwägen) allerdings sogar teurer als Europcar, eine der teuersten Mietwagenflotten. Das finde ich irgendwie schräg. Zumal ich beim Mietwagen klare Vertragsbestimmungen habe und ich immer auch ein geputztes Auto erhalte.

    • Hallo, leider ist genau dies eine Fehlannahme. Ich wollte auch bei Snappcar mitmachen und bin davon ausgegangen dass über die Versicherung von Snappcar alles geregelt ist. Dummerweise machte mir meine Versicherung da einen Strich durch die Rechnung. Ich verliere selbst für die Zeit in der ich mein Fahrzeug SELBST nutze, den Versicherungsschutz meiner bestehenden Versicherung, weil ich es zu anderen Zeiten vertragswidrig verleihe. Böse Falle… Eine Rückfrage bei dem Versicherungsanbieter von Snappcar ergab, dass noch nicht mal der Abschluss einer privaten Versicherung bei diesem Anbieter das Problem löst. Somit gibt es keine mir bekannte Möglichkeit, mein Privatfahrzeug an andere rechtssicher auszuleihen. Sehr unbefriedigend..

  2. Moritz Vo

    Seit neuestem kann ich mein altes Auto auch über snappcar.de vermieten. Nur: der “Check-in” ist im Vergleich zum Vorgänger tamyca.de und zum Mitbewerber drivy.de ziemlich kompliziert. So ist es nur bei drivy.de möglich, statt Abwicklung über App ein Übergabeprotokoll auszudrucken, und nur bei drivy.de reicht ein Smartphone für die Übergabe aus.

    Antworten
  3. Moritz Vo

    Und wende.org gibt es auch nicht…

    Antworten
    • smarticular.net
      smarticular.net

      Danke für die Hinweise! Diesen etwas älteren Beitrag müssen wir demnach dringend überarbeiten, kommt auf die Liste! Liebe Grüße

  4. Moritz Vo

    tamyca.de ist jetzt snappcar.de – und nimmt nur Autos an, die maximal 8 Jahre alt sind oder max. 100.000 km auf dem Tacho haben. Ist das Nachhaltig?

    Antworten

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