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Würdest du dein Baby mit Erdöl einreiben?
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Viele gängige Pflegeprodukte enthalten Erdöl. Ist das wirklich gut für die Haut? Antworten und Alternativen für die Haut deines Säuglings findest du hier.

Die empfindliche Haut von Neugeborenen braucht besondere Fürsorge und Pflege. Dazu gehört auch Babyöl, für viele Eltern ein Muss. Es ermöglicht eine wohltuende Massage und soll die Haut insbesondere nach dem Baden vor Austrocknen schützen und geschmeidig halten. Doch was ist eigentlich drin im Baby-Öl?

Niemand würde auf die Idee kommen, seinen geliebten Nachwuchs freiwillig mit bedenklichen Substanzen einzureiben. Oder?

Was ist im Babyöl

Ein Blick auf die Zutatenliste eines beliebten Produktes gibt Auskunft. Im Penaten Sanft-Öl sind enthalten:

  • Paraffinum Liquidum: So genanntes flüssiges Paraffin bzw. flüssiges Wachs, das aus Erdöl gewonnen wird.
  • Isopropyl Palmitate: Ein Verdickungsmittel und Weichmacher, der häufig aus Palmöl oder aus Kokosöl gewonnen wird.
  • Parfum

Dass Erdöl-Produkte in Kosmetikartikeln und Pflegeprodukten vorkommen, ist nichts Ungewöhnliches. Die so genannten Mineralöle und ähnliche Substanzen aus Erdöl kommen in zahlreichen konventionellen Cremes, Lotionen, Shampoos, Lippenpflege und vielem mehr zum Einsatz. Sie sind preiswert, in immer gleich bleibender Qualität herzustellen und bringen in der Regel kein Allergie-Risiko mit sich.

Krebsrisiko durch Mineralöle in Kosmetika

Zweifellos tragen Produkte mit Mineralölanteil auch zur Hautpflege bei, sie sind keineswegs als durchweg schlecht zu beurteilen. Neuere Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass solche Mineralöle in Kosmetika häufig mit so genannten aromatischen Kohlenwasserstoffen belastet sind, die wiederum unter Verdacht stehen, Krebs zu erregen.

Mineralöle auf Babys Haut – muss das sein? Gerade die Haut von Neugeborenen ist noch besonders dünn und empfindlich, ihre Schutzbarriere gegen das Eindringen schädlicher Stoffe ist nicht so stark wie die von Erwachsenen. Auf der Webseite codecheck.info, welche über Inhaltsstoffe und Produktbewertungen Auskunft gibt, wird deshalb auch von vielen konventionellen Babyölen abgeraten.

Was sind die Alternativen?

Alternativen zu Baby-Ölen auf Mineralöl-Basis gibt es viele. Am einfachsten ist es sicherlich, auf Produkte aus der Naturkosmetik zurück zu greifen, denn darin sind Mineralöle nicht zulässig. Rein pflanzliche Bio-Baby-Öle gibt es in vielen Bio-Läden sowie online. Sie bestehen aus hochwertigen Pflanzenölen und sind auf die Bedürfnisse der Babyhaut abgestimmt.

Es geht aber auch deutlich preiswerter, denn die richtigen Pflanzenöle können auch direkt als Baby-Öl-Ersatz verwendet werden. Dabei ist auf einen hohen Anteil Linolsäure zu achten, denn sie ist besonders fetthaltig und erhält und stärkt die Eigenschutzfunktion der Haut. Besonders geeignet sind diese Öle, sie enthalten besonders viel Linolsäure:

Weniger geeignet sind hingegen Öle mit einem hohen Anteil an Ölsäure wie Mandelöl, Olivenöl und bestimmte Sonnenblumenöle mit viel Ölsäure. Sie können die Haut anfälliger machen und Hautausschlag sowie das Entstehen rissiger Haut begünstigen. Außerdem solltest du auf Erdnuss- oder andere Nussöle verzichten, da die enthaltenen Allergene öfter allergische Reaktionen hervorrufen.

Wie auch immer du dich entscheidest: Schon beim Kauf ist es empfehlenswert, die Inhaltsstoffe der verwendeten Produkte genau zu studieren und mögliche Risiken zu kennen. Finden sich im Kleingedruckten Angaben wie “Mineral Oil”, “Petrolatum” oder “Paraffinum Liquidum”, dann handelt es sich um Produkte auf Basis von Erdöl. In diesem Fall lohnt es sich, einen Blick auf die verfügbaren, pflanzlichen Alternativen zu werfen.

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Welche natürlichen Pflegeprodukte verwendest du besonders gern für deine eigene oder für Baby-Haut? Womit hast du schlechte Erfahrungen gemacht? Wir freuen uns über deine Kommentare!