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tesa und UHU-Ersatz: plastikfreies, kreatives Kleben mit unbedenklichen Stoffen
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Irgendwann ist immer der allzeit einsatzbereite Uhu oder das Tesa zu Ende. Und stets dann, wenn du nicht fertig bist. Doch halt, bevor du los läufst und neue Utensilien kaufst: Es gibt einen plastikfreien Ersatz für Tesa und Uhu, den du leicht selbermachen kannst.

In diesem Beitrag erfährst du, wie du ökologische Alternativen für flüssigen Klebstoff und Klebestreifen selbst herstellen kannst. Sie bringen einige positive Aspekte mit sich:

  • Sie kommen ohne Plastik und chemische Lösungsmittel aus.
  • Das lästige Abtrennen mit einem Tesaroller oder die Suche nach einer Schere entfällt, den Ersatz-Klebefilm kannst du an jeder x-beliebigen Stelle abreißen.
  • Die Inhaltsstoffe sind so natürlich, dass sie sogar essbar sind.
  • Der Klebstoff haftet zuverlässig auf Papier, Pappe, Glas und Holz, aber auch auf Hartplastik und anderen Oberflächen.
  • Kinder lieben Aufkleber, die sie auf diese Weise selbst herstellen und in unbegrenzter Auswahl sofort oder zu einem anderen Zeitpunkt aufkleben können.
  • Die Aufkleber sind mühelos und rückstandslos ablösbar (auf nicht saugfähigem Untergrund).

Falls dir das Selbermachen zu aufwändig ist: Eine nicht so vielseitige, aber doch plastikfreie und schnelle Lösung bietet das Nassklebeband, das du in einigen Schreibwarenläden oder Postfilialen (alternativ online) in weiß oder braun bekommen kannst.

Herstellung von flüssigem Bio-Klebstoff und Bio-Klebeband

Benötigt werden folgende Dinge:

  • 15 g Gelatine als Pulver (z.B. diese)
  • 6 Esslöffel Essig (z.B. selbst hergestellten Apfelessig)
  • ¾ Teelöffel oder 25 Tropfen Glycerin (z.B. dieses)
  • optional zu verbesserten Haltbarkeit: 1 Messerspitze Sorbinsäure (z.B. diese)
  • einen Topf

Zusätzlich für die Tesa-Variante:

  • Papier (z.B. gebrauchtes Geschenkpapier, alte Zeitung)
  • einen Pinsel
  • ein verschließbares Glas mit Schraubdeckel

Für den Uhu-Ersatz:

  • einen leeren Deoroller

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Herstellung des Klebers

  1. Verrühre den Essig mit dem Gelatinepulver möglichst klumpenfrei in einem Topf und erwärme beides bei niederer Temperatur so lange, bis eine homogene, flüssige Masse entstanden ist.
  2. Gib das Glycerin und gegebenenfalls auch das Sorbinsäurepulver hinzu und verrühre diese Zutaten gründlich.
  3. Fülle die Flüssigkeit in einen leeren Deoroller oder ein Schraubglas, nach kurzer Abkühlzeit kannst du den Kleber bereits verwenden.
  4. Die Masse ist nur in warmem Zustand flüssig und verarbeitbar. Je weiter sie abkühlt, desto zäher wird die Masse und wird schließlich zu einer Art Gelee.
  5. Durch Erwärmen im Wasserbad kann sie wieder verflüssigt und damit gebrauchsfähig gemacht werden.

Herstellung von Klebestreifen und Aufklebern

  • Schneide das Papier in lange, dünne, tesa-übliche Streifen oder in eine Breite Streifen von zirka zwei bis drei Zentimetern.
  • Verteile die fast ausgekühlte Klebstoff-Masse mit dem Pinsel gleichmäßig auf der Papierrückseite.
  • Der Anstrich muss jetzt nur noch trocknen. Für einen stark haftenden Klebestreifen (zum Beispiel für Geschenkpapier) ist eine zweite Klebstoffschicht sinnvoll.
  • Hänge die bestrichenen Streifen an einer Leine oder an Kleiderbügel, wie unten zu sehen ist, auf. Das geht besonders einfach, wenn ein bis zwei Zentimeter vom Band nicht mit Kleber bestrichen sind.
  • Nach dem Trocknen kannst du aus den breiten Versionen kleinere, vorgefertigte Streifen schneiden. Die Breite von zwei bis drei Zentimetern entspricht dann der Länge eines kleinen, sofort einsatzfähigen Klebestreifens.

Alternativ zu simplen, einfarbigen Klebestreifen, kannst du auch Aufkleber, persönliche Texte und andere kreative Ideen umsetzen.

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Verwendung der Aufkleber und Klebstreifen

Der Klebestreifen klebt sofort indem du ihn mit einem Schwamm befeuchtest oder anleckst wie eine Briefmarke.

Mit diesen Informationen bist du nun bestens zum biologischen, plastikfreien Basteln gerüstet und kannst deine eigene Produktion für Aufkleber, Washi-Tape, Tesa und Uhu ankurbeln. Viel Spaß bei der Umsetzung deiner Ideen.

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Hast du noch andere Tipps, die helfen können, Plastik und Lösungsmittel in Klebestoffen zu vermeiden? Bitte teile deine Erfahrungen und Ideen in den Kommentaren, damit auch andere Leser davon profitieren können. Gern auch mit Bild.