7 typische Fehler bei der Verwendung von Plastik in der Küche

Plastik ist nicht gleich Plastik, das gilt auch für Küchenutensilien aus Kunststoff. Die folgenden Tipps helfen, Fehler zu vermeiden, durch die Kunststoffprodukte zum Gesundheitsrisiko werden.

In den meisten Küchen ist Plastik allgegenwärtig und kommt in zahlreichen Situationen zum Einsatz. Sofern man lebensmittelechte Produkte ohne Weichmacher und andere fragwürdige Inhaltsstoffe verwendet und die Empfehlungen der Hersteller beachtet, kann das robuste und langlebige Material durchaus seine Berechtigung haben.

Setzt man die Kunststoffprodukte jedoch zu starker Hitze oder Kälte aus, entstehen abhängig vom Material unschöne oder sogar gesundheitlich bedenkliche Beschädigungen.

Mit den folgenden Tipps lassen sich die häufigsten Probleme beim Einsatz von Küchenutensilien aus Kunststoff in der Küche erkennen und vermeiden.

1. Für die Mikrowelle ungeeignetes Plastik

Auch wenn sich Plastikdosen äußerlich gleichen, können sie aus ganz verschiedenen Kunst- und Verbundstoffen bestehen und sehr unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Nicht jede Plastikdose eignet sich für den Einsatz in einer Mikrowelle. Sogar wenn am Gefäß selbst kein erkennbarer Schaden entsteht, können manche Materialien beim Erhitzen giftige Stoffe an den Inhalt abgeben.

Verwende deshalb am besten nur solche Gegenstände aus Plastik in der Mikrowelle, die mit einem entsprechenden Piktogramm gekennzeichnet sind.

Plastik ist nicht gleich Plastik, das gilt auch für Küchenutensilien aus Kunststoff. Die folgenden Tipps helfen, Fehler zu vermeiden, durch die Kunststoffprodukte zum Gesundheitsrisiko werden.

2. Kochen in der Mikrowelle statt nur zu erhitzen

Die Kennzeichnung “mikrowellenbeständig” sagt nichts darüber aus, wie stark das Material tatsächlich erhitzt werden kann. Viele Plastikbehälter eignen sich zwar, um eine Mahlzeit in der Mikrowelle zu erwärmen und sind beispielsweise bis ca. 80 °C hitzestabil. Wenn der Inhalt zu kochen beginnt und höhere Temperaturen entstehen, können sie aber beschädigt werden (erkennbar an Verformungen oder Rissen im Material) und in der Folge ebenfalls Schadstoffe an das Essen abgeben.

Dieses Risiko lässt sich leicht vermeiden, indem du zum Kochen in der Mikrowelle nur solches Kunststoffgeschirr verwendest, das ausdrücklich für höhere Temperaturen ausgelegt ist, wie zum Beispiel die MicroCook Serie von Tupper. Die Produkte können bis auf 200 °C erhitzt werden. Oder du verzichtest ganz auf Plastik und verwendest stattdessen Teller, Schüsseln oder spezielles Mikrowellengeschirr aus Keramik und Glas.

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3. Fett bringt Plastik zum Schmelzen

Während Wasser bei 100 °C verdampft, können in Soßen und anderen Gerichten enthaltene Öle und Fette sehr viel heißer werden. Dem hält nicht jeder Kunststoff stand, erkennbar an rauen Stellen, Beulen und Blasen, die sich im Material bilden können. Das Problem entsteht nicht nur beim Kochen mit Plastik-Utensilien. Auch wenn fettige Lebensmittel noch kochend heiß direkt vom Herd in Plastikdosen gefüllt werden, besteht das Risiko, dass sie das Material angreifen.

Das Problem lässt sich leicht umgehen, indem man Heißes kurz abkühlen lässt, bevor es in Plastikgefäße umgefüllt wird, oder für diese Zwecke Behältnisse aus Glas oder Porzellan wählt, denn beide halten sehr viel höheren Temperaturen stand.

4. Plastik im Backofen

Wenn das Plastikgeschirr in die Mikrowelle darf, liegt der Gedanke nahe, dass man es auch bei niedrigen Temperaturen im Backofen verwenden kann. Dabei wird vergessen, dass durch die Mikrowellenstrahlung lediglich die Lebensmittel erwärmt werden, aber nicht das Gefäß. Deshalb lassen sich Mikrowelle und Backofen nicht miteinander vergleichen, und Mikrowellengeschirr aus Plastik sollte nicht in den Backofen gelangen. Eine Ausnahme sind Spezialprodukte wie diese Kasserolle, die gemäß Herstellerangabe sowohl in der Mikrowelle aus auch im Backofen genutzt werden kann.

5. Braten und Kochen mit Plastik-Utensilien

Pfannenwender aus Kunststoff werden in der Produktbeschreibung zwar als hitzebeständig beschrieben. Daraus wird aber nicht ersichtlich, welche Temperaturen das Material tatsächlich vertragen kann. Insbesondere Pfannenböden werden beim Braten mehrere hundert Grad heiß, wodurch einige Produkte regelrecht schmelzen.

Plastik ist nicht gleich Plastik, das gilt auch für Küchenutensilien aus Kunststoff. Die folgenden Tipps helfen, Fehler zu vermeiden, durch die Kunststoffprodukte zum Gesundheitsrisiko werden.

Auch ein Plastik-Kochlöffel erhitzt sich am Topfboden schnell über den zulässigen Bereich, wenn er während des Kochvorgangs im Topf bleibt.

Informiere dich deshalb am besten vor dem Kauf, welche Maximaltemperaturen ein Kunststoffprodukt unbeschadet übersteht, oder wähle eine Alternative aus unbedenklichem Material – zum Beispiel aus Holz oder aus Edelstahl.

6. Nicht jede Plastikdose ist zum Einfrieren geeignet

Was bei Hitze noch leicht nachvollziehbar ist, mag beim Thema Kälte überraschen – nicht jede Plastikdose hält die Temperaturen im Gefrierfach aus. Manche Produkte, zum Beispiel von Tupper, sind sogar ausdrücklich als “nicht gefriersicher” gekennzeichnet. Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, dass deine Plastikdosen im Gefrierschrank nicht beschädigt werden, empfiehlt es sich, ein Produkt mit entsprechender Kennzeichnung zu wählen oder im Zweifel beim Hersteller nachzufragen.

Plastik ist nicht gleich Plastik, das gilt auch für Küchenutensilien aus Kunststoff. Die folgenden Tipps helfen, Fehler zu vermeiden, durch die Kunststoffprodukte zum Gesundheitsrisiko werden.

Tipp: Wenn du ein paar Kleinigkeiten beachtest, kannst du Lebensmittel ebenso gut plastikfrei in Glas einfrieren.

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7. Materialschäden durch die Spülmaschine

Bestimmt hast du auch schon einmal Plastikdosen oder Brettchen aus der Spülmaschine genommen und sie waren verformt, verfärbt oder wiesen an manchen Stellen einen hartnäckigen weißen Belag auf. Das kann verschiedene Ursachen haben.

Nicht jeder Kunststoff ist überhaupt für die Spülmaschine geeignet. Manche Sorten sollten nur in einem Schonprogramm mit niedrigen Temperaturen gespült werden. Empfindliche Produkte sind grundsätzlich in der oberen Schublade besser aufgehoben, denn im unteren Bereich werden höhere Temperaturen erreicht. Das kann dazu führen, dass sich Plastikdosen und Co. dauerhaft verformen oder rissig werden. Im Zweifel ist es sinnvoll, vor dem Kauf beim Hersteller nachzufragen.

Ein hartnäckiger weißer Belag kann ebenfalls ein Zeichen dafür sein, dass das Material aufgrund zu hoher Temperaturen angegriffen ist, oder es handelt sich um Kalkablagerungen. In diesem Fall kannst du das Problem leicht beheben, indem du die Einstellung des Wasserenthärters der Spülmaschine prüfst und gegebenenfalls anpasst.

Tipp: Zwar gibt es ein EU-weit einheitliches Symbol, das Materialien kennzeichnet, die für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet sind. Für viele andere Materialeigenschaften (Gefriersicherheit, Spülmaschineneignung usw.) verwenden die Hersteller aber zum Teil unterschiedliche Piktogramme, was ganz schön verwirrend sein kann. Bei der Verbraucherzentrale findest du eine Liste mit Erläuterungen zu Symbolen, wie sie typischerweise auf vielen Küchenutensilien aus Plastik zu sehen sind.

Wofür verwendest du Plastik in der Küche – und wofür lieber nicht? Wir freuen uns auf deine Tipps!

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3 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Ich verwende seit Jahrzehnten die Plastidosen, die so anfallen, v.a. die Eisbehälter, um Sachen einzufrieren, Kekse aufzubewahren etc. Jetzt bin ich aber etwas verunsichert, denn natürlich wasche ich diese Dosen auch in der Spülmaschine, fülle heiße Suppe ein etc… Ich will nichts neues kaufen und finde den Boom „Kein Plastik, dafür neues Zeug kaufen und Plastik wegschmeißen“ oft kontraproduktiv, weil man ja doch einiges jahrelang hernehmen kann, was eh schon lange im Haushalt bzw. im Umlauf ist. Wie kann man erkennen, wann Plastik dann wirklich „verbraucht“ ist bzw. schädliche Stoffe enthält? Und auch skurril: diese Glasdosen mit Plastik-Deckeln sind ja ganz nett, aber nach ein paar Jahren ist der Deckel kaputt und es gibt dann keine „Ersatzteile“ mehr…

    Antworten
    • smarticular.net

      Genau das ist das Problem – man kann leider nicht einfach so feststellen, ob Stoffe aus dem Plastik austreten oder nicht. Die Liste der Zusätze ist lang, und ihre Reaktion bei Hitze, Kälte usw. ist größtenteils unerforscht. Darum ist es empfehlenswert, für sehr heiße Speisen, zum Einfrieren und in der Spülmaschine nur solche Materialien zu verwenden, die ausdrücklich dafür bestimmt sind. Liebe Grüße

  2. Chrissi Lila

    Also ich hab für solche Zwecke (Einfrieren, Mikrowelle und als Transport fürs Mittagessen) solche „Glas-Tupper“ bestehend aus einem Behältnis als Glas mit Hartplastikdeckel / Silikondichtung.
    Meine sind von Emil, Glasslock und IKEA, super :-) dürfen auch in Spülmaschine und Backofen (dann ohne Deckel). Kann ich als praktische Alternative nur empfehlen! ;-)

    Antworten

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