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Glücklich ohne Fernseher – Warum du die Glotze abschaffen solltest
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Weißt du eigentlich, was du alles verpasst, während dein Fernseher läuft? Unsere Tipps für ein glückliches Leben ohne TV!

Immer wieder erzählen mir Freunde und Verwandte von all den Dingen, die sie kürzlich erst im Fernsehen entdeckt haben. Wenn ich dann erwidere, dass ich seit über zwanzig Jahren keinen Fernseher mehr habe, ernte ich meist nur ungläubige Blicke. Das wäre für sie ja unmöglich und würde ein riesiges Loch in den Alltag und in das Familienleben reißen.

Ich hingegen stelle immer häufiger fest, dass ich nichts vermisse und mein Leben ohne Fernseher als sehr lebenswert empfinde. Die durchschnittlich 3,5 Stunden, die der Deusche täglich vor dem Fernseher verbringt, weiß ich besser zu nutzen.

Aber auch viele meiner Freunde merken an, dass sie im Urlaub viel weniger TV sehen als im normalen Alltag. In der Ferne, zusammen mit Freunden oder der Familie ist das Leben viel zu spannend, als dass wir Zeit vor der Glotze verschwenden müssen. Vielleicht gelingt das aber auch im Alltag, denn es gibt viele Gründe dafür!

Warum ich auf Fernsehen verzichte

Das Fernsehprogramm nutzt in der Regel mehr dem, der es erstellt, als denen, die es konsumieren. Das führt zu einer ganzen Reihe von negativen Konsequenzen:

  1. Fernsehen ist fast immer eine passive Aktivität und der Verstand wird abgeschaltet. Man lässt sich berieseln und vergisst immer öfter, das Gesehene und Gehörte zu hinterfragen.
  2. Das passive Fernsehen hat auch einen nachhaltigen Effekt auf unser Gehirn und unsere Motivation. Je länger und regelmäßiger wir uns berieseln lassen, umso träger und motivationsloser werden wir. Diese Antriebslosigkeit schlägt sich auch in anderen Lebensbereichen nieder und nimmt uns Stück für Stück etwas Lebensfreude.
  3. Nicht nur, dass längeres Sitzen oder gar Lümmeln auf dem Sofa auf Dauer ungesund ist, mangelnde Bewegung ist eine der Hauptursachen für fast alle sogenannten Zivilisationskrankheiten. Dabei genügen schon 20 Minuten Spazierengehen am Tag, um nachhaltig gesünder zu leben.
  4. Wenn im Wohnzimmer der Fokus auf dem flimmernden Kasten liegt, kommt die Kommunikation mit Partnern und Kindern meist zu kurz. Statt sich über den Alltag zu unterhalten oder gemeinsame Pläne zu schmieden, dominiert das Fernsehprogramm unsere wichtigsten Beziehungen.
  5. Zu viel Fernsehen führt zu Einsamkeit, denn es gaukelt uns Gesellschaft vor, die in der Realität gar nicht existiert. Wir verlernen die Kommunikation mit unseren Mitmenschen und vereinsamen jeden Tag ein bisschen mehr.
  6. Eine Tendenz der letzten Jahre ist der Fokus auf Extreme in der Medienwelt. Nicht nur im Fernsehen, auch in Zeitschriften und in sozialen Netwerken gibt es immer mehr Skandale, Übertreibung, Alarmismus und Negativität. So wird unser Bild von der Wirklichkeit verschoben, wir werden desensibilisiert und verlernen, unseren Mitmenschen ausgeglichen und mitfühlend gegenüberzutreten. Im Gegenteil, Vorurteile können sich festsetzen und wir reagieren aggressiv und unausgeglichen.
  7. Immer wiederkehrende Werbespots reden unserem Unterbewusstsein ein, dass unser Leben nicht erfüllt ist, wenn wir nicht konsumieren. Glück definiert sich demnach durch perfektes Aussehen, Kleidung, die richtigen Autos und so weiter. Wenn wir uns der konstanten Werbeflut aussetzen, kaufen wir Dinge, die wir nicht benötigen, und fühlen uns im schlimmsten Fall auch noch unwohl in unserer eigenen Haut.

Vorteile vom Leben ohne Fernseher

Der Gegenentwurf, nämlich ein Leben ohne Fernsehen, bringt viele Vorteile:

  • mehr Zeit
  • weniger Ausgaben
  • bessere Freundschaften und ein harmonischeres Familienleben
  • mehr Kreativität, da wir unsere Freizeit vielseitiger gestalten
  • Freude an positiven Dingen im Leben
  • Fokus auf die Dinge, die wir beeinflussen und ändern können
  • mehr Bewegung und bessere Gesundheit

Kurz gesagt, die Alternativen zum Fernseher führen zu einem glücklicheren und erfüllteren Leben. Auf dem Sterbebett hat noch nie jemand gesagt: “Ach hätte ich doch nur mehr fern gesehen!”

Weißt du eigentlich, was du alles verpasst, während dein Fernseher läuft? Unsere Tipps für ein glückliches Leben ohne TV!

Alternativen zur Entspannung

Falls Fernsehen für dich vor allem ein Medium zur kurzweiligen Entspannung ist, dann probiere doch einmal folgende Alternativen:

  • Musik hören
  • Meditieren
  • Kurzweilige Romane lesen
  • Spazieren gehen
  • Basteln
  • Puzzlen

Jede Aktivität ist anders und gibt dem einem mehr, dem anderen weniger. Auf einen Versuch kommt es aber an, denn sie sind vielversprechender, als sich jeden Abend die gleiche Seifenoper reinzuziehen.

Alternativen zu Nachrichten

Für mich waren lange Zeit die Nachrichten das Wichtigste am Fernsehen, denn schon in der Schule wurde uns beigebracht, wie wichtig es doch ist, informiert zu sein und eine Meinung zum aktuellen Weltgeschehen zu haben.

Erst mit dem Erwachsenwerden wurde mir klar, wie wenig wir in den Nachrichten im Fernsehen doch sehen und wie klein der Ausschnitt des Weltgeschehens wirklich ist, über den berichtet wird. Hintergrundinformationen bleiben im “Newsflash” auf der Strecke. Was uns wirklich interessiert, können wir über andere Medien sehr viel besser und detaillierter recherchieren.

Falls du auf TV-Nachrichten nicht verzichten möchtest, kannst du sie natürlich inzwischen auch online aufrufen.

Eine ganz andere Herangehensweise wird von einem Freund von mir praktiziert. Er ignoriert alle Nachrichten! Egal ob im Fernsehen, Zeitungen oder Webseiten. Das Wichtigste erfährt er von Freunden und Kollegen. In Gesprächen mit Menschen, deren Meinung er schätzt, fragt er regelmäßig, was es denn Neues in der Welt gibt. Er ist fast immer besser informiert als jene Menschen, die täglich nur die Tagesschau ansehen.

Gute Programme bewusster konsumieren

Vielleicht liegt dir schon die ganze Zeit der Einwand auf der Zunge: “Es gibt doch aber so viele schöne, lehrreiche Sendungen!” Damit hast du natürlich Recht und auch wir haben eine stetig wachsende Liste von Fernsehsendungen, die klug machen, statt zu verdummen. Die meisten dieser Programme kann man aber auch online sehen. Dafür bedarf es keines großen Apparates, der zum Mittelpunkt der Wohnung und über kurz oder lang zur wichtigsten Quelle für Entspannung und Unterhaltung wird.

Das bewusste Konsumieren bewegter Bilder auf kleineren Bildschirmen, bei Freunden oder auch im Kino ist dem regelmäßigen und passiven Berieselnlassen auf dem Sofa auf jeden Fall vorzuziehen.

Wie hältst du es? Hast du einen Fernseher oder würdest du ihn lieber schnellstmöglich abschaffen?

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  • Dono Harm

    Meine Freundin und ich haben uns Anfang dieses Jahres dazu entschieden das TV Gerät zu verkaufen. Zuerst war es komisch, an einigen Abenden dachte ich ein TV Gerät wäre jetzt nicht schlecht. Aber jetzt haben wir uns daran gewöhnt und wollen nie wieder zurück. Erst wenn man komplett raus ist, sieht man was das Null Medium mit einem macht.
    Wir haben so viel Kreativität entdeckt Regale, Lampen, Deko gebastelt, gehen spazieren, reden sehr viel und unsere Beziehung ist inniger und fester als sie es je wahr.
    In der Familie wird das überhaupt nicht verstanden. Alle denken dann wir würden einer Sekte angehören oder einer orthodoxen Kirchengemeinde beigetreten sein. Aber wir lassen uns davon nicht bremsen! Ich kann nur alle zu diesem Schritt animieren, es ist zuerst schwer aber man gewöhnt sich sehr schnell daran.

    • Maximilian Knap

      Vielen Dank für deinen sehr inspirierenden Erfahrungsbericht und die Bestätigung! Man glaubt anfangs kaum, was es für einen Unterschied macht, aber wer es einmal ganz ohne TV versucht, wird feststellen, in was für einer Blase er oder sie zeitweilig gelebt hat :-) Euch ganz liebe Grüße! Hoffentlich finden sich noch mehr Leser mit ähnlichen (oder auch anders lautenden) Erfahrungen!

  • Vanessa Dück

    “Dafür bedarf es keines
    großen Apparates, der zum Mittelpunkt der Wohnung […] wird.”

    Das ist der Grund, weshalb ich keinen besitze. Ich weigere mich einfach, einen Fernseher als Mittelpunkt im Wohnzimmer zu haben und meine Sofas nach ihm auszurichten, nicht wie es sich am entspanntesten unterhalten lässt. Mein Wohnzimmer soll vermitteln dass hier Gemeinschaft stattfindet und nicht plattes Konsumieren.

  • Ruth Herz Licht

    Super Artikel! Ich schaue auch schon seit Jahren nicht mehr fern… man fängt wirklich wieder selber an zu denken und wenn man mit anderen Leuten zusammenkommt, merkt man regelrecht, wie “meinungsbildend” Fernsehen ist, denn es haben alle dieselbe Meinung :-)

    Wer sich das nicht vorstellen kann, soll mal einen Versuch starten: 1 Monat kein Fernsehen und danach die alte Lieblingssendung wieder ansehen und man fragt sich, was man daran gefunden hat :-)

    Herzliche Grüße Ruth

    • Maximilian Knap

      So sehe ich das auch :-) Man wundert sich ein bisschen über sich selbst, wie man früher einmal so viel Zeit für etwas derart nutzloses vertrödeln konnte. Den Vergleich mit einem schönen Urlaub finde ich besonders treffend: Im Urlaub hat man so viel schöne, qualitativ hochwertige Zeit mit wunderbaren Erlebnissen, dass man gar nicht dazu kommt, fernzusehen und es auch gar nicht vermisst. Es wäre doch schön, wenn diese Qualität im Leben auch außerhalb des Urlaubs herrschen könnte, das finde ich erstrebenswert.

  • Achim

    Wir haben schon noch einen Fernseher, aber der wird selten genutzt. Vielleicht im Schnitt 1 Stunde pro Woche. Wir haben schon vor Jahren aufgehört, klassisches Fernsehen zu schauen. Ich schaue eigentlich nur noch Filme von DVD. Werbung kennen wir also schon lange nicht mehr. Interessant finde ich, dass ein Teil unseres Umfelds auch immer ein bisschen erstaunt reagiert, wenn wir z.B. aktuelle Werbespots nicht kennen.

    Seit März habe ich für mich “Black Screen” Saison. Ich habe mir vorgenommen, absolut nichts zu schauen – bis Ende September (eine Ausnahme habe ich für einige EM-Spiele gemacht). Das lief sehr gut, und ich hatte auch spürbar mehr Zeit, vor allem für’s Lesen.

  • Ilves

    Sehr gut!
    Auch ich habe seit über 20 Jahren keine Glotze mehr und empfinde diesen Zustand als Erhöhung meiner Lebensqualität.

  • Antje

    Ich selber habe noch einen Fernseher, schaue aber seit Jahren nur auswählte Sendungen oder DVDs.

    Zum Fernseher möchte ich gerne noch etwas anderes hinzufügen: den Computer. In meinem Umfeld gibt es so einige Leute, die keinen Fernseher haben. Fast alle von ihnen sitzen dafür wesentlich länger vorm PC/Laptop/Tablet/Smartphone, am Abend sogar stundenlang. Natürlich ist es eine etwas “aktivere” Art, seine Freizeit zu verbringen, allerdings nur bedingt. Und das Internet hat seine eigenen Schattenseiten.

    Ich würde daher mal für Zeiten plädieren, in denen man bewusst “offline” geht.
    Dazu gibt es übrigens ein sehr gutes Buch, welches auch noch andere Bereiche in unserem heutigen Leben kritisch betrachtet: “Das Glück der Unerreichbarkeit” von Miriam Meckel.

    • Maximilian Knap

      Stimmt, auch ein sehr wichtiges Thema! Wahrscheinlich verbringen die meisten heute sogar mehr als 3,5 Stunden täglich damit, in kleine Bildschirme zu starren. Dem Thema müssen wir uns widmen :-)

    • Kannst du bitte ein bisschen näher erläutern, was du mit den Schattenseiten vom Internet meinst? Ich kann noch Cyberkrank von Manfred Spitzer empfehlen (auch als Hörbuch erhältlich).

  • Cl Lu

    Fernseher existiert noch, ich nutze ihn jedoch schon seit gefühlt 3 Jahren nicht mehr. Klar geht viel Zeit in Suchen zu Themen am Laptop als Alternative drauf, aber die Werbeberieselung, die Nachrichten und Blabla-Sendungen gehen mir null ab. Die Zeit nutze ich für das DIY und kann Leute nicht verstehen, die meinen für DIY haben sie keine Zeit und keine Energie abends. Dabei ist das so entspannend und zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht, wenn man weiß, diese Putzmittel sind ganz natürlich und haben keinen Cent außer Wasser gekostet. Beim Verwenden schmunzel ich dann wieder und freu mich dass die Hersteller zumindest von mir keine Abnahme durch Werbung und CO erzwungen haben. DIY macht glücklicher.

  • lina

    Ich denke auch fast täglich, dass es ohne TV besser wäre. Allerdings wohne ich alleine und habe das Gefühl, dass der Fernseher ein wenig das Gefühl gibt, dass da noch jemand ist, der mit mir redet. Manchmal habe ich auch Einschlafprobleme und da kann ich mich gut vom Fernseher in den schlaf reden lassen.
    Ich hoffe, dass ich einmal ohne auskomme.

    • Das würde ich schnell behandeln lassen oder etwas dagegen unternehmen. Als Teenager hatte ich auch immer einen TV und Computer in meinem Zimmer. Erst als ich meine eigene Wohnung hatte, habe ich aktiv geplant alle Elektrogeräte aus dem Schlafzimmer zu verbannen. Es ist eine ziemlich schwere Umstellung, weil sich vom TV in den Schlaf zu wiegen wirkt wie eine Droge und wenn man die nicht mehr hat, kommen Entzugserscheinungen, wie beim kalten Entzug. Aber du musst wirklich aktiv etwas machen! Nur zu hoffen, dass irgendwann, irgendwas passiert, ist sinnlos.

  • Marie-Rose Fritz

    Das sind reine Spekulationen, in diesem Artikel ist kein einziger Beweis für das was postuliert wird. Die Menschen waren früher, vor der Fernsehzeit, weder glücklicher noch zufriedener. Natürlich kann Fernsehen abhängig machen und es gibt Familien in denen der Fernseher die Oberherrschaft hat. Aber ich wage zu behaupten, dass das nicht mehr als 10% der Familien ausmacht. Es gibt in der modernen Gesellschaft viel Möglichkeiten wunderbar und gesund zu leben aber eben auch viel mehr Gefahren. Der Fernseher ist nur einer unter vielen. Ich habe eine Fernseher und bin trotzdem viel im Wald. Fernsehen über Computer ist für meine Augen schädlicher als als der Bildschirm im Wohnzimmer, der auf größere Distanz dazu steht. Ich ziehe es vor das Internet über den Fernseher zu nutzen. Und nicht zuletzt kann man auch vor dem Fernseher über das Gesehene reden, wenn man sich im Familienkreis etwas anschaut. Wie viel Kommunikation man hat hängt nicht an erster Stelle vom Fernseher ab, sondern vom Bildungsniveau, und damit meine ich auch eine Herzensbildung, die das Schöne in der Welt sehen und aus allem das Gute herausziehen kann. Ja, und das muß gelernt und geübt und bewusst gemacht werden ob mit oder ohne Fernseher. Danke für die Anregung darüber zu schreiben.

  • Ellen Wortmann

    Wir haben auch seit Jahren kein Fernsehen mehr. Ich gucke trotzdem gerne Filme oder auch mal eine Serie. Aber Fernsehen, nein niemals mehr. Sich einfach hohl berieseln lassen, ist manchmal ganz schön. Aber eben nur manchmal. Und Fernsehen ist für mich wie eine Sucht. Und ich kann es nicht leiden, wenn ich irgendetwas immer dann machen muss, wenn es jemand anderes so plant. Das ist beim Fernsehn so. Also, weg damit.

  • Claudia

    ich hatte auch 10 Jahre keinen Fernseher. Aber seit ich GEZ zahlen muss egal ob ich einen hab oder nicht hab ich wieder einen angeschafft. Leider-denn wenn man ihn hat – nutzt man ihn auch-viel zu oft…aber zahlen ohne dass ich einen hab seh ich auch nicht ein.

  • Peter

    Hervorragender Artikel. Auch ich habe schon seit über 20 Jahren keinen Fernseher mehr. Informiere mich lieber aktiv per Laptop. Vermisse nix. Bei anderen Menschen stört mich der permanent im Hintergrund laufende Fernseher. Man merkt auch wie die Menschen, die ständig fernsehen, verdummen. “Gehirnwäsche” sag’ ich da nur.

  • Elisabeth St

    Ich bin schon ohne Fernseher aufgewachsen, und als wir dann geheiratet haben, haben mein Mann und ich beschlossen, erst gar keinen anzuschaffen. Wir haben es nie bereut! Im Gegenteil, wenn wir dann im Urlaub einen hatten, gab’s ständig Querelen zwischen den Kindern, weil jeder etwas Anderes anschauen wollte. Sowas von nervig! Später haben wir dann im Einverständnis mit den Kindern im Urlaub von vornherein das Gerät abgedeckt. Und gut war’s. Wir sind dann lieber länger draußen geblieben, oder haben miteinander Spiele gespielt. Zwischenzeitlich haben wir eine Reihe von guten DVDs, die wir hin und wieder gemeinsam ansehen, aber nicht ständig. Alle paar Wochen mal, das geht!

  • Britta Förster- von Heel

    Ich schaue schon seit einigen Jahren kein TV mehr. Als ich vor 2 Jahren meinen jetzigen Mann kennen lernte, musste er sich quasi meinen “Gepflogenheiten” fügen. Aber er hat noch keine einzigen Minute bereut. Eher das Gegenteil ist der Fall. Denn durch das nicht “Vorleben lassen” und berieseln lassen von der Glozte, kommen sehr gute und lange Gespräche auf. Er erzählt ganz oft, das er die ganze Lebenszeit (immerhin fast 50 Jahre) zwar nicht mehr aufholen kann, aber sie nicht mehr vergeuden will. Das ist auch mein Ansinnen von dieser “blöden Doofkiste” wegzukommen. Auch unsere Gesprächspartner, wie Freunde, Bekannte, Vereinskollegen, Arbeitskollegen usw., schauen oft fassungslos aus der Wäsche, wenn sie erfahren das wir keinen TV besitzen.
    Wir beschäftigen uns mit Büchern, Spielen, Gesprächen, schlafen, Meditieren, Heilsteinkunde ( wir besitzen mehrere Heilsteine), Yoga, Tanzen, Übungsleitertätigkeit, Musik hören, Ehrenanmt und noch vieles mehr.
    Ich habe auch festgestellt, wenn ich bei Menschen bin die einen TV laufen haben, das mich das wahnsinnig stört. Die schnellen Bilder, der schrille Ton. Die ständige Hintergrundberieselung….. grausig……..

  • Gerlinde

    Wir haben noch einen Fernseheher. Ich bin Abends 90 Min.am Gerät. dann ist aber Schluss. Mein Mann schaut viel Sportl gut, soll er. Wenn ich schaue jedenfalls keine Werbung, keine Talkshows, sondern nur Sendungen, die mich interessieren. Wenn nichts kommt, was michinteressiert, bleibt die Kiste aus.
    Ich muss nicht vor die Glotze, wenn ich nicht will. Darüber entscheide nur ich.
    Was andere machen , muss ich nicht wissen.

  • Hannah

    Ich kann dem Artikel leider nicht ganz beipflichten. Die Argumentation ist eine, die man immer häufiger hört: Die Medienwelt überhäuft uns mit Inhalten und Reizen, die wir nicht mehr filtern können. Wir schalten ab, sind gleichgeschaltet, schwelgen bzw. fliehen regelrecht in abgedroschene(n) Klischees und Schwarz-Weiß-Denken einer gestellten Realität, während das tatsächliche Leben direkt an uns vorbeizieht.

    Aber Fernsehen kann mehr als das. Ich bin passionierte Zuschauerin. Denn ich glaube, es geht dabei, wie bei so vielen anderen Dingen auch, um
    1. Das Maß (der Mattscheibe einen untergeordneten Platz im Leben zuordnen und seine Zeit sinnvoll disponieren)
    und 2. Bewusstes Reflektieren und Selektieren. Der Fernseher ist nicht das Problem, wenn, dann sind wir es. Weil wir nur konsumieren, anstatt die Goldstücke zu suchen, die uns bewegen oder weiterbringen. Ähnlich der Gefahr des Internets mit seinen schrecklich vielen unnützen Informationen.

    Serien wie Sherlock, House of Cards, Black Mirror etc. legen meine Synapsen nicht lahm, sondern stimulieren sie. Lassen mich das Gegebene hinterfragen. Und mich Dinge eher mal von verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Ebenso Satire und Kabarett.
    Filme können ästhetisch sein, stimmungsvoll inszeniert, genial zusammengestellt – wie eine Komposition (Interstellar oder David Lynch z.B.). Und das möchte ich nicht auf einem mickrigen Bildschirm sehen und durch blecherne Laptop-Lautsprecher hören. Ich möchte in den Film gesogen werden und jedes Detail aufnehmen. Bewusst schauen. Mich auch mal für kurze Zeit in einer phantastischen anderen Welt verlieren.

    Eure Punkte sind ebenso wahr wie meine, versteht mich nicht falsch. Viele können wohl auch tatsächlich nicht dosieren und lassen das Gucken zur Routine werden. In dem Fall ist ein klarer Schnitt das Beste. Aber für mich ist die Zeit nicht verschwendet, ich habe die Zeit genossen und bereue nichts.

    Seht die Dinge im Verhältnis. Fortschritt ist nicht immer gleich Rückschritt.

    • Im Beitrag steht, dass nicht alles in der Klotze blöd macht. Es geht eher darum, dass man seine Grenze nicht ziehen kann, weil man nicht sieht, wo sie eigentlich ist. Serien sind heutzutage so aufgebaut, dass jeder Reiz stimuliert wird, z.B. Game of Thrones, da hast du Sex, Gewalt, Intrigen, Tabuthemen und natürlich ständig einen Cliffhanger am Ende. Da will man weiter schauen! Eine Folge geht noch! Und dann schaut man immer mehr Folgen pro Tag und im Englischen gibt es sogar schon ein Wort dafür: Binge-Watching. Alle finden es super und geben es sogar als Hobby an, obwohl es eigentlich eine Krankheit ist. Es gibt sogar Serien, wie die von Marvel, die einen zwingen andere Serien anzuschauen, weil es ein Crossover gibt, also Helden von einer Serie in einer anderen Serie auftauchen und wenn man die komplette Handlung verfolgen möchte, muss man die andere Serie auch noch schauen. Und da man den Helden noch nicht so gut kennt, muss man natürlich auch die ganze Serie anschauen. An jeder Ecke wird etwas gemacht, damit der Teufelskreis immer größer und stabiler wird. Sicher, Serien wie Black Mirror sind toll, hängen nicht zusammen, man kann eine Folge sehen, ohne weiter schauen zu müssen und das Gefühl zu haben, etwas verpasst zu haben.

      Also ist es unterm Strich doch besser Unterhaltungsmedien komplett aus dem Leben zu streichen, weil wenn man seine Grenzen nicht kennt und diese immer stärker Verschwimmen, es doch der besser Weg sein muss. Außerdem findet man schnell Alternativen zur “Droge”, die einen nicht abhängig machen, jedoch genauso Spaß machen. Außer man hat verlernt, wie man aktiv Spaß haben kann und man unbedingt passiv sein muss.

  • Sascha

    Seit nun über 2,5 Jahren lebe ich ohne Fernsehgerät. Eine bewusste Entscheidung gegen die Verdummungsversuche der Sender. Ich habe seither einen enorm Gewinn an Zeit, bin konzentrierter, entspannter und fühle mich befreit.

    Darüberhinaus entfernte ich die HiFi-Anlage, den DVD-Player, sämtliches technische Gedöns und empfinde immer mehr Freiheit, Unabhängigkeit. Mir ist diese ganze Digitalisierung zu wider, ich kenne noch diese schönen ruhigen Zeiten von vor über 20 Jahren.

    Ja, auch nutze ich kein Whatsapp, kein Twitter, kein Facebook. Das Handy bleibt oftmals bewusst zu Hause. Es entspannt, nicht permanent kontrolliert zu werden, nicht errreichbar zu sein. Ich schlafe entspannter, finde zu mir selber.

    Eine bessere Entscheidung hätte ich vor 2,5 Jahren nicht treffen können.

    • Fehlt es dir manchmal passiv zu sein, also sich berieseln zu lassen? Sobald bei mir der TV weg war, habe ich Serien am PC/Notebook geschaut. Ich wurde also schnell rückfällig und konnte mich nur distanzieren, indem ich mir Unterhaltungsmedien komplett untersagt habe (darüber habe ich auch in meinem Blog geschrieben). Kapselst du dich nicht stark von deinen Freunden ab, wenn du WhatsApp & Co nicht verwendest? Ich selbst habe auch schon viele Versuche unternommen, um davon weg zu kommen. Doch vielen Leuten scheint es heutzutage zu schwierig, etwas simples, wie eine E-Mail zu schreiben oder einen Anruf zu tätitgen.

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