Obst einkochen und auch im Winter genießen

War die Obsternte üppig? Gefrierschrank und das Saftregal sind voll? Wie wäre es mit dem Einkochen von etwas Obst? Das geht sogar ohne Einkochtopf!

Wenn wir im Spätsommer gar nicht wissen, wohin mit dem ganzen Obst, dann ist Einkochen eine tolle Möglichkeit, Früchte lange haltbar zu machen. Was schon bei den Großeltern selbstverständlich war, gewinnt heute dank der Bio, Selbstversorger- und Nachhaltigkeitsbewegungen wieder immer mehr Anhänger.

Bei dieser Konservierungstechnik werden die frischen Früchte mit Zucker und Wasser gekocht und in luftdichte Gläser, zumeist spezielle Einmachgläser gefüllt. Danach sind sie lange haltbar, jederzeit griffbereit und eignen sich für Desserts, als Snack für zwischendurch oder auch als fruchtige Zutat in herzhaften Salaten. Diese Konservierungsmethode wird bereits seit dem 18. Jahrhundert angewendet. Damals war sie entwickelt worden, um Nahrungsmittel für Zeiten der Not und des Mangels zu konservieren.

Wer denkt, Einkochen dauere ewig und sei aufwendig, der täuscht sich. Im Prinzip ist es immer das gleiche Grundrezept, das je nach Geschmack mit unterschiedlichen Früchten in wenigen Schritten nachgekocht werden kann.

Hier stellen wir dir ein Rezept zum Einkochen im Backofen vor. Besonderer Vorteil: Es wird kein spezieller Einkochtopf benötigt. Fast jeder hat einen Backofen daheim und kann ohne große Investition sofort loslegen.

Vorbereitungen

Die benötigten Gläser hast du vielleicht schon zu Hause. Zum Einkochen von Obst eignen sich fast alle Arten von Schraubgläsern mt Twist-off Deckel, z.B. von Marmelade, Gurken oder anderem Gemüse. Wichtig: Der Deckel muss hitzebeständig sein und über eine intakte Dichtung verfügen, er darf also nicht aus Plastik bestehen. Wenn du öfter etwas einkochen oder große Mengen Obst verarbeiten möchtest, dann lohnt sich vielleicht die Anschaffung von ein paar speziellen Einmachgläsern mit Bügelverschluss. Sie eignen sich besonders gut und sich sehr oft wiederverwendbar.

Durch das Einkochen werden Mikroorganismen, die im Obst für das Verderben sorgen, unter hohen Temperaturen abgetötet und so das Obst haltbar gemacht.

Durch das Erhitzen dehnt sich die Luft im Glas zunächst aus und entweicht fast vollständig. Wenn nach dem Einkochen die Gläser und der Inhalt erkalten, entsteht ein Unterdruck im Glas, der den Deckel fest ansaugt und so den Inhalt konserviert. Wenn du die Gläser dann kühl und dunkel lagerst, bleibt das Eingekochte mehrere Monate bis hin zu einem Jahr haltbar.

Oberste Prioriät beim Einkochen hat die Sauberkeit, nur so ist eine lange Haltbarkeit gewährleistet. Verwende nur einwandfreie Früchte, die du ebenso wie alle Utensilien, mit denen du arbeitest, vorher gründlich wäscht und reinigst. Es sollten keine beschädigten oder überreifen Früchte verwendet werden.

Gläser keimfrei machen

Um die Gläser, mit denen du arbeitest, gründlich zu reinigen und keimfrei zu machen, gehst du folgendermaßen vor:

  1. Koche die Einmachgläser in einem großen Topf etwa 10 Minuten lang mit heißem Wasser aus. Die Deckel werden ebenfalls abgekocht, jedoch dürfen sie nicht auf die Gläser geschraubt sein!
  2. Nimm die Gläser mit einer Zange aus dem Wasser und stelle sie zum Abkühlen auf ein Küchentuch.

Oder bei größeren Gläsern:

  1. “Backe” die geöffneten Gläser bei 180 Grad 10 Minuten lang im Backofen.
  2. Lasse sie im geschlossenen Ofen stehen, bis sie abgekühlt sind.

Alternativ kannst du sie auch mit Alkohol oder einer heißen Soda-Lösung desinfizieren.

Einkochen – so geht’s

Und nun geht es ans Einmachen. Für jedes Kilo der frischen Früchte deiner Wahl benötigst du folgende Zutaten:

  • ungefähr einen Liter Wasser (bei größeren Obsttücken wie geviertelten Äpfeln ist etwas mehr Wasser nötig)
  • 150-400 g Zucker (je reifer und süßer die Früchte sind, umso weniger Zucker ist nötig)
  • Einmachgläser mit einem Gesamtvolumen von zwei Litern (besser mehrere kleine Gläser befüllen, die du nach und nach aufbrauchen kannst)
  • Einen großen Topf

So gehst du vor:

  1. Wasser und Zucker in einen Topf geben.
  2. Die Mischung erhitzen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat.
  3. Das Zuckerwasser etwas abkühlen lassen und währenddessen die Früchte in die gewünschte Größe schneiden. Von Äpfeln und Birnen Stiele und Kerne entfernen und Steinfrüchte wie Kirschen, Aprikosen & Co. entkernen.
  4. Früchte in die vorbereiteten Gläser füllen und mit Zuckerwasser aufgießen, so dass sie vollständig bedeckt sind.
  5. Ein Backblech oder eine Backpfanne im Backofen (unterste Schiene) mit heißem Wasser füllen, bis es etwa 2 cm hoch steht.
  6. Die gefüllten und verschlossenen Gläser so auf das Backblech stellen, dass sie sich nicht berühren.
  7. Die Gläser bei 150-160 Grad so lange “backen”, bis Bläschen im Wasser aufsteigen.
  8. Den Backofen ausschalten und die Gläser noch 30 Minuten im Backofen stehen lassen.
  9. Abschließend noch einmal kontrollieren, dass die Gläser richtig verschlossen sind.

Lagere die Gläser nun kühl und dunkel – so hast du lange etwas davon. Besonders lecker sind die eingekochten Früchte zum Beispiel im Gries oder morgens zum Müsli!

Guten Appetit!

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Berichte unten in den Kommentaren doch einmal, wie du beim Einkochen vorgehst. Wir sind gespannt auf deine Erfahrungen!

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12 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Man kann Obst auch problemlos ganz ohne Zucker einkochen. Wer öfter mal was einkochen will, dem empfehle ich das Einkochbuch der Firma Weck. Das ist zwar von Design etwas oldschool, das sind aber definitiv DIE Experten auf diesem Gebiet.

    Antworten
  2. Hallo,

    ich habe mit dem Einkochen im Backofen keine guten Erfahrungen gemacht und rate auch selbst davon ab. Die trockene Hitze und die schwankenden Temperaturen im Backofen führen dazu, dass das Einkochgut nicht gleichmäßig erhitzt wird. Das resultierte, trotz Verwendung eines Backofenthermometers, in sich kurz nach dem Einkochen öffnenden Gläsern. Darüber hinaus gehen die Kautschukgummis der Gläser in der trockenen Hitze schneller kaputt (besser dann nicht 2x verwenden). Ich habe nach wenigen Versuchen einen Einkochautomaten erstanden und seitdem klappt alles hervorragend.
    Ich rate auch davon ab, die Klammern nach dem Einkochen an den Gläsern zu lassen. Bitte unbedingt nach dem Abkühlen entfernen, damit sich der Deckel lösen kann, sofern das Eingekochte doch verdirbt. Das ist ein wichtiger Indikator!
    Bügelgläser verwende ich aus diesem Grunde überhaupt nicht zum Einkochen, sondern nur die original W….-Gläser.

    Antworten
    • Hallo Katja, danke für deinen Kommentar. Liebe Grüße Sylvia

  3. Spricht eigentlich was dagegen, weiki Kiwi einzuwecken? Ich finde immer nur Erfahrungsberichte über Kompott und Marmelade. Ich hatte aber lieber ganze Früchte.

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    • smarticular.net

      Haben wir leider noch nicht probiert, deshalb freuen wir uns über einen Erfahrungsbericht!

  4. „Die gefüllten und verschlossenen Gläser so auf das Backblech stellen, dass sie sich nicht berühren.“ – Halten die Dichtungen der Einkochgläser so hohe Temperaturen denn aus?

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    • Maximilian Knap

      Richtige Einmachgläser sind genau dafür gemacht. Es dürfen allerdings keine Gläser sein, die nur aussehen wie Einmachgläser und eigentlich eher für Dekozwecke bzw. zur Aufbewahrung gedacht sind. Solche findet man auch immer häufiger in Supermärkten und Deko-Abteilungen. Also genau auf’s Etikett schauen – mit richtigen Einmachgläsern kein Problem.

  5. Man kann sehr gut Sucolin/ Xylitol verrwenden! Spart Kalorien und ist vor allem für Diabetiker sehr geeignet. Ich habe meinem Papa Holunderblütengelee gekocht. Er ist Marmeladenfan, darf aber eigentlich nicht, jetzt ist er happy;)

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  6. Kann für das Einkochen auch Xylitol benutzt werden?

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Das sollte problemlos klappen, im Handel gibt es sogar fertigen Xylitol-Gelierzucker. Probiert haben wir es jedoch noch nicht, deshalb freuen wir uns besonders über einen Erfahrungsbericht!

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