Hausmittel für natürliche Fellpflege bei Hund und Katze

Haart dein liebster Vierbeiner auch wie verrückt? Musst du fast jeden Tag das Sofa absaugen? Warum Hunde und Katzen haaren und was du unternehmen tun kannstvon Trish Hamme [CC-BY-2.0]

Tierhaare in der Wohnung können einen schnell zur Verzweiflung treiben. Sowohl Hunde als auch Katzen verlieren ganz natürlich ständig Haare, wobei die Menge der ausfallenden Haare saisonal unterschiedlich ist. Mit ein paar einfachen Hilfsmitteln kannst du diesen Prozess unterstützen und so die Menge der herumfliegenden Haare ganz erheblich reduzieren. Weiterer positiver Nebeneffekt: Das Haarkleid deines vierbeinigen Lieblings bleibt schön und glänzend und kann seine natürliche Schutzfunktion optimal erfüllen.

Warum verlieren Hunde und Katzen Haare?

Wie beim Menschen auch unterliegt das Haarwachstum beim Tier einem natürlichen Zyklus. Der so genannte Fellwechsel dient der jahreszeitlichen Anpassung des Fellkleids und geht bei Katzen kontinuierlich vonstatten, mit einem Maximum an Haarverlust im Sommer und einem Minimum im Winter.

Ein Unterschied besteht zwischen Freigänger-Katzen und reinen Stubentigern. Freigänger entwickeln in der kalten Jahreshälfte ein besonders dichtes Fell und verlieren dann auch viel weniger Haare als Stubenkatzen, im Sommer ist es genau anders herum.

Bei Hunden dagegen konzentriert sich der Fellwechsel auf jeweils etwa sieben Wochen im Frühjahr und im Herbst. Während dieser Zeit geraten viele Hundebesitzer an den Rand der Verzweiflung, weil der Vierbeiner den gesamten Boden mit einem feinen Haarteppich überzieht.

Richtige Fellpflege verhindert übermäßiges Haaren

Im Grunde ist Tierfell überaus pflegeleicht. Durch die natürliche Talgproduktion bildet das Fell ganz von allein einen Schutzmantel gegen Feuchtigkeit, Schmutz und Parasiten, den wir uns für unsere Outdoor-Kleidung wünschen würden. Normalerweise ist es deshalb auch gar nicht notwendig, sein Haustier zu waschen oder sogar zu shampoonieren. Das wichtigste Werkzeug zur Fellpflege ist eine weiche Naturbürste!

Besonders in den Zeiten starken Haarverlusts (beim Hund im Frühjahr und Herbst, bei der Katze im Sommmerhalbjahr) solltest du das Fell deines Lieblings mindestens zweimal pro Woche ausgiebig bürsten. Die Tiere gewöhnen sich schnell an das Prozedere und lieben es sogar, auf diese Weise intensive Streicheleinheiten zu erhalten. Durch das Bürsten verteilt sich Talg gleichmäßig auf Fell und Haut, was den Eigenschutz verbessert und für ein seidiges und weiches Fell sorgt.

Das Fell wird so lange ausgiebig gebürstet, bis sich nur noch wenig lose Haare in der Bürste verfangen. Zwischendurch immer mal wieder die Bürste vom Haarfilz befreien und fleißig weiter bürsten, denn alles, was die Bürste aufnimmt, fliegt später nicht mehr in der Wohnung herum.

Für Hunde mit sehr rauhem Fell kann auch eine etwas gröbere Bürste empfehlenswert sein. Beachte aber, dass scharfe Drahtbürsten oder Metallstriegel die Haut verletzen können! Bei besonders langem Zottelfell kann ein Trimmen durch einen erfahrenen Hundefriseur sinnvoll sein.

Kokosöl zur Pflege sowie zur Zeckenabwehr

Wenn Haustiere übermäßig Hautschuppen verlieren, kann dies ein Anzeichen einer Mangelernährung sein, deren Ursachen aufgedeckt werden müssen. Zur Unterstützung ist eine Fellpflege mit Kokosöl sinnvoll. Das Kokosöl macht die Haut geschmeidiger, lässt Fell glänzen und unterstützt den Eigenschutz.

Außerdem enthält naturreines Kokosöl große Mengen Laurinsäure, was es zu einem idealen Mittel zur Zeckenabwehr macht. Massiere dazu einfach eine Messerspitze Kokosöl in das Nackenfell von Katze oder Hund, nachdem du es zuvor auf der Handfläche geschmolzen hast. Mit der Bürste lässt sich Kokosöl ebenfalls gut und ausgiebig verteilen. Zecken werden von der enthaltenen Laurinsäure abgestoßen und und setzen sich deutlich seltener ins Fell deines Vierbeiners, oder lassen sich wieder herabfallen.

Mehr Anwendungen für Kokosöl findest du hier.

Die richtige Ernährung für schönes Fell

Mit einer ausgewogenen, artgerechten Ernährung erhalten die Vierbeiner eigentlich alles, was für ein gesundes und schönes Haarkleid notwendig ist. Grundbausteine der Nahrung für schönes Fell sind hochwertige Eiweiße und ungesättigte Fettsäuren, sowie Vitamin A, B, E sowie Zink und Kupfer. Zur Unterstützung kann es dennoch sinnvoll sein, eine spezielle Pflegepaste mit wichtigen Vitalstoffen für Katzen bzw. für Hunde zuzufüttern.

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Welche natürlichen Methoden und Hausmittel wendest du an, um Gesundheit und Wohlbefinden deiner tierischen Mitbewohner zu erhalten? Teile deine Anregungen und Ergänzungen mit anderen Lesern in den Kommentaren!

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12 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Yvonne Wichmann

    Ich benutze Kokosöl zur Vorbeugung und Bekämpfung von Flöhen. Trotz Wohnungskatzen haben wir immer mal wieder die Freude Flöhe zu haben. Ich betreibe etwas Kokosöl in meinen Händen und gehe damit übers Fell meiner Katzen. Flöhe mögen den Geruch von Kokosöl nicht. Außerdem bewirkt Kokosöl das der Panzer von Flöhen aufgeweicht wird und sie verwenden. Nach 14 Tagen bin ich die Biester wieder los. Und natürlich sauge ich jeden Tag auch alle Polstermöbel ab.

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    • Hallo Yvonne, vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht! Liebe Grüße Sylvia

  2. marie lassar

    Naturmittel helfen, z.B. Weleda Augentropfen haben meinen Katzen geholfen.2x täglich 1Tropfen ins Auge.Soweit es geht, vermeide ich den TA.
    „Schüßler Salze für Katzen “ ist ein tolles Buch und hilft mir weiter.Da unser Kater TA hasst, und er zum Tiger wird, spare ich ihm den Stress.

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  3. Die Chemiekeule gegen Zecken und Flöhe habe ich mir vor vielen Jahren von meiner damaligen Tierärztin, anläßlich unseres bevorstehenden Besuches beim Dog`s Day in Düsseldorf andrehen lassen. Einige Stunden vor Messebsuch sollte ich es im Nacken aufbringen aber nicht mehr berühren, schon gar nicht von Kindern. Schon im Messebus habe ich meinen Entschluß bereut, denn alle Kinder wollten meinen Hund streicheln, was ich ja nun unterbinden mußte, sehr zum Leidwesen meines Hundes, die Kinder besonders liebt. Am nächsten Tag in der Hundeschule erfuhr ich dann von meiner Hundetrainerin, daß ich nun einige Zeit nicht mehr mit meinem Hund in Flüssen und Seen zum Schwimmen dürfte, weil von diesem Mittel alle Fische in unserer Umgebung sterben. Das stand übrigens nicht im Beipackzettel. Es war eine Qualvolle Zeit für unsere Labbi-Flat-Mix-Hündin. Beim nächsten Mal habe ich von einer Tierheilpraktikerin eine sehr hilfreiche Mischung aus reinen ätherischen Ölen bekommen, die ich auch meinem Pferd geben konnte. Der einzige Nachteil war jedoch, daß es diese Mischung alle drei Tage und nach jedem schwimmen neu aufgetragen werden mußte.
    Die neue Tierärtzin (schon seit 6 Jahren) bestätigte mir die Sache mit dem Fischsterben der Chemiekeule und hält alle Mittel für ausgemachten Blödsinn. Sie kämmt ihren Hund, nach jedem Spaziergang mit dem Flohkamm ordentlich durch. Da Zecken einige Stunden benötigen bis sie eine geeignete Stelle zum andocken finden, sei dies das beste Mittel. Tatsächlich habe ich so bereits einige Zecken mit dem Flohkamm entdeckt.
    Da ich mir die Zecken aber auch nicht unbedingt in den Garten schleppen oder im Rasen auskämmen wollte, habe ich es auch mit Kokosöl versucht, jedoch mit mäßigem Erfolg. Soll wohl von Hund zu Hund unterschiedlich sein, darum einfach ausprobieren. Richtig hilfreich ist bei meiner Hündin die Zugabe von einem Teelöffel Schwarzkümmelöl ins Futter wobei 5x wöchentlich völlig ausreichend sind.

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    • Die Mittel gegen Zecken/Flöhe, welche im Nacken aufgetragen werden, sogenannte Spot-ons, sollten tatsächlich die ersten Stunden, während des Einziehens nicht von Kindern angefasst werden. Danach ist das aber kein Problem mehr. Ebenso das Baden gehen mit dem Hund. Diese Mittel bewirken kein Fischsterben, denn sie sind spezifisch für Flöhe und Zecken (und eventuell Milben, je nach Produkt) und haben keine Wirkung auf den Organismus von Säugetieren oder Fischen. Diese Mittel ziehen wie gesagt in die Haut ein und werden nicht oder nur in sehr geringem Maße an das Wasser abgegeben. Tierheilpraktiker verkaufen ja auch als Entwurmung Kräutermischungen und wie hier von Ihnen genannt gegen Ektoparasiten. Es wirkt nicht! Die Würmer lachen sich in´s Fäustchen. Ob das Tier nun Flöhe oder Zecken hat, sehen sie ja, aber wenn sie mit Kräutern „Entwurmen“ und das Tier aber trotzdem voller Würmer ist, merken sie es wahrscheinlich viel zu spät. Nochmal: wirksame Mittel gegen Ekto- (Flöhe, Zecken, Milben, Harrlinge etc) sowie Endoparasiten (Würmer) gibt es nur beim Tierarzt.

    • Antje Hauser

      Wenn ich Tierarzt wäre, würde ich das an dieser Stelle auch sagen :-)

    • Das stimmt nicht, dass man Tiere nicht mit Kräutern entwurmen kann. Ich mache es so bei meinen Katzen. Die Kotprobenuntersuchung beim TA bestätigen dies. Das heisst nicht, dass die Katzen wurmfrei sind, sondern das der Wurmbefall für das Tier in einem ungefährlichen, lebbaren Verhältnis steht. Das bestätigt die Kotuntersuchung. Hier werden an 4 Stellen Proben gezogen und die sind wurmfrei.
      Auf mit Kräutern gepflegteTiere setzen sich, meiner Meinung nach, grundsätzlich deutlich weniger Zecken, Flöhe etc. fest. Lassen wir es mal 5-8Zecken/Tier/Jahr sein. Und die stromern durch jedes Gebüsch in ländlicher Gegend.

  4. Das mit dem Kokosöl zur Zeckenprophylaxe bzw. – bekämpfung bei Tieren ist absoluter Quatsch, den ich oft zu hören bekomme. Wenn diese Tiere mit Kokosöl keine Zecken haben, hätten sie wahrscheinlich auch keine ohne gehabt. Wirksame Mittel gegen Zecken gibt es nur beim Tierarzt und nicht bei Fressnapf, im Kühlschrank oder beim Tierheilpraktiker. Eine Tierärztin

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    • Maximilian Knap

      Hallo Tina, vielen Dank für deine Rückmeldung :-) Wir haben schon von vielen Lesern positive Rückmeldungen erhalten, die Kokosöl erfolgreich zur Zeckenabwehr verwenden. Natürlich kann man zu Hause schlecht eine Vergleichsgruppe bilden um zu sehen, was ohne das Kokosöl passiert wäre. Jedoch hören wir oft, dass vormalige, intensive Zeckenprobleme mit Kokosöl deutlich reduziert wurden bzw. dass die Tiere kaum noch welche mitbringen. Letztendlich muss sich aber jeder selbst entscheiden und es ggf. einfach mal ausprobieren. Vermutlich wirkt es auch nicht überall und bei jedem Tier gleich und nicht so zuverlässig, wie dies vielleicht ein Pharmaprodukt getan hätte.
      Ich würde in diesem Fall sagen: Praxis schlägt Theorie, und wenn es bei jemandem funktioniert, sehe ich keinen Grund, warum er/sie es nicht weiterhin so machen sollte.

    • Wie gesagt: eine pharmakologische Wirkung von Kokosöl, die Zecken abhält, gibt es nicht. Zecken beißen trotzdem an. Dass Patientenbesitzer von angeblichen Erfolgen berichten ist sicherlich auch subjektiv. Aber jeder wie er/sie mag…

    • Antje Hauser

      Ernährung wirkt sich auf den Körper aus, das ist unumstritten. Und aus irgendeinem Grund scheint das Kokosöl die Chemie der Haut so zu verändern, dass Zecken nicht mehr anbeißen.
      Ich bin früher auch überzeugt zum Tierarzt gerannt und hab zur giftigen Chemiekeule gegriffen.

      Seit ich jeden Tag 1 TL Kokosöl ins Futter gebe (nicht ins Fell), hatten wir keine einzige Zecke mehr. Davor war der Hund nach jedem Spaziergang voll. Meine Mutter verwendet das Kokosöl bei den Katzen, alles Freigänger. Sie hat dasselbe Ergebnis wie wir, keine Zecke, keine Flöhe mehr.

      Ich weiß dass Tierärzte einen ordentlichen Gewinn an dem Chemiezeugs machen (was nebenbei gesundheitsgefährdend und krebserregend ist, was wiederum zu mehr Arztbesuchen führen dürfte).

      Ärzte neigen gerne dazu, ihr im harten Studium angeeignetes Wissen über die Erfahrungen gewöhnlicher Tierbesitzer zu stellen – nach dem Motto: es kann nicht sein, was nicht sein darf.

      Aber: der Erfolg hat recht!

    • Genauso sehe auch das auch. Wer seine Tiere natürlich, artgerecht pflegt, spart sich viele TA Besuche. (Gilt auch für den Mensch) jedes Wehwechen ist eine Pflanze gewachsen.
      Aber ich habe festgestellt, dass vielen Menschen das Erwerben von solchem Wissen zu anstrengend ist. Ampulle auf und rauf aufs Fell ist ja viel einfacher. Genauso Tüte auf und Trockenfutter in den Napf.
      Da rennen die Leute später lieber zum TA und jammern über die Erkrankungen ihrer geliebten Tiere rum, anstelle von klein auf richtig zu ernähren und zu pflegen. Und der TA sagt da noch nicht mal was zu. Weil er weiß, das die Tierbesitzer in absehbarer Zeit mit kranken Tieren wiederkommen werden.

      Tschuldigung, dass ich so deutliche Worte schreibe. Aber das ärgert mich total. Der Mensch könnte zum echten Tierwohl so einfach und kostengünstig so viel besser machen.

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