Stromausfall: So bleibst du ruhig und bist vorbereitet
Ein Stromausfall ist meist schnell behoben. In Ausnahmesituationen jedoch, etwa bei Sturm, Hochwasser oder extremer Kälte, kann er jedoch mehrere Stunden oder sogar Tage dauern. Gerade für Familien, ältere oder kranke Menschen ist eine gute Vorbereitung wichtig. Mit diesen einfachen Maßnahmen und Tipps kannst du bei einem Blackout handlungsfähig bleiben.
Was tun bei Stromausfall? Sofortmaßnahmen
Ein Stromausfall kommt größtenteils überraschend. In den meisten Fällen ist er auf den eigenen Haushalt begrenzt und schnell behoben. Zeichnet sich jedoch ab, dass der Strom länger ausfällt, ist es sinnvoll, rechtzeitig einige Maßnahmen zu ergreifen.
Bei einem Stromausfall ist es wichtig, deine Lebensmittel zu schützen. Halte Kühlschrank und Gefrierschrank möglichst geschlossen: Ein voller Kühlschrank bleibt etwa vier Stunden kalt, ein halb voller Gefrierschrank bis zu 24 Stunden oder länger. Da du oft nicht weißt, wie lange der Ausfall dauert, verbrauche gekühlte und leicht verderbliche Lebensmittel zuerst.
Sichere dir frühzeitig ausreichend Wasser. Fülle Trinkwasser in Flaschen oder andere saubere Gefäße ab – etwa zwei Liter pro Person und Tag. Eine gefüllte Badewanne lohnt sich nur, wenn ein längerer Ausfall absehbar ist. Hält der Stromausfall länger an, können auch Wasser- und Abwassersysteme ausfallen. Feuchttücher, Desinfektionsmittel und Müllbeutel helfen dann als einfache Übergangslösung für die Toilette.
Achte auf deine Sicherheit, indem du Elektrogeräte ausschaltest. So vermeidest du Schäden durch Überspannung, wenn der Strom zurückkommt. In einem Raum kannst du das Licht eingeschaltet lassen. Daran erkennst du sofort, wann wieder Strom da ist. Bei Überschwemmungen gilt: Betritt keine überfluteten Räume und fasse keine Stromanschlüsse an, sondern warte im Zweifel auf Hilfe.
Gehe vorsichtig mit offenem Feuer um. Kerzen und Gaskocher solltest du nur sehr umsichtig nutzen. Gas- und Grillgeräte gehören grundsätzlich nach draußen oder in gut belüftete Bereiche.
Informiert bleiben & gemeinsam handeln
Informiere dich über die aktuelle Lage, zum Beispiel beim Störungsdienst deines Netzbetreibers oder über ein batteriebetriebenes Radio. Fällt das Mobilfunk- oder Internetnetz aus, sind alternative Wege der Kommunikation besonders wichtig. Tauscht euch mit den Nachbarn aus und unterstützt einander. Setze vorhandenen Notstrom wie Powerbanks oder Batterien sparsam ein – oft ist unklar, wie lange der Stromausfall andauert.
Kochen, Licht und Wärme – auch ohne Strom
Beim Kochen ohne Strom helfen einfache Lösungen. Du kannst mit einem Camping- oder Gaskocher kochen, achte dabei unbedingt auf Sicherheit und gute Belüftung. Ein Grill lässt sich im Freien nutzen. Plane außerdem kalte Mahlzeiten ein, etwa Brot mit Aufstrichen oder Konserven.
Tipp: Praktische Notfall-Rezepte für Gerichte, die ganz ohne Strom zubereitet werden, findest du im verlinkten Beitrag.
Für ausreichend Licht solltest du vorbereitet sein. Halte Taschenlampen, Kerzen sowie Solar- oder Campinglampen griffbereit, damit du dich auch bei Dunkelheit sicher bewegen kannst.
Um ohne Strom warm zu bleiben, setze auf warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke. Es hilft, sich in kleineren Räumen aufzuhalten und gemeinsam Körperwärme zu nutzen. In bestimmten Situationen kann auch das Heizen ohne Strom, etwa mit einem Tischkamin oder ähnlichen Lösungen, denkbar sein – hier ist jedoch besondere Vorsicht geboten.
Notvorrat bei Stromausfall – das brauchst du wirklich
Ein einfacher Notvorrat erhöht deine Unabhängigkeit deutlich. Dazu gehören ausreichend Trinkwasser und Lebensmittel, die ohne Kochen auskommen. Auch Batterien, Kerzen und Streichhölzer solltest du bereithalten. Notiere dir wichtige Telefonnummern, etwa die deines Netzbetreibers, am besten schriftlich auf einer kleinen Notfallkarte. Bei einem großflächigen Stromausfall funktionieren zudem häufig Tankstellen und elektronische Kassensysteme nicht. Auch darauf solltest du vorbereitet sein.
Resilienz stärken: Vorbereitung ohne Angst
Ein Stromausfall ist auch mental eine Herausforderung. Mit einem einfachen Selbsttest könnt ihr als Familie Sicherheit gewinnen und merkt schnell, was schon gut klappt, und was noch fehlt.
Schalte dafür an einem Tag bewusst alle elektrischen Geräte aus (Kühlgeräte ausgenommen). Plane vorher, wie du Licht, Kochen und Beschäftigung organisierst, und beobachte, wo es hakt. Notiere dir diese Schwachstellen und verbessere sie Schritt für Schritt. So wird aus Unsicherheit nach und nach Routine, und manchmal sogar ein kleines Abenteuer.
Checklisten, alltagstaugliche Tipps und mentale Strategien zur Krisenvorsorge findest du auch im Krisenhandbuch für nachhaltige Vorsorge und Resilienz.
Musstest du schon einmal länger ohne Strom leben? Welcher Tipp hat dir geholfen? Schreibe ihn in die Kommentare.
Mehr zum Thema Krisenvorsorge findest du unter diesen Links:
- Notfallinformationen: Warum sie in jede Tasche gehören
- Was soll in den Notfallrucksack?
- Kostenlose Sparchallenges: So einfach kommst du deinem Wunschziel näher
- Notfallordner anlegen: So sicherst du deine wichtigsten Unterlagen (inkl. Checkliste)

