Goldrute wächst jetzt fast überall – so kannst du sie anwenden
Die Goldrute begegnet uns im August auf Feld und Wiese und an fast jedem Wegrand. Selbst in Großstädten kannst du den schönen Korbblütler zahlreich entdecken. Ob in angelegten Grünflächen oder wild am Bahndamm – leuchtend gelb und natürlich schön macht die Goldrute ihrem Namen alle Ehre.
Sie ist nicht nur schön anzusehen, sondern birgt auch besondere Inhaltsstoffe in sich, die wir uns in der Naturmedizin zu nutze machen können. Der Nieren-Blasen-Apparat ist ihr heilkundliches Haupteinsatzgebiet. Aus der Goldrute gewonnene Extrakte wirken entzündungshemmend und stark harntreibend. Mit den Blütenständen der Pflanze können wir heilsamen Tee, Tinktur oder Kräuterwein zubereiten.
Die Inhaltsstoffe der Goldrute
Wie fast alle Heilpflanzen liefert auch die Goldrute zahlreiche heilsame Wirkstoffe und ätherische Öle, die wir uns auf verschiedenste Weise zunutze machen können. Ihren besonderen gesundheitlichen Wert erhält die Pflanze durch folgende Inhaltsstoffe:
- Pflanzliche Schleimstoffe – sie legen sich als schützender Film auf die Schleimhäute, wirken beruhigend und lindern Reizungen
- Saponine – sind vor allem harntreibend und entzündungshemmend
- Gerbstoffe – wirken entzündungshemmend, zusammenziehend, antimikrobiell und blutstillend
- Ätherische Öle
Goldrute als Naturheilmittel
Diese Wirkungen hält die Goldrute für unsere Gesundheit bereit:
- Reinigt die ableitenden Harnwege
- Hilft gegen Blasen- und Nierensteine
- Schützt vor einer Reizblase
- Hilft bei schlecht heilenden Wunden
- Kann bei lockeren Zähnen und Zahnfleischbluten helfen
- Wirkt krampflösend
Rezepte und Anwendungsbeispiele
Die Goldrute lässt sich auf vielfältige Weise sehr einfach als Heilmittel nutzen. Du kannst aus ihr sowohl Tee, Tinkturen als auch einen köstlichen Kräuterwein herstellen.
Zubereitung des Tees:
- Vier Gramm des fein geschnittenen Krautes (ganze Rispe mit Blättern, ein Teelöffel entspricht etwa zwei Gramm) mit einem Viertelliter kaltem Wasser ansetzen, aufkochen und kurz ziehen lassen.
- Durch ein Teesieb oder Filter abgießen und genießen!
Der Tee wirkt durchspülend, entwässernd und hemmt Entzündungsprozesse. Bei Blasenentzündung und entzündeten Harnwegen empfiehlt es sich, bis zu dreimal täglich eine Tasse Goldruten-Tee zu trinken. Für Mundspülungen und zum Gurgeln ist der Tee ebenfalls geeignet, er besitzt eine antibakterielle Wirkung.
- Ein Glas mit Schraubdeckel bis zur Hälfte mit fein geschnittenen Blüten füllen.
- Alkohol mit mind. 40 Vol. %, z.B. Wodka, über die Kräuter gießen, bis sie gut bedeckt sind, und das Glas verschließen.
- Die Tinktur zwei bis sechs Wochen an einem warmen Ort ziehen lassen, mit der Zeit nimmt die Tinktur eine bräunliche Farbe an.
- Nach der Wartezeit wird die Tinktur gefiltert, z.B. mit einem Kaffeefilter.
- Die Tinktur in eine dunkle Tropfflasche abfüllen und mit Inhalt und Datum beschriften.
- Wenn die Tinktur an einem dunklen, kühlen Platz gelagert wird, hält sie mindestens ein Jahr.
Zur innerlichen Anwendung werden zwei- bis dreimal täglich 10-50 Tropfen empfohlen, z.B. zur Linderung der Beschwerden bei Blasenentzündung, Nierengrieß und Nierensteinen. Äußerlich nutzt man die Tinktur, um betroffene Stellen zu betupfen, z.B. Insektenstiche und schlecht heilenden Wunden. Verdünnt in Teilbädern und für Waschungen hilft die Tinktur bei Rheuma und geschwollenen Füßen.
Zubereitung des Kräuterweins:
- Goldruten-Blüten und -Blätter bis zur Hälfte in ein Glas füllen.
- Trockenen Weißwein über die Kräuter gießen, bis sie bedeckt sind, und das Glas verschließen.
- An einen dunklen, nicht zu kühlen Platz stellen.
- Nach ca. zwei bis drei Wochen den Goldrutenwein filtern, z.B. mit einem Kaffeefilter.
- In eine dunkle Flasche abfüllen und mit Inhalt und Datum beschriften.
Goldruten-Wein entgiftet und fördert den Stoffwechsel. Von dem fertigen Goldruten-Wein bei Bedarf dreimal täglich drei Teelöffel bzw. einmal zwei bis drei Likörgläser einnehmen. Selbstverständlich ist weder der Wein noch die Tinktur zur Dauermedikation geeignet!
Anwendungshinweise
Goldrute sollte man nicht bei Nierenentzündung und Nierenversagen anwenden, denn dann würde die Niere zu sehr gereizt. Nur eine an sich gesunde Niere darf durch die Goldrute angeregt werden.
Informationen und Rezepte zur echten Goldrute findest du auch auf kostbarenatur.net, ebenso zur (invasiven) Kanadischen Goldrute.
Hast du bereits Erfahrungen mit Goldrutenextrakten sammeln können? Wir freuen und auf deinen Kommentar.
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Die Anwendungen im o.a. Beitrag sind sicherlich interessant. Eine extrem wichtige Information, die gleich zu Anfang hätte erwähnt werden sollen, fehlt jedoch leider, für mich und viele andere Naturfreunde komplett unverständlich: Die Kanadische Goldrute ist ein hochinvasiver Neophyt aus Nordamerika, der heimische Pflanzen verdrängt, ganze Biotope überwuchert und dadurch die heimische Tier- und Pflanzenwelt hochgradig schädigt. Dies ist leider nicht übertrieben, bitte schaut euch die Informationen zum Beispiel beim Naturgarten e.V. an, naturgarten.org, oder vielen anderen Naturschutzorganisationen an. Es wäre sehr wichtig, dass ihr eine Korrektur an die Newsletter-Empfänger schickt und sie zumindest nachträglich auf diesen sehr wichtigen Sachverhalt aufmerksam macht. Ansonsten wird euer Anspruch und Bestreben, die Natur zu fördern, ökologisch zu gärtnern etc. einigermaßen unglaubwürdig. Für zukünftige Beiträge würde ich mir bessere Recherchen wünschen. Danke für euer Verständnis.
Danke für deinen Kommentar! Hier geht es ja um Anwendungsmöglichkeiten; alle weiteren Informationen zu den Pflanzen finden sich in den im Beitrag verlinkten Pflanzenprofilen.
Liebe Grüße
geht es hier um die Kanadische Goldrute (Bild oben) oder um die echte Goldrute (externer Link unten)?
Um beide, weil die verschiedenen Arten vergleichbare Inhaltsstoffe haben und genauso verwendet werden können.
https://www.kostbarenatur.net/anwendungen-und-inhaltsstoffe/gewoehnliche-echte-goldrute/
Liebe Grüße
mal ne Frage: Wie schmeckt denn Goldrute? Wenn ich die abschneide, hat sie für mich einen sehr unangenehmen Geruch nach Efeu oder milder Thuja. Kann mir nicht wirklich vorstellen, dass der Wein oder ein anderer Auszug angenehm schmeckt. Efeu ud Goldrute enthalten ja auch beide Saponine :-) Also eher wie grausame Medizin. Oder täuscht der Geruch nach Efeu oder milder Thuja da enorm?