Kletten – kein Unkraut, sondern ein vielseitiges Heilmittel

Machst du einen großen Bogen um die Klette oder siehst du sie als Verbündeten für deine Gesundheit? Finde heraus wie dir Kletten helfen können.

Die abwertende Redewendung “wie eine Klette an jemandem hängen” kennst du sicher auch. Stachelige Kletten (nicht zu verwechseln mit ihren Geschwistern, den Disteln) werden nur selten in positivem Licht gesehen. Viele Menschen sehen sie als Unkraut und manch ein Spaziergänger empfindet sie als lästig, denn sie verhaken sich schnell in der Kleidung oder im Hundefell. Wenn du die Kletten aber etwas näher betrachtest, wirst du sehr überrascht sein, welche positiven Eigenschaften in ihnen stecken!

Die Kletten-Gattung stammt ursprünglich aus Sibirien, ihre 10-14 Arten wachsen heute aber in ganz Europa. Alle Teile der Pflanze sind nützlich: Blätter, Stängel, Samen und Wurzeln. Kulinarisch verwertet wird sie heute nur noch in Japan, aber im Mittelalter war sie eine geschätzte Küchenpflanze. In diesem Beitrag erfährst du aber mehr über all ihre kosmetischen und gesundheitlichen Vorzüge.

Heilsame Anwendungen der Klette

Allem voran ist die Tinktur aus Klettenwurzeln ein verbreitetes Mittel gegen Haarausfall.

Die Klette ist aber auch ein hervorragender Verbündeter deines Immunsystems – sie unterstützt es beim Kampf gegen Grippe sowie verschiedene Infektionen.

Indem sie das Schwitzen auf natürliche Weise anregt, kann der Organismus dank der Klette Giftstoffe besser durch die Haut ausscheiden.

Ein Umschlag getränkt mit Klettentee hilft bei Problemen wie unreiner Haut, Ausschlägen, Prellungen, Schürfungen, Akne und Ekzemen.

Ferner hilft die Klette bei der Blutreinigung und wirkt gegen Blutarmut. Neueste Forschungen ergaben, dass sie auch bei der Behandlung von Leukämie wirksam sein soll.

Dank ihrer Zusammensetzung ist diese Pflanze sehr gut für die Regulierung des Blutzuckerspiegels geeignet, so dass Diabetikern empfohlen wird, jeden Tag die Klettentinktur zu konsumieren.

Ein Sirup aus Klettenwurzeln und -samen trägt zur Gesundheit der Mundhöhle und Atemwege bei.

Die Klette regt den Appetit an, vermindert Blähungen und Verstopfung, fördert die Verdauung und beruhigt den nervösen Darm.

Umschläge oder Tee aus Klettensamen helfen bei schmerzenden Gelenken, Gicht, Arthritis und Rheuma.

Das Klettenöl ist bekannt für seine beruhigenden Eigenschaften bei Schlaflosigkeit, Unruhe, Stress, Reizbarkeit und Nervosität.

Rezepte mit der Klette

Viele Klettenpräparate kannst du leicht selbst herstellen. Hier zeigen wir dir, wie es geht.

Klettentee zur Blutreinigung

Ein Tee aus der Klettenpflanze hilft deinem Körper, sich von Giftstoffen im Blut zu befreien. Zur Zubereitung einen Esslöffel kleingeschnittene Wurzeln und Blätter etwa 5 Minuten in einem halben Liter Wasser kochen. Danach zudecken und fünfzehn Minuten stehen lassen, dann abseihen.

Täglich morgens und abends je 2 Esslöffel des Tees einnehmen.

Klettentee gegen Rheuma

Dieser Tee gegen rheumatische Beschwerden wird ebenso zubereitet und konsumiert, nur dass du hierfür einen Esslöffel Klettensamen in einem halben Liter Wasser kochst.

Machst du einen großen Bogen um die Klette oder siehst du sie als Verbündeten für deine Gesundheit? Finde heraus wie dir Kletten helfen können.

Klettenwurzeltee als Kaltauszug

Zur Unterstützung der Gallenblasen- und Nierentätigkeit, aber auch zur Blutreinigung kannst du einen Tee aus Klettenwurzeln zubereiten. Pro Tasse (250 ml) nimmst du einen gehäuften Teelöffel Klettenwurzelstücke. Diese gießt du mit kaltem Wasser auf und lässt die Mischung für fünf Stunden ziehen. Anschließend kochst du den Aufguss für eine Minute. Nach dem Abkühlen durchsieben. Von diesem Tee kannst du täglich drei Tassen trinken.

Klettentinktur gegen Haarausfall

Ein bekanntes Mittel gegen Haarsausfall ist eine Tinktur aus Klettenwurzeln und Essig. Hierfür Klettenwurzeln in Wasser kochen, und zwar im Verhältnis von einem Esslöffel Wurzel auf einen Liter Wasser. Nach dem Abkühlen mit der gleichen Menge Apfelessig mischen. Mit dieser Tinktur zweimal täglich die Kopfhaut massieren.

Öl gegen Entzündungen, Prellungen und Wunden

Zur äußerlichen Anwendung kannst du einen Ölaufguss aus Klettenwurzeln herstellen. Die Wurzeln gut reinigen, in warmem Wasser waschen und in kleine Stücke schneiden. Es empfiehlt sich, diese Stückchen einen Tag lang trocknen zu lassen, damit die Flüssigkeit verdunstet. Dann gibst du die Wurzelstücke in ein Schraubglas und übergießt sie mit Olivenöl, bis sie vollständig bedeckt sind. An einem dunklen und kühlen Ort sechs Wochen stehen lassen. Danach durchsieben und bei Bedarf anwenden.

Klettentinktur für eine gesunde Verdauung

Die frischen Klettenwurzeln säubern und kleinschneiden. In ein sauberes Glas abfüllen. Mit Alkohol (50 % vol., am besten Wodka) auffüllen, und zwar im Verhältnis 2:1 (zwei Tassen Wodka auf eine Tasse Wurzeln). Mindestens zwei Wochen reifen lassen, danach absieben und in Braunglasflaschen für Tinkturen oder andere, dunkle Flaschen abfüllen.

Täglich ein oder zwei Schnapsgläser trinken, je nach Bedarf. Unterstützt die Verdauung und Leberfunktion.

Bist du überzeugt? Machst du in Zukunft einen großen Bogen um die Klette oder siehst du sie als deinen Verbündeten gegen viele kleine oder große Wehwehchen? Wenn es dir nicht möglich ist, die Tees und Tinkturen selbst zuzubereiten, hat deine Bioapotheke bestimmt das richtige Mittel für dich vorrätig.

Schreib uns bitte, ob du schon positive Erfahrungen mit der Klette gesammelt hast!

Viele weitere Informationen über nützliche Pflanzen erhältst du in unserem Wildpflanzen Erntekalender: Kräuter, Bäume, Obst & mehr und in unseren Buchtipps:


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