Regenbogen statt Azofarbstoffe: So isst du bunt und gesund

Erfahre, warum Azofarbstoffe bedenklich sind und wie du mit Kurkuma, Beeren & Co. einfach einen gesunden Regenbogen auf den Teller zauberst.

Farbe macht glücklich und weckt den Appetit! Kein Wunder, denn in der Natur sind leuchtende Farben ein sicheres Zeichen für Reife, Vitamine und pure Lebenskraft. Das machen sich Lebensmittelkonzerne zunutze und täuschen uns mit künstlicher Farbe in hochverarbeiteten Lebensmitteln einen Nährwert vor, den die Produkte gar nicht besitzen.

Höchste Zeit also, zu den Farben der Natur zurückzukehren und dich über ein echtes Upgrade für deine Küche zu freuen: Denn mit diesem Schritt tauschst du „leere“ Chemie gegen echte Lebensmittel, die oft sogar wertvolle Antioxidantien mitbringen.

Warum bunt nicht immer gesund ist

In hochverarbeiteten Lebensmitteln dienen Farbstoffe meist einem Zweck: optische Täuschung. Sie werden genutzt, um das Fehlen hochwertiger Zutaten zu kaschieren. Wenn in einer Limonade keine einzige echte Frucht steckt, sorgen synthetische Zusatzstoffe dafür, dass unser Auge dem Gehirn trotzdem „lecker und gesund“ meldet.

Doch was auf den ersten Blick nach harmloser Verschönerung aussieht, hat bei genauerem Hinsehen durchaus bedenkenswerte Nachteile:

  • Die „Azo-Falle“: Viele künstliche Farbstoffe gehören zur Gruppe der Azofarbstoffe. Diese stehen im Verdacht, das Verhalten und die Konzentration von Kindern negativ zu beeinflussen.1 In der EU ist für solche Produkte ein Warnhinweis auf der Packung Pflicht. Und in den USA sollen acht künstliche Lebensmittelfarbstoffe bis Ende 2026 sogar schrittweise ganz verboten werden.2
  • Irreführung der Sinne: Unser Gehirn koppelt Farbe an Nährwert. Künstliche Farben „kapern“ dieses biologische System. Sie suggerieren Frische, wo oft nur Füllstoffe, Zucker und künstliche Aromen stecken.
  • Das „Cocktail-Prinzip“: Wir wissen heute noch viel zu wenig darüber, wie diese Farbstoffe im Zusammenspiel mit Konservierungsstoffen und Emulgatoren in unserem Darm wirken. Wer natürlich färbt, behält die volle Kontrolle über das, was auf den Teller kommt.

Farbenfroh ohne fragwürdige Chemie

Es ist eigentlich ganz einfach, wieder echte Farbe zu genießen, wenn man weiß, worauf man achten muss. Der Schlüssel liegt wie so oft in der Zutatenliste und dem Fokus auf Natürlichkeit.

Färbende Lebensmittel statt künstliche Farbstoffe

Beim Blick auf die Verpackung gibt es einen entscheidenden Unterschied, den viele nicht kennen:

  • Bunte Zusatzstoffe: Wenn du in der Zutatenliste auf Begriffe wie „Farbstoff E …“ oder chemische Namen wie „Indigokarmin“ stößt, erfüllen diese Stoffe keinen anderen Zweck als für eine schöne Optik zu sorgen.
  • Färbende Lebensmittel: Begriffe wie „Rote-Bete-Saftkonzentrat“, „Spinatpulver“ oder „Holunderbeerenextrakt“ benennen dagegen echte Lebensmittel, die aufgrund ihrer natürlichen Pigmente eingesetzt werden. Sie gelten rechtlich nicht als Zusatzstoffe, sondern als Zutat.
Erfahre, warum Azofarbstoffe bedenklich sind und wie du mit Kurkuma, Beeren & Co. einen gesunden Regenbogen auf den Teller zauberst.

Die Bio-Garantie: Sicher bunt genießen

Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, sind Bio-Siegel dein bester Freund. Denn die Richtlinien für zertifizierte Bio-Lebensmittel sind streng. Künstliche Farbstoffe und insbesondere Azofarbstoffe sind in Bio-Produkten komplett tabu. Gefärbt werden darf hier ausschließlich mit pflanzlichen Extrakten oder eben „färbenden Lebensmitteln“.

Das Auge schulen: Mut zur „echten“ Farbe

Wir haben uns so sehr an neonfarbene Gummibärchen und knallbuntes Eis gewöhnt, dass uns Naturfarben manchmal „blass“ vorkommen. Doch genau hier liegt die Qualität:

  • Natürlich färbt sanfter: Ein echtes Pistazieneis ist eher graugrün oder bräunlich, nicht giftgrün.
  • Veränderlichkeit: Naturfarben reagieren auf Licht und Zeit. Wenn ein Erdbeerjoghurt mit der Zeit leicht bräunlich wird, ist das oft ein Zeichen dafür, dass keine künstlichen Stabilisatoren am Werk waren.
  • Das Motto: Wenn die Farbe „unnatürlich“ leuchtet, ist sie es meistens auch. Vertraue deinem Instinkt!

Natürliche Lebensmittelfarben selber machen

Wer zu Hause vor allem auf frische, unverarbeitete Lebensmittel zurückgreift, braucht in aller Regel keine zusätzliche Farbe. Aber auch in Situationen, in denen der Geburtstagskuchen mal etwas bunter ausfallen soll, brauchst du keine synthetischen Farbstoffe aus dem Supermarktregal. Stelle stattdessen ganz einfach deine eigene Lebensmittelfarbe her – aus Obst, Gemüse und Gewürzen.

Vergiss künstliche Lebensmittelfarben - Haltbare Färbemittel (flüssig oder in Pulverform) kannst du aus natürlichen Inhaltsstoffen selbst herstellen.

Greife zum Beispiel auf bunte Fruchtsäfte, Kurkuma, Spinat, Matcha oder Rote Bete zurück, um deinen Teigen und Glasuren eine schöne Farbe zu verpassen. Auf diese Weise bringst du nicht nur gesunde Farbe auf den Teller und vermeidest bedenkliche Inhaltsstoffe, sondern entdeckst auch eine kreative und nachhaltige Art der Speisengestaltung, bei der das Auge ganz ohne schlechtes Gewissen mitisst.

Tipp: Probiere unser Rezept für farbenfrohe Rote-Bete-Muffins, die sogar Gemüsemuffel begeistern werden.

Viele leckere Rezepte voller frischer Zutaten findest du in unseren Büchern:

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Wie sorgst du für farbenfrohe Gerichte und Kuchen? Wir freuen uns über deine persönlichen Tipps zu Alterntiven Lebensmittelfarben in einem Kommentar!

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  1. Miller, M. D., Steinmaus, C., Golub, M. S., Castorina, R., Thilakartne, R., Bradman, A. & Marty, M. A. (2022). Potential impacts of synthetic food dyes on activity and attention in children: a review of the human and animal evidence. Environmental Health, 21(1), 45. ↩︎
  2. Ärzteblatt, D. Ä. G. R. D. (o. D.). US-Regierung will künstliche Farbstoffe aus Lebensmitteln und Medikamenten verbannen. Deutsches Ärzteblatt. ↩︎

Über mich

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit Nachhaltigkeit, Minimalismus und Selbstversorgung. Als diplomierte Pädagogin hole ich Menschen gern dort ab, wo sie stehen, und liebe es, andere Menschen mit Rezepten und DIY-Alternativen zu Fertigprodukten zu inspirieren. In meinem Kleingarten erfreue ich mich nicht nur an selbst angebautem Obst und Gemüse, sondern trage auch mit Insektenhotels, Wildpflanzen und Laubhaufen (hoffentlich) zu mehr Biodiversität und Artenschutz im Kleinen bei.

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